Sonntag, 28. August 2016

Stephanie Schneider - Unser Kunterboot: Sommer der Geheimnisse von SINA

cbj

Jonna lebt zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern auf einem Hausboot. Aber auch ihre besten Freundinnen leben in den Nachbarbooten und so haben alle ganz viel Spaß, weil sie alle stolz darauf sind, nicht in normalen Häusern zu leben. Auch Karl und sein Vater leben auf der "Lorella", die jedoch ziemlich baufällig ist. Und so bleibt den beiden nur eins, die "Lorella" zu verschrotten und in eine normale Wohnung zu ziehen. Doch Jonna und ihre Freundinnen wollen dies nicht akzeptieren und suchen nach einem Weg, dass Karl und sein Vater doch noch weiter auf dem Fluss in ihrem Hausboot leben können.

Der Klappentext des Buches hat sich für mich recht witzig angehört. Eine Schar von Kindern, die mit ihren Eltern auf Hausbooten wohnen und jede Menge Spaß dabei haben. Schließlich ist es ja ungewöhnlich, dass man auf dem Wasser wohnt, statt in einer Wohnung auf dem Land.

Der Anfang hat dann auch noch recht witzig angefangen. Und ich versprach mir, dass es auch genauso weitergeht. Doch dann ließ die Geschichte recht schnell nach. Es wird zwar weiterhin versucht, dass die Verschrottung des alten Hausbootes verhindert wird, aber doch schien dies etwas in den Hintergrund zu rücken. Auch dass sich die Kinder plötzlich eines Aberglaubens bedienen und Elfen mit ins Spiel kommen, hat mich dann auch verwirrt.



Irgendwie passte dies nicht so recht zu den doch bodenständigen Kids. Außerdem schien es, dass den Erwachsenen die Situation nicht so wichtig war und sie sich eher um andere Dinge kümmern wollten. 

Auch fand ich den Schreibstil der Autorin etwas wirr. Mir kam es vor, als hätte sie verzweifelt versucht so viele Abenteuer wie möglich in der Geschichte unterzubringen. Und so ergibt sich eine doch recht zusammenhanglose Story, die sich erst am Ende sammeln kann und so zu einem Abschluss kommt.

Einzig die Illustrationen haben die Geschichte retten können. Mit niedlichen Zeichnungen wird die Geschichte neben dem gedruckten Wort erzählt. So wird das Buch ordentlich aufgewertet. Nina Dulleck hat hier ganze Arbeit geleistet. 

Süß fand ich die Ideen der ganzen Kinder. Die Kreativität ist grenzenlos und zeigt, dass die Kids einfach Spaß haben und sich in ihrer Hausbootsiedlung auch pudelwohl fühlen. Und dass sie sich für Freunde so einsetzen, zeugt von einem tiefen Gefühl der Freundschaft untereinander.
Dies fand ich persönlich sehr gut ausgearbeitet.

Fazit:
Ein mit süßen Zeichnungen versehenes Kinderbuch, das mich persönlich nicht so überzeugen konnte. Von mir gibt es deswegen nur 6 von 10 Punkten.

Verlag: cbj
erschienen: 2016
Printseiten: 168
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-570-17285-8

Evangeline Lilly - Die Kwickerwonker (1) von SINA

Panini
Vera befindet sich auf einem Jahrmarkt, als ihr ein ungewöhnlicher Wagen auffällt. Von Neugier getrieben, betritt sie ihn und befindet sich plötzlich in der Welt der Kwickerwonker. Marionetten, die mit ihrem Auftreten so manche Verwirrung stiften. Der hochmüt`ge Pa übernimmt das Reden und stellt die komische Truppe vor. Doch dann bringen sie den roten Ballon von Vera zum Platzen und es passieren Dinge, die Vera sich nicht in ihren kühnsten Träumen vorstellen will.

Die Autorin Evangeline Lilly ist uns aus mehrere Film- und Fernsehproduktionen bekannt. Allen voran wohl mit ihrer Darstellung der Elbin Tauriel in "Der kleine Hobbit". Mir bekannt ist sie auch aus der Fernsehserie "Lost", in der sie Kate spielt, die ein Geheimnis umgibt. Mit ihrem schauspielerischen Können war sie mir schon aufgefallen, dass sie nun auch schriftstellerische Fähigkeiten hat, rundet ihre Talente gekonnt ab.

Mit "Die Kwickerwonker" hat sich Evangeline einen Traum erfüllt, der sie schon seit 20 Jahren begleitet. Aber erst mit zunehmenden Freundschaften und Kontakten in der Filmbranche fand sie einen Illustrator, mit dem zusammen sie endlich ihren Kindheitstraum verwirklichen konnte.

Johnny Fraser-Allen und Evangeline Lilly bilden ein Team, das mit enormer Vorstellungskraft und kindlicher Fantasie, Können und vor allem dem Händchen zur Perfektion nun den ersten Band der "Kwickerwonker"-Reihe veröffentlicht haben.


Kennt Ihr, wie es ist, ein Buch in Händen zu halten und Ihr wisst allein schon vom Einband und Klappentext her, dass es sich um einen Schatz handeln muss? Genauso ging es mir mit "Die Kwickerwonker". Schon als ich es aus dem Briefumschlag befreit hatte, war ich fasziniert vom Cover. Den in diesem liegt schon die ganze Aussagekraft der innenliegenden Geschichte.

