Sonntag, 26. März 2017

Interview: Sandra Lüpkes von SONJA



Sandra Lüpkes gehört zu den Autorinnen bei denen ich sofort eine Karte zur Lesung kaufen muss. Warum? Es ist immer ein lustiger und musikalischer Abend, der mich von meiner Nordsee träumen lässt.....Ich hatte anlässlich des neuen Buches "Inselfrühling" die Gelegenheit ein paar Fragen an Sandra Lüpkes zu stellen:

Quelle: http://www.sandraluepkes.de
Quelle: http://www.sandraluepkes.de


Haben Jannike, Mattheusz und Co. echte Vorbilder? Ein paar schrullige Insulaner vielleicht? Oder wie sind Sie auf diese Protagonisten gekommen?

Es gibt tatsächlich einige Vorbilder, allerdings niemals eins zu eins. Die Figuren sind oft eine Mischung aus  mehreren Personen, mit denen ich während meiner Zeit auf Juist zu tun hatte. Witzigerweise erkennen sich manchmal auch Leute in den Büchern wieder, die ich gar nicht gemeint habe.

Gibt es einen Grund, warum die Hoteldirektoren bei Ihnen immer so schwierige Gestalten sind (Gerd Bischoff bei Jannike und der Direktor bei der Sanddornkönigin)?

Gut beobachtet! Tatsächlich ist es so, dass die Besitzer der größten Hotels auf der Insel viel zu melden haben, sie sitzen oft im Gemeinderat und der Gaststättenverband hat an einem Touristenort auch viel mehr Einfluss als anderswo. Wer eine solche Position bekleidet, bringt einen dominanten Charakter oft schon mit. Oder hat ihn in die Wiege gelegt bekommen, wie Gerd Bischoff, der ja nicht ganz freiwillig das Familienhotel übernommen hat, wie wir in „Inselfrühling“ erfahren.

Im neuen Buch kommt eine bisschen Seemannsgarn zum Einsatz. Was halten Sie von diesen „alten Geschichten“ die man am besten bei einem Grog genießt?

Ich liebe alte Sagen und Novellen. „Der Schimmelreiter“ ist seit meiner Jugend mein unangefochtenes Lieblingsbuch. Auch wenn die Inseln ja heutzutage relativ abgesichert sind, die Erinnerungen an raue, harte Zeiten und den Kampf gegen das Meer bleiben dennoch allgegenwärtig.

Quelle: Sandra Lüpkes

Wie kam es zum Einsatz einer polnischen Familie auf der Insel (kulinarisch und menschlich)?

Die Probleme sind ja auf allen Inseln dieselben: Jede Ecke wird für Gäste genutzt, die Angestellten müssen sich mit recht beengten Wohnungen und überteuerten Mieten zufrieden geben. Da gab es immer Probleme, Personal auf die Insel zu locken. Nach der Wende - also Anfang der Neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts - kamen darum viele polnische Saisonkräfte, für die der Lohn, den sie in drei Monaten verdient haben, die Familie zuhause ein ganzes Jahr ernähren konnte. Viele von ihnen sind auf der Insel geblieben, haben Insulaner geheiratet und Familien gegründet. Da lag es nahe, dass auch im kleinen Inselhotel eine polnische Familie arbeitet. Und wo sie schon mal da waren, haben sie gleich ein osteuropäisches Restaurant eröffnet. Oma Maria würde doch niemals Pizza backen!

Sie haben selbst zwei Töchter, waren deren Geburten auch so spektakulär?

Meine große Tocher wurde im Sommer geboren, was auf der Insel selten ist, denn da hat man ja eigentlich keine Zeit zum Kinderkriegen. Ähnlich wie Jannike hatte ich damals auch sehr viel um die Ohren, mein erster Mann und ich hatten gerade ein Haus gekauft und unsere Ferienwohnungen eröffnet. Deswegen sind wir erst wenige Tage vor dem Geburtstermin zum Festland gefahren, was aber problemlos war, meine Tochter war pünktlich - ist sie heute, mit Anfang zwanzig, übrigens immer noch ;-)
Meine jüngere Tochter kam kurz vor Karneval auf die Welt. Da kann es schon mal schwierig werden mit der Fahrt zum Festland, deshalb haben wir bereits ein paar Wochen vorher in einer Wohnung im Haus meiner Schwiegereltern gewohnt. Sie ist übrigens in der Badewanne geboren, auf ihrem Geburtspass prangt ein Seehundstempel. Und als wir dann an Weiberfastnacht wieder zur Insel gefahren sind, war die Fähre überfüllt mit Karnevalsflüchtlingen aus NRW. Wir haben keinen Platz mehr gefunden, bis uns die Matrosen in die Kombüse eingeladen haben. Völlig verqualmt, aber trotzdem besser, als bei Temperaturen um den Nullpunkt draußen an Deck zu stehen.


Im Nachwort werden ein paar „Besatzungsmitglieder“ genannt, wer hat bei welchen Themen in diesem Buch geholfen? Wer darf generell als erstes einen entstandenen Text bei Ihnen lesen? Wie schreiben Sie?

