Sonntag, 30. November 2014

Gewinnspiel zum 01. Advent

Zuerst wünschen wir Euchen einen schönen 01. Advent.


Zwei Interviews durften wir mit Martina André führen. Einmal mit ihr selbst und ein Weiteres mit dem Charakter aus ihrer Templer-Reihe, Gero von Breydenbach (zu den Interviews einfach auf den Link klicken).

Beides war sehr interessant und den Einblick in Hintergrundinformationen macht natürlich alles sehr viel spannender und informativer.
Gerade bei mir (Sina) ist es so, dass ich die Geschichten und Bücher mit anderen Augen betrachte.

Zusammen mit Martina André veranstalten wir deshalb ein Gewinnspiel zum ersten Advent. Martina spendiert 3 x "Die Rückkehr des Templers". Hier herzlichen Dank dafür.

Wer die Intervies aufmerksam gelesen hat, kann mir dann sicherlich die Gewinnspielfragen beantworten.

1. Wo isst Martina gerne mal Apple Pie mit fetter Double Cream Schlagsahne und trinkt ein Tässchen Earl Grey?

2. Welche Erfindung in der modernen Zeit ist für Gero am interessantesten?


Bitte schreibt eine eMail an buecherkleeblatt{at]gmx.de mit dem Betreff "Gewinnspiel Martina André" sowie Eurer Antwort und Eurer Adresse.

Zu gewinnen gibt es


1. Preis: 1 x "Die Rückkehr des Templers" + Autogrammkarte sowie ein Poster
2. Preis: 1 x "Die Rückkehr des Templers" + Autogrammkarte
3. Preis: 1 x "Die Rückkehr des Templers" + Autogrammkarte

Es lohnt sich also, mitzumachen.

Das Gewinnspiel läuft vom 30. November 2014 bis 06. Dezember 2014, 23.59 Uhr. Danach eingehende eMails können leider nicht berücksichtig werden.

Wir versichern, dass sämtliche Daten nach Ablauf des Gewinnspiels nur dafür verwendet werden, die Gewinne zu verschicken und danach vollständig gelöscht werden. Die Gewinne werden von der Autorin versandt. Aufgrund dessen werden die Gewinnermails an die Autorin weitergeleitet. Der Versand erfolgt nach dem 08.12.2014, da die Autorin bis dahin unterwegs ist. Aber ich denke, es lohnt sich, auf die Gewinne zu warten ;) Ein Versand erfolgt nur innerhalb Deutschlands.

Nun bleibt uns nur noch, Euch viel Glück zu wünschen.


Euer Kleeblatt

Interview mit Gero von Breydenbach

Gero von Breydenbach, ein Templer aus Trier, lebt eigentlich im Jahre 1306 n. Chr. und soll zusammen mit einigen Mitbrüdern des Templerordens in die deutschen Lande ziehen, um dort in der Zisterzienserabtei Heisterbach einem Mittelsmann eine geheime Losung zu überbringen und damit das "Haupt der Weisheit" zu erwecken. Jedoch werden sie verfolgt und auf der Flucht in das 21. Jahrhundert katapultiert. Nun muss sich Gero in der Zukunft zurechtfinden. Zum Glück trifft er auf Hannah, die ihm hilft, sich in der modernen Welt zurecht zu finden. Doch Gero musste einiges zurücklassen. Und hat auch schon einiges durchmachen müssen. Unter anderem hat er den Tod seiner geliebten Elisabeth noch nicht richtig verkraften können.

Gero stellt sich heute einigen Fragen auf unserem Blog (Achtung, kleinere Spoiler). Wir sind froh, von ihm einen persönlichen Blick in sein Leben im 14. Jahrhundert zu erhaschen und ihn über sein Empfinden über die moderne Welt zu befragen.

Kleeblatt:
Hallo Gero, schön, dass Du Dir Zeit nimmst, Dich unseren Fragen zu stellen. Deswegen gleich zu Anfang etwas Trauriges: Elisabeth. Was ist deine schönste Erinnerung an sie?

Gero von Breydenbach:
Das ist mir jetzt zu privat. Können wir von was anderem reden? (Um ehrlich zu sein, geht mir Lissys Tod noch immer zu nah, um frei darüber sprechen zu können. *schluckt*. Und ich verspüre kein Bedürfnis euch irgendwas vorzuheulen. Denn, wie ihr vielleicht schon gemerkt habt: Männer aus meiner Zeit haben sehr viel näher am Wasser gebaut, als die Kerle in der Zukunft. Wir sind gefühlvoller in jeder Beziehung. Wir lieben leidenschaftlicher, wir lachen öfter, wir fluchen öfter, und wenn wir von einem Gegner aus der Reserve gelockt werden, schlagen (stechen?) wir wesentlich schneller zu…)

Kleeblatt:
Entschuldige, wenn dies zu privat war. Dann kommen wir zu etwas Fröhlichem: Hannah ist Dir eine große Stütze und hat Dir über vieles hinweggeholfen und Dich der modernen Welt näher gebracht. Wofür bist Du ihr dankbar?

Gero von Breydenbach:
Dass sie mich so akzeptiert, wie ich bin und nicht versucht, mich auch charakterlich in die Zukunft zu transferieren. Zudem verlangt sie nicht, dass ich den Führerschein mache und drängt mir auch keinen Computerkurs auf. Sie ist wirklich sehr rücksichtsvoll.

Kleeblatt:
Es gibt noch einen weiteren "Fels" in Deinem Leben. Struan und Du seid zwar nicht immer einer Meinung, doch seid ihr seit langem sehr gute Freunde. Ihr könnt euch aufeinander verlassen. Was schätzt Du an ihm am meisten?

