Dienstag, 16. April 2013

Sebastian Fitzek - Der Nachtwandler von SINA

Quelle: Droemer Knaur
Ich bin – mal wieder – total begeistert, wie der Autor einem immer wieder aufs Neue so dermaßen verwirren kann, dass man zum Schluss selbst nicht mehr weiß, ob man schläft oder wach ist. Man fühlt sich zeitweise wie Leon Nader, den Hauptcharakter im Buch, der wegen seiner Schlafstörungen schon in der Jugend in psychiatrischer Behandlung war.
Als seine Frau plötzlich verschwindet und eigentlich alles darauf hindeutet, dass sie ihn verlassen hat, Leon jedoch erhebliche Zweifel daran hegt, weiß er, dass es wieder anfängt. Er besorgt sich eine Stirnkamera, die filmen soll, was er im Schlaf macht. Und tatsächlich findet er verwertbares Filmmaterial am nächsten Morgen. Doch was er auf dem Bildschirm seines Laptops findet, lässt sein Blut in den Adern gefrieren. Er steigt durch eine Geheimtür in seinem Schlafzimmer in die Dunkelheit hinab.

Ich frage mich wirklich, woher Sebastian Fitzek noch seine Ideen nimmt. Gerade mit zwei (bald drei) Kindern muss man als Familienvater doch eher die sanfte Variante des Geschichtenerzählens drauf haben. Aber da ihm dies anscheinend nicht genügt, lebt er seine „blutige“ Ader in seinen Romanen für uns Lesern aus.

Wieder war ich beim Lesen total gebannt und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit regelrecht inhaliert, um ja nicht den Faden zu verlieren. Denn dies ist auch nötig, war ich mir zeitweise überhaupt nicht mehr sicher, ob Leon jetzt eigentlich wach ist oder gerade eine schlafwandlerische Phase durchmacht.
Dieses Verwirrspiel zieht sich gleich von Anfang an durch das Buch und bis kurz vor Schluss konnte ich nicht mit Sicherheit sagen, was denn jetzt eigentlich wirklich passiert ist. Und mit dem Epilog setzt der Autor dann nochmal eins drauf.

Fitzek = Spannung pur und dies ist mal wieder in hervorragender Weise gelungen. Wenn ich jedes Buch so schnell verschlingen würde, hätte ich keine Probleme mehr mit meinen SuB ;-)

Erwähnenswert ist auch wieder die Aufmachung des Buches, ist doch bei fast jedem Fitzek-Roman ein kleines Gadget eingebaut. Sei es ein Post-It, eine Telefonnummer auf dem Cover oder eine mysteriöse eMail-Adresse. Hier ist es das ungewöhnliche Lesezeichen. Die Einbandseite hinten ist doppelt und verdeckt die Schnittkante des Buches, so dass es wirkt, als wäre das Buch in eine Schutzhülle gepackt.

Fazit:
Und wieder meine Frage: Wann kommt das Nächste, Herr Fitzek?

10 von 10 Punkten.

Verlag. Droemer Knaur
erschienen: 2013
Printseiten: 320
ISBN: 978-3-426-50374-4

s. a. Bibliografie Sebastian Fitzek

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen