Samstag, 31. Januar 2015

Elizabeth Miles - Furien: Im Herzen die Gier (03) von SINA


Loewe
Emily verändert sich immer mehr. Ihr Kampf gegen die Furien scheint aussichtslos und nun überkommt sie öfters ein dunkles Gefühl. Krampfhaft versucht sie, ein normales Leben zu führen, sich gegen die Furien zu stellen und ihrer große Liebe JD wieder näher zu kommen. Währenddessen verliert sich Crow in seinen Visionen, lässt sie zu sehr Teil seines Lebens werden und sieht letztendlich nur einen Ausweg. Und JD kommt dem Geheimnis auf die Spur und sucht ein Opfer, um alles zu beenden.

Der dritte abschließende Teil der Reihe fährt nochmals mit allem auf, was ein guter Abschluss braucht. Spannung von Anfang bis Ende, dunkle Geheimnisse kommen ans Tageslicht und die Liebe spielt eine große Rolle.

sina frambach
In diesem Band kann man sich auch mehr in JD hineinversetzen, da viele Szenen aus seiner Sicht erzählt werden. So bekommt man den Blick eines Außenstehenden mit. Und auch sein Gefühlsleben.
JD ist mir in den drei Bänden sehr ans Herz gewachsen. Er ist zwar etwas verrückt von seiner Art her, aber er steht auch mit beiden Beinen fest auf dem Boden und für seine Liebsten würde er alles tun. Ich konnte eigentlich keinen Fehler an ihm finden.

Emily verändert sich zusehends. Wieso, wird erst im Laufe der Geschichte klar, obwohl man am Ende vom zweiten Band schon einen kleinen Vorausblick bekommt. Mit allen Mittel versucht sie, herauszufinden, was vorgeht.
Schade fand ich es, dass man von anderen Personen, die in den ersten beiden Bänden doch eine größere Rolle spielten, nun fast gar nichts mehr zu lesen bekommt. So Gabby, Emilys beste Freundin und Skylar. Skylar scheint ein bisschen außen vor zu sein. Nur kleine Szenen werden von ihr eingefügt, während Gabby sogar nur kurze Erwähnungen bekommt.

sina frambach
Aber das tut der Geschichte keinen Abbruch. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, die Seiten flogen förmlich dahin und am Ende fand ich es sehr schade, dass diese Trilogie nun von mir auch ein „abgehakt“ bekommt. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, irgendwann nochmals in das Örtchen Ascension zurückzukehren, sei es, um die Furien-Trilogie nochmals zu lesen oder gar neue Abenteuer aus der Feder der Autorin zu entdecken.

Die Reihe ist nun definitiv eine Favoriten-Trilogie von mir und ich kann sie jedem nur Wärmstens empfehlen, der Highschool-Geschichten mit Fantasy und einem Touch Liebesgeschichte mag.

Fazit:
Der fulminante Abschluss der Furien-Trilogie. 10 Punkte.


Die Gesamtbewertung der Reihe liegt ebenfalls bei 10 Punkten.

Verlag: Loewe
erschienen: 2014
Printseiten: 350
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-7855-7379-2

s. a. Bibliografie Elizabeth Miles

Reihenfolge
01 Im Herzen die Rache (Rezension)
02 Im Herzen der Zorn (Rezension)
03 Im Herzen die Gier

Mittwoch, 28. Januar 2015

Elizabeth Miles - Furien: Im Herzen der Zorn (02) von SINA

Carlsen
Durch den mit den Furien geschlossenen Pakt, hat Emily vieles verloren. Allem voran ihre große Liebe JD. Immer weiter entfernt sie sich von allem, ihrer besten Freundin und ihrem Leben. Sie beschließt, den Fluch zu brechen und stürzt sich in Recherche-Arbeit. Als Skylar McVoy an der Schule auftaucht, taucht auch Em zeitweise wieder in ihr altes Leben ein. Denn Skylar scheint Probleme zu haben, die evtl. mit den Furien zu tun haben. Denn Skylar versucht, so zu sein wie Ems beste Freundin Gabby. Und schreckt anscheinend vor nichts zurück.

sina frambach
Auch der zweite Teil der Furien-Reihe hat mich begeistern können. Es geht kurze Zeit nach dem ersten Band weiter und man ist gleich wieder mittendrin in Emilys Kampf gegen die Furien.

Es wird großes Augenmerk auf Skylar McVoy gelegt, die als Neue an der Highschool nicht den leichtesten Stand hat, aber mit ihren ganz eigenen Mitteln versucht, sich nicht unterkriegen zu lassen. Dies allerdings nur, weil ihre Kindheit auch nicht ganz einfach war, sie eine beeinflussbare Person ist und nichts weiter möchte, als akzeptiert zu werden. Dass die Furien da leichtes Spiel haben, ist klar.

Wie sich letztendlich Ems und Skylars Weg kreuzen, ist das interessanteste an der Geschichte. Denn Em wird so einiges über sich klar. Und ich bin sehr, sehr gespannt, wie es im dritten Teil mit Emily weitergeht.

Eine weitere neue Figur wird eingeführt. Crow, ein Schulabrecher, der seine eigene Musik schreibt und das „Prinzesschen“ Emily nicht ganz so uninteressant findet, wie er vorgibt. Aber ihn umgibt auch etwas Geheimnisvolles. Was genau, werde ich hoffentlich im dritten Band erfahren.

sina frambach
Aber auch die böse Seite ist wieder höchstinteressant. Dabei schafft die Autorin es, die Furien nur vereinzelt mal auftreten zu lassen, aber trotzdem so intensiv, dass man meint, sie seien von Anfang bis Ende ständig anwesend.

