Freitag, 28. Februar 2014

Gavin Extence: Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat von CORINNA

Quelle: Limes
INHALT:
Alex Woods ist anders als die anderen Jungen. Nicht nur, dass er als Kind von einem Meteoriten getroffen wurde und seine Mutter als Hellseherin arbeitet, nein, er hat auch seit dem Unfall epileptische Anfälle und ist ein Einzelgänger.
Doch ganz unerwartet lernt Alex den älteren Mr. Peterson kennen und es entwickelt sich eine Freundschaft, die für beide unbezahlbar ist und keine Grenzen kennt.



Allein schon das Cover von „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat“ machte mich sofort neugierig. Dabei kann ich nicht einmal sagen, ob es die türkise Farbe und die besondere Gestaltung war, oder ob mich der sehr lange Titel (!!!) sofort ansprach.
Kurz gesagt, für mich ist das Buch ein kleiner Eyecatcher und ich war schon beim ersten Blickkontakt sehr gespannt.


Der Brite Gavin Extence liefert mit seinem Debütroman eine Mischung aus einer lustig-unterhaltenden Geschichte, die gleichzeitig aber immer wieder Kritik an der Gesellschaft äußert und die durch seine ungewöhnlichen Protagonisten lebt.
Dies alles verpackt der Autor mit einem sehr unterhaltenden, aber gleichzeitig auch leisem Schreibstil, den ich immer wieder lesen könnte. Denn er schreibt sehr bildlich, aber im selben Moment auch so, als würde sich die Hauptfigur, Alex Woods, mit mir unterhalten. Dadurch bekam ich recht schnell eine „Bindung“ zu Alex und lernte ihn und seine Geschichte immer besser kennen.

Alex ist sicherlich kein ganz einfacher Charakter. Mal ist er wie ein Kind, sehr naiv und leichtgläubig, dann wiederum wirkt er sehr erwachsen, weiß was er will und was er dafür tun muss. Trotzdem, oder gerade deswegen mag ich ihn, weil er diese liebenswerte und auch ehrliche Seite hat, die mir sehr gefällt. Hinzu kommt die Beziehung zu Mr. Peterson, die langsam beginnt und dann so groß und intensiv wird.
Denn die Begegnung der Beiden ist eher ein Zufall und alles andere als gewollt. Trotzdem merken sie recht schnell, was sie an dem Anderen haben.

Gerade dieser Punkt hat mich sehr berührt, denn man merkt, dass wahre Freundschaft kein Alter und keine Grenzen kennt. Berührend, kann ich dazu immer wieder nur sagen und sehr ehrlich.

Emotional gesehen, ging ich beim Lesen aber durch ein großes Auf und Ab. Mal war mir zum Lachen zumute, dann habe ich sogar weinen müssen und zwischendurch wollte ich einfach nur lesen, lesen, lesen.

Und auch wenn ich viel lobendes über diesen Roman sagen kann, es gibt auch einen kleinen Punktabzug. Denn gerade im Mittelteil schweifte die Geschichte etwas ab. Und dies bedeutet gleichzeitig, dass ich mitten im Buch eine kleine Flaute hatte.
Diese verschwand zum Ende hin aber wieder und ich konnte das Buch erneut genießen.

Gavin Extence werde ich mir als Autor auf jeden Fall merken, denn diesen Schreibstil kann ich immer wieder nur loben und die Idee der Geschichte war anders und gelungen.

Mein Fazit:
Für Leserinnen und Leser, die eine etwas andere Geschichte suchen, bietet „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat“ eine tolle Abwechslung.
Mir selber hat es, bis auf einen kleinen Punkt, sehr gut gefallen.

8 von 10 Punkten

Verlag: Limes
Erschienen: 2014
Seiten: 480
ISBN:  978-3-8090-2633-4

Sonntag, 23. Februar 2014

Philip Reeve & Sarah McIntyre - Schwupp und weg (01) von SINA

Quelle: sina frambach + Dressler

Oliver ist zehn Jahre alt und der Sohn eines Entdeckerehepaares. Dadurch hat er schon viele Abenteuer erlebt. Als es nichts mehr zu entdecken gibt, beschließen Oliver's Eltern, sich endlich zur Ruhe zu setzen. Oliver freut sich auf ein ruhiges Leben und die Schule. Als dann Olivers Eltern verschwinden, macht sich Oliver auf die Suche und erlebt damit sein bisher größtes Abenteuer. Zusammen mit einer wandernden Insel, einer kurzsichtigen Meerjungfrau und einem plappernden Albatros macht er sich auf den Weg.

Allein die Aufmachung des Buches ist es wert, es zu kaufen. Denn es ist mit vielen wunderschönen Zeichnungen geschmückt, die die Geschichte nochmals verständlicher machen. Gerade für Kinder ist dies natürlich sehr interessant.
Aber auch ich als Erwachsene muss sagen, dass die Zeichnungen einfach gelungen sind und alles  lesenswerter machen.

Quelle: sina frambach
Die Geschichte ist sehr phantasievoll, trotzdem bleibt alles einfach gestaltet und Kinder haben keine Mühe, dem Geschehen zu folgen.
Die Charaktere sind liebenswert, schön ausgearbeitet und wachsen einem sofort ans Herz. Vor allem Oliver, der ja eigentlich endlich ein ruhiges und vor allem normales Leben leben will. Doch man merkt ihm an, dass zu viel von seinen Eltern in ihm steckt, als dass er wirklich so leben will.

Am Ende wird jedoch ein schöner Kompromiss gefunden und so kann man sich wahrscheinlich auf noch mehr Abenteuer von Oliver, Iris, der kurzsichtigen Meerjungfrau und Mr Culpeper, dem sprechenden Albatros freuen.