Ausnahmsweise hatte ich dieses Buch schon vor der ersten geschriebenen Zeile komplett durchgeplant. Dabei hat mir mein Mann Jürgen Kehrer - der ja auch Schriftsteller ist - geholfen, denn er hat ein unglaubliches Talent, eine Geschichte schon im Vorfeld zu überblicken: Wo sind die Konflikte, wo nimmt die Handlung eine entscheidende Wendung, wie kann man die Spannung noch weiter steigern? Das haben wir gemeinsam bei einer langen Autofahrt durchkonzipiert, danach ging das Schreiben deutlich einfacher als sonst. Aber wie gesagt, üblicherweise arbeite ich anders, mehr aus dem Bauch heraus. Doch da ich die letzten beiden Inselhotel-Romane recht schnell hintereinander geschrieben und parallel noch an zwei Drehbüchern gearbeitet habe, hat es diese Stringenz gebraucht. Erstleserin waren meine Lektorin und meine Agentin, danach ist das Manuskript noch an verschiedene Testleser gegangen. Mein Bruder und eine gute Freundin (von denen ich weiß, dass sie viel lesen und kein Blatt vor den Mund nehmen), ein Kieferorthopäde (für die Szenen mit Jannikes Vater), eine Bekannte aus Polen (für die Szenen mit Oma Maria), eine Hebamme (für die Schwangerschafts- und Geburtsszenen). Das ist immer eine Warterei, bis die kritischen Rückmeldungen eintrudeln… Wie kommt die Geschichte an? Ist sie spannend? Stimmen die Details? Diese Zweifel sind immer da, auch wenn „Inselfrühling“ mein inzwischen 24. Buch ist.

Quelle: Sandra Lüpkes


Sie wohnen inzwischen nicht mehr auf einer Insel, vermissen Sie das Meer und die steife Brise?

Das werde ich oft gefragt, und wenn ich ehrlich mit „Nein“ antworte, kommt es mir immer ein bisschen so vor, als sei der Fragesteller etwas enttäuscht. Zwar fahren mein Mann und ich ab und zu an die Küste, allerdings ist eher er die treibende Kraft, ich liebe hingegen die Berge. Und einen Fluss finde ich spannender als das Meer. Darüber hinaus möchte ich nie wieder auf so eingeengtem Raum und so weit ab vom Schuss wohnen. Im Gegenteil: Im kommenden Jahr ziehen wir nach Berlin, urbaner geht es ja eigentlich nicht, und ich freue mich sehr darauf, in einer großen Stadt einfach ein wenig unsichtbarer zu sein.

Quelle: Sandra Lüpkes


Was verbindet Sie mit Hannover?

Nach dem Abitur habe ich drei Jahre sehr gern in der niedersächsischen Landeshauptstadt gelebt. Ich habe dort eine Ausbildung zur Schaufensterdekorateurin absolviert und hinterher bei „Mäntelhaus Kaiser“ gearbeitet. Es war eine spannende Zeit: Demos gegen die geplante Expo 2000, „Fury in the Slaughterhouse“ feierten ihre ersten Erfolge, Radio ffn war absoluter Kult und hat am Waterloo-Platz super Partys geschmissen.

Welches ist Ihre Lieblingsinsel von den ostfriesischen Inseln und warum?

Schwer zu sagen. Meine Heimat ist natürlich Juist, im Winter fahre ich gern nach Norderney und im Sommer lieber nach Spiekeroog. Vor zwei Jahren war ich auch endlich mal auf Baltrum und muss sagen: Das Inselchen ist sehr charmant… Also, ich bin diplomatisch und sage: Jedes Eiland hat sein ganz bestimmtes Extra und ist liebenswert. Ich kann mich da nicht entscheiden. Aus diesem Grund steht ja auch das kleine Inselhotel auf keiner genannten Insel, da darf sich jeder seinen Favoritenort aussuchen.

Quelle: Sandra Lüpkes
Norderney


Wie kam es zu den musikalischen Lesungen?

Als kleines Mädchen konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich lieber Schriftstellerin, Schauspielerin oder Sängerin werden wollte - am liebsten alles drei. Und welch ein Glück: Bei den Lesungen kann ich das wirklich ausleben. Tatsächlich habe ich schon immer gesungen, hatte mehrere Bands, und bin durch das Schreiben der Songtexte dann auch schließlich zum Geschichtenschreiben gekommen.

© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann


Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Ole West?

Das ist eine schöne Geschichte: Schon immer mochte ich die Bilder und Grafiken von Ole West, in unserem Haus auf Juist hatten wir fast in jeder Ecke einen Kunstdruck von ihm hängen. Dann habe ich auf einer Lesung auf Norderney erfahren, dass Ole West auch anwesend ist. Fast ein wenig schüchtern habe ich mich bei ihm vorgestellt - und siehe da: Er war auch so etwas wie ein Fan von mir und meinen Büchern. Wenige Kaltgetränke später war klar, dass wir was zusammen machen müssen, herausgekommen sind zwei wunderbar illustrierte Erzählungen.


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann

Darf man auf einen weiteren Band der Insel Reihe oder Wencke Tydmers hoffen?

Wencke hat tatsächlich im letzten Jahr mal wieder zwischen zwei Buchdeckeln ermittelt. Im Roman „Acht Leichen zum Dessert“ (kbv-Verlag), den ich gemeinsam mit sieben Kollegen bei einem Schreibprojekt in nur acht Tagen geschrieben haben, kommt meine Ermittlerin mal wieder zum Einsatz, allerdings in einem Ermittlerteam. Es hat großen Spaß gemacht, mal wieder etwas aus der Wencke-Sicht zu schreiben und mir war gar nicht klar, wie tough diese Frau eigentlich ist. Einen eigenen Wencke-Roman wird es eher nicht so bald geben, auch erst mal keinen Inselhotel-Roman, da ich derzeit mehr mit dem Drehbuchschreiben beschäftigt bin. Nach siebzehn Jahren gönne ich mir mal eine kleine Roman-Pause.

Wer oder was hat Sie zum Schreiben gebracht?

Vielleicht mein Vater, der Pastor war und den ich immer samstags auf die Tasten seiner Schreibmaschine hauen hörte. Oder meine Mutter, die einfach so frei nach Schnauze ganz wunderbare Geschichten erzählen kann. Vielleicht auch ein, zwei Deutschlehrer, die erkannt haben, dass da eventuell ein Talent schlummert (es waren nach meinem Gefühl nur zwei, aber wenn ich heute meine ehemaligen Lehrer treffe, behaupten die oft, sie hätten es schon immer gewusst - sogar die Physik-Lehrer). Ich weiß es nicht genau. Ich wollte das eben schon immer machen.

Welchen Part am Autorin sein, finden Sie am besten (Schreiben, Lesungen, das Buch im Laden sehen, der Film der erscheint)?

Ganz klar: Es ist alles auf einmal. Nichts würde mir allein auf die Dauer Spaß machen, die Mischung ist aber perfekt.

Quelle: Sandra Lüpkes


Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller?

Was soll ich da sagen: Natürlich mein Mann.

Was ist Ihr Lieblingsbuch?

„Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm (s.o.), „Homo Faber“ von Max Frisch und „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf.

Haben Sie neben dem Schreiben noch Hobbys?

Obwohl ich gern schreibe, ist es nicht mein Hobby, sondern mein Beruf. In meiner Freizeit gehe ich gern wandern, arbeite im Garten, singe im Chor und schaue mir Filme im Programmkino an.

Was lesen Sie gerade?

Da ich viel am Bildschirm sitze, höre ich Bücher eher, meistens beim Laufen. Momentan begleitet mich Frank Goosens „Sommerfest“ in das kleine Wäldchen um die Ecke. Aber in den Osterferien habe ich mir Juli Zehs „Unterleuten“ vorgenommen.

Wie stehen Sie zum Ebook?

Ist auf jeden Fall eine tolle Alternative, auch wenn ich es schade finde, dass man in der Bahn die Leute nicht charakterisieren kann, weil das Buchcover nichts mehr über sie verrät.


Vielen Dank für das Interview und den Einblick ins Fotoalbum. Ich freue mich bereits auf die Lesung im Juni 2017 in Hannover.


© Sonja Kochmann



Sandra Lüpkes - Inselfrühling von SONJA



Quelle: Rowohlt



INHALT:
Jannike und Mattheusz haben ordentlich was um die Ohren: hochschwanger, frisch verheiratet und mittendrin im Sturmtief Linda beginnt die Saison für das kleine Inselhotel. Als es zu Dünenabbrüchen und Stromausfall kommt, gerät die Zukunft in Gefahr.....

FAZIT:
Der Schreibstil von Sandra Lüpkes ist im vierten Teil wieder famos: abwechslungsreich, witzig und dialogstark.

Der Kreis um Jannike und Co. bekommt mächtig Zuwachs. Damit auch alles in ordentlichen Bahnen verläuft, heiraten Jannike und Mattheusz vor der Geburt der Zwillinge in Polen. Damit lernt man gleich die neue Verwandtschaft kennen und kann nötige Bräuche wahren.
Dumm nur, wenn der eigene Vater so verdammt bieder und knöchern ist, dass er sich mit Oma Maria eine neue Feindin schafft. (Bei den Seiten mit polnischen Ausdrücken hätte ich mir übrigens hier und da ein paar Fußnoten gewünscht, da ich beim Lesen das Gefühl hatte, etwas zu verpassen und Oma Maria ist einfach die Beste.)

Zurück auf der Insel machen Jannikes Partner und sein Mann erst einmal Urlaub und damit verliert Jannike irgendwie den Halt. Man hat während der gesamten chaotischen Handlung das Gefühl, dass Jannike mitgerissen wird. Chaotisch war es ja in den Vorbänden auch, aber diesmal ist Jannike sehr passiv und ich gebe zu, dass mich das teilweise doch sehr gestört hat. Eigentlich hätte es zu ihr mehr gepasst, ab und zu mit der Faust auf den Tisch zu hauen und hochschwanger die Sache selbst zu regeln.

