Donnerstag, 14. September 2017

Walter Moers - Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr von SINA

Knaus

Prinzessin Dylia leidet unter einer seltenen Krankheit. Sie kann manchmal tagelang nicht schlafen. Viele Ärzte haben versucht, ihr zu helfen, doch vergebens. Die Schlaflosigkeit führt dazu, dass Dylia sich - aufgrund eben genügend Zeit - nächtelang Gedanken über alles mögliche macht. Farben, Formen, Gefühle - nichts bleibt ungedacht. Ihr Gehirn ist ihr bester Freund, vor allem, wenn sie nachts durch das Schloss wandelt.
Und so ist sie erst gar nicht überrascht, als plötzlich Harvarius Opal, ein Nachtmahr, vor ihr auftaucht und verkündet, dass er nun ab sofort bei ihr bleibt, um sie in den Wahnsinn zu treiben. Erst hält Dylia ihn für ein Hirngespinst und macht sich freudig mit ihm auf dem Weg nach Amygdala. Doch bald merkt sie, dass diese Reise in das Innerste ihres Gehirns gar nicht so freudig ist, wie gedacht.

© Sina Frambach

Lange mussten wir auf ein neues Buch von Walter Moers warten. Und so wie ich die Stimmen zu seinem aktuellen Roman mittlerweile deute, sind viele nicht so begeistert von seinem neuesten Werk.
Ich muss zugeben, dass auch ich nach dem Lesen sehr zwiegespalten war und es mir auch jetzt sehr schwer fällt, diese Rezension zu schreiben, da ich meine Gefühle zu dem Buch nicht so recht zum Ausdruck bringen kann.

Am Anfang war ich sogar wirklich versucht, das Buch zur Seite zu legen und ihm zu späterer Zeit nochmals eine Chance zu geben. Doch irgendetwas in mir weigerte sich, dies zu tun und so hielt ich durch.

© Sina Frambach

Zuerst möchte ich die Aufmachung des Buches ansprechen. Das Cover allein ist wunderschön anzusehen. Zu sehen ist der Nachtmahr Harvarius Opal in seinen schönsten Alptraumfarben. Wenn man sich das Buch von innen ansieht, dann finden sich dort wunderschöne Illustrationen der Zeichnerin Lydia Rode, die mit den Zamonien-Romanen und Walter Moers besonderes verbindet, was sich im Nachwort nachlesen lässt. Ich möchte dem nicht vorgreifen, aber es erklärt einiges über den etwas anderen Stil, der in der Geschichte eingeschlagen wird.

Wir gehen nämlich diesmal nicht auf Reise durch Zamonien, sondern durch das Gehirn von Prinzessin Dylia. Und dort treffen wir - auch aufgrund der seltenen Krankheit, die Dylia im Griff hat - auf allerlei Kurioses. Seien es Zwielichtzwerge, Irrschatten, Hirnschnecken und Grillos. Ständig gibt es Neues zu entdecken. Und ständig locken neue Gefahren Dylia und ihren alptraumfarbenen Gefährten tiefer in das Gehirn. 

© Sina Frambach

Die bunte Aufmachung - die Zeichnungen und manche Wörter sind in Pastellfarben gehalten - mutet etwas ungewohnt an. Doch auch hier gibt das Nachwort wieder Aufschluss. 

Dylia ist eine sehr gewöhnungsbedürftige junge Frau. Sie ist neugierig, vorlaut und sagt, was sie denkt. Zu Anfang war sie mir noch sehr sympathisch, da sie ja auch aufgrund der Krankheit ein großes Handicap zu tragen hat. Doch je näher ich sie kennenlernte, umso mehr musste ich meine Meinung über sie revidieren. 
Ihre teilweise wirren Gedanken haben mich manchmal in den Wahnsinn getrieben, doch bin ich nach Beendigung des Buches nicht mehr so sicher, ob diese Gedanken ihre eigenen waren oder ihr so von Havarius Opal eingepflanzt wurden.

Da die Geschichte jedoch einen ernsten Hintergrund hat, seht man am Ende die Geschichte dann doch mit etwas anderen Augen und überdenkt manche Situation nochmals neu.
Dies war bei mir auch so und so schlug die anfängliche Enttäuschung in Interesse um. 

© Sina Frambach

Eine Reise durch ein Gehirn stelle ich mir sehr schwer vor. Die Recherche, die nötige Kenntnis des Weges und vor allem alles so hinzubiegen, dass es auch noch eine Geschichte ergibt. Ein komplexes Organ ergibt dann auch eine komplexe Geschichte. 