Das Ende hat das offenbart, worauf die Geschichte die ganze Zeit hingearbeitet hat und so bleibt einem gar nichts anderes übrig, als gleich danach zum dritten Teil zu greifen und wieder in die Welt von Emily, den Furien und dem kleinen, nicht so feinen Örtchen Ascension einzutauchen und sich endlich den Höhepunkt zu nähern.

sina frambach
Wenn er dritte Teil das Niveau der ersten beiden Bände halten kann, verdient die Trilogie bei mir einen Favoritenstatus. Ich bin aber zuversichtlich, dass dies geschehen wird.

Die Spannung wurde durchweg gehalten. Es kam zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf.

Fazit:
Rasanter zweiter Teil, der hält, was er verspricht. 10 Punkte.

Verlag: Loewe
erschienen: 2014
Printseiten: 400
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-7855-7378-5

s. a. Bibliografie Elizabeth Miles

Reihenfolge
01 Im Herzen die Rache (Rezension)
02 Im Herzen der Zorn
03 Im Herzen die Gier (Rezension)

Joanne K. Rowling - Harry Potter und der Stein der Weisen (01) von SINA

Carlsen

Harry Potter, 10 Jahre alt, wohnt bei seinem Onkel und seiner Tante im Schrank unter der Treppe. Er hat kein einfaches Leben. Ständig wird er von seinem Cousin Dudley gehänselt und verprügelt. Sein Onkel sagt ihm ständig, wie nutzlos er doch ist und seine Tante lässt ihn immer nur Hausarbeiten verrichten.
An seinem 11. Geburtstag erfährt Harry jedoch, dass er ein Zauberer ist und an der Zauberschule Hogwarts aufgenommen wurde, um dort seinen Abschluss zu machen. Für Harry beginnt eine aufregende Zeit, die er nicht nur mit neuen Freunden teilt, sondern auch mit einem wahnsinnigen Zauberer namens Voldemort, der nur eins im Sinn hat: Harry zu töten.

sina frambach
Harry Potter - wie hat diese Reihe bei allen eingeschlagen und auch heute, 18 Jahre später übt sie immer noch Faszination aus. Auf Jung und Alt gleichermaßen.
Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ich die Reihe eigentlich gar nicht lesen wollte. Was interessierte mich ein kleiner Junge, der auf einer Schule zaubern lernen sollte? Also ignorierte ich alles und erst sechs Jahre später sollte mich diese Reihe so dermaßen in ihren Bann ziehen, dass ich mir bis heute in den Allerwertesten beißen könnte, dass ich nicht gleich damit angefangen habe.
Etwas Gutes hatte es aber: So hatte ich das Vergnügen, gleich mehrere Bände hintereinander lesen zu dürfen und nicht allzu lange auf den letzten Teil warten zu müssen.

Und heute, 18 Jahre nach Erscheinen, habe ich wieder zum ersten Band gegriffen und mich verzaubern lassen, von einem kleinen Jungen, der überlebt und seinen Kampf gegen den mächtigsten und dunkelsten aller Magier aufnimmt.

sina frambach
Der Schreibstil der Autorin ist kindgerecht einfach, die Charaktere sind liebenswert gezeichnet und insbesondere Harry und seine Freunde Ron und Hermine schließt man von Anfang an ins Herz.
Aber auch andere Figuren sind einzigartig und durch ihr Agieren und Reagieren kommt letztendlich eine wundervolle, fantastische Geschichte hervor, die es einem schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen.

Und doch musste ich nach erneutem und diesmal etwas weniger aufgeregten Lesen des ersten Bandes feststellen, dass die Idee zwar immer noch faszinierend ist und auch einzigartig bleibt, doch auch einige Logikfehler in der Geschichte vorhanden sind. Aber über die sieht man großzügig hinweg.

Man wünscht sich, man hätte ebenfalls zum seinem 11. Geburtstag einen Brief bekommen, der einem mitteilt, dass man eigentlich Zauberer ist. Aber wir sind hier im realen Leben und können uns Dank Autoren wie Joanne K. Rowling in solche Welten hineinversetzen und uns einfach treiben lassen. Letztendlich ist man nach Beenden des Buches aber froh, dass man keinen Brief bekommen hat, sonst hätte man selbst gegen Voldemort kämpfen müssen.

Fantastisch und zauberhaft. Ein großartiger Auftakt zu einer sagenhafte Reihe.

Fazit:
Wer einmal damit anfängt, kann einfach nicht mehr aufhören und muss immer weiterlesen. 10 Punkte.

Verlag: Carlsen
erschienen: 1997
Printseiten: 336
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-551-55167-2

s. a. Bibliografie Joanne K. Rowling

Reihenfolge
01 Harry Potter und der Stein der Weisen
02 Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Rezension)
03 Harry Potter und der Gefangene von Askaban (Rezension)
04 Harry Potter und der Feuerkelch (Rezension)
05 Harry Potter und der Orden des Phönix (Rezension)
06 Harry Potter und der Halbblutprinz
07 Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Bibliografie Robert Galbraith

Der Ruf des Kuckucks
Der Seidenspinner

Blanvalet
Blanvalet

Robert Galbraith ist ein Pseudonym von Joanne K. Rowling

Freitag, 23. Januar 2015

Julie Cross - Sturz in die Zeit (01) von SINA

Fischer
Jackson Meyer ist 2009 Student in New York, hat eine Freundin und führt eigentlich ein normales Leben. Wären da nicht die Zeitreisen, die ihm immer mal wieder dazwischen funken. Für ihn ein harmloses Unterfangen. Doch eines Tages tauchen zwei Fremde im Studentenwohnheim auf und erschießen Jacksons Freundin. Aus Angst springt Jackson in der Zeit und findet sich plötzlich im Jahre 2007 wieder, kann aber nicht zurückspringen. Und so versucht er herauszufinden, warum die Fremden auftauchten und vor allem, warum er die Möglichkeit hat, in die Vergangenheit zu springen.