Johnny Fraser-Allen, der für die Zeichnungen zuständig war, hat sich selbst übertroffen. Ich habe nach Beendigung des Buches im Internet recherchiert und so einiges über ihn gefunden. Doch hier hat er all seine kindliche Fantasie, sein Können und seine Vorstellungen einbringen können. Für mich als völlige talentfreie Zeichnerin, bei der man mit Müh und Not ein Haus in einfachen Strichen erkennen kann, ist dies natürlich ein total faszinierendes Talent. 

Die Zeichnungen sind mysteriös, bieten viel Platz für Fantasie und spiegeln auch die Charaktere detailgetreu wieder. Die Marionetten sind einzigartig und doch wieder ein großes Ganzes und passen einfach perfekt zu der von der Autorin geschaffenen Geschichte um das neugierige Kind Vera, dass mit seinem Besuch im Waggon der Kwickerwonker etwas völlig, für sie Unvorhergesehenes auslöst und ihr Leben damit in eine andere Bahn lenkt.

Nach erstmaligem Lesen war ich gebannt von der Geschichte, die in Limerick-Form erzählt wird. Erst beim zweiten Mal fielen mir viele, viele Kleinigkeiten auf. Denn hier konnte ich dann die Verse mit den Bildern in Verbindung bringen. Die einzelnen Kwickerwonker werden vorgestellt. Der hochmütg´ge Pa, die miese Mama, Thaddäus, der Tropf, die stumme Stella, die gierige Gesa, der hungrige Heinrich, der schicke Schorsch, die faule Frieda und der eitle Emil. Sie zusammen bilden die Kwickerwonker, Marionetten, die ihr Leben in einem Waggon führen, der von Jahrmarkt zu Jahrmarkt tingelt.


Und Vera, die mit ihrer Neugier und ihrer eben verzogenen Art ein großes Unglück für sich selbst auslöst.

Die Geschichte wirkt düster und niedlich zugleich. Die Zeichnungen sind in bedeckten Farben gehalten, nur ab und zu mit kräftigen Farbtönen durchsetzt und wirken so auf mich wieder teilweise fröhlich. Der Hintergrund der Geschichte allerdings ist nicht so fröhlich. Doch gleichzeitig auch wieder erheiternd. Um dies zu verstehen, muss die Geschichte wahrscheinlich selbst gelesen werden.

Peter Jackson, bekannt als Regisseur von "Der Herr der Ringe" und "Der kleine Hobbit" sowie diversen anderen Filmen epischen Ausmaßes, hat sich in einem Vorwort verewigt, während Evangeline und der Illustrator Johnny Fraser-Allen sich im hinteren Teil nochmals verausgabt haben. Hier erzählen die beiden, wie sie sich kennengelernt haben und wie die Zusammenarbeit zustande kam. Ebenso wird ausführlich berichtet, wie die Zeichnungen entstanden sind und warum Evangeline das Gedicht, das sie als Kind geschrieben hat, mehrmals umdichten musste, bis es letztendlich in der endgültigen Form veröffentlicht wurde. Als kleines Bonbon bekommt man aber das Original-Gedicht auch zu lesen. Diese Ergänzung war für mich als Laie total interessant, da ich mir nun vorstellen kann, welche Arbeit hinter all dem gesteckt hat. Das Endergebnis kann sich aber auf alle Fälle sehen lassen.

Auf der Rückseite steht, dass das "düster und visuell eindrucksvolle Märchen...sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistern" wird. Ich stimme bei Erwachsenen natürlich zu, doch bei Kindern sollte abgewägt werden, wie deren kindliches Gemüt ausgeprägt ist. Die düster vorherrschende Stimmung finde ich persönlich für zartbesaitete Kinder nicht geeignet. 


Das leidliche Thema "Preis" muss natürlich auch angesprochen werden. Das Buch umfasst 72 Seiten. Illustriert und mit Text beschrieben. Die eigentliche Geschichte umfasst nur das Gedicht und die wunderschönen Zeichnungen. Der zweite Teil des Buches besteht aus Berichten, Zeichnungen und Erklärungen. Ich habe nicht lange gebraucht, um das Buch zu lesen, aber trotzdem finde ich den Preis von 14,99 Euro mehr als gerechtfertigt. Denn wer so viel Liebe in ein Buch steckt, der verdient es auch, dafür bezahlt zu werden. Und man muss bedenken, dass man damit auch einen kleinen Schatz in seinem Bücherregal stehen hat.

Fazit:
Ich halte es wie Peter Jackson. Man wird diesen Unfug lieben. Von mir gibt es dafür die volle Punktzahl. Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Kwickerwonker und bin gespannt, welche Abenteuer noch zu bestehen sind.

Verlag: Panini
erschienen: 2016
Format: Hardcover
Printseiten: 72
ISBN: 978-3-957989260

[Hrsg.] George R. R. Martin - Wild Cards: Die erste Generation - Vier Asse (1) von SINA


Penhaligon
Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende, doch eine neue Bedrohung legt sich über die Menschheit. Das Xenovirus Takis-A, ein außerirdisches Virus, dringt in die Menschen ein und verwandelt sie. Wenn man eine Wild-Card erwischt, wird man entweder zum Ass mit enormen Fähigkeiten, oder endet als deformierter Joker in den Absteigen der Städte. Doch alle haben eins gemeinsam. Sie müssen sich mit den restlichen nicht infizierten Menschen arrangieren und sich einen Platz in der Gesellschaft suchen. Selbst wenn man ein Held ist, ist dies schwer. Und als Schurke manchmal zu leicht...