Aber auch die anderen Protagonisten haben ordentlich zu Tun, denn das Buch lebt wie immer von dem Zusammenspiel der schrulligen Insulaner: Gerd Bischoff und Monika Galinski haben es nicht leicht ihre neue / alte Partnerschaft auszuleben. Denn hier trifft der routinierte Hotelier auf die esoterisch angehauchte Lebenskünstlerin. Hanne Hahn würde am liebsten auch noch mitmischen, denn die hat ganz eigene Motive...

Sturmtief Linda bedroht die Insel und von da ab müssen alle in die Hände spuken und den Groll begraben und gemeinsam anpacken. Eine interessante Menschenstudie, die Würze von außerhalb bekommt, als, Jannikes Vater, die Küstenschutzexperten (von mir mal hier als Herr Wortkarg und Frau Plappermaul bezeichnet), ein Sternekoch und Tourismusjournalisten auf der Insel eintreffen.

Ob Jannikes Zuhause gerettet werden kann, was Zahnspangen mit Küstenschutz zu tun haben und ob es neue Insulaner gibt, lest selbst: 9 von 10 Punkten aufgrund Jannikes Flaute bei stürmischer See.

P.S.: Ich finde das Cover angesichts der stürmischen Handlung trügerisch und eigentlich ziemlich unpassend. Dürfen auf Büchern keine dunklen Wolken die Stimmung trüben?


Verlag: Rowohlt
erschienen: 2017
Seiten: 336
ISBN: 978-3499272264


© Sonja Kochmann



Dienstag, 21. März 2017

Erin Watt - Paper Prince: Das Verlangen von SONJA


Quelle: Piper


INHALT:
Ella Harper hat das Leben der Royals so richtig auf den Kopf gestellt. Obwohl die Brüder ihr ordentlich zugesetzt haben, hat sie es mit Ihnen aufgenommen und zum Teil positiv auf diese eingewirkt. Gerade Reed kann nach dem Tod seiner Mutter, dank Ella, wieder positiv in den Tag blicken. Als Ella verschwindet, versuchen die Royals alles, um Ella zurückzuholen.

FAZIT:
Wer "Paper Princess" nicht kennt, der MUSS dies, zum Verständnis und weil es SO TOLL ist, wirklich nachholen.

Die Handlung setzt unmittelbar, jedoch diesmal schwerpunktmäßig aus der Sicht von Reed, bei dem Cliffhanger des Vorbandes an. Man ist aufgrund des Schreibstils sofort wieder gefesselt und kann das Buch nicht aus der Hand legen.

Die beiden Autorinnen, die unter dem Pseudonym Erin Watt schreiben, könnten Drehbücher für Seifenopern schreiben, denn die Handlung hat es echt in sich. (Ich würde schon gern wissen, wer dahinter steckt. Ihr auch?) 

Wer mit wem und welche Leichen im Keller, reich, arm, schön und eine handvoll fieser Menschen. Einmal umrühren und schon ist man stundenlang an ein Buch gefesselt, was wieder mit einem gemeinen Cliffhanger endet!!! (Gut, dass das ebook bald erscheint.)

Was kann man bei dieser Handlungsentwicklung verraten, ohne zuviel vorweg zu nehmen? Naja, Easton wird zu einem Verbündeten. Er ist für Ella wichtig und gleichzeitig liefert er sich mit Ellas bester Freundin Val einen Schwung spritziger Wortgefechte, so dass man vielleicht hoffen kann, dass da mehr aus diesen beiden wird. Ella schafft es, ihre natürliche Art trotz ihres Erbes zu erhalten, obwohl sie tagtäglich einem Spießrutenlauf ausgesetzt wird,der einem Angst und Bange macht. 

Ansonsten sind die Fieslinge aus Band 1 sehr aktiv und setzen Ella und Co. ordentlich zu, so dass ein friedliches Leben fast nicht möglich ist. Das kann man sich doch nicht gefallen lassen! Einige Personen bekommen endlich den Hintern hoch und nehmen den Kampf auf.
Aber lest selbst....volle Punktzahl für die packende Geschichte, obwohl es "nur" der zweite Band einer Trilogie ist.

Verlag: Piper
erschienen: 2017
Seiten: 368
ISBN: 978-3492060721

© Sonja Kochmann

Sonntag, 19. März 2017

Mina Baites - Die silberne Spieldose von SINA

Tinte & Feder

Der Jude und Besitzer eines Juwelierladens Johann Blumenthal meldet sich im Jahr 1914 freiwillig für den Kriegsdienst, um für Deutschland an vorderster Front zu kämpfen. Bevor er geht, schenkt er seinem Sohn Paul eine selbstgemachte silberne Spieldose, damit dieser eine Erinnerung an seinen Vater hat, solange er im Krieg ist. Doch für das jüdische Volk wird es zusehends schwieriger, in Deutschland frei zu leben. Der Hass wird größer. 
Dies wirkt sich auch vehement auf die Familie Blumenthal aus. Paul, der in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist, kämpft mit den Vorurteilen, die herrschen und fasst schweren Herzens einen Plan, um sich und seine Familie zu retten, der jedoch auch das Leben kosten kann.