Um diese Trilogie schleiche ich eigentlich schon länger herum, bis jetzt kamen mir aber doch immer wieder andere Bücher dazwischen. Nun versuchte ich mich am ersten Teil der Zeitreise-Trilogie.

Gerade die Möglichkeit in der Zeit zu springen, birgt viele Möglichkeiten. Die Autorin hat es jedoch geschafft, mich am Ende sehr verwirrt zurückzulassen. Eine richtige Erklärung, warum Jackson in der Zeit reisen kann, gab es nicht wirklich. Und wenn Erklärungen kamen, waren diese eher vage bzw. nicht ausgereift.

Viele (gefährliche) Situationen waren meiner Meinung nach sehr einfach abgewickelt. Hier hätte ich mir mehr Verwicklungen gewünscht, mehr Ärgernisse und komplizierte Wendungen.

Außerdem war mir meist alles zu sehr „Friede, Freude, Eierkuchen“. Gerade Jacksons Freundin Holly hat alles einfach „hingenommen“ ohne groß Fragen zu stellen. Würde ich erfahren, dass mein Freund durch die Zeit reisen kann, würden mir tausende Fragen einfallen. Wieso? Warum? Wie funktioniert das? Was hast Du erlebt? Kann ich das auch?

Zwar kommen Fragen, aber die drehen sich fast immer nur um die Beziehung, die die beiden führen.

Auch der Schreibstil der Autorin konnte mich nicht fesseln. Was am Anfang noch vielversprechend begann, hat sich durch die fehlende Spannung langsam ins Gegenteil umgeschlagen.
Ich hatte zeitweise das Gefühl, dass sich die Autorin in ihrem Gewirr von Zeitsprüngen, CIA-Agenten und Feinden der Zeit verliert und am Ende selbst nicht mehr so genau weiß, in welcher Zeit sie sich überhaupt befindet.
Da halfen auch die Kapitelüberschriften nicht, die angaben, in welcher Zeit man sich gerade befindet.

Mir kam alles einfach nicht sehr logisch und durchdacht vor. Deswegen überlege ich ernsthaft, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde.

Die Figuren bleiben in meinen Augen sehr blass, haben keinen Tiefgang und ich bin letztendlich auch nicht mit ihnen warm geworden.

Fazit:
Die Autorin hätte aus der Idee einiges herausholen können, wenn sie mehr ausgereift gewesen wäre.  Von mir gibt es dafür leider nur 3 von 10 Punkte.

Verlag: Fischer
erschienen: 2011
Printseiten: 512
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-8414-2209-5

Reihenfolge
01 Sturz in die Zeit
02 Feinde der Zeit
03 Sturm der Zeit

Jonas Jonasson - Die Analphabetin, die rechnen konnte von SINA

carl's book
Nombeko lebt in Afrika. Sie kann zwar nicht lesen, aber im Rechnen macht ihr keiner was vor. Durch viele skurile Zufälle gelangt sie eines Tages nach Schweden, mit einer Atombombe im Schlepptau. Dort lernt sie Holger kennen, der eigentlich gar nicht existiert. Sie verlieben sich und bringen dadurch fast die Weltpolitik zum Stürzen.

Schon mit „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ konnte mich Jonas Jonasson in seinen Bann ziehen. Und nun begleite ich Nombeko auf ihrem Weg von Südafrika nach Schweden.

Schon der Debutroman des Autors war mit ungewöhnlichen Einfällen gespickt, aber hier überschlägt er sich nochmals und so erhascht man gleich am Anfang, wie es in Südafrika denn so im Latrinengeschäft vor sich geht. Nombeko arbeitet dort und versucht, die Karriereleiter hochzuklettern. Dies gelingt ihr auch und ab da nehmen die komischen Zufälle ihren Lauf.

Der Autor hat einen außergewöhnlichen Schreibstil. Wie schon beim Hundertjährigen verzichtet er auch hier wieder oft auf die direkte Rede, lässt viel trockenen und teilweise schwarzen Humor einfließen und geht mit Emotionen sehr sparsam um, außer er lässt diese heftig überkochen.

Viele Verstrickungen wirken am Anfang etwas unübersichtlich, aber je länger man liest, umso mehr ergibt alles einen Sinn.

Schon beim Lesen des Klappentextes wusste ich genau, dass mich wieder eine herrlich skurile Geschichte erwartet, die mir so ganz nebenbei auch etwas über die schwedische Historie im allgemeinen und das schwedische Königshaus im speziellen beigebracht hat.

Nombeko ist eine sehr sympathische junge Frau, die mit ihrer speziellen Art in so manche Situationen hineinschlittert, aus denen sie nicht mehr so einfach herauskommt. Aber ihr kluges Köpfchen, ihr neugieriges Wesen und die Fähigkeit, manche (wichtige) Leute zu beeindrucken, hilft ihr, einen Weg in ihrem Leben zu finden, der es ihr ermöglicht, sich so durchzuschlagen, dass es sich letztendlich doch lohnt.

Auch die anderen Protagonisten sind rundweg sympathisch, auch wenn sie teilweise naive oder gar zornige Züge tragen.
Wieder kommen einige bekannte Persönlichkeiten ins Spiel und werden auch etwas durch den Kakao gezogen. Dies aber mit einem gewissen Charme, der dem ganzen Buch anhaftet und so ein riesiges Lesevergnügen bereitet.

So konnte mich der Autor auch mit seinem zweiten Buch überzeugen und wird damit in meine Favoritenrige aufgenommen. Weiteren Werken sehe ich deswegen mit Interesse entgegen.

Fazit:
Skuril, lustig und hochexplosiv. 10 verdiente Punkte.