Ich muss auch nochmal auf die Zeichnungen eingehen. Diese sind nämlich auch in die Geschichte miteingebunden. So schlängelt sich die Schrift durch Höhlen, Sprechblasen bilden die wörtliche Rede oder es wird eine Explosion gezeigt, bei der man sich vorstellen kann, welche Kraft dahintersteckt.

Quelle: sina frambach
Quelle: sina frambach
Dieses „Aufpeppen“ der Geschichte finde ich einfach nur sehr gelungen und macht das Buch auch zu etwas Besonderem.
Gleichzeitig wird auch die Phantasie angeregt und man stellt sich alle Szenen, die nicht gezeichnet sind, in gleicher Weise vor.

Quelle: sina frambach
Fazit:
Für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen geeignet, deswegen verdiente 10 von 10 Punkten.

Verlag: Dressler
erschienen: Januar 2014
Printseiten: 208
ISBN: 978-3-7915-1702-5


Samstag, 22. Februar 2014

Brandon Mull - Fabelheim (01) von SINA

Quelle: Blanvalet

Da Kendra und Seth Eltern auf einer Kreuzfahrt durch Skandinavien unterwegs sind, müssen die beiden Geschwister bei ihren Großeltern väterlichterseits untergebracht werden. Ganz wohl ist den beiden dabei nicht und sie machen sich auf langweilige 17 Tage gefasst. Doch kaum sind sie dort angekommen, fangen schon die Geheimnisse an. Ihre Oma ist angeblich unpässlich, ihr Opa verschwindet den ganzen Tag und taucht erst zum Abendessen auf. Die Haushälterin Lena erzählt rätselhafte Geschichten und aus der Scheune hinterm Haus dringen Geräusche, die nicht zuzuordnen sind. Kendra und Seth finden heraus, dass ihr Opa der Hüter von Fabelheim ist, einem magischen Reservat für Feen und andere Fabelwesen. Und schon machen die Ferien Spaß.

Vom Klappentext her bin ich schon seit längerem sehr neugierig auf dieses Buch, muss aber letztendlich sagen, dass ich nach dem Lesen nicht so begeistert bin, wie gedacht.

Dass es sich um ein Kinderbuch handelt, ist von Anfang an klar, doch hat mich der Schreibstil des Autoren dann doch etwas genervt.
Mit vielen Wiederholungen und teilweise nicht logischen Zusammenhängen wird die Geschichte geradezu "heruntergeleiert".

Zeitweise werden Dinge ruckzuck abgehandelt, dann wiederum endlos in die Länge gezogen. Auch gab es Gedankengänge, die nicht weiterverfolgt wurden bzw. die am Ende nicht aufgelöst werden.

Da es noch weitere Bände zu dieser Reihe gibt, gehe ich von aus, dass manche Dinge noch aufgelöst werden. Ob ich jedoch weiterlese, ist im Moment für mich noch fraglich.

Die Protagonisten Kendra und Seth sind sehr gegensätzlich. Kendra ist eher der vorsichtige Typ, während Seth die Regeln gerne bricht. Ein typisches Geschwisterpaar eben.
Doch konnte ich zu beiden keinen richtigen Zugang finden. Sie bleiben bis zum Ende hin blass und farblos.

Die Story an sich ist eigentlich nicht schlecht. Die Idee ist interessant, allerdings nicht ausgereift.

Rein als Kinderbuch gesehen ist die Geschichte allerdings meiner Meinung nach erst ab einem Alter von 12 Jahren geeignet. Es kommen doch manch eklige Szenen vor, die ich als Erwachsener schon grenzwertig fand. Nicht gewalttätig oder brutal, einfach von der Beschreibung einzelner Wesen oder einzelner Szenen.

Fazit:
Schade, habe ich doch mehr erwartet.

4 von 10 Punkten.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2007
Printseiten: 368
Format: ebook
ISBN: 978-3-641-10641-6

Freitag, 21. Februar 2014

Christine Cazon: Mörderische Côte d´Azur von CORINNA

Quelle: Kiepenheuer & Witsch
INHALT:
Frisch aus Paris an der Côte d´Azur bleibt Kommissar Duval keine Zeit, sein geerbtes Zuhause, zu renovieren. Denn auf dem weltberühmten Filmfestival in Cannes wurde ein Regisseur während der Vorführung erschossen.
Zeugen gibt es keine, denn der Mord fiel den Zuschauern erst nach Filmende auf und somit steht Duval, in seinem ersten Fall, vor einer sehr schwierigen Ermittlung.



Da wir unseren letzten Urlaub in Südfrankreich verbrachten und dort eine wunderschöne Woche hatten, war ich sehr gespannt auf den ersten Roman von Christine Cazon. Allein das Cover spiegelt ja schon diese wunderschöne Gegend wider und dann auch noch ein Krimi... meine Neugierde wurde geweckt.

Mit dem Kriminalfall geht es dann auch recht schnell los. Als Leser lernt man Duval kurz kennen und dann klingelt auch bereits das Telefon und der neue Job ruft.
Mir selber stieß dies kurz auf, denn ich hätte gerne noch mehr über den Menschen, hinter dem Beruf, erfahren. Schließlich ist mir Kommissar Duval zu diesem Zeitpunkt ja auch noch unbekannt gewesen und so hätte ich ihn gerne noch besser „kennengelernt“.
Aber diesen Moment habe ich dann auch schnell wieder zurückgestellt und mich voll auf das Buch konzentriert.