Gero von Breydenbach:
Dass er die Klappe hält, wenn es darauf ankommt. Sei es in Gefahr, oder in persönlichen Dingen, wenn eine Diskussion gerade nicht angesagt ist.

Kleeblatt:
Als es Dich in die Zukunft verschlagen hat, war ja einiges neu für Dich. Welche „neumodische Erfindung“ war für Dich am interessantesten?

Gero von Breydenbach:
Soll ich jetzt ehrlich sein? Also gut – Hannahs BH. Was sich die Frauen in der Zukunft alles so einfallen lassen, um eine gute Figur zu machen – echt faszinierend. Ansonsten war natürlich alles neu und aufregend. Aber inzwischen habe ich mich an Autos und Fluggeräte gewöhnt (obwohl mir in beidem übel wird). Kühlschrank und elektrisches Licht sind natürlich auch nicht zu verachten. Was mich wirklich erschüttert hat, ist die Wirkung moderner Waffen.
Und wer – wie Tom – denkt, das Mittelalter war barbarisch, der sollte es mal mit der Zukunft vergleichen. Prozentual, habe ich mir sagen lassen, sterben im Jahr 2005 weitaus mehr Menschen bei Gewalttaten als 1305. Aber gut – der Mensch wird sich nicht ändern. Nie. Das ist meine Erkenntnis, die ich aus meinen Zeitreisen gezogen habe. Aber es gab und gibt auch was Gutes. Die Liebe, sie ist mir in beiden Zeiten begegnet und am Ende geblieben. Dafür werde ich ewig dankbar sein. Ganz gleich, wo ich gerade bin.

Kleeblatt:
Martina André – die Deine Geschichte in Büchern festhält – weiß sehr viel über Dich. Wie war es, mit ihr zusammenzuarbeiten und letztendlich Deine Geschichte auf Papier gedruckt zu sehen?

Gero von Breydenbach:
Komische Frage. Ich kann mich nicht erinnern, je mit ihr gearbeitet zu haben. Sie schreibt lediglich auf, was sie sieht und hört (*verfällt in Flüsterton*….): es ist ein bisschen unheimlich und auch nicht immer angenehm, wie sie allem Anschein nach unsere Gedanken lesen kann und manchmal schon vorab weiß, wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten. Auch würde ich manchmal gerne einfach den Vorhang zuziehen, besonders, wenn es ans Eingemachte geht, wie wir so schön sagen. Aber da ist sie ziemlich gnadenlos und immer mit der Nase dabei. Ob wir uns lieben oder gerade jemand in Jenseits befördern. Sie ist der Meinung, eine perfekte Geschichte lässt nichts außen vor, zeigt die Erlebnisse der Protagonisten aus nächster Nähe und schaut auch nicht weg, wenn es mal brenzlig wird.

Kleeblatt:
Das stell ich mir auch sehr komisch vor. Zurzeit schreibt Martina ein neues Abenteuer von Dir auf. Magst Du vielleicht verraten, um was es sich dabei handelt?

Gero von Breydenbach:
Es geht nach Schottland, nachdem bei mir zuhause auf der Breidenburg im Jahr 1315 so ziemlich alles schief gelaufen ist, was schief laufen konnte. Nach unserem Erlebnis auf dem Sinai war ich eigentlich zuversichtlich, dass der Allmächtige ein Einsehen hat und mir keine weiteren Prüfungen auferlegt. Zumal die Aussicht, von Tante Margaretha an Sohnes statt als zukünftiger Graf von Lichtenberg zu Waldenstein angenommen zu werden, für Hannah und mich eine wundervolle Zukunft garantierte. Aber da war die Sache mit Tom. *seufzt*. Das hätte mir von Beginn an eine Warnung sein sollen. Aber anstatt wohlüberlegt zu handeln, habe ich mich benommen wie ein einfältiger Narr. Kein Wunder, wenn der Typ mich für einen Barbaren hält. Um Haaresbreite hätte es Hannah genauso gesehen. Wenn die Situation nach meiner Rückkehr aus Hemmenrode nicht so dramatisch gewesen wäre, hätte sie mich garantiert zum Teufel gejagt. (Ich war mir sicher, ich hätte es verdient). Dass sie überhaupt bei mir bleibt, obwohl das Leben an meiner Seite die reinste Tortur für sie sein muss, ist das eigentliche Wunder für mich. Erst recht, wie sie es klaglos erträgt, die Frau eines Geächteten zu sein und unser Kind einen wegen Mordes und Ketzerei gesuchten Templer zum Vater haben wird, der kein Erbe vorweisen kann. Schlimmer hätte es ja wohl kaum kommen können. Wobei es meinen Brüdern nicht besser ergeht, was natürlich kein Trost ist. Nach unserem denkwürdigen Erlebnis auf dem Sinai hätte ich uns allen ein schönes, gemütliches Leben gewünscht, indem das größte Abenteuer allenfalls die Wildschweinjagd gewesen wäre. Aber als Templer hätte ich wissen müssen, dass der Orden selbst, auch wenn er offiziell vernichtet wurde, immer noch für eine Überraschung gut ist. Ich gebe es zu, ich hätte mich zu gerne aus allem raus gehalten, allein schon wegen Hannah und dem Kind. Aber unter den gegebenen Umständen bleibt uns gar keine andere Wahl, als unser Schicksal anzunehmen und zu kämpfen. Und wie sagt Martina immer so schön: Es gibt keine Zufälle.

Kleeblatt: 
Wie sieht eigentlich Deine Zukunft mit Hannah aus?