Verlag: carl's book
erschienen: 2013
Printseiten: 448
Format: ebook
ISBN: 978-3-641-08308-3

s. a. Bibliografie Jonas Jonasson

Weitere Bücher des Autors
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (Rezension)

Bibliografie Jonas Jonasson

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

carl's books

Die Analphabetin, die rechnen konnte

carl's books



Montag, 19. Januar 2015

Elizabeth Miles - Furien: Im Herzen die Rache (01) von SINA

Loewe
Wer in Ascension einen Fehler macht, muss dafür büßen. Seit die drei geheimnisvollen jungen Frauen dort angekommen sind, kommt es zu ungewöhnlichen Vorfällen. Und immer wieder sind Emily und Chase darin verwickelt. Emily beginnt nachzuforschen und merkt bald, dass Fehler in Ascension meist tödliche Folgen haben.

Schon lange habe ich ein Auge auf die Trilogie geworfen und mir nun endlich den ersten Teil aus der Bücherrei mitgenommen. Innerhalb kürzester Zeit habe ich den ersten Teil inhaliert und mit immer größer werdenden Augen die mysteriösen Geschehnisse in dem beschaulichen, kleinen Ascension in Maine verfolgt.

Mit einem sehr fesselnden Schreibstil klebt die Autorin einem förmlich an die Geschichte und man kommt nur schwer davon los. Jede Störung beim Lesen empfand ich als sehr unangenehm und es brauchte unheimliche Willenskraft, das Buch aus der Hand zu legen.

Was genau den Reiz ausmacht, kann ich nicht einmal genau sagen. Lag es nur am Schreibstil? Lag es an den Charakteren, die nach außen hin ein perfektes Leben vorzeigen, innerlich aber mit genau den selben Problemen zu kämpfen haben, wie jeder andere auch? Oder lag es gar an dem spannenden Plot, der von Anfang an in seinen Bann zog?

sina frambach
Genau genommen war es die Mischung. Die Autorin hat eine für mich sehr interessante Art der Erzählung geschaffen, die mich einfach umgehauen hat.
Ohne viel Federlesens war man plötzlich mitten in der Geschichte. Nach und nach wurden alle Charaktere vorgestellt und Geheimnisse aufgedeckt. So war ständig etwas Neues zu entdecken, Wendungen wurden eingebaut und der rote Faden stets aufrecht gehalten.

Da die Geschichte auf einer Highschool spielt, ist es klar, dass auch die typischen Probleme von Jugendlichen in die Geschichte miteinfliessen und damit auch zum Hauptthema werden.
So gibt es alle gängigen Klischees. Die reizende Ballkönigin, der gutaussehende Footballstar und seine gutaussehenden Footballfreunde, der Nerd, die Streberin mit dem schlechten Klamottengeschmack, die Fotografin und Herausgeberin des Jahrbuchs usw. Mobbing, Ausgrenzung und Demütigungen ebenso wie die erste Verliebtheit (in den Freund der besten Freundin) oder das Ausnutzen des besten Freundes werden ebenfalls verarbeitet.

Und so entsteht eine typische Highschool-Story, die dann plötzlich mit einem gehörigen Teil Fantasy gemischt wird.

sina frambach
Was das Cover angeht, müsste ich eigentlich Punkte abziehen, weil ich nicht weiß, was dieses mit der Geschichte zwischen den beiden Buchdeckeln zu tun haben soll. Wenn man es sieht, denkt man im ersten Moment an eine Liebesgeschichte ala Jane Austen. So hätte ich garantiert nicht nach dem Buch gegriffen. Einzig die rote Orchidee, die auf dem oberen Drittel abgebildet ist, hat etwas mit der Geschichte zu tun.

Trotzdem kann ich den Auftakt zu der Trilogie wärmstens empfehlen, wenn man auf Highschool-Geschichten steht, die mit außergewöhnlichen Wendungen versehen sind.

Fazit:
Eine Mischung aus Mystery und Thriller mit einem großen Hang zum klischeehaften Highschool-Wahnsinn. Von mir gibt es daher 10 Punkte.

Verlag: Loewe
erschienen: 2013
Printseiten: 384
Format: Hardcover
ISBN:  978-3-7855-7377-8

s. a. Bibliografie Elizabeth Miles

Reihenfolge
01 Im Herzen die Rache
02 Im Herzen der Zorn (Rezension)
03 Im Herzen die Gier (Rezension)

Bibliografie Elizabeth Miles

Furien
01 Im Herzen die Rache
02 Im Herzen der Zorn
03 Im Herzen die Gier

Loewe

Loewe
Loewe

Freitag, 16. Januar 2015

Andrew Lane - Young Sherlock Holmes: Der Tod liegt in der Luft (01) von SINA


Fischer

Sherlock Holmes kann in den Sommerferien nicht nach Hause kommen, da seine Mutter unpässlich ist, sein Vater nach Indien reisen muss und sein Bruder Mycroft in London so viel zu tun hat, dass er nicht auf Sherlock aufpassen kann. So schickt Mycroft ihn zu seinem Onkel und seiner Tante in das Örtchen Farnham. Sherlock weiß schon genau, dass er dort vor Langeweile sterben wird. Als er Matty kennenlernt, denkt er sich, dass die Ferien doch nicht so schlimm werden, wenn man sie mit einem Freund verbringen kann. Doch dann kommt es zu mysteriösen Todesfällen und schon ist Sherlock mittendrin in seinem ersten Abenteuer als Detektiv.