Das Schöne ist nämlich, dass Christine Cazon sehr französisch schreibt. Damit meine ich, dass dieses Buch locker zu lesen ist, aber auch vor kulinarischen Genüssen nur so strotzt. Darauf wird viel Wert gelegt und so wurde mein Mund so manches Mal wässrig, als ich von den guten Speisen der örtlichen Restaurants gelesen habe.

Zusätzlich kommt dieses Frankreich-Flair aber ganz sicher auch durch die Übersetzung, die ich sehr gelungen finde. Denn es schleichen sich immer mal wieder französische Begriffe, oder auch Redewendungen ein und wir Leser haben so immer den Spielort vor Augen.
Krimifreunde, die sich allerdings an französischen Namen stoßen, werden hier sicherlich eine längere Gewöhnungszeit benötigen.

Zum Fall an sich möchte ich noch schreiben, dass es ein typischer Krimi ist. Nicht blutig, aber durchaus spannend. Ich tappte bei der Lösung bis kurz vor Ende im Dunkeln, war dann aber über die Wendungen, die der Mord nimmt, doch überrascht.

Christine Cazon und ihr Kommissar Duval werde ich mir merken und ich hoffe auf ein Wiederlesen. Ich fand es abwechslungsreich gut.

Mein Fazit:
Ein Krimi aus Frankreich und der erste Teil einer neuen Reihe. Mir hat dieses Buch mit einer guten Prise Mittelmeer sehr gut gefallen und ich möchte mehr!

8 von 10 Punkten

Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erschienen: 2014
Seiten: 336
ISBN: 978-3-462-04642-7



Bibliografie: Christine Cazon

Die 1962 geborene Autorin lebt zusammen mit ihrem Mann und zwei Katzen in Cannes.
"Mörderische Côte d´Azur" ist ihr Debütroman.

Kommissar Duval:
1) Mörderische Côte d´Azur

Quelle: Kiepenheuer & Witsch

Kathrin Lange - 40 Stunden von SONJA

Quelle: Blanvalet


INHALT:
Faris Iskander ist Ermittler in einer Sondereinheit für religös motivierte Verbrechen. Als er ein Video von einem gekreuzigten Mann und Bombendrohungen für den Kirchentag in Berlin erhält, hat er noch genau 40 Stunden, um eine Detonation von mehreren Bomben zu verhindern. Doch der Attentäter will mehr als den Tod von Gläubigen, er will Faris persönlich....

FAZIT:
Das Buch ist packend von der ersten bis zur letzten Seite! Die Thematik ist derart aktuell und brisant, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Anfänglich hatte ich die Befürchtung, ob die religiösen Motive des Attentäters zu sehr im Vordergrund stehen würden, doch dies ist nicht der Fall. 

Faris Iskander ist hier das perfekte Gegenstück, denn er ist Muslim und durch eine fehlgeschlagene Bombenentschärfung eigentlich ein nervliches Wrack. Doch was tut man nicht alles, um Menschen, die man liebt zu schützen? Auch sein Job ist für ihn ein und alles. Denn schließlich musste er in der Vergangenheit dafür viel aufgeben. Dies alles ergibt ein stimmiges Bild eines menschlichen Ermittlers (Auch wenn er das ein oder andere Mal durchaus eine Schmerztablette oder eine Dusche hätte nehmen können.)

Tempo kommt in die Geschichte nicht nur durch das Zeitlimit des Täters, sondern auch durch die kurzen Episoden, um oder mit den möglichen Opfern. Die Motivation des/r Täter/s  stimmt einen nachdenklich: wann wird Religiosität fanatisch? Wann entsteht ein Kindheitstrauma? Wann ist Glaube gegenüber einer Gesetzgebung nur noch zweitrangig? Sind die verschiedenen Kulturen überhaupt vereinbar miteinander?

Die Kombination aus religiös motiviertem Verbrechen, Rache, Hacker, Bomben kann locker mit den "großen Krimis" aus den USA mithalten. Die Autorin Kathrin Lange hat auf facebook bereits verraten, dass sie derzeit für einen zweiten Teil um Faris Iskander recherchiert. Ich freue mich, denn selten hat mir ein Ermittler so gut gefallen: 9 von 10 Punkten. Endlich mal ein bombiger Ermittler aus Deutschland!

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2014
Seiten: 416
ISBN: 978-3442381296

Linda Lael Miller - Big Sky Mountain: Der Berg der Sehnsucht von SONJA

Quelle: Mira Taschenbuch


INHALT:
Kendra ist in die kleine Stadt mitten in Montana zurückgekehrt. Im Gepäck hat sie ihre 4 jährige Adoptivtochter Madison, die schon einiges mitgemacht hat und ihre volle Liebe braucht. Doch ist vielleicht noch ein bisschen für den mürrischen Cowboy Hutch übrig, der mit ihr vor einigen Jahren eine leidenschaftliche Zeit durchlebt hat?

FAZIT:
Dies ist der zweite Teil über die schrulligen, liebevollen und verwegenen Einwohner des Örtchens Parable. Der erste Teil hat mein Herz bereits im Sturm erobert und der zweite Teil war sogar noch besser.

Warum? Die Bewohner dieser kleinen Stadt machen die Liebesgeschichte in sich noch stimmiger und geben dem Ganzen durch Dialoge und witzige Situationen einfach noch ausreichend Abwechselung.

Die Haushälterin Opal hat einfach immer das letzte Wort und schafft es sogar widerspenstige Cowboys zu zähmen oder sprachlos zu machen. Sie scheint - mit Gottes Hilfe - noch einige andere Pärchen zusammenbringen zu wollen. Inwieweit der neue Prediger vielleicht für Opal selbst geeignet ist, bleibt abzuwarten. Man muss auf jeden Fall schmunzeln, wenn Opal in der Kirche überlegt, wer als nächstes dran sein könnte und die Autorin hat schon die eine oder andere Figur eingeführt, die es verdient hat, verkuppelt zu werden.

