Sonntag, 7. Dezember 2014

Interview mit Monika Dennerlein (Inka Loreen Minden, Lucy Palmer, Loreen Ravenscroft, Mona Hanke, Monica Davis) von SONJA



Achtung, Achtung ! Es folgt ein Interview mit der Meisterin der deutschen Erotik und der Herrin über die Warrior. Was Monika Dennerlein außer einer Vielzahl an Pseudonymen noch zu bieten hat, lest selbst.

© Guido Karp / p41d.com



Monika Dennerlein verbirgt sich inzwischen hinter einigen Pseudonymen. Hast Du da noch den Überblick, was wo wie erscheint? Welche gibt es denn eigentlich alle?

Hallo liebe Sonja, verbergen würde ich es nicht nennen, denn es sind ja offene Pseudonyme, die ich nutze, um verschiedene Genres abzutrennen.
Mein erstes Pseudonym für Erotik war Inka Loreen Minden (übrigens ein Anagramm von Monika Dennerlein). Danach folgte Lucy Palmer, die ich nur bei Blue Panther Books bin. Den Namen hat der Verlag ausgesucht.
Loreen Ravenscroft war ein bisher einmaliger Ausflug in weniger erotische Gefilde und gehört zu meiner romantischen Dystopie »Blutflucht«.
Mona Hanke wurde ich, weil Rowohlt einen deutsch klingenden Namen für das Buch mit den erotischen München-Geschichten wollte.
Tja, und zu guter Letzt gibt es noch Monica Davis für Jugendbuch (Young und New Adult). Eigentlich wollte ich Jugendbücher immer unter meinem richtigen Namen schreiben, aber Bastei Lübbe empfahl mir ein amerikanisches Pseudonym und das werde ich auch beibehalten, denn noch einen weiteren Namen möchte ich mir nicht antun :-) Wobei … Könnte sein, dass ich gerade an einem Geheimprojekt arbeite. Ich hatte spontan Lust auf etwas anderes und setze das gerade um. Wird aber nur eine Kurzgeschichte :-)


© Sonja Kochmann



Wie bist Du zum Genre Gay Romance gekommen?

Meine Kollegin Nicole Henser gab mir vor Jahren eine ihrer Gaystorys zum Lesen und von da an war ich angefixt.


Und warum sind es immer zwei Männer und nicht auch mal zwei Frauen?

Liegt wohl daran, dass ich eine Frau finde und daher zwei Männer einfach heißer finde als zwei Frauen ;-) Wobei es von mir auch Storys mit zwei Frauen gibt, zB »Die Amazone«.

Willst Du zukünftig auch in verschiedenen Genres (Jugendbuch, Erotik, gay romance) Bücher schreiben?

Dem Genre Jugendbuch und Romantasy (mit Erotik :-) möchte ich auf jeden Fall treu bleiben. Eine Gay Romance würde ich auch so gerne wieder schreiben, nur leider halten mich so viele andere Projekte davon ab.


Wie stehst Du zu Buchreihen? Bist Du davon begeistert, oder magst Du lieber Einzelbücher?

Aktuell bevorzuge ich Einzeltitel, da ich so selten zum Lesen komme und bei guten Geschichten doch wissen möchte, wie es weitergeht.


Manche Bücher haben ja pikante Szenen. Bekommst Du da beim Schreiben auch mal rote Ohren?

Nein, schon lange nicht mehr.

Wo bekommst Du die Ideen dafür her? Ich denke da speziell an den Harnröhrenvibrator aus „Dämonenbraut“ oder die Seile aus „Rancherherzen“?

Ich werde ständig gefragt, wo ich meine Ideen herbekomme. Frag meine Muse, die füttert mich damit, ich habe keine Ahnung ;-)

Deine Warrior haben eingeschlagen wie eine Bombe. Wird es noch mehr davon geben? Welches ist Dein Liebling und warum?

Also die lieben LeserInnen rufen ja nach mehr, was mich riesig freut. Ideen habe ich auch noch genug. Leider haben jetzt erst mal zwei anderen Projekte Vorrang, die ich bereits um 16 Monate verschoben habe. Dann habe ich mir ein Ziel gesetzt. Trifft etwas Bestimmtes ein, geht es mit den Warrior weiter. Was ich aber nicht verrate, denn ich kenne ja meine Fans, lach, dann sitze ich morgen schon am nächsten Teil ;-)
Hm, wer ist mein Liebling … Das ist echt schwer, denn ich mag sie alle. Aktuell wohl Jazz. Ich hänge immer an meinen letzten Protas, und Jazz hatte es besonders schwer.