Gero von Breydenbach:
Wenn ich das nur wüsste. Nun ist ja wieder alles offen und ich weiß nicht, wo wir am Ende landen werden. Ich kann nur beten, dass der Allmächtige über uns wacht und alles gut geht. Vor allem mit Hannah und dem Kind. Ich würde mir nie verzeihen, wenn den beiden etwas zustößt.

Kleeblatt:
Dein Leben im 13./14. Jahrhundert war hart und teilweise sehr schmerzvoll. Im Vergleich zum 21. Jahrhundert: was vermisst Du an deinem früheren Leben?

Gero von Breydenbach:
Früher war alles besser. Ich weiß, das ist ein blöder Spruch, zumal er nicht immer zutreffend ist. Aber vieles, was ich in der Zukunft erlebt habe, ließ mich mit der Sehnsucht zurück, endlich wieder nachhause zu kommen. Die Zukunft ist laut, und die vielen Maschinen wirken bedrohlich. Überall riecht es absonderlich und die Leute laufen einfach aneinander vorbei, ohne zu grüßen und sich zu kümmern, als ob sie schon selbst Teil dieser Maschinen geworden sind. Soweit ich es beurteilen kann, ist der Bezug zu Dingen, die einem tagtäglich begegnen, völlig verloren gegangen. Die wenigsten wissen noch, wo das Huhn herkommt, das sie zum Mittagsmahl auf ihrem Teller vorfinden. Oder wer die Suppe gekocht hat, die man vielleicht zwischendurch zu sich nimmt. Nicht selten ist die Grundlage dafür ein Pulver aus Tüten, das mitunter sogar den weiten Weg von China hinter sich gebracht hat, um die Mägen zu füllen.
Von den Kleidern der Leute, will ich gar nicht erst anfangen. Besonders die Frauen laufen bisweilen ohne Scham in Unterkleidern herum, die ihnen kaum bis über die Knie reichen. Aber noch schlimmer sind Hosen, bei denen man genau sieht, wie die Figur einer Frau beschaffen ist. Ich bin beileibe kein Moralapostel, auch wenn es vielleicht hier und da den Anschein erweckt, aber an meiner eigenen Frau sehe ich das nicht so gerne. Wobei niemand mehr weiß, wer sein Gewand genäht hat, geschweige denn, wo die oft merkwürdig anmutenden Stoffe herkommen. Ich könnte eine ganze Menge von Sachen aufzählen, die das Leben im meiner Zeit lebenswerter erscheinen lassen. Aber will nicht unfair sein. In der Zukunft können Verletzungen wesentlich besser geheilt werden und die wenigstens sterben am Fieber. Aber Hungersnöte gibt es dort auch, obwohl das bei all dem Fortschritt der angeblich dort herrscht, für mich schwer zu begreifen ist.

Kleeblatt:
Es gibt Vor- und Nachteile, in beiden Zeiten. Apropos Zeiten: Wie gefallen Dir eigentlich die Zeitreisen?

Gero von Breydenbach:
Überhaupt nicht. Ich möchte mit meiner Familie an einem Ort meiner Vorfahren sesshaft werden und ein gutes Leben führen. Aber es sieht ganz danach aus, als ob mir das nicht vergönnt sein wird.


Kleeblatt:
Deine Ausbildung zum Tempelritter war interessant zu lesen. Gibt es eine lustige Episode aus dieser Zeit?

Gero von Breydenbach:
Was wollt ihr hören? Wie Guy de Gislingham sich beim Abseilen von einem Turm vor Angst in die Hosen gepinkelt hat? Oder wie wir auf Zypern den besoffenen Lombarden die Hunde geklaut haben? Oder das dumme Gesicht von Brunissende de Foix (die Geliebte des Papstes, die ich als Templer auf einem Treck nach Poitiers begleiten musste) weil mich ihre nackten Brüste nicht interessierten … Am meisten habe ich gelacht, als Struan (ein Kerl wie ein Baum, gut zweihundertfünfzig Pfund reine Muskelmasse) bei der Durchsuchung einer Raubritterfestung nach Diebesgut direkt vor uns durch eine morsche Balkendecke eingebrochen ist. Nach dem ersten Schock sahen wir, er war ein Stockwerk tiefer auf einem Misthaufen gelandet, mitten im Schweinestall. Ihm war zum Glück nichts geschehen, aber ich werde nie sein dummes Gesicht vergessen, als er sich hochrappelte und aus nächster Nähe in das liebliche Antlitz einer Sau blickte, die vor Schreck in Ohnmacht gefallen war. (ich weiß, Menschen des Mittelalters haben einen absonderlichen Humor… *lacht*)

Kleeblatt:
Ich fands amüsant *lacht*. Welchen Rat kannst Du anderen geben? Gibt es ein Ziel, dass Du verfolgen möchtest?
Gero von Breydenbach:
Im Ratschlag erteilen bin ich ziemlich zurückhaltend, zumal wenn mich niemand konkret danach fragt. Mein persönliches Ziel ist es nach wie vor, meiner Familie eine sichere Zukunft zu garantieren. Dafür werde ich alles tun, was in meiner Macht steht. Natürlich hoffe ich, auch weiterhin so treue Fans zu haben, die in guten wie in schlechten Zeiten an unserer Seite stehen und so lebhaft an unserer Geschichte teilnehmen, wie bisher. Es tut gut zu wissen, Freunde zu haben, die an unserem Schicksal Anteil nehmen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Der Allmächtige möge mit euch sein, wo auch immer ihr geht und steht. Bis auf Bald!
Euer Gerard „Gero“ von Breydenbach.

Herzlichen Dank, Gero, für dieses informative und sehr interessante Interview.