Mein erster Sherlock Holmes-Roman war Sherlock Holmes: Eine Studie in Angst von David Gray. Diese Adaption der Sherlock Holmes-Romane von Arthur Conan Doyle konnte mich schon begeistern. Damals hatte ich mir fest vorgenommen, wieder einen Sherlock Holmes zu lesen. Aber es kommt, wie es kommen musste. Ein Buch nach dem nächsten und kein Sherlock Holmes dabei.

sina frambach
Erst bei einem Besuch in der Bücherrei stolperte ich dann über die Reihe „Young Sherlock Holmes“. Band Eins wurde mit nach Hause genommen und kurz danach regelrecht verschlungen. Und nun bin ich im Sherlock Holmes-Fieber. Nach kurzem Blick in mein Bücherregal kann ich sogar mit einem Buch über den „alten“ Holmes aufwarten und nun liegt dieses auf meinem Mini-SuB neben dem Lesesessel.
Aber zurück zum eigentlichen Buch „Der Tod liegt in der Luft“.
Ich bin begeistert von dem Schreibstil des Autors. Gleich von Anfang an ist man mittendrin in Sherlock Holmes Welt. Man merkt deutlich das junge Alter des Detektivs an. Er lernt erst und scheint einen Mentor gefunden zu haben. Armyus Crowe. Er wird in den Folgebänden weiter eine Rolle spielen.

sina frambach
Der junge Sherlock Holmes wirkt sehr sympathisch, hat natürlich schon einige Eigenarten, die ihn aber eher liebenswert machen und eben zu seinem Charakter gehören. Sein Sinn für Logik ist stark ausgeprägt, er versucht immer alles zu hinterfragen und in seinem noch jungen Kopf schwirren viele Gedanken, die sich miteinander verbinden und letztendlich wieder mit logischen Erklärungen dazu führen, den Fall aufzulösen.

Auch die weiteren Protagonisten, wie z. B. der Straßenjunge Matty sind wunderbar gezeichnet. Matty ist mir sehr ans Herz gewachsen. Er hat mit seinen jungen Jahren schon so einiges durchmachen müssen und war immer auf sich allein gestellt. Bis er Sherlock getroffen hat.
Die beiden werden schnell Freunde und das ist für Matty sehr wichtig.

Ich hatte viel Spaß beim Lesen und habe natürlich versucht, selbst zu kombinieren. Aber ich bin ja nicht Sherlock Holmes und so habe ich irgendwann abgeschaltet und mich nur noch von der Geschichte mitreißen lassen.

Der Autor hat Sherlock Holmes in seinen jungen Jahren sehr realistisch dargestellt. Manche Wesenszüge, die man an dem älteren Sherlock schon kennt, werden angerissen oder gar schon eingeführt.

Die Spannung ist natürlich auch gegeben und wird stetig aufgebaut und gehalten. Es kommt keine Langeweile auf und am Ende will man eigentlich nur eins: den zweiten Band.

Fazit:
Der junge Sherlock Holmes löst seinen ersten Fall. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten, weil ich glaube, dass der Autor sich garantiert noch steigern wird.

Verlag: Fischer
erschienen: 2012
Format: Taschenbuch
Printseiten: 416
ISBN: 978-3-596-19300-4

s. a. Bibliografie Andrew Lane

Reihenfolge
01 Der Tod liegt in der Luft
02 Das Leben ist tödlich
03 Eiskalter Tod
04 Nur der Tod ist umsonst
05 Der Tod kommt leise

Donnerstag, 15. Januar 2015

Bibliografie Andrew Lane

Young Sherlock Holmes
01 Der Tod liegt in der Luft
02 Das Leben ist tödlich
03 Eiskalter Tod
04 Nur der Tod ist umsonst
05 Der Tod kommt leise

Fischer
Fischer

Fischer
Fischer

Fischer


Suzy Zail: Der Klang der Hoffnung von CORINNA

Quelle: cbj
INHALT:
„Achtet aufeinander und kommt wohlbehalten wieder nach Hause“ sind die letzten Worte, die Hanna von ihrem Vater hört.
Die Familie, die ein gut gesittetes Leben in Ungarn führte, ist in Auschwitz angekommen. Das, was sich niemand vorstellen konnte, ist Wirklichkeit geworden und für die fünfzehn Jahre alte Hanna beginnt der Kampf ums Überleben.

Hanna, die für die Musik lebt, eine begabte Pianistin ist und kurz vor der Aufnahme am Konservatorium stand, bekommt trotz aller Umstände eine Chance. Sie wird im Haus des Kommandanten als Klavierspielerin abkommandiert. Zwar verbessert dies nicht ihre Situation, denn die Gefahr ist immer greifbar und der Hunger ist übermächtig, doch sie kann durch ihre Zeit am Klavier, in die Musik abtauchen.



Ich sage es ganz offen, Bücher über den Holocaust machen mir Angst. Ich kann kaum ertragen, was damals passierte und ich schäme mich für diese Taten, auch wenn sie natürlich nicht von mir ausgeführt wurden.
Trotzdem ist es wichtig darüber zu berichten, das Geschehene nicht zu vergessen und daran zu erinnern, dass so etwas grausames und bestialisches niemals wieder passieren darf.

„Der Klang der Hoffnung“ von Suzy Zail kam durch Zufall zu mir. Ich wusste, das Lesen des Buches, wird niemals ohne Tränen ablaufen können und doch interessierte mich Hannas Geschichte sehr.

Suzy Zail, deren Vater ein Überlebender in Auschwitz war, erzählt diese Geschichte sehr berührend und sehr nah. Wir lernen die Familie Mendel im Getto kennen, Soldaten verkünden ihnen, dass ihr Leben hinter der Mauer ein Ende hat und sie morgen weggeschafft werden.
Für die vier Familienmitglieder ist dies ein Schock, doch sie haben keine Chance sich zu wehren und können zu diesem Zeitpunkt auch nicht erahnen, was noch folgen wird.

Was mir an diesem Roman sehr gefallen hat war, dass es ein Buch für alle Altersklassen ab ca. 12 Jahren ist. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie schreibt offen über die Zustände der Zugfahrt, aber vor allem über das Überleben im KZ. Der Hunger, die Erniedrigung, der schwindende Lebenswille und die Grausamkeit wird auf jeder Seite greifbar. Trotzdem ist es Hanna, die eine Wendung bringt. Natürlich ändern sich die Zustände nicht, aber sie ist fest entschlossen zu überleben und es mit ihrer Familie nach Hause zu schaffen.
Begleitet wird dies durch die Musik, die ihr so viel gibt und die ich beim Lesen regelrecht fühlen konnte.