Der Krieg, ein schwieriges Thema. Der Zweite Weltkrieg aus Sicht eines Juden - ein noch schwierigeres. Und ein bewegendes.
Vieles wird uns im Unterricht beigebracht. Wir lernen, was passiert ist. Wir lernen, warum es passiert ist. Wir lernen, dass es nie wieder passieren darf.

Doch wie es wirklich war, kann uns keiner sagen. Nur derjenige, der selbst daran beteiligt war. Und selbst dann kann man das ganze Ausmaß nicht richtig verstehen. Grausam und erschütternd, unverständlich und schwierig.

Die Autorin hat sich nun an dieses Thema gewagt und eine Familiensaga geschaffen, die einem mit jedem geschriebenen Wort immer mehr in den Bann zieht. Von Anfang an mit dem liebende Vater Johann Blumenthal, der sich freiwillig an der Front meldet, von dessen herzlichen Frau Lotte, die große Sorgen durchmachen muss. Der Sohn Paul, der sich später in Carla verliebt und von vielen anderen sympathischen und vor allem mutigen Charakteren - der Bann bliebt bei jedem bestehen und man klebt an der Geschichte, nein, man erlebt die Geschichte.

In ruhigem Schreibstil wird erzählt, wie schwer es die Juden in der damaligen Zeit hatten. Welch Leid sie ertragen mussten und welche Schritte gegen sie unternommen wurden. Dabei führt uns die Autorin noch nicht einmal in das KZ, sondern schildert Gegebenheiten, die im Alltag passierten. Anfeindungen durch ehemalige Freunde, Zerstörung von Eigentum, Erlass von Gesetzen gegen Juden. Hass, der in Wellen um sich schlägt und das Leben zur Hölle macht.

Und mittendrin immer wieder die silberne Spieldose, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Sie wirkt unscheinbar, drängt sich nicht in den Vordergrund und doch ist sie ein wichtiger Bestandteil und macht einen großen Teil der Geschichte aus.

Die Charaktere sind durchweg sympathisch, haben ihre Eigenarten und auch Fehler, und doch ist es gerade das, was sie unheimlich menschlich wirken lässt. 
Manches kann man nicht nachvollziehen, doch liegt dies auch daran, dass die Zeiten anders waren, dass die Wege nicht einfach waren und vor allem, dass die Liebe, die zwischen den Charakteren herrscht, dazu führt, dass man zu Mitteln greift, die einem als der letzte Ausweg erscheinen.

Die Autorin hat ihr Herzblut in die Geschichte gesteckt, wie sie in einer gemeinsamen Leserunde dazu berichtet hat. Diese Geschichte zu erzählen, hat sie selbst viele Nerven gekostet und auch so manche ruhelose Nacht. 
Denn die bewegende Story führt dazu, dass man selbst anfängt, sich so hineinzuversetzen, dass man meint, selbst dabei zu sein. Das Kopfkino hatte jede Menge zu tun und tat sogar manchmal mehr, als man wollte. 
Aber genau das macht eine gute Geschichte einfach aus. Man spinnt sie weiter, erweckt eine Nebenstory, zieht neue Fäden ein und lässt das Buch einfach leben.

Die Autorin hat verraten, dass sie nichts, was sie je geschrieben hat, so berührt hat wie diese Geschichte.

Mich hat sie ebenfalls sehr berührt. Dies wird ein Buch sein, dass ich nur einmal lesen kann, da mir die Thematik einfach zu sehr unter die Haut geht. Trotzdem möchte ich es nicht missen, dass ich die Geschichte gelesen habe.

Fazit:
Ein intensives Buch. Von mir gibt es dafür die volle Punktzahl.

Verlag: Feder & TInte
erschienen: 2017
Printseiten: 340
Format: ebook
ISBN: 978-1477824511

Donnerstag, 16. März 2017

Ursula Poznanski - Schatten von SONJA



Quelle: Rowohlt


INHALT:
Ein unbeliebter Nachbar grausam zu gerichtet, eine unfreundliche Hebamme ertränkt in einem Bach; Beatrice Kaspary und Florin Wenninger haben wieder einiges zu tun. Beatrice erkennt; diese Fälle haben mit ihr zu tun. Denn sie kannte beide Opfer und konnte diese nicht leiden. Sie begibt sich in massive Gefahr, als sie erkennt, dass es eine weitere Spur in ihre Vergangenheit gibt....

FAZIT:
Wer bislang die Reihe von Beatrice Kaspary und Florin Wenninger nicht kennt, sollte sich unbedingt an die richtige Reihenfolge (1. Fünf, 2. Blinde Vögel, 3. Stimmen) halten, denn die Ermittler machen selbst eine Entwicklung durch und um Beatrices Werdegang und ihre "Antipathien" gegen Kollegen und Exmann verstehen zu können, sollte man die Vorbände gelesen haben.