Wie kann es sein, dass mich eine Reihe so dermaßen verwirrt zurücklässt? War ich von Band 1 der Wild Cards-Reihe "Das Spiel der Spiele" noch so begeistert, konnte mich der zweite Teil "Der Sieg der Verlierer" so gar nicht vom Hocker reißen. 

Nun kehrt Wild Cards mit "Die erste Generation" zurück und beschreibt die Entstehung der ganzen Asse und Joker. Und wieder bin ich restlos begeistert von der Vielfalt der einzelnen Charaktere, deren Wesenszüge und vor allem ihrer Gesinnung gegenüber der Menschlichkeit. 
Aber von vorne...



Dass das Virus, das die Verwandlung der Menschen auslöst, außerirdischen Ursprungs ist, wusste ich ja schon aus den vorherigen erschienen Bänden. Auch der mysteriöse außerirdische Wissenschaftler, der für alles verantwortlich ist, wurde hier und da mal erwähnt. Dr. Tachyon kommt von dem Planeten Takis und wollte eigentlich verhindern, dass das Virus sich ausbreitet. Unvorhersehbare Umstände, unter anderem eine legendäre Luftschlacht mit dem besten Piloten namens Jetboy, führten dazu, dass sich die Menschheit nun verändert.

Und so gibt es eben die sog. Asse, Menschen, die mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet sind (durch Wände gehen können, unsichtbar werden, fliegen, telepathische Kräfte, usw). Diese benutzen ihre Fähigkeiten sehr oft für das Gute. Aber es gibt natürlich auch schwarze Schafe unter den Assen, die als Bad Boy fungieren und sich mit ihren Fähigkeiten eben selbst bereichern wollen. 
Wenn man das Pech hatte, als Wild Card einen Joker zu ziehen, dann musste man mit schrecklichen Deformierungen rechnen. Gut kommt man noch weg, wenn man sich in eine geschmeidige Katze verwandelt oder bei bloßen Berührungen Hämatome bekommt. Schlecht ist es, wenn einem Hörner aus dem Kopf wachsen oder sich Beulen an den unmöglichsten Stellen bilden. 


Und so gibt es eben Ass gegen Joker. Als Ass hast du es gut und wirst gefördert, als Joker lebst du als Abschaum in den dunkelsten Ecken oder eben in Jokertown.
Aber auch hier gibt es die Bad Boys, die gar nicht so "bad" sind und sich dann doch eher dem Guten zuwenden und eben im Verborgenen handeln.

Gleich zu Anfang erfährt man, wie es zu dem Ausbruch des Virus überhaupt kam. Der legendäre Pilot Jetboy lieferte sich einen spektakulären Luftkampf mit einem außerirdischen Raumschiff und sieht keinen andere Ausweg, als sich selbst zu opfern, um die Menschheit zu retten. Nur Pech, dass es trotzdem zum Ausbruch des Wild-Card-Virus kommt. 
Und so lernen wir verschiedene Charaktere kennen. Zu Anfang Croyd, der als Sleeper bekannt wird. Seine Fähigkeiten ändern sich stetig, denn immer wenn er schläft (dies immer einen längeren Zeitraum über), verändert erst ich und weiß selbst nicht, was er denn dann genaues kann. Er war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn er eher zu denen gehört, die seine Fähigkeiten nicht für "Gutes" einsetzt, obwohl er letztendlich doch Gutes tut.

Oder Dr. Tachyon, der quasi der Auslöser der ganzen Misere ist. Er versucht mit allen Mitteln, das Virus aufzuhalten, trotzdem wird es freigesetzt und so sagt er dem Virus den Kampf an. Doch hat er einen langen Weg vor sich. Viele Steine werden ihm in den Weg gelegt und seine Mittel sind manchmal auch nicht ganz hasenrein.

So verfolgt man den Weg einige Charaktere. Und damit kommen wir auch wieder zu dem besondern. Denn jeder Charakter wurde von einem anderen Autor erfunden und so ergibt sich eine Anthologie der besonderen Art. Auch wenn jedes Kapitel über eine andere Figur handelt, ergibt sich am Ende doch ein großes Ganzes und man verliert sich in einer genialen Geschichte, die eine Mischung aus den verschiedensten Superhelden enthält. Als Herausgeber hatte George R.R Martin, von dem ebenfalls ein Kapitel enthalten ist, wieder das richtige goldene Händchen gehabt und so weiß man nun, warum alles so ist, wie es ist. 

Die verschiedenen Schreibstile waren diesmal sehr spürbar und es gab natürlich auch Kapitel, die mir nicht so sehr zugesagt haben. Aber im Endeffekt kann ich sagen, dass mich dieser neue Band über die "Wild Cards" wieder sehr gefesselt hat und ich auch wieder begeistert von der Idee bin, die George R. R. Martin zusammen mit seinen Autorenkollegen hier entwickelt hat.

Wenn man bedenkt, dass die Bücher im amerikanischen auch schon vor längerer Zeit erschienen sind und erst jetzt nach und nach ins Deutsche finden, bin ich überrascht, mit welch mannigfaltiger Denkweise die Autoren gehandelt haben. Zuvor sind die Bücher schon als Zweiteiler im Heyne-Verlag erschienen. Nun hat sich Penhaligon des Wild-Card-Universums angenommen und bringt neu überarbeitete Bücher heraus. 