Martina André

Interview mit Martina André

Martina André
Kleeblatt: 
Mit Deinen Romanen über den Templer Gero von Breydenbach hast Du mein Herz und das vieler anderer erobert. Und dies liegt nicht nur an dem etwas mürrisch wirkenden, aber trotzdem charmanten Helden. Auch die Geschichte über die Templer, deren Leben und der Fantasyanteil mit der Zeitreise haben mich in den Bann gezogen.
Warum gerade Templer-Romane? Was fasziniert Dich an dieser Epoche?

Martina André:
Das war Bestimmung – ich hatte vorher keinen wissentlichen Bezug zu den Templern oder zum Mittelalter – oder vielleicht doch und wusste es nicht. Fakt ist, Vorfahren von mir stammen aus dem Elsass – ehemalige Hugenotten (denen man ein besonderes Erzähltalent nachsagt) – über die man sich ja so manches erzählt. Und der Name André erinnert an den Heiligen Andreas – Schutzheiliger Schottlands und auch bei den Templern spielte er eine wichtige Rolle. Keine Ahnung, ob es da nicht doch eine geheime Verbindung gibt, die irgendwo tief in meinen Genen schlummert.
Angefangen hat aber alles im Kloster Heisterbach im Siebengebirge, wo ich aufgewachsen bin (und auch Vorfahren von mir lebten). Dort bin ich mit acht Jahren mit der Zeitreiselegende vom verschwundenen Mönch in Berührung gekommen und damit mit dem legendären Zisterzienserprior Caesarius von Heisterbach (ca. 1180 – 1240), dem man nachsagt, er sei der Vorreiter von Nostradamus gewesen. Von da aus war es zu den Templern nicht mehr weit (die mit dem Heiligen Bernard von Clairvaux den gleichen Begründer hatten wie die Zisterzienser). Und dann gab es da noch Roger Bacon – auch ein Mönch, der im Laufe der Recherche meine Wege gekreuzt hat - und der Mitte des 13. Jahrhunderts seinem Papst von Autos, Flugzeugen und motorbetriebenen Schiffen berichtete. Auch er soll mit dem legendären Caput 58 der Templer in Berührung gekommen sein. Vielleicht sollte ich hinzufügen, dass meine Templer-Romane allesamt sehr gründlich recherchiert sind – also wenn man genau hinschaut, verbinden sich Science-Fiction und Fantasy mit mehr als 80% wahrer historischer Geschichte. Praktischerweise verfüge ich auch über militärgeschichtliche Kenntnisse und weiß aus verschiedenen Gründen, wie es in hierarchisch organisierten Einheiten zugeht, was – um auf die Templer zurückzukommen – die Jungs im Umgang miteinander und ihren Alltag so echt wirken lässt.

Aufbau Verlag
Kleeblatt:
Aber auch Unerklärliches ist Dir im Zusammenhang mit Deinen Büchern passiert. Als wir uns auf der Buchmesse in Frankfurt getroffen haben, hast Du mir da spannende Dinge erzählt. Magst Du uns etwas davon verraten?

Martina André:
Ich hatte während dem Schreiben etliche Synchronizitätserlebnisse. Das bedeutete in meinem Fall, ich schrieb etwas und dann passierte es tatsächlich. Zum Beispiel ein riesiger Stromausfall Anfang September 2004 (er zog sich über Frankreich, Deutschland und Luxemburg), den bis heute niemand erklären kann und den ich (vor Zeugen) im gleichen Verlauf ein halbes Jahr VOR dem Ereignis mit exakt dem Datum (ich hatte mein Manuskript in die Zukunft geschrieben) ins Manuskript aufgenommen hatte. Ich hörte die Meldung dann an dem Tag, an dem es passiert ist, im Radio und drei Jahre später (Januar 2008) wurde ich von der Journalistin zu „Das Rätsel der Templer“ interviewt, die diese Nachricht im Radio verlesen hatte. Im Winter 2007 (kurz nach Veröffentlichung des Buches), schrieb mir eine Frau per Email, der mein Buch gefiel, der ich die Geschichte erzählte und die mir dann zufällig den offiziellen Pressebericht zu dem Geschehnis per Email schicken konnte. Seit dieser Zeit glaube ich nicht mehr an Zufälle. Hinzu kamen etliche ähnlich spektakuläre Erfahrungen. Es war so krass, dass ich mich an einen bekannten wissenschaftlichen Parapsychologen und Physiker gewandt habe, der das ganze zumindest im Ansatz quantenphysikalisch zu erklären versuchte (fragt mich jetzt aber bitte nicht nach Details). Das Ergebnis habe ich bereits in „Die Rückkehr der Templer“ verarbeitet und auch in Teil IV der Fortsetzung wird es wieder thematisiert werden.

Aufbau Verlag
Kleeblatt:
Mit diesen Hintergrundinfos ist es natürlich noch spannender, Deine Romane zu lesen. Aber nicht nur Deine Templer-Reihe ist interessant. Auch andere Romane von Dir wie „Die Gegenpäpstin“, „Schamanenfeuer“ oder dein aktuelles Buch „Totentanz“ sind lesenswert. Wo holst Du dir Deine Inspiration für die Geschichten her? Oder sind sie plötzlich in Deinem Kopf?