Aufgrund der raschen Abfolge der Morde und Beatrices Ehrgeiz eine Verbindung zu finden, vergehen die 416 Seiten wie im Fluge. Obwohl ich zeitweise etwas Mühe hatte, mich an die bereits angesprochene Verbindung zur Vergangenheit (mehr verrate ich nicht) zu erinnern, hat es die Autorin geschafft, durch spannende Erklärungen und psychologische Tricks mein Gedächtnis ohne unnötige Wiederholungen aufzufrischen.

Die Ereignisse der Vergangenheit werden in anderer Schrift durch ein Tagebuch näher gebracht. Wer könnte als Täter in Frage kommen? Diese Suche im Heuhaufen und die verstrichene Zeit fand ich ein ganz klein bisschen überzogen.

Besonders gelungen fand ich jedoch Beatrices und Florins Fortschritte in ihrer Beziehung, so dass man gespannt sein darf, wohin dies noch führen könnte.

Soviel darf ich verraten: Der Bösewicht gehört mal wieder einer Berufsgruppe an, von der man sich doch fern halten sollte, wenn man kann. Ich vergebe 8 von 10 Punkten für diesen soliden Thriller, da ich die Vorbände deutlich stärker und abwechslungsreicher fand.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2017
Seiten: 416
ISBN: 978-3805250634

© Sonja Kochmann


Dienstag, 14. März 2017

Lisa McAbbey - Der Spion mit dem Strumpfband von SINA

BeHeartbeat by Lübbe

Clarissa Greenly arbeitet nach dem Bankrott ihrer Familie in einer Buchhandlung, um das hart erkämpfte Geld unter anderem auch für die Schulden ihres Vaters auszugeben. Ihr Vater sitzt nämlich im Gefängnis und kommt dort erst frei, wenn er schuldenfrei ist. Da das Geld von der Arbeit in der Buchhandlung nicht ausreicht, hat sich Clarissa als Spionin für die Spinne anstellen lassen. Nunmehr arbeitet sie im Verborgenen für die königliche Familie. Als ihr ein neuer Auftrag erteilt wird, kann sie nicht ahnen, dass der Mann, den sie ausspionieren soll, ihr einen Strich durch die Rechnung macht. Denn der Earl von Hawkhurst hat eine Ausstrahlung, bei der sich Clarissa sicher ist, dass er ihr Untergang sein wird. Doch weiß sie von der Spinne, dass der Earl auch ein Hochverräter sein soll und sie dringend an das rote Notizbuch kommen muss, das sich bei ihm zu Hause befindet. 

Schon mit ihrem Roman "Die Eroberung des Normannen" hat mir die Autorin eindrucksvoll bewiesen, wie gekonnt sie mit Worten umgehen kann. Mit ihrem aktuellen Roman hat sie sogar nochmal eine Schippe draufgelegt und so fliegt man förmlich durch die Geschichte, getragen von einem sehr faszinierenden Schreibstil. 

Zu Anfang lernen wir Clarissa kennen, die eher schüchtern daherkommt. Doch im Laufe der Geschichte merkt man, dass sie auch ein loses Mundwerk haben kann, wenn es darauf ankommt. Es ist also schon vorprogrammiert, dass sie mit dem unnahbaren James Bauclerc, dem Earl von Hawkhurst aneinandergeraten muss. 

Es handelt sich hier um eine historische Liebesgeschichte, immer wieder gespickt mit einigen Einwürfen bezüglich der Belagerung der Insel Menorca durch die Franzosen im Jahre 1756. Doch dies steht nicht im Vordergrund, sondern eben Clarissa und James. 

Die Autorin lässt die Clarissa und James immer wieder aneinandergeraten. Und meist trennen die beiden sich in Streit. Die Wortgefechte zwischen den beiden sind köstlich. Ich hätte stundenlang lesen können, wie die beiden miteinander umgehen, sich um den Bart streichen, in Streit ausbrechen oder gar in verfängliche Situationen geraten.
Dies natürlich auch nur, weil Clarissa in verschiedenen Verkleidungen vor den Earl tritt, um ja herauszufinden, wo sich dieses rote Notizbüchlein denn befindet. Dabei hat Clarissa so einige Ideen. Ihre Verkleidung als junger Mann bei einer Ausstellung oder als Dirne sind da nur zwei Beispiele. 

Und doch wirkt es, als wäre ein großer Graben zwischen den beiden, bedingt eben durch ihr aktuelles Leben. Clarissa, als verarmte Lady, die mit allen Mitteln versucht, sich und ihrem Vater ein neues Leben aufzubauen. James auf der anderen Seite, der alles besitzt. 

Außerdem befinden wir uns im schönen London, eine Stadt, die ich - könnte ich zeitreisen - im Mittelalter gerne besuchen würde. Die Faszination und der Flair sind unwiderstehlich anziehend und passt einfach für das Setting.

Der Adel, das Nachtleben und die tägliche Routine sind eine perfekte Mischung gerade für diese Story. 