Die Warrior sind gut im Rennen. Doch welches ist Dein erfolgreichstes Buch?

Die Warrior sind gut im Rennen. Doch welches ist Dein erfolgreichstes Buch?

Ich würde sagen, die Kurzgeschichte: "Wie du mir ...". Sie stand fast drei Jahre ununterbrochen auf Platz 1 in Erotik und wurde auch 3 Mal Amazon-Jahresbestseller.
Jax folgt dicht danach. Der Kerl scheint der halben Frauenwelt den Kopf verdreht zu haben, lach. Ich hab noch nie so viele Leserbriefe bekommen wie zu meinen Warrior.





© Cover Art by jdesign ~ www.jdesign.at



Wer oder was hat Dich zum Schreiben gebracht? Denn ich habe gehört, dass Du eigentlich Zahntechnikerin bist.

Ich habe schon als Kind sehr viel geschrieben und eigentlich war es seit jeher mein Traum Schriftstellerin zu werden. Natürlich wusste ich, dass das ein Job ist, bei dem nur die allerwenigsten Geld verdienen, also habe ich zuerst einen anderen Beruf gelernt. Als es nach der Geburt meines Sohnes sehr schwer war, in meinen Job als Zahntechnikerin zurückzukehren (Mamas sind auf dem Arbeitsmarkt leider nicht beliebt), habe ich mich als Schriftstellerin selbstständig gemacht. Es war ein harter Weg und die ersten Jahre liefen mau, aber jetzt bin ich zufrieden und möchte nie wieder etwas anderes machen.


Wie lange dauerte es, bis Du einen Verlag für Dein erstes Buch gefunden hast?

Ich hab von Beginn an gewusst, wie schwer es ist, überhaupt einen Verlag zu finden, daher hatte ich es erst gar nicht versucht und habe ein paar Titel selbst herausgegeben. Eines Tages dachte ich, dass ich ja nichts zu verlieren habe, wenn ich einfach mal was einem Verlag anbiete – und als eine Woche später schon die Zusage ins Haus flatterte, konnte ich es nicht begreifen. Das war wie ein Sechser im Lotto. Von da an kam Eines zum Anderen.


Einige der Romane machen deutlich, dass Du viel Wert auf Recherche legst. Wie schreibst Du?

Ich recherchiere bei jedem Buch und jeder Story, auch wenn man das nicht bemerkt (was man als Leser ja auch nicht unbedingt soll :-) Details sind mir sehr wichtig und gerade bei historischen Geschichten geben sie dem Text die gewisse Würze. Dabei überlasse ich nichts dem Zufall. Sobald ich etwas nicht weiß, recherchiere ich. Aber nicht unbedingt auf Wikipedia, da die Seite leider nicht sehr zuverlässig ist, sondern ich mache mir immer die Mühe, belegte Fakten von Spezialseiten zusammenzutragen, kaufe mir Sekundärliteratur oder telefoniere oder maile auch schon mal mit Fachleuten. Daher dauert die Recherche oft sehr lange, meist ein Drittel der Zeit, die ich an einem Buch arbeite.


Wie viel schreibst Du in der Woche bzw. schreibst Du an mehreren Projekten gleichzeitig?

Früher konnte ich an mehreren Projekten gleichzeitig schreiben, heute schaffe ich das nicht mehr, zumal der Schreibfluss ohnehin oft unterbrochen wird, zB durch Lektorate, Exposés, Leserunden etc.
An einem Roman arbeite ich ca drei Monate bis ein halbes Jahr (Schreiben, Recherche, Überarbeiten).
Seit ein paar Jahren arbeite ich 80 Stunden in der Woche, da ich sonst meine Termine nicht schaffen würde, aber eigentlich mag ich es ja auch nicht anders. Ich bin ein Workaholic – zum Leidwesen meiner Familie.
Wie viel ich in einer Woche schreibe hängt davon ab, was mich vom Schreiben ablenkt. Bürokram, Büchersendungen, Gewinnspiele, sehr viel E-Mail-Verkehr, Lektorate … Von gestern auf heute habe ich zB 30 Seiten geschafft, aber das war eine riesengroße Ausnahme. Ich habe dafür auch alles stehen und liegen gelassen. Es ist aber auch nur eine Kurzgeschichte, für die ich fast nichts recherchieren musste. Sonst schaffe ich ca 100 Seiten im Monat.