Madison schafft es mit ihrer kindlichen Naivität Kendra und Hutch zusammen zu bringen. Dabei fallen einige Formulierungen, die einfach zuckersüß sind. 

Trotz Kleinstadtcharme ist dieses Buch brandaktuell. So muss sich Hutch doch einem sogenannten "shitstorm" im Internet aussetzen lassen, als er seine allseits beliebte Braut vor dem Altar stehen lässt. Ja auch das Internet hält Einzug in die staubige Prärie.

Kendra und Hutch stehen zwar bereits von Anfang an als "Paarung" fest, doch das Augenmerk ist in diesem Buch der Weg zum Glück. Denn beide haben so viele Probleme und Verpflichtungen, dass das gemeinsame Glück gefährdet scheint. Während dies in einigen Rezensionen kritisiert/bemängelt wird, fand ich dies realistisch. Denn beide sind keine 20 mehr und haben sowohl positive als auch negative Erfahrungen gemacht. Ihre eigenen Familiengeschichten bzw. -probleme haben sie geprägt. Es läuft halt auch in Liebesromanen nicht alles glatt.

Daumen hoch für den gelungenen Mix aus Cowboyschweiss, Mädchentränen und ganz viel Liebe: 10 von 10 Punkte.



Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2013
Seiten: 364
ISBN: 978-3862788019


Donnerstag, 20. Februar 2014

Juli D. Finn - Leben und Liebe von SINA

Quelle: Juli D. Finn

Sechs Kurzgeschichten rund um das erste Mal, die erste Liebe und die Sehnsucht nach mehr. Ob beim Lapdance, beim Zelten am See oder im Internat. Die Liebe lauert überall und ist nicht vorhersehbar. Schon gar nicht, wenn sie auf dem Nachbargrundstück lauert oder in der eigenen Familie zu finden sind. 

Die Kurzgeschichten der Autorin sind vor allem eins: kurzweilig.

Mit unzähligen Klischees bestückt erwarten einem gefühlvolle Geschichten rund um das Thema homosexuelle Liebe. Dabei geht es aber nicht vordergründig um die sexuelle Ebene, sondern um die Gefühle oder das Coming-Out selbst.

Bei den Geschichten merkt man deutlich, dass es der Autorin um Alltagsdinge geht. Die Liebe ist nicht vorprogrammierbar und wächst einfach überall, selbst auf dem sandigsten Boden trägt sie Früchte und kommt in den besten Familien vor.

Die Protagonisten gehen mit ihren Gefühlen sehr behutsam um, schämen sich (fast) nicht, sie offen zu zeigen und wenn sie sie verbergen, dann eher, um andere zu schützen und ihnen nicht weh zu tun.

Aber auch Freundschaft wird groß geschrieben bei der Autorin. Denn was wären die Coming Outs ohne Freunde, die hinter einem stehen und einem nicht hängen lassen.

Der einfache Schreibstil der Autorin trägt auch noch dazu bei, dass man mit Leichtigkeit durch die Geschichten fliegt und auch Verständnis für die Probleme und Sehnsüchte der meist jugendlichen Protagonisten aufbringt.

Es hat Spaß gemacht, diese kurzweilige Lektüre zu lesen und ich werde mir die Autorin für die Zukunft merken.

Fazit:
Kurzweilige, erotische Lektüre mit Schwerpunkt auf Gefühl.

Ich vergebe 8 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2014
Printseiten: 144
Format: ebook
ASIN: B00H6EWD9Y

Chris P. Rolls - LionsRoar (Irgendwie) von SINA

Quelle: Chris P. Rolls
Alex Welt besteht aus Eroberungen, Inszenierungen und Perfektion. Als er eines Abends auf Markus trifft, weiß er gleich, dass er Markus erobern will. Doch Markus ist – genau wie Alex – ein Jäger. Beide wollen dominieren. Und so entsteht ein Spiel um Kontrolle und Macht – doch diese kann Alex nicht lange halten, denn seine Gefühle für Markus werden zu intensiv. Wer gibt wohl als erstes nach?

Vielen wird die Story bekannt vorkommen, wurde sie schon einmal erzählt und zwar aus Sicht von Markus in der Geschichte Irgendwie Top.
Diesmal erzählt die Autorin die Story aus Alex Sicht und dies merkt man auch deutlich am Schreibstil.

Alex ist ein Perfektionist und Kontrollfreak. Diese Kontrolle verliert er jedoch, als er auf Markus trifft. Die Faszination, die Alex für Markus empfindet, ist von Anfang an spürbar und es war sehr interessant, alles aus Alex Sicht zu erfahren.
Da ich Irgendwie Top ja schon gelesen habe, war mir die Geschichte nicht neu, trotzdem habe ich einige neue Facetten an Alex und auch an Markus kennengelernt.

Da die erotischen Szenen diesmal aus Alex Sicht geschildert werden, kommen neue Komponente ins Spiel. Ich habe teilweise nochmals Szenen, die in Lions Roar geschildert werden parallel in Irgendwie Top nachgelesen und so ergab sich letztendlich ein stimmiges Bild.

Wie schon in Irgendwie Top waren die Sexszenen auch hier sehr stark ausgeprägt, Sex ist das Hauptziel der beiden und so wird dies auch oft und intensiv ausgeübt.