Ich persönlich kann empfehlen, sollte man sich dem Wild-Card-Universum widmen wollen, mit diesem Buch hier anzufangen und dann erst zu den beiden anderen bisher erschienenen "Das Spiel der Spiele" und "Der Sieg der Verlierer" zu greifen. Denn diese beide Bänden sind sehr verwirrend, da auf Erklärungen wie es zu dem Ausbruch des Virus kam, weitestgehend verzichtet wird und man sich so einiges selbst zusammenreimen muss. Mit "Wild Cards: Vier Asse" wird jedoch von Anfang an erklärt, worum es überhaupt geht.

Gestört hat mich jedoch der Überschuss an männlichen Charakteren, die mit ihrem heldenhaften Einsatz oder ihrem lästerlichen Verhalten alles dominieren. Weibliche Charaktere finden sich nur wenige und wenn fallen sie in das vorherrschende Frauenbild der zu rettenden Damen, die ohne Hilfe eines männlichen Protagonisten verloren wären. Da aber die Autoren auch vorwiegend männlich sind und diese sich natürlich einen männlichen "Helden" oder "Antihelden" schaffen wollten, ist es klar, dass die Männer hier im Vorteil sind. Trotzdem muss ich hier Punktabzug geben. In den neueren Bänden sind die Frauen schon emanzipierter und wissen sich selbst zu helfen.

Fazit:
Wieder fesselnd und spannend. Das Wild Card-Universum hat mich zurückerobert. Von mir gibt es deswegen 8 von 10 Punkten.

Verlag: Penhaligon
erschienen: 2016
Printseiten: 768
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-7645-3153-9

s. a. Bibliografie George R. R. Martin


Donnerstag, 25. August 2016

David Bourne - Evolution Z: Stufe Zwei (2) von SINA

David Bourne
Ray, Scott und Josh haben es geschafft und sich nach Fort Benning durchgeschlagen. Nun kehrt etwas wie Ruhe ein. Nur Scott und Ray haben immer noch nicht ihre Familien wiedergefunden. Allerdings versuchen sie sich in die Gemeinschaft zu integrieren und mit ihren Fähigkeiten wertvolle Hilfe zu leisten.
Plötzlich ergibt sich eine Möglichkeit, die das Leben aller verändern könnte.

Diesmal konnte ich wieder einige Parallelen zu verschiedenen Fernsehserien und Filmen ziehen. Vor allem zu "The Walking Dead". Dies hat mir das Lesevergnügen dann doch genommen. 
Es ergab sich nichts Neues und es stehen auch hier eher wieder die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund. Nur waren diese auch wieder sehr schnell abgehandelt. Die Figuren wirkten wieder blass und es konnte kein Bezug zu ihnen aufgenommen werden. Ich hätte mir hier etwas mehr Tiefe gewünscht.

Ich habe auch nichts gegen Gefühle bei Männern, doch fand ich es eher unpassend, wie Ray und Scott sich gedanklich immer wieder für ihre tolle Freundschaft "lobten". Diese Gefühlsduselei passte zu den beiden einfach nicht.
Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich mit den beiden auch nicht so viel anfangen konnte.

Nur Josh - der leider nur kurze Auftritte hat - war für mich ein interessanter Charakter, obwohl er auch etwas mehr Eigeninitiative hätte zeigen können. Er verlässt sich zu sehr auf seine Eltern, ich traue ihm jedoch viel mehr zu.

Die Story plätschert wieder vor sich hin, bis Personen auftauchen, die Schwung in die Geschichte bringen. Und doch kommt der Autor nicht mehr aus der Schiene heraus, dass alles einfach nichts Neues und schon mal da gewesen war.
So verlor ich dann doch das Interesse an der Geschichte und hätte es am Ende nicht doch noch eine interessante Wendung gegeben, hätte ich die Reihe wahrscheinlich abgebrochen. Aber so werde ich mich doch noch dem dritten Teil widmen.

Eins ist mir aber dann doch noch unangenehm aufgestoßen. Der Autor weist in seiner "Danksagung", die eigentlich eher eine "Bittstellung" ist, darauf hin, dass er Selfpublisher ist und deswegen auch auf Rezensionen und Empfehlungen angewiesen ist. Dies ist in meinen Augen jedoch nicht mehr erwähnenswert, das es ja jedem Selfpublisher so geht. Danke wird hier eigentlichem keinem gesagt, weshalb man die "Danksagung" eher in ein "Nachwort" ändern sollte.

Fazit:
Wider Erwarten war der erste Teil besser. So gibt es von mir nur 5 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2015
Printseiten: 240
Format: ebook
ISBN: 978-3-1507858868

David Bourne - Evolution Z: Stufe Eins (1) von Sina

David Bourne
Eines Tages ist nichts mehr so wie es war. Menschen mutieren zu Zombies und greifen andere an. Kommt es dabei zu einer Verletzung durch den Zombie, ist der Angegriffene innerhalb kürzester Zeit ebenfalls dazu verdammt, als Untoter herumzuwandeln.
Mitten in diesem Chaos gibt es den Piloten Ray, der ein Flugzeug mit Zombies notlanden muss. Und auch Scott, der sich nur auf die Ferien zu Hause freut, muss sich mit seiner mutierten Nachbarin herumschlagen. Und Josh, der in der Pathologie gerade sein Praktikum macht, merkt, dass die Toten gar nicht mehr so tot sind. Alle drei sind unterschiedlich und doch haben sie mehr gemeinsam, als sie denken.