Walter Moers ist ein wahrer Wortspieler. Er jongliert so geschickt mit den einzelnen Buchstaben, dass sie daraus so manch wunderbarer Satz ergibt und letztendlich eine interessante Geschichte. Durch die Wortspielereien ergeben sich neue Kreationen und so werden aus Kopfschmerzen eben mal Schmopfkerzen und schon wird dem Wort der "böse" Kern genommen. Gerade dies zeigt aber auch, dass sich der Autor sehr, sehr viele Gedanken gemacht hat und auch mit viel Liebe zum Detail ans Werk ging.

© Sina Frambach

Abschließend kann ich sagen, dass ich nicht ganz unzufrieden aus der Geschichte heraus ging. Zwar war es anders, als gedacht und auch weniger als erwartet, aber gerade durch die "Andersartigkeit" dann doch wieder gut.

Fazit:
Ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Von mir gibt es 7 von 10 Punkten

Verlag: Knaus
erschienen: 2017
Format: Hardcover
Printseiten: 344
ISBN: 978-3-8135-0785-0

© Sina Frambach



Stephanie Kempin - Alice. Follow the White von SINA

Papierverzierer

Während Bettys Beerdigung schießt Zoey auf deren Sarg und verschwindet sofort. Alice und Chloe, Bettys beste Freundinnen, sind erschüttert und gehen dem ganzen nach. Bei einem nächtlichen Ausflug stoßen sie jedoch nicht nur auf Zoey, sondern auch auf Betty, die gerade genüsslich Zoeys Gehirn verspeist. Und so haben Alice und Chloe Gewissheit: Betty ist eine Untote. Aber sie verhält sich nicht so. Der Hunger auf Hirn ist zwar da, doch kann sie ihn zügeln. Und isst lieber Kekse. 
Als plötzlich ein weißes Kaninchen auftaucht und Alice auffordert, ihm zu folgen, da sie einen Schlüssel besitzt, um die Seuche aufzuhalten, müssen die drei Freundinnen zusammenarbeiten und sich gegen alle Gefahren wappnen. 


© Sina Frambach


Was sich wie ein Mischung aus "Alice im Wunderland" und "The Walking Dead" anhört, ist ein wahres Abenteuer und ein rasanter Roadtrip ins Land des Skurrilen. 
Die Autorin zieht sämtliche Register und vermixt die modernen Zombies mit purer Fantasie. Und dabei kommt eine sehr außergewöhnliche Story raus, die einfach nur Spaß macht.

Alice, Chloe und Betty sind beste Freundinnen. Nach Bettys Tod scheint alles trostlos. Bis Alice und Chloe herausfinden, dass Betty eigentlich noch lebt. Na ja, lebt ist zu viel gesagt. Sie atmet nicht, sie schläft nicht und hat Hunger auf Hirn. Aber sonst ist sie eigentlich noch die Alte. 
Als ein weißes Kaninchen namens Ethan Bond im Auftrag seiner Majestät, der Königin des Spiegel-Landes, auftaucht und Alice auffordert, mitzukommen, da sie den Schlüssel zur Rettung der Menschen und der Bewohner des Spiegel-Landes in Händen hält, beginnt für die drei Freundinnen ein Abenteuer, dass ihren ganzen Mut abverlangt. Und so manchmal zweifeln alle an ihrem Verstand, denn im Spiegel-Land lauern nicht nur die Untoten, sondern noch andere komische Gestalten.

© Sina Frambach

Im Buch begegnet man einigen bekannten Figuren. Allen voran Alice und dem weißen Kaninchen, welche uns ja aus "Alice im Wunderland" bekannt sind. Doch auch andere Märchen werden einbezogen wie z. B. Cinderella oder Rotkäppchen.

Ich hatte zu Anfang etwas Mühe, in die Geschichte zu kommen, da erst nach und nach aufgedeckt wird, in welcher Welt Alice und ihre Freundinnen leben. Vor allem die besonderen Fähigkeiten jedes einzelnen kommen erst nach und nach ans Licht. Aber gerade weil die Story so durchgeknallt und rasant ist, hat es mir unheimlich viel Spaß gemacht, zusammen mit Alice, Chloe und Betty sowie dem weißen Kaninchen Ethan Bond und dem charmanten Meisterdieb Garreth durch das Spiegel-Land zu ziehen, um das Heilmittel zu finden. 

© Sina Frambach

Natürlich gibt es auch einen Gegenspieler in Gestalt der Königin des Dämmer-Landes, die vergleichbar ist mit der Herzkönigin aus "Alice im Wunderland".
Und wenn die Autorin sich auch an den vielen Figuren bedient hat, hat sie doch eigene Charaktere geschaffen.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und macht einfach nur Spaß. Humorvolle Stellen wechseln sich mit ernsten ab. Und doch hat man nicht das Gefühl, dass man sich in einem Endzeit-Szenario befindet, weil die "märchenhaften" Elemente doch überwiegen. 