Die Gefühle sind zwar von Anfang an vorhanden, werden jedoch erst später das Hauptthema und so ist man am Anfang vielleicht erst mal erschlagen ob der vielen erotischen Spielchen.

Trotzdem ist es der Autorin gelungen, die beiden Geschichten Irgendwie Top und Lions Roar zu einem Ganzen werden zu lassen und durch die nun verschiedenen Sichtweisen wird vieles verständlicher.
Insoweit rate ich an, wirklich beide Storys zu lesen, da sie sich ideal ergänzen.

Fazit:

Markus und Alex Story aus Alex Sicht. Eine gelungene Umsetzung.

9 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2013
Format: ebook
Printseiten: 549
ISBN: 978-1494347796

Mittwoch, 19. Februar 2014

Gavin Extence - Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat von SINA

Quelle: Limes
Alex Woods hat es nicht leicht. Er lernt gerne, liest Bücher und hat eine Mutter, die Karten legt und sich für hellseherisch begabt hält. Sport ist nicht sein Ding und er denkt lieber über das Leben und seinen Sinn nach.
Eines Tages wacht er im Krankenhaus auf. Ihm fehlen zwei Wochen seines Lebens, in denen er im Koma lag. Und nur wegen eines kleinen Meteroiten, der ihm auf den Kopf gefallen ist.
Doch ab diesem Zeitpunkt ändert sich vieles für Alex. Er hat mit epileptischem Anfällen zu kämpfen, mit einer gluckenden Mutter und Mitschülern, die ihn für „komisch“ halten.
Erst als er Mr. Peterson kennenlernt, ändert sich einiges für Alex. So ungleich beide sind, werden sie doch Freunde und als Alex sich entscheidet, seinem Freund in der schwierigsten Phase seines Lebens zu helfen, weiß Alex instinktiv, dass er richtig handelt.

Schon allein der Einband lässt einem wissen, dass man dieses Buch lieben wird. Genauso ging es mir, als ich es das erste Mal in Händen hielt. Der Titel sagt auch einiges aus und so konnte ich nicht anders, als mich gleich in das Buch zu vertiefen.

Mit einem sehr ruhigen und teilweise recht einfachen Schreibstil stellt uns der Autor Alex Woods vor, einen zehnjährigen Jungen, der nicht in das Allgemeinbild vieler Menschen passt. Alex ist wissbegierig, lernfreudig, zeitweise naiv und einfältig und mag nicht in eine Schublade mit anderen gesteckt werden.
Diese „Andersartigkeit“ zusammen mit seine Epilepsi machen ihn zum Außenseiter. So hat er viel Zeit, sich Gedanken zu machen und diese auch zu ergründen.

Gerade dieser ruhige Schreibstil des Autors hat mich gefangen genommen. So erwischte ich mich dabei, dass ich mich in Alex hineinversetzen konnte, mir ebenfalls Gedanken macht, warum manches so ist, wie es ist. Alex hat mich mit seinem Gedankengängen teilweise sehr zum Grübeln gebracht.

Aber auch Mr. Peterson, ein alter Mann, der im Vietnamkrieg verletzt wurde und nun mit Krücken zurecht kommen muss, ist mir sehr ans Herz gewachsen. Mr. Peterson hat eine kauzige Art, die gleichzeitig als liebenswürdig erachtet werden könnte. Er kann Gefühle nur schwer ausdrücken und versteckt sich hinter Metaphern, Lehrvorträgen und seinem geliebten Marihuana, dass er selbst anbaut.

Das Buch ist traurig und wunderschön zugleich. Die Thematik ist schwer, die Umsetzung jedoch so leicht und sanft, dass man ewig hätte weiterlesen können. Am Ende konnte ich mich nur schwer von Alex trennen. Ich hoffe, dass er seinen Weg weitergeht und sich nicht unterkriegen lässt.

Die berührende Geschichte wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben, zeigt sie doch, dass Freundschaft und Liebe zwei wichtige Dinge im Leben sind, die keinem Menschen verschlossen sein sollten.

Fazit:
Alex Woods gegen das Universum.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Limes
erschienen: 2014
Printseiten: 479
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-8090-2633-4


Bibliografie Gavin Extence

Vita:
Gavin Extence wurde 1982 in dem kleinen Dorf Swineshead in der Grafschaft Lincolnshire in England geboren. Zur Zeit lebt er mit seiner Familie in Sheffield. Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat ist sein Debütroman, der die Herzen der Leser im Sturm erobert hat und als das Debüt des Jahres gefeiert wird.

Romane:

Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat
 

Quelle: Limes

Montag, 17. Februar 2014

Jurenka Jurk: Verliebt bis in die Haarspitzen von CORINNA

Quelle: spiritbooks
INHALT:
Helen hat kein Händchen für Männer. Ihre bisherigen Beziehungen endeten immer in einer Katastrophe. Nach einem weiteren Tiefschlag braucht sie eine kleine Aufmunterung und übernimmt prompt den Friseurtermin ihrer Freundin Yvonne.
Und genau dann passiert es, sie sieht Fabian. Er ist Friseur und beide kommen sofort ins Gespräch. Aber nach den Glücksgefühlen kommt der Fall, denn es ist stadtbekannt, dass Florian nicht auf Frauen steht. Für Helen bricht eine Welt zusammen.
Kann man mit jemanden befreundet sein, für den man mehr empfindet?



„Verliebt bis in die Haarspitzen“ war mein erstes Buch der Autorin Jurenka Jurk. Mich sprach nach Beendigung des Klappentextes sofort diese verzweigte Geschichte an und ich versprach mir ein lustiges Buch für Frauen, das mich evtl. zum Schmunzeln bringt und auf jeden Fall gut unterhält.
Und genau das habe ich bekommen.