Der Klappentext hörte sich sehr vielversprechend an und so wagte sich mich an die Reihe von einem mir unbekannten Autor. Doch leider konnte mich das Buch am Ende nicht so sehr überzeugen, wie ich mir erhofft hatte.

Durch verschachtelte Sätze und zu knappe Informationen wird man mitten in das Geschehen geworfen. Durch die Kürze des Buches muss der Autor auf schnellstem Wege alle Protagonisten vorstellen und hätte dabei nicht außer Acht lassen dürfen, dass es ja noch eine Handlung zu bewerkstelligen gibt. Doch leider blieb einiges auf der Strecke.

Wie es zu dem Ausmaß der Katastrophe kommt, wird zu Anfang kurz angerissen. Und doch bleibt man mit vielem im Dunkeln stehen und muss sich selbst einiges zusammenreimen. Im Grunde ist dies nichts schlechtes, doch hat es mich diesmal schon gestört, so im Ungewissen gelassen zu werden.

Auch war es der ordinäre Schreibstil, der mich persönlich sehr gestört hat. So konnte ich auch nicht richtig in die Geschichte finden.
Außerdem blieben die Figuren sehr blass. Man bekommt zwar Informationen über ihr Leben, jedoch keine so richtig interessanten. Dies finde ich sehr schade, denn so konnte ich keinen Bezug zu ihnen aufbauen.

Ray, der Pilot, ist Alkoholiker und hat nicht nur mit Zombies, sondern auch mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. Er hat sein Leben nicht mehr im Griff und droht nun endgültig an allem zu zerbrechen.
Scott ist Holzfäller und freut sich sehr auf seinen bevorstehenden Urlaub und seine Familie. Doch zu Hause erwartet ihn alles andere als Ruhe. Er kommt - entgegen seinem starken Beruf - sehr sanftmütig daher.
Josh ist angehender Mediziner und hat dadurch schon einig Tote gesehen. Allerdings verlässt er sich zu sehr auf seine Eltern und fühlt sich nun mit allem etwas überfordert.

Diese drei Figuren könnten nicht unterschiedlicher sein und doch müssen sie sich zusammenraufen, um der Apokalypse ins Auge zu sehen.

Die Story plätschert so vor sich hin. Richtig Fahrt kommt erst auf, als sich die Zombies rasend schnell ausbreiten. Ab da kommt man nicht mehr so richtig zur Ruhe. Ein Ereignis jagt das andere. Aber erst zum Schluss konnte mich die Geschichte dann doch packen, so dass ich auch Lust verspürte, den zweiten Teil der Trilogie zu lesen.

Die Zombies gehen sehr aggressiv vor und es scheint auch "besondere" Zombies zu geben und so ergibt sich ein vollständiges Bild der Apokalypse. Trotzdem hat man das Gefühl, eine Mischung aus "The Walking Dead", "Z-Nation" und "Dawn of the Dead" zu lesen. Richtig wirkliche Neuerungen sind eben nicht dabei.

Fazit:
Einige Anlaufschwierigkeiten, die der Autor hoffentlich im zweiten Teil ausbügeln kann. Von mir gibt es 6 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2015
Printseiten: 183
Format: ebook
ISBN: 978-3-1507858868



Derek Landy - Skulduggery Pleasant: Rebellion der Restanten (5) von SINA

Loewe

Walküre Unruh und Skulduggery Pleasant sehen sich einem großen Problem gegenüber. Ein Restant konnte sich befreien und treibt nun sein Unwesen und versucht hier das Geheimnis von Darquise zu kommen. Walküre weiß, was passiert, wenn er es herausfindet und versucht, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Doch der Restant ist mächtig und hat auch mächtige Freunde. Als Walküre von ihm gefangen genommen wird, scheint die Lage aussichtslos.

Nach langer Zeit habe ich mich dieser Reihe endlich wieder gewidmet. Zu Anfang hatte ich die Angst, nicht wieder in die Geschichte hineinzukommen, da ja doch in den Vorbänden einiges passiert ist und auch viele Namen auftauchen. Doch der Autor hat es durch seine unvergleichliche Art, die Story zu erzählen, geschafft, dass ich gleich wieder drin war.

Und wieder ist es der Sarkasmus, der mir alles versüsst hat. Gerade Walküre und Skulduggery haben mit ihren Unterhaltungen so manches Mal ein Lachen in mein Gesicht gezaubert und dafür gesorgt, dass die Zeit wie im Flug vergeht.
Außerdem sind so manche Wendungen vorgekommen. Dies brachte so einigen Biss rein und am Ende konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie es denn nun weitergeht.

Es gilt, einige Geheimnisse zu lüften, doch müssen auch einige Personen aufpassen, dass ihre Geheimnisse nicht preisgegeben werden.
So ergibt sich ein Hin und Her, ein Hier und Dort und langsam, aber sicher schleicht sich das Böse in Irland ein.

Aber nicht nur das macht Walküre zu schaffen, denn da ist auch noch Caelan, ein Vampir und sehr interessiert an Walküre, nur die mag Fletcher und ist auch mit diesem zusammen. Und auch das geringste Problem von Walküre.