Abwechselnd lässt die Autorin uns aus Alice und Bettys Sicht an den Geschehnissen teilhaben, wobei Betty so eine Art Tagebuch führt und dabei natürlich auch noch Einblick ins "Untot"-Sein gibt. Alice Sicht wird aus dritter Form erzählt, trotzdem bekommt man auch mit, was Alice fühlt und denkt.
Alle Figuren erhalten so eine Tiefe, obwohl man gerade bei Chloe ein bisschen das Gefühl der Distanz bekommt, da sie irgendwie so nebenbei mitläuft. 
Ihre Aufgabe ist es, gut aussehen und auf die Manieren der anderen zu achten. Ihre Fähigkeit hilft war den Freunden auch weiter, aber trotzdem finde ich, dass sie eigentlich keine so große Rolle gebraucht hätte, wie ihr zugedacht ist.

© Sina Frambach

Da die Charaktere kaum zur Ruhe kommen, was wohl an der Bedrohung der Zombies und ich der Dämmer-Königin liegt, hatte ich trotzdem nicht das Gefühl, durch die Geschichte zu fliegen. Es blieb immer ein bisschen Zeit, alles zu erklären oder klären zu lassen. Da ich aber das Buch kaum aus der Hand legen konnte, war ich doch schnell durch. Aber eben mit richtig guter Unterhaltung.

Das Ende kommt ein bisschen plötzlich und ist auch sehr offen, so dass mit einem zweiten Teil gerechnet werden kann, den ich auf alle Fälle lesen werde.

Fazit:
Ein Roadtrip der märchenhaft-untoten Art. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Papierverzierer
erschienen: 2017
Format: ebook
Printseiten: 328
ISBN: 9783959620512


J. S. Frank - Smash99: Blutrausch (Folge 1) von SINA

beBeyond (Bastei Lübbe)

Deutschland befindet sich im Ausnahmezustand. Auch wenn die Bedrohung durch sog. Smasher mittlerweile zum Alltag gehört, sind doch die Nerven zum Reißen gespannt. Durch ein Toxin, welches unbemerkt an Personen abgegeben wird, verwandelt man sich in eine rasende Bestie, stürzt sich auf die nächstmöglichen Opfer und zerfetzt diese, um anschließend selbst zu sterben. 
Das Militär hat die Oberhand und den Befehl, auf jeden zu schießen, der sich in dieser Hinsicht auffällig benimmt. 
Hardy Stalmann bekommt hautnah mit, was es heißt, von einem Smasher bedroht zu werden. Als er auf die Bahn wartet, greift ein Infizierter eine Frau neben ihm an und bringt diese bestialisch um. Dies rüttelt ihn auf und er sucht einen Weg, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Anfangen möchte er an seiner Schule. Der dortige Drogenhandel floriert wie seit Jahren nicht mehr und als Drogentote auf den Toiletten gefunden werden, versucht Hardy, dies einzudämmen. Nur blöd, dass Hardy auch abhängig ist und der Dealer der Schule dies auch genau weiß.

"Blutrausch" ist der Auftakt zu einer Reihe, die im Serienformat präsentiert wird. Jede Folge ist aus Sicht einer anderen Person geschrieben und so ergibt sich nach und nach das große Puzzle. Bis jetzt sind fünf Folgen erschienen.

Wir befinden uns in Deutschland, schon ein ungewöhnliches Setting für einen "Zombie"-Angriff. Obwohl es sich bei Smashern nicht um die uns bekannten Zombies handelt. Denn wenn ein Smasher angreift, stirbt er auch kurze Zeit selbst an den Folgen des Toxins, dass in seinem Körper wütet. 
Im ersten Teil lernen wir Hardy Stalmann kennen, einen Lehrer, der durch seine etwas depressive Art eh schon vielen ein Dorn im Auge ist. Als er aus unmittelbarer Nähe den Angriff eines Smashers mitansehen muss, rüttelt ihn dies dann doch etwas wach. 
Und so begeben wir uns mit ihm auf einen ungewöhnlichen Weg. Denn Stalmann ist tablettenabhängig. Nach einem Verkehrsunfall hat er sich sehr an Morphium gewöhnt und braucht dies auch heute noch. 
Trotz seiner Abhängigkeit möchte er den Drogen an seiner Schule den Kampf ansagen, ohne zu wissen, auf was genau er sich da überhaupt einlässt.

Gleichzeitig ist dann da noch die Bedrohung durch die Smasher. Keiner weiß, wie das Toxin an die wehrlosen Opfer verteilt wird. Evtl. durch Spritzen oder Nahrungsmittel. Aber die ständige Angst, als nächstes dran zu sein, sitzt jedem im Nacken. 