Deine Bücher haben wirklich wunderschöne Cover, nenn uns 3 Lieblingscover.

Oh, das ist schwer, denn mir gefallen so viele. Wenn ich jetzt nur drei nennen darf, hm … auf jeden Fall das neue Cover zu »Engelslust« und das neue zu »Beim ersten Sonnenstrahl« von Andrea Gunschera sowie »Andrew und Emma« von jdesign.at.



© Andrea Gunschera und Inka Loreen Minden




© Andrea Gunschera und Inka Loreen Minden



© Cover Art by jdesign ~ www.jdesign.at

Wie wichtig sind Dir das Internet und der Kontakt zu Deinen Fans?

Ich genieße den Kontakt und den Austausch. Das macht Spaß, und über Feedback freut sich jeder Autor. Außerdem sind schon viele nette Bekanntschaften entstanden.



Getroffen auf der Frankfurter Buchmesse 2014
© Sina Frambach


Bleibt selbst noch Zeit zum Lesen oder zu anderen Hobbys?  Wer ist Dein Lieblingsschriftsteller? Was ist Dein Lieblingsbuch (eigene zählen nicht ;) )?

Ich habe sehr wenig Zeit für alles, da gehört Lesen leider dazu, obwohl ich für mein Leben gerne lese und schon immer viel gelesen habe. Leider schaffe ich jetzt nur noch ein Buch im Monat.
Einen Lieblingsschriftsteller und -Buch habe ich aktuell nicht, noch vor 20 Jahren hätte ich Stephen King (The Stand) genannt, doch mittlerweile hat sich mein Lesegeschmack geändert. Ich mag Romantasies und historische Liebesgeschichten :-)

Wie stehst du zum E-Book?

Ich finde E-Books sind eine tolle Sache. Es müssen dafür keine Bäume sterben, man brauch keine Regale, hat kein Platzproblem und kann einen E-Reader voller Bücher mit in den Urlaub nehmen. Ich selbst habe jedoch keinen Reader, denn ich liebe es, mich mit einem Buch auf die Couch zu lümmeln, ich mag das Cover sehen, mag die Seiten umblättern. Da ich außerdem täglich mindestens 12 Stunden vor dem Bildschirm sitze, möchte ich beim Lesen nicht wieder in ein Gerät starren.
Leider sehen einige Leute E-Books nicht mehr als richtiges Buch an und sind daher nicht bereit, dafür zu bezahlen. Das tut uns Autoren besonders weh, da ja in diesen Ausgaben dieselbe Arbeit, Schweiß und alles Herzblut stecken. Für Zigaretten, den täglichen Kaffee to Go oder einem Menü bei Mac Donalds wird bezahlt, aber monatelange schriftstellerische Arbeit wird immer weniger honoriert.
Im Moment zeichnet sich daher eine erschreckende Entwicklung ab. Wir Autoren sollen weiterhin Geschichten liefern, aber bitte kostenlos. Nur wird das nicht funktionieren, denn von Luft und unseren Texten können wir nicht leben. Daher weiß ich aktuell nicht, wie lange ich meinen Herzblutberuf noch ausüben kann. Ich wäre gerne damit alt geworden.

Und zum Abschluss verrate uns ein bisschen von Deinen Projekten 2015 ….

Aktuell schreibe ich an »Amy und Jason«, das im Januar 2015 erscheinen soll. Danach ist ein Verlagstitel geplant, außerdem erscheint im Februar eine Übersetzung (darüber darf ich leider noch nichts verraten) und im März »LoveTrip« bei Blanvalet. Des Weiteren skizziere ich nebenher ein Jugendbuch, denn vor wenigen Wochen hatte mich direkt nach dem Aufwachen eine Idee gepackt, die mich nicht mehr losgelassen hat. Ist aber alles noch streng geheim :-) Außerdem wollte ich mal wieder eine Gay Romance schreiben, Nick aus der Flasche 2 … Ach ja, und noch so einiges. Wie immer habe ich mehr Ideen als Zeit ;-) Es wird auf jeden Fall nicht so viel erscheinen wie sonst, weil ich mir fest vorgenommen habe, kürzerzutreten.
Quelle: Blanvalet


Und was wünscht Du Dir für 2015?


Mehr Zeit für meine Familie und mich, Gesundheit und Weltfrieden :-)

Vielen Dank und schaut mal rein unter http://www.inka-loreen-minden.de/


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