Natürlich handelt es sich bei Helens Geschichte um einen ChickLit-Roman. Ich denke, dies ist schnell klar geworden.
Jurenka Jurk, die auch die Schreibschule „Schreibfluss“ am Bodensee leitet, schafft es aber mit einer lockeren Art, diese kleine Geschichte sehr liebenswert zu erzählen. Ich selber empfand es stellenweise so, als würde ich die Geschichte live und vor Ort miterleben.

Wie die Protagonisten Helen und auch Fabian zueinander stehen, wird schnell klar und auch das Ende war alles andere als überraschend. Trotzdem ist ja der Weg das Ziel und dieser machte mir viel Spaß.
Überraschungen gab es auch auf dem Weg relativ wenige, aber die Figuren Helen, Fabian und dessen Großmutter fand ich sehr sympathisch.
Außerdem gab es für mich immer diese kleinen Momente, die ich besonders fand und die der Geschichte das bestimmte Etwas gaben.

Trotzdem habe ich aber auch an einer Person etwas zu bemängeln. Denn es gab in „Verliebt bis in die Haarspitzen“ noch Yvonne, Helens beste Freundin, die ich so gar nicht mochte. Stellenweise empfand ich sie als zu selbstsüchtig und dies ging mit dann schon gegen den Strich. Zwar ist sie auch für Helen da, aber meine Meinung nach nicht ausreichend genug.

Und trotzdem flogen die 206 Seiten nur so an mir vorbei.
Ein feines Büchlein für einen Tag am Kamin oder im Sommer auf der Terrasse.

Mein Fazit:
„Verliebt bis in die Haarspitzen“ ist ein 206 Seiten langer Roman für Frauen. Ich selber fühlte mich gut unterhalten und kann das Buch für eine kleine Auszeit empfehlen.

7 von 10 Punkten

Verlag: spiritbooks
Erschienen: 2012
Seiten: 206
ISBN: 978-3-9815110-1-7






Bibliografie: Jurenka Jurk

Die Autorin Jurenka Jurk kommt ursprünglich aus Norddeutschland. Seit über 10 Jahren lebt sie aber als Nordlicht in Konstanz am Bodensee.
Da sie das kreative Schreiben liebt, gründete sie 2011 die Schreibschule "Schreibfluss" in der sich auch unterrichtet.


Bisher erschienen:
 

- Verliebt bis in die Haarspitzen

Quelle: spiritbooks

Samstag, 15. Februar 2014

Vorankündigung: Death by DEATH

Quelle: Carlsen

Who is Jimmy Earle? 

Wem, was und warum droht hier eine Endlösung
???

"Jimmy Earle gibt sein letztes Konzert!" – das ist die geheimnisvolle Vorankündigung für das Buch "DEATH", das am 1. März erscheint. Es geht um eine gefährliche Droge, Liebe und Chaos – und mehr wird vom Carlsen-Team noch nicht verraten!

Auf www.jimmyearle.com und auf Facebook gibt es kleine Anhaltspunkte und auch am 1. März die ganze Wahrheit.

Halten wir es gemeinsam aus?!


Quelle: Carlsen


Freitag, 14. Februar 2014

Nina Weger - Die sagenhafte Saubande: Kommando Känguru (01) von SINA

Quelle: Oetinger

Matheo hat eine einzigartige Gabe: er kann mit Tieren sprechen. Nur blöd, dass seine Eltern beide gegen Tierhaare allergisch sind und Matheo so kaum mit Tieren in Kontakt kommt. Nur mit der Katze von Tante Ulla hatte er es bisher zu tun, doch diese ist alles andere als ein Muster von Liebenswertigkeit. Leider halten viele Matheo für einen Außenseiter und so hat er keine Freunde. Bis er eines Tages auf die beiden Pudel Toffy und Nero trifft. Sie freunden sich gleich an und Matheo merkt, dass nicht alle Tiere sind wie Tante Ullas blöder Kater. Als im Safaripark das Känguru Alice Springs verschwindet, machen sich Matheo, Toffy und Nero auf Spurensuche. Kurz darauf lernt Matheo Polly kennen, die sich dem Trio anschließt. Zusammen erleben sie ein Abenteuer rund um Entführung und Erpressung – und lernen, was richtige Freundschaft bedeutet.

Der Klappentext des Buches liest sich wunderbar, erwartet man doch eine zauberhafte Geschichte rund um Tiere und zwei  junge Menschen, die sich letztendlich zusammenraufen und gute Freunde werden. Genau diese Geschichte wird einem dann geboten, doch hat mich einiges auch abgeschreckt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen und es macht auch Freude, der Geschichte zu folgen, wenn man nicht das empfohlene Alter (ab 8 Jahren) für das Buch hat. Bis man dann auf ein paar Dinge stößt, die mich doch skeptisch gemacht haben, ob ich das Buch in diesem Alter meinem Kind zu lesen geben würde.

Im Vorfeld möchte ich klarstellen, dass ich nichts gegen Homosexualität habe, aber die Autorin stellt die Beziehung der beiden Pudelrüden Toffy und Nero dann doch so dar, als wären diese beiden ein Paar. Kleine Andeutungen und Gesten verstärken diesen Eindruck und so stelle ich mir vor, dass doch gewisse Fragen bei Kindern auftauchen werden. Und dies gerade anhand Hunden erklären zu müssen, finde ich dann doch nicht passend.