In kurzer Zeit bekommt man viele Informationen geliefert, die nicht nur die aktuelle Lage in Deutschland beschreiben, sondern auch wie es überhaupt dazu gekommen ist. Aber auch die Geschichte Stalmanns muss erzählt werden. Indessen muss die Handlung vorangetrieben und Spannung aufgebaut werden.
Dies ist dem Autor in meinen Augen leider nur teilweise gelungen, da sich die erste Hälfte der knapp 120 Seiten wie eine Art Sachbuch liest, in welchem die politische, militärische und soziale Lage erklärt wird. Der trockene Ton, der dabei angeschlagen wird, gab mir eigentlich den Grund, abzubrechen, doch aufgrund der Kürze der Geschichte wollte ich nicht aufgeben, da mir die Grundidee an sich doch sehr gefallen hat. 

beBeyond

Leider konnte ich aber auch zu den Protagonisten keinen Bezug aufbauen. Hardy Stalmann war mir von Anfang an nicht sympathisch. Seine fast schon passiv-depressive Art konnte mich nicht einnehmen. Auch wenn er eine bewegte Vergangenheit hat, konnte mich sein Handeln nicht überzeugen. Ebenso die Schülerin Lena, die zu Stalmann ein besonderes Verhältnis hat, war mir unsympathisch. Ihr aggressives Verhalten und die rotzfrechen Antworten hätte ich mir als Lehrer nicht gefallen lassen. 
Auch die weiteren Charaktere - wenn sie denn eine größere Rolle spielten - konnten mich nicht packen, was der Geschichte leider weitere Minuspunkte einfährt.

Da ich irgendwie ahnte, wie es ausging, war ich am Ende auch nicht überrascht. So konnte sich für mich auch keine weitere Spannung aufbauen und die Lust an der Fortführung der Reihe wurde nicht geweckt. 

Dabei lag es noch nicht mal am Schreibstil, der mir sogar sehr gut gefallen hat. Und auch die Idee an sich war reizvoll. Nur die Umsetzung war in meinen Augen nicht gelungen.

Fazit:
Leider kein gelungener Auftakt zu der Reihe "Smash99". Von mir gibt es dafür nur 4 von 10 Punkten.

Verlag: beBeyond (by Bastei Lübbe)
erschienen: 2016
Format: ebook
Printseiten: 120
ISBN: 978-3-7325-2555-3

Freitag, 8. September 2017

Audrey Carlan - Trinity: Brennendes Verlangen von SONJA


Quelle: Ullstein


INHALT:
Kathleen Bennett wurde von Gillians Stalker lebensgefährlich verwundet. Sie ist aufgrund von Brandmalen entstellt und kann mit ihrer verbrannten Hand nicht mehr nähen. Sie fühlt sich als Mangelware und trennt sich von ihrem Freund, zieht sich zurück und leidet. Doch Carson versucht immer wieder zu ihr zurückzugelangen....

FAZIT:
Der fünfte und letzte Band der Trinity Reihe ist endlich da! Wer die vorherigen Bände noch nicht gelesen hat, hat eindeutig Nachholbedarf, denn ohne diese kann man die Frauen und das bisher Überstandene aus der Trinity Reihe nicht verstehen.

Kathleen leidet unter posttraumatischen Belastungsstörungen. Sie fühlt sich aufgrund ihrer Verbrennungen nicht mehr wohl in ihrer Haut. Auch kann sie sich nicht auf ihre verletzte Hand verlassen.

Ihr Kummer ist mehr als nachvollziehbar und als ihre "Seelenschwestern" nach und nach ein glückliches Leben mit ihren Partnern erschaffen, ist sie eigentlich noch immer in Carson verliebt.

Auch der leidet und versucht sich mit Frauen, Alkohol und Arbeit abzulenken. Als Kathleen sich endlich wieder ins Leben zurückkämpft und auf seine Annäherungsversuche reagiert, steht jedoch ein One Night Stand namens Misty samt Kleinkind vor der Tür. Wie kann man dies bloß vereinbaren? Und der One Night Stand kämpft mit aggressiven Mitteln um mehr. Soviel mehr, dass auch in diesem Band wieder jemand um sein Leben fürchten muss und man das Buch nicht aus der Hand legen kann.

Das Wiedersehen der Seelenschwestern und deren Entwicklung (3 Jahre sind seit dem Brand vergangen), in der Kombination mit der erotischen Liebesgeschichte von Kathleen und Carson und der massiven Bedrohung durch Misty bietet einen wundervollen und spannenden Abschlussband. Volle Punktzahl.