Die Liebesgeschichte steht klar im Vordergrund, erst nach und nach kommt dabei auch raus, was es mit diesem roten Notizbuch auf sich hat, dass Clarissa stehlen soll.

Ich muss aber sagen, dass mich die Autorin schon von den ersten Seiten her hatte. Denn die Beschreibung der Arbeit von Clarissa in dem Buchladen hat viele, viele Pluspunkte gebracht. Denn was wünscht sich eine Leserin nicht mehr, als von Büchern und vom Lesen zu lesen. ;)

Auch die anderen Charaktere waren sehr sympathisch, angefangen bei Besitzer des Buchladens bis hin zu Clarissas Vater Francis oder James Mutter Violet, die - ganz im Sinne ihres Namens - nur violette Kleider trägt. Gerade diese schrulligen Kleinigkeiten sind mir extrem aufgefallen. Und haben die Personen und die Geschichte noch liebenswerter gemacht.

Fazit:
Ein gelungener Liebesroman vor der Welthauptstadt London im Jahre 1756. Von mir gibt es die volle Punktzahl.

Verlag: beHeartbeat by Lübbe
erschienen: 2017
Printseiten: 259

Format: ebook
ISBN: 978-3-7325-3595-8



Montag, 13. März 2017

Joachim Sohn - Die Zeitagenten von SINA

Art Skript Phantastik Verlag

London, 2239: Die Zeitagenten Johann und Karl werden zu einem mysteriösen Mordfall gerufen. Bei der Leiche lag ein Zettel aus dem 19. Jahrhundert. Johann und Karl machen sich an die Aufkärung. Dabei werden sie immer weiter in die Vergangenheit geschickt, bis ins Jahr 1879, wo sie an einer Flaschenpoststation neue Hinweise erhalten. Doch auch hier ist ihre Reise nicht beendet. Das 13. Jahrhundert scheint mehr Auflösung zu bringen. 

Ein kleines Büchlein mit einer kleinen Geschichte? Oh nein, ein kleines Büchlein mit einer großen Geschichte voll Abenteuer, Zeitsprüngen und der Suche nach der Aufklärung eines Mordes. Der Autor hat auf 230 Seiten eine spannende Story geschaffen, die mich durchweg unterhalten hat. 

© Sina Frambach

Ich hatte zwar ein paar Probleme mit den Zeitsprüngen, die leider nur durch Absätze gekennzeichnet waren (hier wären vielleicht kleine Zwischen-Überschriften hilfreich gewesen), ansonsten bin ich mit Spannung durch die Zeit mitgereist und habe versucht mitzurätseln. Die Aufklärung des Rätsels ist zwar schnell erledigt, aber es hängt viel, viel mehr damit zusammen.

Die Charaktere, allen voran Johann und Karl waren mir sehr sympathisch. Gerade Karl, der mit seinem jugendlichen "Leichtsinn" so manch interessante Wendung in die Geschichte brachte. Aber auch für Johann eine sehr große Hilfe ist. 

© Sina Frambach

Aber auch die anderen Charaktere sind sehr gut rübergebracht. Man kann das Handeln sehr gut mitverfolgen. Die geschichtlichen Aspekte, die in die Geschichte eingeflochten wurden, haben sich sehr gut eingefügt bzw. die fiktive Geschichte wurde um die historischen Begebenheiten gesponnen. So hatte man fast das Gefühl, dass es sich zu den Zeiten, in denen sich die Zeitagenten aufhalten, auch wirklich so abgespielt hat.

Die Time-Agent-Organisation 2223 ist eine interessante Idee des Autors und bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, die bestimmt auch ausgeschöpft werden. Dies beweist auch der kleine Cliffhanger, der am Ende eingebaut wurde.

Wie immer bei den Büchern aus dem Art Skript Phantastik Verlag ist das Design des Buches zu erwähnen. Mit viel Liebe zum Detail ist alles gestaltet. Sei es das Cover, der Klappentext oder das gesamte Innenleben. Hier findet man immer wieder Zeichnungen, die die Geschichte unterstreichen. 

© Sina Frambach
Das Buch ist kleiner als ein normales Taschenbuch. Beim Lesen hatte ich am Anfang etwas Probleme, das Buch zu halten. Doch mit der Zeit habe ich eine Technik entwickelt, so dass es dann doch gut klappte.
Bei der Geschichte handelt es sich um eine Novelle, also eine kürzere Erzählung. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass etwas fehlen würde.

Ich freue mich, weitere Geschichten des Autors zu lesen, gerade von der TAO 2223.

Im Art Skript Phantastik Verlag ist auch noch eine weitere Novelle von M.W. Ludwig mit dem interessanten Namen "Der Earl von Gaudibert" erschienen. 

© Sina Frambach

Fazit:
Eine Zeitreise der besonderen Art. Von mir gibt es 9 von 10 Punkten.