Martina André:
Es ist eine Mischung von „plötzlich im Kopf“ und sehr genauer Recherche. Bei „Totentanz“ habe ich in einem Geschichtsbuch über das grausame Ende der Familie Pazzi gelesen und da war dann plötzlich Damian de Castello in meinem Kopf und versuchte mir von seinem Schicksal als Auftragskiller bei den Pazzis zu erzählen und wie dramatisch seine Rolle beim Attentat auf die Medici Brüder war… und ich hab mir gedacht – O Gott, in seiner Haut möchte ich auch nicht gesteckt haben. Zumal er eine Frau hatte, die er über alles liebte und die schwanger war und von seinen Verfehlungen noch nicht mal etwas ahnte, geschweige denn, dass die Liebe zu ihrem Mann tödlich enden könnte …
Und dann habe ich mir gedacht, DAS kann doch jetzt nicht das Ende sein … Lieber Gott, lass die beiden ihren Traum leben, trotz allem… naja – ob ich erhört wurde, sollen die Leser selbst herausfinden …

Aufbau Verlag
Kleeblatt:
Wie Du schon oben erwähnt hast, sind Deine Recherchen sehr umfangreich. Wie genau sieht Deine Recherchearbeit aus? Computer, Bücher? Reisen? Was gehört dazu?

Martina André:
Alles was Du aufgezählt hast. Und notfalls, wenn ich noch ein paar Infos benötige, die ich selbst nicht finden kann, rufe ich Dr. Barbara Ellermeier zur Hilfe. Sie betreibt einen professionellen Recherchedienst für Autoren. 

Aufbau Verlag
Kleeblatt:
Auf Deiner Homepage lässt Du deine Leser an vielem zu Deinen Büchern und Deiner Arbeit/ Recherche teilnehmen. Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Fans?

Martina André:
Sehr wichtig. Aus verschiedenen Gründen.
1. sind Menschen, die meine Bücher mögen, für mich meist sehr nette Menschen (nicht weil sie meine Bücher loben, sondern mit mir auf einer Wellenlänge liegen).
2. kann sich kaum jemand vorstellen, der nicht schreibt, wie berauschend das für einen Autor ist, zu sehen, wie die eigenen Figuren auch in den Köpfen anderer Menschen zu leben beginnen. Ich finde das immer sooo coool, wenn Leser (auch meine Schwiegermutter oder mein Mann) von den Figuren sprechen, als ob sie tatsächlich existieren (was sie ja irgendwie auch tun) und im Gespräch mit mir ganz außer Acht lassen, dass ICH sie „nur“ erfunden habe (was ich selbst auch nicht glaube – DIE sind DA – Gero, Struan, Johan und alle anderen - irgendwo da draußen :o)))…)
3. hole ich mir – wenn ich mich autorentechnisch mal wieder in meiner „klein-dick-hässlich-Phase“ befinde (kommt öfters vor, als man glauben mag) NICHT meine Kontoauszüge hervor (das ist eh nicht so dolle ;-)…) sondern meine positiv Rezensionen auf Amazon (oder wo auch immer) – Leute, ihr ahnt gar nicht, wie glücklich ihr mich damit macht!!!!

Aufbau Verlag
Kleeblatt:
Die ganze Arbeit  mit den Büchern ist - gerade für uns Leser - natürlich hochinteressant. Doch gibt es auch eine private Martina. Wie sieht für Dich ein entspannter Tag aus?

Martina André:
Frühstücken in unserer Zweitwohnung in Edinburgh (das hört sich jetzt sehr abgehoben an, ist aber in Wahrheit nur eine etwas größere Studentenbude mit Mausfamilienanschluss…aber ich liebe es über alles, dort zu sein), anschließend mit meinem Mann ein Spaziergang bei Sonne und frischem Nordseewind rund um den Athur‘s Seat, und danach ein monstermäßiges Stück Apple Pie mit fetter Double Cream Schlagsahne und ein Tässchen Earl Grey in Clarinda‘s Tea Room. Wunderbar!!

Clarindas Tea Room
Kleeblatt:
Das hört sich sehr gemütlich an. Apropos gemütlich: Stell Dir folgendes Szenario vor: Sonne, Meer, Strand.... was genau würdest Du machen?

Martina André:
Wenn‘s kalt ist (in Schottland ist es bei dem Szenario meistens kühl), lange Spaziergänge machen. Wenn‘s warm ist, ins Wasser hüpfen (sofern keine Haie in der Nähe sind) und schnorcheln.

Aufbau Verlag
Kleeblatt:
Also eher entspannend. Hast Du ein Lieblingsrezept, das du uns verraten magst?

Martina André:
Ich soll jetzt aber nicht kochen oder? Wenn ich mir selbst was zu essen zubereite, bin ich eher der einfache Typ. Gemüse schnippeln, ab in die Pfanne, brutzeln, würzen, einen Schuss Sahne dazu mit Basmatireis oder Spaghetti. That‘s it. Ansonsten esse ich super gerne selbst gebackene belgische Waffeln. Hab mir vor geraumer Zeit ein belgisches Waffeleisen geleistet, das so dicke mega Teile zaubert. Den Teig bereite ich nach Gusto aus Eiern, Butter, Zucker (alles schaumig schlagen) dazu Mehl, Milch/Joghurt. Kann man aber auch durch Mandelmehl und Mandelmilch ersetzen. Hauptsache der Teig ist dickflüssig. Dann die Waffeln ausbacken, bisschen abkühlen lassen. Fertig. Dazu angedickte Kirschen und Schlagsahne (und Vanilleeis?) – egal - tödlich lecker und deshalb leider nichts für jeden Tag…

Aufbau Verlag
Kleeblatt:
Gibt es eine Person (lebend oder tot), die du gerne getroffen hättest/treffen würdest? Welche Frage würdest du ihr stellen?

Martina André:
Meine Oma – damit ich mir die ganzen Hausmannskost-Rezepte mal aufschreiben könnte – die konnte nämlich was, das ich nicht kann – fantastisch kochen… leider ist sie zu plötzlich und zu früh gestorben, als dass ich eine Chance gehabt hätte, mir alles noch rechtzeitig aufzuschreiben. Bisschen quatschen würde ich auch noch mit ihr. Fragen, wie das so ist im Jenseits und was sie von ihrem grandiosen Urenkel hält, den sie ja leider nicht mehr live erlebt hat.