Der gewohnt sarkastisch-tolle Schreibstil des Autors zieht einem in den Bann und so liest man den 512 Seiten starken Band fast in einem Rutsch durch.

Aber es kommt auch etwas Traurigkeit auf, was damit zu tun hat, dass die Reihe sich nun langsam dem Ende zuneigt. Aber ich habe ja noch zwei Bücher und einen Sonderband über Tanith Low vor mir und kann deshalb noch etwas Zeit mit dem wandelnden Skelett und Walküre verbringen.

Am Ende de Buches wendet sich nochmals das Blatt dramatisch. Von liebgewonnenen Freunden muss man sich verabschieden, neue kommen dazu. Über andere muss man nachdenken.

Und man bekommt natürlich auch gleich Lust, den nächsten Teil zu lesen. Ich freue mich auf das nächste Abenteuer mit Skulduggery und Walküre.

Fazit:
Der Gentleman mit der Feuerhand und seine Totenbeschwörer-Freundin Walküre rocken Irland. Diesmal gibt es von mir 8 von 10 Punkten.

Verlag: Loewe
erschienen: 2011
Printseiten: 512
Format: ebook
ISBN: 978-3-7855-7130-9

s. a. Bibliografie Derek Landy


Montag, 22. August 2016

Tommy Krappweis - Ghostsitter: Vorsicht, Poltergeist (2) von SINA

Schneiderbuch

Tom hat sich ziemlich schnell daran gewöhnt, mit einem Vampir, einem Geist, einem Werwolf, einer Mumie und einem Zombie zusammenzuleben. Als sie sich auf dem Jahrmarkt in Grubweiler mit ihrer Geisterbahn "Schreckensfahrt" aufstellen wollen, haben sie eine seltsame Vorahnung, die sich auch kurz darauf bewahrheitet. Ein Poltergeist treibt sein Unwesen und es scheint, als müsste der Jahrmarkt abgebrochen werden. Doch dann merken Tom und seine Freunde, auf wen es der Poltergeist abgesehen hat und eilen zur Rettung.

Auch der zweite Teil der Ghostsitter-Reihe fängt rasant und vor allem interessant an. Und bietet auch gleich wieder Platz für allerlei Spekulationen. So rätselt man mit Tom mit, der von seinen Freunden nur bröckchenweise Informationen bekommt und als er die ganze Wahrheit erfährt, mit Feuer und Flamme dabei ist. 
Diesmal macht den Freunden ein Poltergeist zu schaffen und wieder bin ich erstaunt über Tom, der mit seinen 14 Jahren eigentlich viel zu jung für solche Abenteuer ist. Er ist aber trotzdem mit viel Elan dabei und schafft es auch mit seiner Cleverness und einer gehörigen Portion "Erwachsensein" so richtig mitzumischen und auch den Respekt der anderen zu verdienen.
Sei es von dem besserwisserischen Vampir Vlarad, dem niedlichen Geist namens Mimi, dem mürrischen Werwolf Welf, der würdevollen Mumie Hop-Tep oder dem starken Zombie Wombie. 

Sie raufen sich zusammen und sind ein besseres Team als gedacht.
Die Story ist spannend und witzig zugleich. Man merkt eben das komödiantische Talent des Autors, der schon mit "RTL Samstag Nacht" oder der Erfindung von "Bernd, das Brot" zu den ganz Großen im Comedy-Geschäft gehört. 
Deutlich kommt dies zum Ausdruck mit den verstecken Kleinigkeiten in der Geschichte sowie auch Toms Sarkasmus. Am besten gefällt mir der rosa Plüschhase namens Odor, der ein fester Bestandteil von Wombie ist. 

Ich liebe alle Figuren, die der Autor so schön gezeichnet hat und bin auch mehr als gespannt, was man von ihnen noch so erfahren wird. Insbesondere der Zombie namens Wombie hat es mir angetan. Trotz seiner äußerlichen Teilnahmslosigkeit scheint er ganz genau zu wissen, was in den anderen vorgeht. Und er geht für alle sprichwörtlich mit dem Kopf durch die Wand, um zu helfen. 
Aber auch alle anderen Figuren haben so ihre sympathischen Eigenarten. 


Auch die kleinen Zeichnungen am Anfang der Kapitel zeugen von der Liebe zum Detail und bieten eine tolle Ergänzung zum Rest der Geschichte. Da ich mit meinem Sohn den ersten Teil "Geister geerbt" nun nochmals zusammen lese und er davon schon nach kurzer Zeit begeistert war, gehe ich von aus, dass ihm auch der zweite Teil gefallen wird.

Einen Kritikpunkt habe ich: Das Buch war viel zu kurz. Ich hätte noch ein paar Seiten mehr lesen können und hätte mir persönlich noch einige Erklärungen mehr gewünscht, aber in Hinsicht dessen, dass es sich um ein Kinderbuch handelt, ist die Länge vollkommen ausreichend. 

Ich freue mich auf den dritten Teil, der im September 2016 unter dem Namen "Hilfe, Zombie-Party" erscheinen wird. 

Fazit:
Ein tolles Kinderbuch mit vielen tollen Szenen. Von mir gibt es dafür wieder die volle Punktzahl.