Verlag: Art Skript Phantastik Verlag
erschienen: 2017
Printseiten: 230
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-945045-07-7

© Sina Frambach

Sonntag, 12. März 2017

James Frey - Endgame: Die Entscheidung (3) von SINA

Oetinger

Endgame steuert langsam auf das Ende zu. Der Himmelsschlüsse und der Erdschlüssel müssen nun mit dem Sonnenschlüssel vereint werden. Macabee scheint am Ende als Sieger hervorzugehen. Doch An Liu ist ihm dicht auf den Fersen. Genau wie Sarah und Jago, die ebenfalls kurz vor dem Ziel stehen, aber mit allen Mitteln versuchen, das Spiel zu stoppen und alle zu retten. 
Man weiß nie, wer Verbündeter ist und wer Feind. Und Hilfe kommt meist auch von unerwarteter Seite.

© Sina Frambach

Nach dem eher schwachen ersten Band, dem besseren Zweiten und den sehr guten Kurzgeschichten habe ich nun Band drei abschließen können. Auch hier habe ich mich nur der Geschichte gewidmet und das Rätsel, aus dem das ganze Buch besteht, ignoriert. 

Von Anfang an war ich wieder in der Geschichte drin. Im Gegenteil zum zweiten Band wurde hier nicht lange gefackelt und es ging sofort zur Sache. Es wird gekämpft, um jeden Preis. Ob es nun für das Gute oder das Schlechte ist, ist in diesem Fall Nebensache. Jeder will gewinnen. Die einen, in dem sie das Spiel so spielen, wie sie es von keppler22b, einem der Schöpfer gesagt bekommen haben. Die anderen, um das Spiel zu beenden und alle zu retten. 

© Sina Frambach

Es sind nur noch wenige Spieler übrig. Sarah, Jago, Aisling, Hilal, Macabee, An Liu, Shari. Und jeder geht seinen eigenen Weg. Bis ein paar merken, dass Zusammenarbeit vielleicht besser ist. Nicht nur, um für das Gute einzutreten, wie Sarah und Jago, sondern auch um das Ende der Welt einzuleiten, wie An. 

Die Gegensätze sind in dieser Geschichte sehr groß. Man kann beide Seiten irgendwie verstehen. Doch überwiegt natürlich das Gute in mir und so fieberte ich mit, ob es Sarah und Jago wohl gelingen wird, die Erde zu retten.

Es gibt einige überraschende Wendungen in dem Buch. Gerade diese Wendungen haben in meinem Augen den dritten Teil zum Besten der Reihe gemacht, obwohl ich am Ende nicht so richtig überzeugt war. Dies lag eben an diesem Ende, weil es zu plötzlich kam und mich unbefriedigt zurückließ.

© Sina Frambach

Außerdem ist mein Kopfkino nicht richtig angesprungen. Ich hatte eigentlich beim Lesen der ersten beiden Bände von jedem ein Bild im Kopf. Diesmal gelang dies nicht so recht. Viele Figuren blieben blass, die Tiefe hat mir gefehlt. Es ging hauptsächlich darum, zu gewinnen, komme, was wolle. Und so wurde fast keinerlei Rücksicht auf Gefühle genommen.

Außer bei Sarah und An, wobei mir hier zu sehr auf die Mitleidsschiene getreten wurde. Und ich somit auch nicht richtig mitfühlen konnte.

Allerdings gab es eine Stelle im Buch (kurz vor Schluss), da saß ich dann doch mit offenem Mund da. Ich konnte einfach nicht glauben, dass der Autor tatsächlich so eine Szene schreibt und mir damit alles über den Haufen warf. Denn so kam es, dass ich das mir vorgestellte Ende komplett in die Tonne werfen konnte und mir flux noch etwas Neues aus den Fingern saugen musste. Obwohl mir dazu auch fast keine Zeit blieb, weil eben alles viel zu schnell ging.

© Sina Frambach

Und doch ging eine gewisse Faszination von der Geschichte aus. Auch weil man diese nun schon seit einiger Zeit so verfolgt, sei es eben durch die ersten beiden Bände oder auch die Kurzgeschichten, die Einblick in das Leben der Spieler geben.

Die Reise ist nun zu Ende. Endgame ist gespielt. Ich bin gespannt, was es Neues aus der Feder des Autor geben wird, da mich der Schreibstil des Autors völlig überzeugen konnte. Nur die Geschichte war eben nicht so ganz das, was ich erwartet habe.

Auch hier ist das Buch wieder mit Rätseln gespickt. Schon der Einband ist rätselhaft, da die Prägungen im Cover Worte bilden, die man teilweise nicht versteht, teilweise in anderen Sprachen gedruckt sind. Diverse Abbildungen im Buch sind ebenfalls Bestandteil des Rätsels und wer aufmerksam liest, merkt, dass im Text auch immer etwas eingebaut ist.

© Sina Frambach

Es winkt wieder eine dicke Belohnung, wer das Rätsel löst. Ich wünsche allen, die miträtseln viel Glück.

Fazit:
Ein passendes sehr schnelles Ende mit überraschenden Wendungen. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Oetinger
erschienen: 2017
Printseiten: 416
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-789104046

© Sina Frambach