Für mich ist „Der Klang der Hoffnung“ ein wertvolles und besonderes Buch. Es ist schonungslos, gleichzeitig aber auch so geschrieben, dass ich es nicht aus den Händen legen konnte.

Sehr empfehlenswert!

Mein Fazit:
Hannas Leben in Auschwitz wird durch die Autorin Suzy Zail greifbar. Trotzdem geschieht dies auf eine besondere Art, die nichts verbirgt, aber uns Lesern Hanna nahebringt und somit auch das Schicksal vieler Juden zur damaligen Zeit.
Ich werde dieses Buch nicht so schnell vergessen können.

10 von 10 Punkten

Verlag: cbj
Erschienen: 2015
Seiten: 288
ISBN: 978-3-570-15990-3
Format: Hardcover

Mittwoch, 14. Januar 2015

[Hörbuch] Galerie der Phantasten III von SINA

Oliver Wenzlaff


In einem Hotel in Zimmer 7 erhängen sich an drei aufeinanderfolgenden Freitagen, immer gegen 18 Uhr, drei Männer. Sie werden im gleichen Zustand aufgefunden: erhängt am Fensterkreuz. Die Polizei ist ratlos, die Gäste verlassen scharenweise das Hotel. Der Medizinstudent Richard möchte zusammen mit der Gendarmerie den Fall auflösen und bezieht Zimmer 7. Zuerst kann er sich nicht vorstellen, was passiert ist. Doch dann übt das Fenster plötzlich eine magische Anziehungskraft auf ihn.

Schon mit dem ersten Hörspiel aus der Reihe Galerie der Phantasten konnte mich Oliver Wenzlaff überzeugen.
Bei dem dritten Teil „Die Spinne“ ergeben die Mischung aus Sprechern, Vertonung und Musik ein Hörspiel der besonderen Art.

Die düstere Stimmung wird gleich zu Anfang geschaffen und zieht sich durch die ganze Geschichte. Dies wird auch von dem ursprünglichen Erschaffer der Geschichte, Hanns Heinz Ewers, der 1908 die Idee für die Story hatte, so vermittelt.

Die Spannung wird fast nur durch die Sprecher aufgebaut. Ausgewählte Toneffekte unterstützen dabei die Stimmung, die Musik vollendet alles.

Trotz der nur kurzen Länge von knapp 40 Minuten, fand ich die Geschichte nicht zu kurz, denn sie hat alles, was eine unheimliche Story so braucht. Geheimnisvolle Selbstmorde, ein unheimliches Hotelzimmer, düstere Stimmung und die passende Portion an Mystik.

Auch wenn die Geschichte an sich schon über 100 Jahre alt ist, hat sie doch nichts an Faszination verloren. Sie wurde geschickt spannend vertont und gibt einem manchmal das Gefühl, sich eben vor 100 Jahren in diesem Hotelzimmer zu befinden und mittendrin zu sein.

Die Umsetzung ist einfach genial, verbreitet düstere Stimmung und macht süchtig nach mehr. Ich hoffe, dass noch viele weitere dieser stimmungsvollen Vertonungen folgen werden. Die Reihe Galerie der Phantasten, die zwischen 1910 und 1922 von verschiedenen Künstlern geschaffen und von Hanns Heinz Ewers herausgebracht wurde, bietet noch etlichen Stoff dafür.

Fazit:
Wer Spannung sucht, sich in düstere Stimmung versetzen will und mystische Geschichten liebt, ist mit der Hörspielreihe „Galerie der Phantasten“ bestens bedient. Volle 10 Punkte dafür.


Wer Interesse an dem Hörbuch hat, kann es HIER downloaden.

Verlag: Comic Culture Verlag
Länge: ca. 38 Minuten
ISBN: 9783941886155
Format: mp3
erschienen: 2014

bisher erschienen
Galerie der Phantasten I (Rezension)
Galerie der Phantasten II
Galerie der Phantasten III

Rachel Joyce - Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry (02) von SINA

Krüger
Queenie Hennessy befindet sich im Endstadium ihrer Krankheit. Ihre letzten Tage verbringt sie im Bernadino-Hospiz, umgeben von anderen Patienten, die ebenfalls auf ihren Tod warten. Es scheint keine Hoffnung zu geben. Bis Queenie erfährt, dass ihr Brief an Harold Fry diesen dazu bewogen hat, sich auf den Weg zu ihr zu machen. Zu Fuß, quer durch England. Doch nicht nur Queenies Hoffnung steigt dadurch, auch die der anderen Patienten. Und Queenie entschließt sich, endlich die Wahrheit zu sagen, inform eines Briefes an Harold Fry. Dieser Brief beinhaltet alles, was Queenie Harold nie sagen konnte. Und je näher Harold kommt, umso mehr Geheimnisse kommen ans Tageslicht.

Schon Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry hat mich dermaßen in den Bann gezogen, dass ich mit Spannung an das neue Werk der Autorin ging. Ich wollte mehr wissen. Mehr von Harold, mehr von Queenie.

Während Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry Harolds Gedanken, Ängste und Sorgen widerspiegelt, wird sich im vorliegenden Roman ganz Queenie gewidmet. Ihr Leben ist nicht einfach, ihr Art aber auch nicht. Sie ist zwar klug, doch weiß sie nicht so recht, was sie mit ihrem Leben anstellen soll. Eine Rastlosigkeit bestimmt ihr Leben. Sie hält es eigentlich nirgends lange aus. Und wenn Probleme auftauchen, entschließt sie sich, es an einem anderen Ort neu zu versuchen.