Verlag: Ullstein
erschienen: 2017
Seiten: 320
ISBN: 978-3548289380
© Sonja Kochmann


Nacho Figueras - Die Wellington-Saga: Verlangen von SONJA


Quelle: Blanvalet


INHALT:
Antonia Black ist die uneheliche Tochter des berühmt berüchtigten Carlos Del Campo. Obwohl sie erst mit der Testamentseröffnung die Möglichkeit hatte, ihre Brüder kennen zu lernen, hat sie sich im Gefolge der Polospieler eingelebt. Sie liebt ihre Arbeit als Hufschmiedin und eigentlich auch Enzo. Doch Antonias Vergangenheit bedroht ihr gewonnenes Glück.

FAZIT:
Auf Antonia habe ich mich bereits gefreut. Denn nach den Bänden "Versuchung" und "Verführung" fehlte schließlich noch ein Del Campo um die Reihe abzuschliessen. Ich empfehle daher, auch die Vorbände zu lesen, um die Entwicklung innerhalb der Familie Del Campo nachvollziehen zu können.

Antonias Vergangenheit kommt nach und nach ans Licht und ich empfand sie manchmal als sehr komplex, um sie einfach so nebenbei im Gespräch zu enthüllen. Ich hatte mir da vielleicht etwas mehr gewünscht. (Vielleicht in einer Art Prolog.) Doch Antonia schafft es, sich nach einigen Irritationen zu besinnen. 

Sie wünscht sich Anerkennung innerhalb der Familie, denn sie ist es leid, als uneheliche Tochter nur als Anhängsel behandelt zu werden. Ihre Brüder Alejandro und Sebastian haben sie inzwischen akzeptiert. Doch die Matriarchin Pilar ist ein harter Brocken und macht es Antonia schwer.

Doch als sich die Ereignisse für Antonia überschlagen, hilft sie unerwartet. Vielleicht sind manche Dinge doch anders als sie erscheinen. Neben Liebe und Erotik, gibt es diesmal sogar etwas Dramatik. Ich vergebe 9 von 10 Punkten und werde die Familie Del Campo vermissen!

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2017
Seiten: 320
ISBN: 978-3734103742

© Sonja Kochmann


Sarina Bowen - True North: Schon immer nur wir von SONJA


Quelle: Lyx


INHALT:
Jude hat die Erntearbeiten auf der Apfelfarm von Griffin Shipley abgeschlossen und kehrt in seinen Heimatort in Vermont zurück. Seine Vergangenheit, Drogensucht und ein Unfall mit Todesfolge, lasten schwer auf ihm. Wird er seine Jugenliebe Sophie wieder treffen und kann er ihr in die Augen sehen?

FAZIT:
Nach dem ersten Band "Wo auch immer du bist" geht es wieder nach Vermont. Wer den ersten Band nicht kennt, wird sich mit dem zweiten Band aufgrund der Erläuterungen zurecht finden, doch ich empfehle hier die Reihenfolge einzuhalten, da Jude bereits im ersten Band vorkommt und die Herzlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Shipleys auch in diesem Band eine feste Größe sind.

Das Buch hat ernste Töne, den Jude kämpft gegen eine Sucht an. Dies wird dadurch verdeutlicht, dass über jedem Kapitel, das von ihm handelt, der Grad des Verlangens angezeigt wird. Der Leser erfährt dadurch im Auf und Ab der Handlung sofort, wie es dem armen Jude geht. Er war mir auch sofort sympatisch. Denn er hat ein gutes Herz und versucht seine Fehler wieder gut zu machen. Die Verführung zum Drogenmissbrauch und die Sucht werden sehr bildlich dargestellt und ich fand es doch erstaunlich, wie gut sich dies in die Handlung einfügte. 

Sophie wurde durch den Unfall ebenfalls geprägt und der Leser erfährt nach und nach die Zusammenhänge und die veränderten Zukunftswünsche von damals und heute. Sophie besitzt keine innere Göttin, aber einen inneren DJ, der ihre Stimmung durch Songs charakterisiert. Diese stehen über jedem Kapitel, das von ihr handelt. Ein schöner Kontrast zu Jude.

Besonders sympathisch in einer kleinen Nebenrolle war mir der Pater Peters mit seiner Vorliebe für Apfelkuchen. Denn er hilft hier und da und gehört neben den Shipleys zu den wenigen Menschen, die Jude und Sophie nicht mit Vorurteilen oder massiven Ratschlägen kommen. 

Einige der Bewohner Vermonts wollen jedoch die Vergangenheit nicht ruhen lassen und wollen Sophie und Jude keine Chance geben. Können die beiden Menschen wieder zueinander finden? Aufgrund von dramatischen Entwicklungen konnte ich das Buch gar nicht aus der Hand legen. Es wurde immer spannender, obwohl es etwas weniger Erotik als der Vorband enthielt, vergebe ich volle Punktzahl!