Weiter ist die Thematik, also die Entführung des Kängurus zu Anfang nicht deutlich. Denn erst wird davon ausgegangen, dass die Känguru-Dame Alice ausgebüxt ist. Und zwar aus Liebeskummer, weil ihr Mann Axel Springs sie angeblich mit einer anderen Känguru-Dame betrogen hat. Nun gehen die Kängurus im Gehege davon aus, dass sich Alice quasi vor den nächsten Zug schmeißt, sprich sie selbstmordgefährdet sei.
Auch diese Thematik hat in einem Kinderbuch, dass sich nicht ausdrücklich mit diesem Thema beschäftigt, nichts zu suchen.

Dritter Knackpunkt ist die Ausdrucksweise der 9jährigen Polly, die mit Kraftausdrücken um sich wirft. Dies stört keinen, obwohl sie manchmal einen „scharfen Blick“ zugeworfen bekommt, wenn ihr wieder etwas über die Lippen kommt, dass für Kinderohren nur im Notfall geeignet ist.

Für mich als erwachsene Leserin waren diese Punkte schon sehr heftig. Gehe ich allerdings nicht mit „Kinderaugen“ an dieses Buch heran, erwartet einem eine spannende Geschichte rund um einen Entführungsfall mit Hauptcharakteren, die nicht nur menschlich sind.

Es ist schon witzig, wie sich zwei 9jährige Menschen, ein Suchschwein, zwei Pudel und ein Rabe zusammenraufen, um letztendlich ein Känguru und noch einiges mehr zu retten.

Fazit:

Die Idee ist witzig, die Umsetzung teilweise gelungen. 

Ich vergebe 5 von 10 Punkten.

Verlag: Oetinger
erschienen: 2014
Format: Hardcover
Printseiten: 222
ISBN: 978-3-7891-5130-9

Ute Krause - Minus Drei wünscht sich ein Haustier von SINA

Quelle: cbj

Minus Drei ist ein Dinosaurier, der sich nichts sehnlicher wünscht, als ein Haustier zu haben. Dabei würde ihm sogar ein kleiner Tyrannosaurus Rex schon reichen. Seine Eltern denken aber, dass er keine Verantwortung für ein Tier übernehmen kann. Minus möchte jedoch beweise, dass er alt genug ist und denkt sich einen Plan aus. Er macht Werbung für eine Haustierbetreuung und schon bekommt er seinen ersten Auftrag. Doch schon bald weiß Minus, ein Haustier zu haben ist gar nicht so einfach.

Das Buch ist wirklich wunderschön gestaltet. Die Zeichnungen sind zauberhaft und sehr kindgerecht. Die Dinosaurier sind sehr menschlich gestaltet und die „Haustiere“ - in diesem Fall ein Tyrannosaurus Rex, ein Triceratops und ein Stegosaurus – werden als verspielt dargestellt. Fast so wie Hunde oder Katzen.

Die Geschichte wird in kindgerechten Worten erzählt. Auf jeder Doppelseite sind ca. 2 bis 8 Sätze. Das Buch ist relativ schnell (vor)gelesen. Ich hätte mir etwas mehr Text gewünscht.
Meinem Sohn hat das Buch sehr gut gefallen. Vor allem die Zeichnungen fand er toll.
Wenn er sich das Buch selbst anschaut, kann er anhand der Zeichnungen nun selbst nachvollziehen, worum es in der Geschichte geht. Ich denke aber, dass ich ihm die Geschichte noch mehrmals vorlesen darf.

Die Zeichnungen wurden von der Autorin selbst vorgenommen. Aufgrund dessen ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild.
Ich würde sagen, dass das Buch – aufgrund des Verständnisses – für Kinder ab 3 Jahren geeignet ist.

Ob allerdings die zu Botschaft – dass man sich um sein Haustier kümmern muss – vermittelt werden kann, ist für mich fraglich. Trotzdem bleibt garantiert ein bisschen was bei den Kindern hängen.

Fazit:
Eine süße Geschichte um einen niedlichen Dinosaurier, der sich ein Haustier wünscht.

Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Verlag: cbj
erschienen: Februar 2014
Printseiten: 80
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-570-15892-0

Cristin Terrill - Zeitsplitter: Die Jägerin (01) von SINA

Quelle: Boje/Bastei Lübbe

Marina wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich mit James zusammen zu sein. Und er scheint endlich ihre Gefühle zu erwidern. Und da ist noch Finn, den sie unausstehlich findet, der aber leider James bester freund ist.
Em wünscht sich nichts sehnlicher, als James zu töten. Und dafür reist sie in der Zeit zurück. Zusammen mit Finn, den sie über alles liebt.
Marina und Em sind jedoch die selben Personen. Es trennen sie jedoch vier Jahre. Nur was genau ist passiert?

Allein der Klappentext macht unheimliche Lust auf dieses Buch, verspricht es doch eine rasante Geschichte mit der Aussicht auf Verwirrungen, Spannung und einer typischen Liebesgeschichte unter Jugendlichen, gepaart mit Science-fiction-Elementen.

Und dieses Versprechen wird auch eingehalten. Ist man am Anfang wirklich sehr verwirrt, wird häppchenweise aufgelöst, was genau geschehen ist. Marina und Finn sind sehr sympathische Figuren, die durch Freundschaft und Liebe in eine Situation hineinschlittern, die nichts anderes zulässt, als den besten Freund zu töten.

Die Autorin erzählt mit einem spannenden Schreibstil die Geschichte von Marina. Dabei wird kapitelweise (teilweise sogar absatzweise) zwischen Marina und der zukünftigen Em abgewechselt und aus deren Sicht erzählt.
Ich dachte erst, dass mich diese Vorgehensweise bestimmt verwirren wird, doch fand ich mich erstaunlich schnell mit der Situation zurecht.