Und sie zieht das Unglück an, wie ein Magnet Metall. Es fängt alles damit an, dass sie sich unglücklich verliebt. In Harold, der verheiratet ist, seinen eigenen Problemen versucht aus dem Weg zu gehen und mit seiner ruhigen, gelassenen Art schon mal drauf und dran ist, einem auf die Palme zu bringen.

Queenie nimmt alles als gegeben hin und so quält sie sich selbst damit, Harold einfach nur jeden Tag zu sehen, mit ihm zu arbeiten und hin und wieder Gespräche mit ihm zu führen, die eigentlich sehr nichtssagend sind.

Trotz dieser sehr negativen Eigenschaften ist es so, dass einem alle Charaktere sofort ans Herz wachsen.

Insbesondere die Patienten, die im Hospiz zusammen mit Queenie auf ihren Tod warten. Sie alle hatten keine Hoffnung mehr, haben jeden Tag vor sich hin gelebt und keine Freude mehr empfunden. Bis die Nachricht kam, dass Harold unterwegs zum Hospiz ist. Ab da geht es ein klein wenig bergauf. Patienten kommen, Patienten gehen – und zwar endgültig. Gerade diese Passagen gingen mir sehr ans Herz und mehr als einmal hatte ich Tränen in den Augen, weil die Autorin es auch schafft, diese Szenen mit einer so wahnsinnig wunderbaren Art zu erzählen, dass es schon Stiche versetzte.

Wer Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry schon begeistert gelesen hat, kommt um dieses Buch einfach nicht herum. Es ist rührend, traurig, witzig, fröhlich, tiefgründig und am Ende einfach nur eins: wunderschön!

Fazit:
Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry wurde endlich veröffentlicht. Volle Punktzahl.

Verlag: Krüger
erschienen: 2014
Printseiten: 399
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-8105-2198-9

Bibliografie Rachel Joyce

Reihenfolge
01 Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (Rezension)
02 Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry

Montag, 12. Januar 2015

Heather Anastasiu - Secrets: Ich fühle (01) von SINA

Blanvalet

In Zoe befindet sich ein Chip, der ihre Gefühle unterdrückt. Nur so kann ausgeschlossen werden, dass sich durch die schädlichen Emotionen Kriege oder andere Katastrophen ausweiten und die Menschen in friedlichem Miteinander leben können. Doch gleichzeitig verstumpft die Menschheit und führt nur noch das aus, was ihnen durch die Verbindung aufgetragen wird. Doch Zoes Chip scheint eine Störung zu haben. Immer öfter fällt sie aus der Verbindung heraus und Gefühle strömen auf sie ein. Erst ist es nur Verwirrung, doch dann kommen Unverständnis, Trauer, Angst, Wut und ein undefinierbares Gefühl dazu, dass sie als Liebe entpuppt. Doch niemand darf wissen, dass sie fühlt...

Alles ist vorbestimmt, der Tagesablauf perfekt ausgerichtet und die Zukunft geplant. Durch die Abgestumpftheit denkt man nicht nach, lässt alles mit sich geschehen und nimmt auch alles als selbstverständlich hin. So ist eine Welt ohne Gefühle. Man existiert, aber man lebt nicht.

Genauso ergeht es Zoe. Sie nimmt alles als gegeben hin, stellt nichts in Frage und das nur, weil in ihrem Körper ein Chip ist, der ihr vorgaukelt, dass eine Welt ohne Gefühle besser ist.

Die Autorin hat sich mit dieser Idee ein gewagtes Ziel gesetzt und dies zu Anfang auch sehr gut umgesetzt. Durch ihren fesselnden Schreibstil hatte ich auch gleich mal die Hälfte des Buches verschlungen.

Der fesselnde Schreibstil blieb, doch die Umsetzung wurde immer fadenscheiniger. Teilweise wurden Szenen in die Länge gezogen, was mir den Eindruck gab, dass dadurch die Geschichte unnötig geweitet werden sollte.

Gestört hat mich auch, dass Zoe ständig ein „Brennen hinter den Augen“ gefühlt hat oder „Wasser aus ihren Augen“ rann, lief, strömte oder ähnliches. Dies kam sehr, sehr oft vor und hat bei mir eher den Eindruck erweckt, dass Zoe eine „Heulsuse“ ist und nicht das toughe Mädchen, das sie eigentlich darstellen sollte.

Auch die anderen Protagonisten blieben blass. Selbst über Zoe, die ja der Hauptcharakter ist, habe ich nur wenig erfahren können und konnte mich auch so nicht in sie hineinversetzen.

Alles in allem kam mir die Geschichte nicht sehr ausgereift vor und es blieben so viele Fragen offen, die eigentlich im ersten Band einer Trilogie hätten geklärt werden sollen. So hätte ich mir gewünscht, gleich mehr Informationen zu dem Chip zu bekommen, den Zoe in sich trägt und auch warum es die Menschen unter die Erde verschlagen hat. Hier wird nur kurz erwähnt, dass etwas passiert ist, aber genaueres bleiben einem vorenthalten.

Insoweit hoffe ich dann doch ganz fest auf den zweiten Teil der Trilogie.

Fazit:
Starke Idee, teilweise ungenau umgesetzt. Solider Anfang einer neuen Dystopie. Von mir gibt es 6 von 10 Punkten.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2014
Printseiten: 416
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-442-26873-3

Reihenfolge
01 Ich fühle
02 Override
03 Shutdown 

Freitag, 9. Januar 2015

Nicholas Vega - Piratenland: Fünf gegen Bierbart von SINA

Nicholas Vega
Johns 12. Geburtstag ist etwas Besonderes, denn an diesem Geburtstag nimmt ihn sein Vater, der große Kapitän Bierbart ihn mit auf die Quietsch Vorwärts und er wird endlich zum Piraten. Doch kaum ist er auf dem Piratenschiff, merkt er schnell, dass alles gar nicht so abenteuerlich ist, wie er sich vorgestellt hat. Vor allem das Deckschrubben geht ihm auf den Keks. Doch dann kommt Fahrt auf, denn Meister Tod bittet Kapitän Bierbart um einen Gefallen. Und plötzlich hat John mehr Abenteuer und Gefahr, als ihm lieb ist.

