Freitag, 15. Juni 2012

Interview mit Sylvia Stuckmann (SINA)


Vor kurzem hatte ich das Glück, eine nette Autorin namens Sylvia Stuckmann kennenzulernen und durfte auch gleich ein Werk von ihr rezensieren: Ein Science-Fiction-Roman für Jugendliche ab 12 Jahren namens „Kaja in der Außenwelt“.

Aufgrund dessen sind bei mir einige Fragen aufgetaucht, die jetzt nicht direkt etwas mit der Geschichte zu tun haben, sondern mit der Person selbst.

Kleeblatt: Liebe, Sylvia! Auf Deiner Homepage www.buchschmiede.de gibst du an, dass Du als Sozialpädagogin im Krankenhaus und als Lehrkraft an einer Pflegeschule in Psychologie, Soziologie und Gesprächsführung arbeitest. Bleibt bei diesem Job eigentlich viel Zeit, sich auch noch um das Schreiben von Büchern zu kümmern?
Sylvia: Eigentlich nicht, aber für mich sind Schreiben und Lesen der Ausgleich zu dem spannenden, aber oft anstrengenden Arbeitstag. Deshalb finde ich Zeiten, in denen ich mich einfach den Figuren der Geschichten überlassen kann, und folge ihnen auf ihren Wegen …

Kleeblatt: Ich durfte ja „Kaja in der Außenwelt“ lesen und fand diese Dystopie sehr gut gelungen. Warum gerade hast Du Dir dieses Thema ausgesucht?
Sylvia: Als ich „Kaja in der Außenwelt“ schrieb, waren die Themen „Umwelt“ und „Zukunft“ weniger präsent, haben mich aber dennoch brennend interessiert. Was könnten junge Menschen von der Welt halten, die wie heute kennen, wenn sie aus ihrer Zukunft daraufschauen? - Um eine Geschichte dazu zu finden, wendete ich einen alten Trick an: drei zufällige Stichworte, die nichts mit einander zu tun haben, in Zusammenhang mit dem Thema bringen. Hier half die Tagesschau: Ein Beitrag über Wasserverschmutzung / über Frühförderung in China / über Pflegekinder, und schon war die Grundidee geboren: Wie wichtig ist Freiheit?

Kleeblatt: Du hast Dich auch an ein historisches Thema gewagt: „Pestmarie“ heißt ein weiterer Jugendroman von Dir. Wieso so unterschiedliche Genre? Erst Science-Fiction, dann etwas Historisches?
Sylvia: Auch wenn die Genres anders sind, ist es doch dasselbe Thema: Das Nicht-Heute, das trotzdem nicht Fantasy, sondern reale Welt ist. - Meine Fragen an das Thema Zukunft/Umwelt waren nach „Kaja in der Außenwelt“ weitgehend beantwortet, das Staunen über die Natur (das ich als Stadtkind nie abgelegt habe) blieb. Bei einem Urlaub in der norwegischen Hansestadt Bergen mit ihren mittelalterlichen Gebäuden und Museen ging es wieder los: Was wäre, wenn …? Da in Baden-Württemberg, wo ich seit 20 Jahren lebe, die Bauernkriege um Selbstbestimmung und Bürgerrechte ausgebrochen sind, habe ich erneut gespielt: Was wäre wenn … ein junges Mädchen ohne Familie … ein Heer der Landsknechte … die Pest … sich träfen? In einer Zeit, in der Aberglaube und Abhängigkeit das Leben diktierten? Wer die Pest überlebt, muss mit dem Teufel im Bunde sein …
Du siehst, mich interessieren eher bestimmte Themen, weniger die Genres.

Kleeblatt: Du hast auch einige Ratgeber geschrieben, unter anderem viel über Senioren. Wie ist Deine persönliche Beziehung zum Älterwerden?
Sylvia: Älterwerden gehört zum Leben, es hat mit Erfahrung zu tun, mit Reife und Anpassung. Ich finde alle Lebenspunkte besonders spannend, in denen Älterwerden mit Reifen und Sich-entwickeln zu tun hat, sei es in jungen, erwachsenen oder älteren Jahren.

Kleeblatt: Könntest Du Dir vorstellen, auch noch weitere Genre abzudecken?
Sylvia: Oh ja. Wie schon gesagt: Es sind eher Themen, die mich faszinieren, nicht so sehr Genres. Im Moment ist es die Vorstellung, mehr als nur unsere – aber das ist noch nicht spruchreif, darum verrate ich jetzt noch nichts.

Kleeblatt: Deine Bücher sind unter anderem als ebook erschienen. Meinst Du damit ein breiteres Publikum anzusprechen, gerade bei Jugendlichen?
Sylvia: Die Entscheidung, ob ein Buch als E-Book auf den Markt kommt oder nicht, treffen in der Regel die Verlage.Kaja in der Außenweltist inzwischen vergriffen und wird nicht mehr aufgelegt; die Anregung, sie als E-Book wieder aufleben zu lassen, bekam ich von einer 12-jährigen Leserin, die sie gerne auf ihrem E-Book-Reader lesen wollte.

Kleeblatt: Wenn man gerne schreibt, liest man auch gerne! Aber wenn man beruflich sehr eingespannt ist und nebenbei auch noch gerne schreibt, bleibt dazu bestimmt nicht viel Zeit. Was machst Du (neben Lesen natürlich), um abzuschalten?
Sylvia: Laufen. Da, wo es etwas zu sehen gibt, am liebsten in Gegenden, in denen sich Wald, Wiese und Feld begegnen und allen Sinnen etwas zu tun geben.

Kleeblatt: Mal was ganz anderes: Wenn Du die Wahl hättest zwischen Städtereise oder Strandurlaub, was würdest Du wählen? Und welches Buch würdest Du mitnehmen?
Sylvia: Die Wahl ist schwierig, denn beides ist nicht wirklich mein Ding. Aber wenn ich wählen muss – Städteurlaub. Und mitnehmen würde ich – meinen E-Book-Reader, da passen alle meine Lieblingsbücher drauf und ich muss mich nicht entscheiden.

Ich habe ja schon "Pestmarie" auf meinen SuB liegen und werde mir das als nächstes vornehmen. Ich bin wirklich gespannt darauf. 

Herzlichen Dank für das Interview, Sylvia!

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