Verwirrend waren nur die kleine Häppchen, die einem zugeworfen wurde. So stellte man sich immer wieder Dinge vor, die dann letztendlich von der Autorin über den Haufen geworfen wurden und sich ein ganz anderes Bild ergab. Dies hat mir sehr gut gefallen.

Diese „Verwirrtaktik“ ist der Autorin sehr gut gelungen. Die Spannung blieb aufrecht und zog sich dadurch wie ein roter Faden durch das Buch.

Das Ende dagegen war wirklich verwirrend und ich musste mich nochmals intensiver damit auseinandersetzen. Letztendlich hatte ich es jedoch verstanden, bin aber auch gespannt, ob die Autorin einen zweiten Teil in Erwägung zieht. Leider konnte ich dazu nichts genaues finden, aber es wird öfters im Internet erwähnt, dass es sich bei dem Band um den ersten Teil handelt.

Teilweise geht es in dem Buch auch sehr emotional zu. Marina bzw. Em sind in einem Zwiespalt gefangen, den sie nur mit Vernunft niederlegen könnten. Doch die Emotionen schaukeln sich teilweise sehr hoch. Man kann Marina bzw. Em sehr gut verstehen und wünscht sich nur, dass sie endlich glücklich wird.

Fazit:

Spannend, emotional und vor allem: mal was anderes.

10 von 10 Punkten für den tollen Auftakt.

Verlag: Boje
erschienen: 14.02.2014
Format: Hardcover
Printseiten: 332
ISBN:  978-3-414-82390-8

Hubert Wiest: Die Schattensurfer von CORINNA

Quelle: Lomoco
INHALT:
Jeder möchte zu RUHL gehören!?

Auf der Erde gibt es mittlerweile ein riesiges Netzwerk namens RUHL. Jeder Mensch, der ein bestimmtes Alter erreicht, wird in diese Gemeinschaft aufgenommen und kann so all seine Gedanken an RUHL übertragen. Dies alles geschieht natürlich zum Wohl der Gemeinschaft.

Auch Sansibar steht kurz vor ihrer Kristallprüfung und möchte der Gemeinschaft angehören und doch ist sie auch verwirrt, denn es gibt Dinge und Geheimnisse, die sie mit niemanden teilen möchte. Dies ist allerdings nach der Prüfung nicht mehr möglich.

Und auch Luan, im gleichen Alter wie Sansibar, hat ein Ziel. Er möchte Programmierer werden. Als er dann wegen eines Diebstahls nicht zur Kristallprüfung gelassen wird, ist seine Zukunft in Gefahr. Als einzige Lösung schließt er sich den Schattensurfern an, die in der verbotenen Schattenwelt leben.

Was dann alles passiert und wie Luan und auch Sansibar mit einander verknüpft sind... ahnt bis dahin noch niemand.



Ich durfte „Die Schattensurfer“ in einer Leserunde mit dem Autoren Hubert Wiest lesen und war schon recht schnell von diesem Jugendbuch begeistert.

Da ich momentan recht gerne Dystopien lese, tauchte ich schnell in die Geschichte von Luan und Sansibar ein.
Natürlich erinnerte mich auch „Die Schattensurfer“ an den Klassiker „1984“ von George Orwell, aber ich denke, dies passiert bei einer Dystopie recht schnell. Schließlich ist auch hier das große Ganze vorhanden, dass die komplette Menschheit überwacht.

Und trotzdem unterschied sich dieses Buch ganz eindeutig von anderen Büchern. Hubert Wiest fesselte mich nicht nur mit seinem flüssigen und bildlichen Schreibstil, sondern brachte auch technische Details mit in die Geschichte. Keine Sorge, dies war zu keinem Zeitpunkt kompliziert, sondern verdeutlichte eher das Geschehen und die dort vorhandene Welt.

Mir selber gefiel zusätzlich, dass in diesem Buch jeder seine Kristallprüfung ablegen musste und dann mit einem Kristall „belohnt“ wurde. Dieser gibt jeden Gedanken an RUHL ab und je mehr (hilfreiches) übertragen wird, desto anders wird seine Farbe. So fand ich es gut, dass man einzelne Personen, in ihrer Ranghöhe, sofort erkennen konnte.
Außerdem ist die Idee mit der Freigabe aller Gedanken gut durchdacht und spannend zu lesen.

Und dann gibt es in diesem Buch auch noch die beiden Protagonisten Sansibar und Luan. Beide treffen sich durch Zufall wieder und geraten in das Abenteuer ihres Lebens.
Das Schöne war bei den Beiden, dass jeder aus seiner Perspektive erzählt. Mal ist es in einem Kapitel Luan und im nächsten Sansibar. So findet ein regelmäßiger Tausch statt und für mich, als Leserin, war die Welt dadurch viel genauer zu betrachten.

Wer jetzt aber neben der ganzen Bedrohung durch RUHL auch noch eine Liebesgeschichte vermutet, der irrt. „Die Schattensurfer“ ist ein Jugendbuch ab 12 Jahren, das Mädchen, aber auch Jungen (!) Spaß machen wird.
Es ist ein großes Abenteuer auf das sich jeder einlassen kann und sollte!

Mein Fazit:
„Die Schattensurfer“ ist eine Dystopie, die für Leser ab 12 Jahren geeignet ist und unheimlich viel Spaß macht. Die Spannung ist zu jedem Moment greifbar und zieht sich bis zur letzten Seite. Eine Empfehlung von mir.

9 von 10 Punkten

Verlag: Lomoco
Erschienen: 2013
Seiten: 460
ISBN: 978-1493556175