Sonntag, 8. Juli 2012

Das leidige Thema: SuB-Abbau

Auch wenn es etwas ist, was schon vielmals diskutiert, erruiert, verdammt oder gar doch abgebaut wurde, bleibt es doch immer ein aktuelles Thema: der SuB-Abbau.


Seit Monaten - ach was - Jahren versuche ich nun, meinen SuB, mit dem ich mittlerweile ein Haus bauen, bequem einrichten und darin leben könnte, abzubauen. Doch es funktioniert einfach nicht! Selbst mit den nachfolgenden Kriterien hab ichs nicht hinbekommen.

1. Buch-Kaufverbot:
So ein Buch-Kaufverbot habe ich  mir selbst auferlegt. Vorher hat das mein Mann immer getan. Aber da hab ich es meist ignoriert, weil ich den Ernst der Lage nicht einschätzen konnte. Jetzt, bei meterhohen schiefen Türmen und Buchmauern, die selbst ein Regal bilden, hab ich gemerkt: So geht's nicht weiter. Ich könnte durch das komplette Haus eine Domino-Reihe mit Büchern bauen und hätte noch übrig, um bei den Nachbarn weiterzumachen.
Also: Willensstärke zeigen, keine Bücher mehr kaufen und lesen, was das Zeug hält, damit endlich mal Land in Sicht ist. Und was macht Klein-Sina dann? Ganze drei Monate hielt das (hey, ist doch echt ne lange Zeit oder?) und dann läuft man ohne große Erwartungen in den Buchladen seines Vertrauens, um sich nur das neue Buchjournal zu holen und was macht die nette Buchhändlerin? Empfiehlt einem eben mal die Bücher von Ursula Poznanski ("Erebos" und "Saeculum" - aber hey, schon gelesen *stolzbin*) und schwupps, hat man die Bücher auch schon gekauft. Juhuuuu, ich hab mein Buchkaufverbot gebrochen. Juhuuuu, der Geldbeutel ist wieder etwas leichter. Juhuuuu, wieder zwei Bücher mehr im Regal.
Ich sag Euch: Ein Buchkaufverbot geht gar nicht, wenn man total süchtig nach Büchern ist.

2. Willensstärke:
Ich bin willig. Willig, mehr Bücher zu kaufen, zu besitzen, zu hegen und zu pflegen. Ich hatte es gerade vor ein paar Tagen mit einer Freundin. Eigentlich sind ja Männer Jäger und Sammler. Kennt man ja aus der Zeit des Neandertalers (oder doch etwas später?). Mein Mann ist auch so einer. Nur dass er keine Bücher, sondern Schlangen sammelt. Und mein kleiner Mann sammelt Matchbox-Autos (mit denen man übrigens ganz locker die Strecke von Hamburg bis München zupflastern könnte). Aber ich bin auch Jäger und Sammler. Die Jagd nach neuen Büchern ist einfach zu schön, das Sammeln schöner Bücher natürlich auch-
Aber zurück zum "willig-sein": Ich bin willig, echt, ich versuchs. Mein Kopf sagt immer: Du brauchst kein neues Buch! Du hast genug Bücher! Du bist eine von denen, die im Rentenalter sagt: Ich hab echt keine Zeit (mit dem unausgesprochenen Nebensatz: ,weil ich so verrückt war, in der Jugend Geld für Bücher auszugeben und nun im Alter mit der Sünde leben muss!).
Also, Willensstärke geht auch nicht.



3. Konzentration:
Hah! Was nützt Konzentration, wenn bei dem Anblick eines Buches der Verstand plötzlich aussetzt und das Herz die Kontrolle des Körpers übernimmt. Da werden Glückshormone ausgeschüttet und jeder weiß, was dann passiert. Man wird unzurechnungsfähig. Wie bei Schokolade oder gutem Sex (sorry, aber drückt es mal besser aus?). Und hoppla, wie schnell geht die Zeit rum, wenn man ein Stück Schokolade auf der Zunge zergehen lässt, den Geschmack intensiv in sich aufnimmt und dann das Süße langsam die Kehle herunterläuft. Oder beim Sex, wenn man... (ok, gut, das geht zu weit).
Genauso geht es mit einem Buch. Die Konzentration lässt nach, wenn man das Buch in die Hand nimmt, das Cover betrachtet und mit den Fingern langsam die Konturen des Buchtitels nachfährt. Mit Genuss wird der Buchdeckel umgeschlagen, immer darauf achtend, ja nicht den Buchrücken zu knicken. Leidenschaftlich fahren die Augen die Buchstaben ab, um intensiv alles in sich aufzunehmen und....
Oh, ich schweife ab, soviel zur Konzentration. Ergo: das geht auch nicht.

4. Ohne-Geld-das-Haus-verlassen:
Oje. Auch schon probiert. Blöd, wenn man die Kreditkarte dabei hat. Also die auch zu Hause lassen. Noch blöder, wenn man Dich in der Buchhandlung kennt! Denn die bequatschen Dich so lange, bis Du das Buch doch mitnimmst und dann eben erst am nächsten Tag bezahlst.