Kleeblatt:
Nun darfst Du mal in Deine Bücher eintauchen. Eine kleine Zeitreise in die Zukunft: Du in 10 Jahren...

Martina André:
Bei Dr. M in der Bodenseeklinik (sofern der dann noch praktiziert): Bitte einmal liften und Falten ausbügeln, es sei denn, es gibt bis dahin Spiegel mit integriertem Fotoshop ;o)))

Kleeblatt:Das wäre die Erfingung des Jahres. Und zum Abschluss eine Traditionsfrage: Wie lautet Dein Lieblingszitat?

Martina André:
Just do it! Nie denken, „ich doch nicht“ – jeder kann alles können, wenn er nur will.

Ich danke für euer Interesse – Liebe Grüße Martina :0)

Kleeblatt:
Herzlichen Dank für dieses hochinteressante Interview, Martina. Wir wünschen Dir für die Zukunft alles Gute und viele, viele weitere Ideen.


Donnerstag, 27. November 2014

Jennifer L. Armentrout - Onyx: Schattenschimmer (02) von SINA

Carlsen

Katy fühlt sich immer mehr zu Daemon hingezogen, weiß aber, dass dies nicht sein kann. Es hat alles damit zu tun, das Daemon sie geheilt hat und nun eine Art tiefe Verbundenheit entstanden ist, die sie und Daemon mit Liebe verwechseln. Als ein neuer Schüler an der Highschool auftaucht, fühlt sich Katy auch zu diesem hingezogen, doch auf eine völlig andere Art. Er scheint einige Geheimnisse zu haben, denen Katy auf den Grund gehen möchte. Doch was sie herausfindet, sprengt jeglichen Rahmen. Und dann ist da ja auch noch Daemon, der seine Verführungskünste in jeglicher Form bei ihr ausübt. Und Katy weiß nicht, wie lange sie sich allem noch entziehen kann. Aber auch das Verteidigungsminsterium ist Katy und Daemon auf den Fersen. Alles scheint irgendwie mit Dawson, Daemons totem Bruder in Verbindung zu stehen.

Band eins hat bei mir eingeschlagen wie eine Bombe. Katy und Daemon sind mir gleich ans Herz gewachsen, wobei ich mit Katy, einer Leseratte mit Buchblog ja auch einiges gemein habe. Aber der Rest ist total gegensätzlich.

Wieder war ich vom Schreibstil der Autorin mehr als begeistert. Sie zieht einem durch die Geschichte, lässt keine Langeweile aufkommen und gibt mit wenigen Details doch so viel preis, als würde sie alles bis ins Unendliche ausschmücken.

Die Charaktere haben sich weiterentwickelt, was nicht nur an der Verbundenheit der beiden Hauptfiguren Daemon und Katy liegt. Katy wird mutiger, gibt (noch) mehr Kontra und wieder gefällt mir einfach der Schlagabtausch zwischen Daemon und Katy und dann auch noch Katy und Blake, der neuen Figur in der Geschichte.

Blake ist mir von Anfang an sehr unsympathisch, was wahrscheinlich daran liegt, dass er als Surferboy aus Santa Monica beschrieben wird. Damit hat er gleich mal einen Stempel weg, den er nur schwer ablegen kann. Aber auch im Laufe der Geschichte macht er sich nicht gerade Pluspunkte.

Es passiert so einiges in Band 02 und wenn die Autorin Ruhephasen einlegt, sind diese ganz Katy und Daemon gewidmet. Das die beiden sich rein gar nicht schenken, dürfte wohl klar sein. Es gab eine Szene, die ich sehr gelungen fand. Ich sage nur: Webcam, Katy und Daemon sowie einige Bücher mit „lustigen“ Covern. Hier knistert es gewaltig.

Es dauerte zu Anfang etwas, bis die Geschichte richtig in Fahrt kam. Doch dann legte die Autorin so richtig los. Nochmals Schwung kam in alles, als Daemon mit Katy wettete, dass sie ihm spätestens bis Neujahr nicht mehr widerstehen kann. Katy will Daemon natürlich nicht gewinnen lassen. Und so entsteht ein Hin und Her, dass mir dann manchmal doch ein bisschen zu sehr „Hin und Her“ war. Doch dies wurde durch den flüssigen Schreibstil der Autorin gleich wieder wett gemacht.

Band 01 fand ich trotzdem etwas besser, wahrscheinlich aber auch, weil er eben etwas „Neues“ für mich war.

Auf Band 03 muss man diesmal nicht so lange warten. Er erscheint im April 2015 unter dem Namen "Opal: Schattenglanz". Band 04 und 05 sind im englischen schon erschienen und bei Carlsen in Planung.

Fazit:

Eine Reihe, die süchtig macht. Ich möchte mehr von Daemon (und Katy ;) ). Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Carlsen
erschienen: 2014
Format: Hardcover
Printseiten: 464
ISBN: 978-3-551-58332-1

s. a. Bibliografie Jennifer L. Armentrout

Reihenfolge
01 Obsidian: Schattendunkel (Rezension)
02 Onyx: Schattenschimmer
03 Opal: Schattenglanz

eBook Novelle: Daemon & Katy - Die erste Begegnung (Rezension)

Dienstag, 25. November 2014

James Dashner - Die Auserwählten: In der Todeszone (03) von SINA

Chicken House

Thomas kommt nicht nur Ruhe. Kaum ist er der gefährlichen Brandwüste entkommen, findet er sich im Hauptquartier von ANGST wieder, in einem weißen Raum, ähnlich einer Zelle in der Psychiatrie. Kurz darauf wird er von Janson, einem Mitglied von ANGST dazu aufgefordert, sich einer Operation zu unterziehen, damit er sein Gedächtnis wiedererlangt. Doch Thomas ist skeptisch. Will er dies überhaupt? Will er wissen, warum ANGST Menschen in Labyrinthe steckt und Prüfungen durchlaufen lässt, die sie das Leben kosten? Zusammen mit Minho, Jorge und Brenda kann Thomas fliehen, nur um kurz darauf in Denver herauszufinden, dass er sich mitten in der Todeszone befindet und seine einzige Chance darin besteht, ANGST endlich den Kampf anzusagen und zurückzuschlagen.