Verlag: Lyx
erschienen: 2017
Seiten: 416
ISBN: 978-3736306004


© Sonja Kochmann


Susan Mallery - Der Sommer der Inselschwestern von SONJA


Quelle: HarperCollins


INHALT:
Auf Blackberry Island stehen drei Häuser. Zwei sind bewohnt. Doch die Nachbarinnen stehen nicht wirklich im Kontakt zueinander. Dies alles ändert sich, als die Kinderärztin Andi nach einer geplatzten Hochzeit, das Haus in der Mitte kauft und saniert. Bestehender Kummer und unerwartete Hilfe führen zu einer wahren Freundschaft zwischen den drei Frauen Deanna, Boston und Andi.

FAZIT:
Susan Mallery ist eine feste Größe im Liebesromanbereich. Häufig sind ihre Geschichten jedoch sehr lustig und haben einen echten Mädchentouch. Manchmal war mir das vom Erzählstil zuviel Freude und Glück auf einmal.

Doch dieses Buch spielt genau wie "Wie zwei Inseln im Meer" auf Blackberry Island. Nein, man muss den anderen Band nicht gelesen haben, da es sich um völlig neue Protagonisten handelt. Doch diese Bücher sind ernster. Die Themen reifer und nicht aus einer rosaroten Welt, in der lediglich ein Partner gesucht wird. 

Das Buch handelt von drei Häusern, den sogenannten drei Schwestern. In jedem Haus wohnt jemand und unter jedem Dach gibt es ein "Ach". Der Spruch musste an dieser Stelle sein, denn äußerlich geben viele eine heile Welt vor, die sie zwar gern anstreben, die sich aber aufgrund von Schicksalsschlägen, Alltag etc. gar nicht umsetzen lassen.

So gibt es die Künstlerin Boston, die mit ihrem Mann eine Ehekrise durchmacht, da sie erst kürzlich ein Baby verloren haben. Dann wäre da noch die perfekte Hausfrau und Mutter von einer Schar von Kindern Deanna, die äußerst strenge Regeln aufstellt und sich damit in der eigenen Familie unbeliebt macht und die junge Kinderärztin Andi, die nach einer geplatzten Hochzeit spontan eine neue Heimat sucht und den Bauunternehmer und zufälligerweise Witwer Wade, der ihr Haus saniert, sehr anziehend findet.

Sie alle haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam, doch das Schicksal schweißt die drei auf glaubwürdige Art und Weise zusammen. 

Die literarische Umsetzung hat mich ein wenig an den Schreibstil von Debbie Macomber erinnert, die ich inzwischen als meine Lieblingsautorin bezeichne. Daher vergebe ich volle Punktzahl mit Sternchen für dieses mitreißende Buch mit dem wunderschönen Cover.

Verlag: HarperCollins
erschienen: 2017
Seiten: 368
ISBN: 978-3959670876

© Sonja Kochmann
Himmlische Schwestern von Räder mit dem Buch "Der Sommer der Inselschwestern"

Donnerstag, 31. August 2017

Rainbow Rowell - Fangirl von SINA

Hanser Verlag

Cath steht ein neuer Lebensabschnitt bevor. Sie besucht nun das College. Doch so, wie sie es sich erhofft hat, kommt es nicht. Ihre Zwillingsschwester Wren will lieber mit einer anderen im Studentenwohnheim wohnen und Cath Mitbewohnerin ist eine mürrische junge Frau, die es vorzieht, sich eher außerhalb des Zimmers aufzuhalten. Cath flüchtet sich in die Traumwelt und tut, was sie am besten kann: Fanfiction schreiben. Ihr Thema: Simon Snow. Ein Buchcharakter entworfen von der Autorin Gemma T. Leslie. Cath Geschichten werden von Tausenden von Fans gelesen. Und so merkt Cath nicht, dass um sie herum das wahre Leben stattfindet. Dies in Form von Levi und Nick, zwei Jungs, die sich langsam aber sicher in Cath Leben schleichen.
Doch bald merkt Cath, dass das reale Leben endlich von ihr wahrgenommen werden muss. Und dann trifft sie es mit aller Härte.

Welch wunderschöne, tief gehende und zarte Geschichte, die sich einem hier langsam aber sich entfaltet. Je mehr man liest, umso tiefer wird man in Cath Leben gezogen. Ich konnte mich so gut in Cath hineinversetzen, da ich mich absolut mit ihr identifizieren konnte. Dies geschieht mir nicht sehr oft bei Buchcharakteren. 

Die Autorin hat einen sehr flüssigen und einfühlsamen Schreibstil. Dies führt dazu, dass man sich regelrecht in der Geschichte verliert. 
Cath ist ein so zarter Charakter, der es nicht leicht hat. Ihre Zwillingsschwester ist diejenige, die das Selbstvertrauen abbekommen hat. Früh verlassen von der Mutter, mussten beide schon früh erwachsen werden. Ihr Vater hat beide allein aufgezogen. Seine Sache hat er eigentlich gut gemacht, doch hat er auch selbst Probleme, die erst nach und nach in der Geschichte dargelegt werden.