Verlag: Schneiderbuch
erschienen: 2016
Printseiten: 256
Format: ebook
ISBN: 978-3-505-13851-5

Tommy Krappweis - Ghostsitter: Geister geerbt (1) von SINA

Schneiderbuch
Tom erfährt überraschend, dass er von seinem Onkel Heinrich eine Menge Geld erben wird. Allerdings bekommt er dies nur, wenn er es schafft, mit der mitgeerbten Geisterbahn namens "Schreckensfahrt" durchs Land zu reisen und damit Geld zu verdienen. Toms Erstaunen wird jedoch noch größer, als er merkt, dass die Geisterbahn keine Plastikmonster beherbergt, sondern echte Geister, genauer gesagt einen Vampir, einen Geist, eine Mumie, einen Werwolf und einen Zombie. Nun müssen sich die fünf "Monster" und Tom zusammenraufen, denn es gibt jemanden, der die Geisterbahn unbedingt haben will - notfalls mit Hilfe göttlicher Heerscharen.

Nach "Mara und der Feuerbringer" war ich begeistert vom Schreibstil des Autors und habe mich nun mit seiner zweiten Kinderbuch-Reihe beschäftigt. 
Diesmal geht es um die monströsen Sagengestalten und den 14 Jahre alten Tom, der mit seinem überraschenden Erbe erst mal gar nichts anfangen kann. Er nimmt es als gegeben hin, erkundet langsam die Lage und erkennt nach und nach das große Ausmaß des Erbes. Tom ist geflasht, aber auch gleich bereit, sich allem zu stellen.
Dies hat mich etwas gestört, schließlich ist Tom erst 14 Jahre alt und kaum in der Lage, alleine Entscheidungen zu treffen, auch wenn er mit seinem Onkel Welf einen Vormund gestellt bekommt.
Auch wäre es für einen Jungen in diesem Alter wohl angemessen, dass er tausend Fragen haben müsse, aber er hatte sie nicht. Diese Akzeptanz des Außergewöhnlichen fand ich dann doch ungewöhnlich.

Erst nach und nach ergibt sich alles und damit wird auch Toms Abenteuerlust geweckt. Erst im letzten Drittel des Buches fängt Tom an zu hinterfragen und so bekommt er endlich meine ersehnten Antworten.

Tom war mir jedoch gleich sehr sympathisch, genau wie die fünf "Monster". Jedes auf seine Art hat ein einnehmendes Wesen. Mimi, der Geist, Vlarad, der Vampir, Welf, der Werwolf, Hop-Tep, die Mumie und Wombie, der Zombie. 

Ein aufregendes Abenteuer beginnt und Tom findet endlich richtige Freunde, nachdem er sich vorher eher in der virtuellen Welt, sprich vor dem Computer aufgehalten hat. 

Natürlich gibt es einen fiesen Gegenspieler und alle müssen zusammenarbeiten, um das Böse abzuwenden. 

Der Schreibstil des Autors ist an die Kinder angepasst, für die diese Geschichte bestimmt ist. Und so ist man ohne lange Erklärungen mitten in der Geschichte drin und erlebt eine spannende Achterbahn, äh... nein Geisterbahnfahrt. Ich habe nun angefangen, das Buch nochmals zusammen mit meinem 7jährigen Sohn zu lesen, der nach drei Kapiteln auch schon total begeistert ist. 

Ich hatte beim Lesen das Gefühl, als würde der Autor hier seine gesamte kindliche Fantasie ausüben. Herausgekommen ist dabei eine spannende, monströse und vor allem von Freundschaft geprägte Geschichte voller Geheimnisse. Hierzu gibt es auch ein spannendes Interview mit Tommy Krappweis.


Teil 2 "Vorsicht, Poltergeist" hab ich auch schon hier liegen und ich freue mich auf ein Wiederlesen mit Tom und seinen Geisterfreunden.

Fazit: 
Eine Schreckensfahrt ins Ungewisse. Für mich aber gewisse 10 von 10 Punkten.

Verlag: Schneiderbuch
erschienen: 2015
Printseiten: 256
Format: ebook
ISBN: 978-3-505-13757-0


Thomas Thiemeyer - Chroniken der Weltensucher: Die Frau aus den Wolken (eShort) von SINA

Loewe
Achtung, Spoiler! Falls man "Die Stadt der Regenfresser" - den ersten Teil der Chroniken der Weltensucher - noch nicht gelesen hat, bitte NICHT weiterlesen.

Als der Goldsucher Gustafsson in Bolivien einen herrenlosen Zeppelin erspäht, denkt er gleich ans große Gold. Wenn er das Fluggerät ausschlachten kann und die Sachen zu Geld macht, kann er sich seinen großen Traum erfüllen: die Suche nach dem sagenumwobenen El Dorado. Doch im Inneren des Zeppelin erwartet ihn eine große Überraschung in Form einer rothaarigen Frau. Valkrys Stone ist gar nicht tot, wie die Bewohner von Xi'mal und auch Humboldt gedacht haben.

Kurze Geschichten bekommen kurze Rezensionen (sonst verrät man zu viel). 

Dieser eShort beschreibt auf wenigen Seiten, wie Valkrys Stone ums Überleben kämpft, nachdem sie nach dem Angriff der Königin des Insektenvolkes der Ukhu Pacha schwer verletzt und für tot gehalten wurde.
Valkrys war mir ja am Anfang der "Chroniken der Weltensucher" und hier dem Band "Die Stadt der Regenfresser" erst sehr unsympathisch, was sich jedoch gegen Ende gelegt hat. Dass sie überlebt hat, hat mich dann doch sehr gefreut. Und dass sie ihr Leben nun vielleicht ändern will. Wie sie jedoch zu der Erkenntnis kommt, muss in dem eShort nachgelesen werden. 