Schon der zweite Band hat mich nicht mehr so mitgerissen, wie der erste, in meinen Augen geniale Teil der Maze Runner-Reihe. Band 03 konnte daran leider auch nicht mehr viel ändern. Auch wenn es rasant, teilweise spannend und unvorhersehbar war, hat mich doch der sehr kindliche Schreibstil des Autors etwas verwirrt.

Es geht um eine Krankheit, die im Gehirn wütet, die Menschen zu Wahnsinnigen werden lässt, Mord, Kannibalismus, rohe Gewalt ist an der Tagesordnung und trotzdem wird alles etwas verharmlost. Die Jugendlichen, die die Tortur mitmachen müssen, sind abgestumpft, Gefühle werden nicht nach außen getragen, es macht auf mich den Eindruck, als wolle man alles ganz schnell hinter sich bringen, damit man sich ja nicht mit der Situation auseinandersetzen muss.

Auch sind manche Dinge einfach nicht gut erklärt, so dass man Mühe hat, manchem Gedankengang richtig zu folgen. Nichts wird großartig hinterfragt, erst traut man einer Person, dann der anderen, um letztendlich dann doch wieder in einer ganz anderen Richtung zu agieren.

Dies alles gab mir den Eindruck von „Verwirrtsein“, was aber dann letztendlich zu den Zombie-ähnlichen Gestalten im Buch passt. Ich bin nun auch verwirrt, denn das Ende war plötzlich, einfach und für mich sehr unbefriedigend. Fast so, als könnte vielleicht noch ein weiterer Teil der Reihe folgen. Es bleibt einfach zu vieles ungeklärt.

Die Charaktere haben sich weiterentwickelt, aber in eine für mich sehr negative Richtung. Gerade dieses Abgestumpfte hat mich nicht kaltgelassen, im Gegenteil: ich fand es sehr beängstigend, mit welch „Leichtigkeit“ an manche Situationen herangegangen wurde, stets nach dem Motto „Bringen wir es hinter uns“.
Eine Szene hat mich dann doch sehr berührt, hat sich doch endlich Einblick in Thomas Gefühlsleben gebracht. Sein Tun in dieser Szene verfolgt ihn bis ans Ende des Buches und hat ihn insoweit etwas menschlicher gemacht, obwohl er immer noch etwas Gleichgültigkeit ob seiner Zukunft an den Tag legt.

Fazit:
Mit etwas mehr Gefühl(sausbrüchen) und weniger Abgestumpftheit eine interessante Dystopie, die am Ende doch einiges offen lässt. Von mir gibt es 6 von 10 Punkten.

Verlag: Chicken House
erschienen: 2013
Printseiten: 480
Format: ebook
ISBN: 978-3-646-92487-9

s. a. Bibliografie James Dashner

Reihenfolge
01 Im Labyrinth (Rezension)
02 In der Brandwüste (Rezension)
03 In der Todeszone

Sonntag, 23. November 2014

Damian Dibben - Jake Djones: Die Dynastie des Bösen (03) von SINA

Penhaligon
Jake Djones neuestes Abenteuer führt ihn diesmal in seine Heimatstadt London, jedoch 400 Jahre früher, als er geboren wurde. Denn dorthin führt ihn die Spur auf der Jagd nach Xi Xiang, dem bislang mächtigsten Gegner der Geschichtshüter. Denn dieser hat vor, den größten Teil der Weltbevölkerung auszulöschen. Kaum in London angekommen, wird er in eine Verfolgungsjagd verwickelt und findet einen weiteren Hinweis, der ihn nach China führt. Gut, dass er als Begleitung Miss Yuting dabei hat, die ihm mit ihrer reizenden Art mehr als nur den Kopf verdreht.

Band 01 konnte mich überzeugen, Band 02 hatte Anlaufschwierigkeiten und hat mich erst gegen Ende wieder eingefangen und Band 03 lässt mich gerade schwer überlegen, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde.

An dem Schreibstil des Autors hat sich nichts geändert, im Gegenteil: ich finde, dass dieser noch kindgerechter geworden ist und sich teilweise überhaupt nicht mehr mit Erklärungen aufhält.
Außerdem gab es meiner Meinung nach einige Logikfehler, die aber Kinder nicht auffallen werden.

Die Geschichte an sich war jedoch alles andere als spannend und sehr, sehr vorhersehbar. So gab es wieder „gefährliche“ Situationen, die einfach gelöst wurden. Hier hätte ich mir etwas mehr Fantasie gewünscht bzw. mal etwas, was nicht auf Anhieb klappt.

Sehr gut gefallen hat mir allerdings wieder der „Geschichtsunterricht“. So hat man in fast spielender Weise viel über das London vor 400 Jahren oder über China und dessen Erfindungen gelernt. Und genau dies ist es, was diese Buchreihe eigentlich ausmacht: der Geschichtsunterricht, der fast nebenbei stattfindet.
Dies wertet die Geschichte um Längen auf.