Während Cath sich immer mehr zurückzieht und ihre Leidenschaft in ihren geschriebenen Geschichten auslebt, versucht ihr Zwillingsschwester sich mehr in Partys auszuleben. Dabei stößt sie jedoch auch an ihre Grenzen und so ist es Cath, die sich nun nicht nur um ihren Vater, sondern auch um ihre Schwester Sorgen machen muss.

Und dann sind da noch Levi, der Freund ihrer Mitbewohnerin und Nick, mit dem sie zusammen an einer Geschichte für den Kurs Kreatives Schreiben arbeitet. Beide schwirren Cath im Kopf herum, doch weiß sie auch, dass sie sich beiden nicht offenbaren kann. Dafür ist sie viel zu schüchtern.

Im Laufe der Geschichte entwickelt sich Cath weiter. Sie macht so einiges durch und muss auch einiges einstecken.
Ihre Fanfiction-Geschichten halten sie jedoch aufrecht. 
Und das ist das Schöne an der Geschichten. Zwischen den Kapiteln gibt es immer wieder Ausschnitte aus "Büchern" von der Autorin "Gemma T. Leslie". Einer fiktiven Geschichte von einer fiktiven Autorin. Dies ist eine so schöne Idee, da man sich hier so sehr hineinversetzen kann. Wenn man Harry Potter-Fan ist, kann man Cath natürlich verstehen. Ihre Liebe zu der Buchfigur "Simon Snow" und die Bewunderung der Autorin "Gemma T. Leslie". Es sind so viele Parallele zu ziehen und so ergibt sich eben diese wunderschöne Geschichte.

Man verfolgt somit zwei Stränge, einmal die Ausschnitte aus "Simon Snow" und einmal die Geschichte um das Erwachsenwerden von Cath. Mit allem was dazu gehört. Zukunftsängste, die erste Liebe, Streitereien, Misserfolge, Erfolge und vor allem Zusammenhalt, Freundschaft und Familienverbundenheit.

Cath ist eine Person, die man den ganzen Tag im Arm halten will. Man will ihr helfen, sich endlich frei zu entfalten, endlich zu leben und endlich auch mal über die Strenge zu schlagen und doch weiß man, dass sie genau den Weg gehen muss, denn sie einschlagen will, um sich endlich das zu erfüllen, was sie sich schon so sehnlichst wünscht.

Die Story ist voller Emotionen und ich musste mir mehr als einmal die Tränen aus den Augen wischen, weil ich so sehr mit Cath mitfühlen könnte. Sie geht ihren Weg, sieht steht ihre Frau, auch wenn sie es auf ihre ganz eigene Art macht.

Fazit:
Wer ein "Fangirl" ist, sollte dies auch zeigen. Denn dadurch wird man noch liebenswerter. Von mir gibt es 10 von 10 Punkten.

Verlag: Hanser
erschienen: 2017
Printseiten: 480
Format: Hardcover
ISBN: 978-3446257009

Alan Dean Foster - Bannsänger-Zyklus: Der Sohn des Bannsängers (7) von SINA

Heyne
Buncan Meryweather, Sohn des legendären Bannsängers Jon-Tom und der ehemaligen Diebin Talea, langweilt sich zu Tode, da er aufgrund seines mäßigen Gesangstalentes das Bannsingen nicht richtig beherrscht. Und so ist er dazu verdammt, seinen Gesang zu verbessern, bevor er sich weiter der Magie widmen darf. Als er ein Gespräch belauscht, bei dem ein fahrender Händler von dem Großen Wahren berichtet und dass hiervon eine Gefahr ausgehen könnte, sieht Buncan seine Chance gekommen, sich zu beweisen. Zusammen mit den Ottern Squill und Neena macht er sich auf, um das große Geheimnis zu erkunden.

Der siebte Teil der Bannsänger-Reihe spielt etliche Jahre nach dem sechsten Band. Jon-Tom hat sein Bannsingen mittlerweile perfektioniert und arbeitet als gleichberechtigter Partner zusammen mit dem Hexer Clodsahamp. 
Sein Leben verläuft nun geregelt, da er sich mit Talea etwas Neues aufgebaut hat. Und so ist es Zeit, sich seinem Sohn zu widmen bzw. dessen Abenteuern. 
Die nächste Generation besteht aus Buncan sowie den Kindern des Otters Mudge. Squill und Neena sind ebenso quirlig und nicht auf den Mund gefallen wie ihr Vater. 