5. Wanderbücher und Ausleihen:
Große Falle! Echt. Ich hab mitgemacht. Und innerhalb von zwei Wochen hat sich mein SuB um 30 Bücher erhöht. Und die wollen ja auch gelesen werden. Hier hilft dann nur Buch-Ausleih-Verbot. Und schnellstens lesen, damit die, die nach Dir auf der Liste stehen, auch in die Bredouille (schreibt man so, hab gegoogelt) kommen. Denn geteiltes Leid ist halbes Leid!



6. elektronischer SuB (eSuB):
Mein neuester Versuch. Ich schaff mir einen eBook-Reader an, dann hab ich zumindest mal das Platzproblem im Griff. Aber in der Zeit der vielen Gratis-eBooks, Rezensionsexemplare (ebenfalls eBooks) und dem was man sich dann auch noch kauft (ich weiß!), wird das noch das größte Problem. Nur gut, dass man den eSuB nicht sieht, weil er verborgen auf der Festplatte oder dem USB-Stick vor sich hin vegetiert. So hat man ihn nicht dauernd vor Augen und damit auch kein schlechtes Gewissen. Nach dem letzten Stand der Dinge, war mein eSuB höher als der SuB (RuB, HuB???). Und das will was heißen!

7. Der letzte Ausweg:
Job kündigen und das Haus verwahrlosen lassen! Klar, ist ne drastische Maßnahme, die aber folgendes in Sachen SuB und eSub auslösen würde: Zeit zum Lesen, kein Geld zum Nachkaufen. Weitere Folge: Aufgrund des wenigen Geldes, kann man sich kein Internet leisten, also auch keine Gratis-eBooks herunterladen. Hah! Problem gelöst!
Ja, ich weiß: Ich muss ja auch essen und trinken und soziale Kontakte pflegen. Mann und Kind wollen auch versorgt werden. Damit wäre ich wieder in einer Zwickmühle.

8. Das Vernünftigste:
Einfach so weiter machen! Hört sich nicht logisch an, aber nach Ausschluss aller obiger Möglichkeiten, bleibt einfach nur diese Variante übrig. Und da gibt es ja auch einfach zu viele Pro's: ohne SuB wäre ich einfach nicht glücklich! Und ne glückliche Sina, ist ne angenehme Sina. Das können einige bestätigen.
Deswegen hör ich auf mein Herz (und versuch ab und an mich zu konzentrieren!).

In diesem Sinne: eine schöne Jäger- und Sammlerzeit Euch allen!

by Sina 



Kommentare:

  1. Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich habe es schon länger aufgegeben gegen meine Büchersucht anzukämpfen. Ich genieße es jetzt ganz einfach durch meinen BuB zu stöbern und meine Schätze zu bewundern.
    LG Beate

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  2. Ich ergebe mich meiner Sucht und halte mich für untherapierbar... Willkommen in der Welt der Subber!

    LG Sina

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  3. Ich schließe mich mal an und freu mich über meinen SUB... wenigstens hat man so immer Bücher im Haus *lach*

    Liebe Grüße
    Corinna

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  4. Man kann sich gerade zu einer schönen SuB Abbau Challenge anmelden.

    Wenn du angemeldet bist, wird der Link zu deinem SuB einem anderen Blogger geschickt. Dieser sucht sich dann 12 Bücher aus und die Bücher musst du dann bis zum 31.12. gelesen haben.

    Vielleicht hast du ja Interesse. Hier der Link:
    http://lesefee.blogspot.de/2012/07/challenge-15-bucher-sub-abbau-challenge.html

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    1. Die Idee ist ja interessant. Danke für den Link.

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  5. Ich habe meinen SuB in zukünftige Leseprojekte umgetauft. Ich finde das hört sich "liebevoller" an und trifft die Sache sogar noch besser :-)

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    1. *lach*, Kathy, man kan sich Dinge auch schönreden. Super Idee...

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  6. Bei mir sieht es ganz genau so aus. Und dann kommt noch dazu, dass ich im Buchladen arbeite. Mittlere Katastrophe... und doch auch wieder nicht. Was wäre ich unglücklich ohne meine Bücher

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  7. Der letzte Satz ist wunderschön. Ich bin immer wieder froh, dass es anderen genauso geht und man nicht als einzige "total verrückt" ist.

    LG Sina

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  8. Oh, oh, SuB-Abbau. Auch ich geb's auf. Heitz wartet auch noch auf mich (Albae 2 handigniert auf Autorenlesung und 3 Zwergebücher, Ritus und Sanctum), Bernsteinerbe habe ich gewonnen, da muss ich doch auch die beiden Vorbände lesen - vor oder nach den Hundert anderen die noch warten?
    ;) Beim Stöbern bin ich auf deinen Blog gestossen und ich finde ihn sehr gut. Ich habe mich entschlossen, regelmäßiger Leser zu werden. Über einen Gegenbesuch auf http://buch-und-spiel.blogspot.de würde ich mich freuen. Liebe Grüße Ingrid

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