Dieser interessante Aussicht auf Valkrys Zukunft lässt auch ein bisschen Hoffnung aufkommen, dass vielleicht doch noch die "Chroniken der Weltensucher" weitergeführt werden, obwohl mit "Das Gesetz des Chronos" eigentlich ein Abschluss geschaffen wurde. Aber man weiß ja nie.

Fazit:
Toller eShort und tolle Ergänzung zur eigentlichen Reihe. Volle Punktzahl dafür.

Verlag: Loewe
erschienen: 2013
Printseiten: 30
Format: ebook
ISBN: 978-3-7320-0044-9

s. a. Bibliografie Thomas Thiemeyer

Thomas Thiemeyer - Chroniken der Weltensucher: Das Gesetz des Chronos (5) von SINA

Loewe

Ein Attentat auf den beliebten Kaiser und seine Frau überschattet Berlin. Der Tod des Monarchen stürzt die Stadt in eine Krise. Zur gleichen Zeit sorgt ein Zeitungsartikel für Aufregung, der besagt, dass Humboldt es geschafft habe, eine Zeitmaschine zu bauen. Kann sie dazu benutzt werden, das Kaiserpaar zu retten? Humboldt weigert sich, da ein Eingriff in die Vergangenheit zu einer Katastrophe führen könnte. Doch dann wirft Humboldt unfreiwillig einen Blick in die Zukunft und überdenkt plötzlich alles, was er je über die Zeit gelernt hat.

Der letzte Teil der Chroniken der Weltensucher hat mich sehr traurig gestimmt. Zum ersten, weil es eben der letzte Teil der Reihe ist und meine Abenteuer mit Carl Friedrich von Humboldt, Oskar, Charlotte, Eliza und Wilma nun zu Ende sind. Zum zweiten, weil das Buch ab dem letzten Drittel auch sehr traurig und melancholisch ist. Gerade so, als falle es dem Autoren auch sehr schwer, seine Protagonisten endgültig gehen zu lassen.

Mich persönlich hat es sehr gefreut, dass Eliza einen größeren Part in dieser Geschichte gespielt hat. Auch wenn ich mir hier anderes für sie vorgestellt habe. Erst konnte ich mich mit den Gedanken des Autors nicht so anfreunden, doch nach Beendigung des Buches konnte ich einen Blick auf das Gesamtbild werfen und war dann mehr als zufrieden mit der Story. Doch lässt der Autor sich trotz allem viele Hintertürchen offen, um die Reihe vielleicht irgendwann weiterzuführen zu können. Und so besteht ein kleines bisschen Hoffnung.

Im Mittelpunkt steht natürlich das Thema Zeit. Wieder lernt man nebenbei so einiges. Diesmal über Physik. Eigentlich ja ein trockenes Thema, das aber wieder spannend verpackt wurde. Aber auch andere Themen wie z. B. die Freimaurerloge werden angeschnitten und interessant in die Story eingebunden. So verbindet der Autor wieder geschickt die Fiktion mit historischen Begebenheiten.

Dass sich diesmal alles im heimischen Berlin abspielt, hat mich nicht gestört. Zwischendrin gibt es ja einige "Ausflüge" in andere "Gebiete".
Oskar und Charlotte spielten diesmal jedoch eher eine Nebenrolle, auch wenn alles mehr oder weniger aus deren Sicht geschildert wird. Dabei kam es mir allerdings so vor, als würden die beiden eher als Erzähler oder Chronisten fungieren, eben als Außenstehende. Nur bei wenigen Szenen haben sie aktiv ins Geschehen eingegriffen. Der Hauptaugenmerk lag diesmal auf Carl Friedrich von Humboldt.
Er war es auch, der mir in den ersten vier Romanen nicht so ans Herz gewachsen war. Dies lag an seiner eher distanzierten und geheimnistuerischen Art. Doch hier - im letzten Teil - hat auch er es geschafft, mich von sich zu überzeugen. Eben weil er nur ein Mensch ist und Gefühle hat - und diese auch endlich mal zeigen kann.

Gerade sein Umgang mit Oskar hat sich gewandelt. So war er in den ersten Teilen noch distanziert seinem Sohn gegenüber. Im letzten Teil allerdings bindet er ihn merklich mehr in alles ein und sucht auch seinen Rat. 

Ich finde, dass sich das letzte Buch der Reihe deutlich von seinen Vorgängern unterscheidet, weil das Abenteuerfeeling irgendwie fehlt. Und doch ist es ein guter Abschluss der Serie, weil es einen Krimitouch hat, eben die Aufklärung des Mordes an dem Kaiserpaar.

So muss auch ich mich von dem ungewöhnlichen Team verabschieden, dass sich immer mehr zusammenraufen musste. Dadurch entstanden jedoch stark Freundschaften und Bindungen. Diesen Weg zu verfolgen fand ich persönlich sehr interessant.

Fazit:
Anders, spannend und emotional. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Loewe
erschienen: 2013
Printseiten:448
Format: ebook
ISBN: 978-3-7320-0054-8

s. a. Bibliografie Thomas Thiemeyer