Die Charaktere sind wieder durchweg sympathisch, vor allem, da diesem frisches Blut mit von der Partie ist. Miss Yuting, von allen Yojo genannt, ist Chinesin und für die Mission dann natürlich bestens geeignet. Ihre Art war zwar etwas nervig, weil sie bestimmend ist und sich nichts sagen lässt, aber sie hat das Herz am rechten Fleck und eine kleine Schwäche für Jake.

Der rote Faden, der sich seit dem ersten Band durch die Geschichte zieht, ist auch die suche nach Jakes verschollenem Bruder Philipp. Diesmal bekommt Jake neue Hinweise und geht diesen natürlich auch nach.

Alles in allem liegt ein solider dritter Teil der Reihe vor. Da mir aber schon der Vorgänger nicht so gut gefallen hat, warte ich ab, ob ich die Reihe weiterverfolge. Dies hängt für mich dann vom Klappentext des vierten Bandes ab.

Fazit:
Logikfehler, einfache Lösungen und nicht an den ersten Band heranreichend. Schade für diese sehr interessante Idee. Von mir gibt es 6 von 10 Punkten.

Verlag: Penhaligon
erschienen: 2014
Printseiten: 332
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-7645-3095-2

s. a. Bibliografie Damian Dibben

Reihenfolge
01 Jake Djones und die Hüter der Zeit (Rezension)
02 Die Arena des Todes (Rezension)
03 Die Dynastie des Bösen

Jessica Sorensen: Nova & Quinton - True Love von CORINNA

Quelle: Heyne
INHALT:
Von den Semesterferien zu Hause, fällt Nova in ein tiefes Loch. Seit nun mehr 15 Monaten ist ihr Freund Landon bereits tot und seit diesem Moment trägt sie eine Leere, eine Panik und eine Verzweiflung mit sich herum, die sie einfach nicht mehr leben lässt.

Quinton ist von Seattle, seiner Heimat, weg und versucht einfach den nächsten Tag zu schaffen. Er pumpt sich voll mit Joints, sieht in seinem Leben keinen Sinn und will einfach nur jedes Gefühl töten. Denn vor gut 1,5 Jahren war er Fahrer eines Unfallwagens, bei dem seine Freundin und deren beste Freundin ums Leben kamen. Vorwürfe kommen von allen Seiten und der Quinton, den es einmal gab, existiert nun nicht mehr.

Wie es der Zufall will, stoßen Nova und Quinton nun aufeinander. Mit so vielen gemeinsamen Problemen und doch in verschiedenen Welten lebend. Beide bemerken die ersten Gefühle für einander, doch haben sie gemeinsam eine Chance? Und tun sie sich gegenseitig gut, oder eher schlecht?



„Nova & Quinton – True Love“ ist bereits die dritte Reihe, die ich von der Autorin Jessica Sorensen lese. Es ist bei mir nun schon so, dass ich jedem ihrer Bücher entgegenfiebere und komplett in ihren Geschichten versinken könnte.

Sicherlich ist auch Novas und Quintons Geschichte keine einfache und sie beginnt bereits mit einem schweren Verlust, von dem sich die Protagonisten nicht erholen können. Beide flüchten sich in Drogen oder Zwängen, aber ihr Leben wie es war, gibt es nicht mehr.

Ich für meinen Teil hatte zu Beginn noch kleine Probleme mit den Beiden. Ich konnte die Trauer fühlen und verstand sie auch, trotzdem hatte ich gerade mit Quintons Selbstaufgabe meine Schwierigkeiten. Sicher, er hat niemanden mehr, ist allein und fühlt sich als der schlechteste Mensch auf dieser Welt, aber auch wenn ich diesen Selbsthass nachvollziehen konnte, es war hart seinem Weg zu folgen.

Des weiteren fand ich es ein wenig schade, dass es keinen verlässlichen Freund für die Protagonisten gab. Bei „Ella & Micha“ und auch bei „Callie & Kayden“ gab es immer DIE Person, die neben der Liebesgeschichte und der zu bewältigenden Vergangenheit, einen Halt gab.
Sicher, Nova hat hier auch ihre Freundin Delilah an der Seite, aber bereits nach kurzer Zeit merkt man, dass sie ebenfalls eine Stütze gebrauchen könnte.

Trotzdem, nach diesen Einschränkungen, die ich nicht zu sehr ins Gewicht legen mag, baute sich die Geschichte Stück für Stück weiter auf und machte Spaß. Ich fieberte mit, wie es mit dem Leben der Jugendlichen weitergehen wird und lauschte dem flüssigen und unterhaltenden Schreibstil der Autorin. Das Taschenbuch in diesem Moment aus den Händen zu legen, wurde einfach unmöglich.

Für mich war diese Geschichte nach Beendigung sicherlich nicht der beste Roman von Jessica Sorensen, aber eine Reihe, die ich unbedingt weiterlesen möchte. Nova & Quinton haben noch einiges zu bewältigen und ich möchte sie gerne dabei begleiten.

Hier die Reihenfolge der Reihe:

  1. Nova & Quinton – True Love
  2. Nova & Quinton – Second Chance
  3. Nova & Quinton – No Regrets

Mein Fazit:
Dieses Buch ist ein wenig anders, als die bisherigen Bücher von Jessica Sorensen. Trotzdem habe ich Nova & Quinton gerne begleitet, habe mit ihnen gelitten und mit ihnen geliebt. Nun fiebere ich dem zweiten Buch entgegen.

8 von 10 Punkten!

Verlag: Heyne
Erschienen:  2014
Seiten: 400
ISBN: 978-3-453-41801-1
Format: Taschenbuch
ISBN eBook: 978-3-641-14672-6