Ich hatte mich sehr auf die Fortsetzung der Reihe gefreut, da ich die ersten sechs Teile ja schon vor Jahren gelesen hatte und nach dem Re-Read in diesem Jahr wieder Freude daran gefunden habe. Mich nun der Fortsetzung zu widmen, hat mich mit einer gewissen Vorfreude erfüllt.

Allerdings wurde ich bitter enttäuscht. Es kam mir so vor, als ob ich eine Zusammenfassung der ersten Teile gelesen hätte. Nur eben mit Buncan statt seines Vaters in der Hauptrolle. Ansonsten gab es wirklich nichts Neues. Auch der Witz und Sarkasmus aus den ersten Teilen fehlte, ebenso die Energie, die hinter der Geschichte steckte. 
Buncan sowie die Otter Squill und Neena waren mir nicht sehr sympathisch. Das Lesenswerte hat gefehlt. Ich konnte einfach nicht in die Geschichte hineinfinden, die mit 580 Seiten auch noch sehr lang war.

Die drei Gefährten geraten ständig in irgendwelche Situationen, aus denen sie sich hinausfinden müssen. Und dieses Herauswinden ist teilweise so leicht, dass ich Mühe hatte, überhaupt zu glauben, dass eine Lebensgefahr bestand. Ein bisschen Bannsingen hier, ein bisschen Gewalt da und schwups sind alle wieder frei und fröhlich auf dem Weiterweg zum Großen Wahren.

Mir ging alles zu schnell und zu einfach. Es war viel zu viel in die Geschichte hineingepackt und dadurch wurde einiges unglaubwürdig. Ebenso litten darunter auch die Dialoge, die teilweise sogar sehr unter die Gürtellinie gingen.

Dies verdarb mir dem Spaß am Lesen. Trotzdem habe ich durchgehalten, weil ich die kleine Hoffnung hegte, dass der Autor doch wieder zu dem Zurückfindet, was mich in den ersten Bänden so faszinieren konnte. 

Aufgrund dieses enttäuschenden siebten Teils der Reihe werde ich diese auch nicht weiterverfolgen, damit ich mir die ersten Bände nicht noch mehr vermiese.

Fazit:
Es hat nicht sollen sein. Schade. Von mir gibt es für diesen Teil leider nur 2 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 1995
Printseiten: 580
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3453094772

Mittwoch, 30. August 2017

Sam Bourne - Der Präsident von SONJA


Quelle: Bastei Lübbe



INHALT:
Die USA haben einen neuen Präsidenten. Einer der anders agiert, als die Präsidenten davor. Er ist kurz davor einen Atomschlag gegen Nordkorea anzuordnen. Angehörige des Weißen Hauses planen, ihn aufzuhalten. Doch wie schaltet man den mächtigsten und bestbewachtesten Mann der Welt aus?

FAZIT:
Als ich dieses Buch begann zu lesen, musste ich erst einmal nachschlagen, wann dieses Buch erschienen ist. Denn es ist leider derart nah an der derzeitigen politischen Situation in den USA, dass ich mich gefragt habe, hat der Autor eine Glaskugel gehabt oder war ein ein schneller Schreiberling mit rasant schnellem Verlag?

Das Buch ist vom Schreibstil packend und rasant. Es ist keinesfalls politisch trocken oder einseitig. Es hat mich ein bisschen an die Serien "House of Cards" und "Designated Survivor" erinnert. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und hatte es innerhalb von drei Tagen durch. Doch ich konnte bislang keine Rezension schreiben, da ich das Thema erst einmal "sacken lassen musste".

Politische Machtspiele, Drohgebärden, rhetorische Kniffe, Intrigen - all das wird hier gelebt. Von der kleinen Sekretärin über den Stabschef des Weissen Hauses. Wissen ist Macht und einige spielen dieses Wissen aus. Doch die Frage ist: wer spielt mit wem und welches Spiel?

Ich möchte an dieser Stelle nach zuviel von dem Verlauf der weiteren Handlung verraten, die als Ausgangssituation die derzeitige politische Situation zwischen den USA und Nordkorea aufweist. 

Als Nichtamerikaner erfuhr man nebenbei ein paar politische Falltüren rund um die Präsidentschaft oder einige geschichtliche Besonderheiten, der vergangenen Präsidenten. Gekonnt fand ich, dass der Autor nie einen Namen bezüglich des Präsidenten, seiner Tochter oder der Wahlkampfgegenkandidatin erwähnte. Dennoch hatte ich 1:1 das Bild von Donald Trump und Co. im Kopf.

Ich vergebe volle Punktzahl für ein Genre, was ich selten lese, aber mich hier voll mitgerissen und gepackt hat! 


Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 21.07.2017
Seiten: 480
ISBN: 978-3404176588

© Sonja Kochmann