Nicholas Vega hat mich mit Romanen wie „Der Junge, der Glück brachte“ schon mehrfach begeistern können und nun dachte ich, ich wage mich mal an sein Kinderbuch heran. Und wurde nicht enttäuscht.

Mit viel Humor, Kreativität und einer gehörigen Portion Sarkasmus erzählt Nicholas Vega das Piratenabenteuer und bedient sich dabei vieler bekannter Vorbilder. Sei es den bekanntesten Piraten aus Fluch der Karibik oder Klischees aus Piratenfilmen oder gar Spielen, wie z. B. Monkey Island.

Und ich muss sagen, ich war erstaunt, wie viele Parallelen ich ziehen konnte, was mir persönlich zeigt, dass ich eigentlich doch ein kleiner Fan von Piraten bin.

Die Geschichte ist durchweg schräg, macht Spaß und ist ein spannendes Abenteuer. Und ist mal ein ganz anderes Genre in dem sich der Autor bewegt. Normalerweise kennt man ihn aus durchdachten, bewegenden Büchern, die leise Untertöne anschlagen, aber hier tobt sich der Autor mal so richtig aus.

Viele Figuren sind so liebenswert gezeichnet, dass man ihr Bild direkt vor Augen hat. Das Kopfkino hat mächtig was zu tun.

Das Ende ist so gehalten, dass man vielleicht Hoffnung auf ein weiteres Piratenabenteuer mit John, seinem Vater Kapitän Biebart und der Crew der Quietsch Vorwärts genießen darf.

Fazit:
Ein Piratenabenteuer nicht nur für Kinder. Von mir gibt es 10 Punkte.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2014
Printseiten: 316
Format: ebook
ASIN: B00LNJN03Q

s. a. Bibliografie Nicholas Vega

Felix Hänisch [Hrsg.] - Schattenweber von SINA

Felix Hänisch
Die Anthologie beinhaltet 11 Geschichten, wobei es sich bei allen nur um eines dreht: Fantasie von ihrer dunkelsten Seite. Dabei bedienen sich die Autoren jeglichen Fantasie-Elementen, die man kennt. Sei es das High Fantasy, mit seiner eigenen Welt, in der Orks ihr Unwesen treiben, oder Urban Fantasy, wo man meinen könnte, dass die dunkle Seite gerade bei uns um die Ecke ist.

Sämtliche Klischees werden ausgenutzt, aber nicht in kitschigem Sinne, sondern in ihrer schönsten Form: um zu unterhalten.

Bei dieser Anthologie kommt jeder auf seine Kosten. Ich persönlich bin mehr der Urban Fantasy-Typ und kann fast gar nichts damit anfangen, mich in einer Welt zu bewegen, die ich nicht kenne - außer sie heißt Mittelerde ;). Aber ich fand es doch interessant, mich dann mal abseits meiner Pfade zu bewegen und mich mit Orks und Elfen durch ihre Abenteuer zu schlagen.

Insbesondere zwei Geschichten möchte ich herausheben, die mir persönlich am Besten gefallen haben. Kai Seuthes Kurzgeschichte „Die Augen“ sowie Nora Bendzkos „Der atomare Mutterleib“. Beides aus meinem Genre Urban Fantasy, aber mit genau dem Hauch fantastischer Welt, der mir so gefällt.

„Die Augen“
Während seines Unterrichts wird ein Schüler von Professor Devin aufmüpfig und weigert sich, ein Auge zu sezieren. Der Professor verflucht ihn darauf hin, als Dauerspender für Augen zu fungieren, woraufhin der Schüler ihn mit dem Seziermesser attackiert und verletzt. Jahre später hat sich Devin in sein Haus zurückgezogen, kommt sich jedoch beobachtet vor. Seine Gedanken kehren zurück zu dem von ihm verfluchten Studenten.

„Der atomare Mutterleib“
Keira lebt bei ihrem Ziehvater Martin in der Nähe eines Atomkraftwerkes. Die beiden haben sich in eine Hütte im Wald zurückgezogen und meistern ihr Leben fernab der Zivilisation. In regelmäßigen Abständen bekommen sie Besuch von drei Männern, wobei Martin durch Magie versucht, die drei von ihrem Haus fernzuhalten. Doch Keira hat Zweifel, welche durch einen wiederkehrenden Traum noch gesteigert werden. Was verbirgt Martin vor ihr und was haben die Männer vom Atomkraftwerk mit der ganzen Sache zu tun?

Beide Geschichten hatten durchweg spannende Elemente, was bei einer Kurzgeschichte ja äußerst schwierig ist, da einem ja nicht so viel Zeit bleibt, um den Spannungsbogen zu erzeugen. Doch von Anfang an war ich mittendrin.
Nora Bendzko hat mich auch noch mit ihrer Art des Schreibens fasziniert.

Durchweg ist das Buch gute Unterhaltung, gerade, wenn man mehr auf die dunkle Seite steht und sich auch nicht scheut, mal neue Wege zu gehen.

Der Preis für das Buch mit 6,99 Euro ist meines Erachtens mehr als fair. Vor allem, da die Autoren 100 Prozent ihrer Tantiemen für einen guten Zweck spenden (Aktion Deutschland hilft: Projekt Alphabetisierung). Mitunter ein weiterer Grund, sich das Taschenbuch zuzulegen.

Fazit:
11 dunkelfantastische Geschichten. Von mir gibt es 9 von 10 Punkten.

Verlag Selfpublishing
erschienen: 2014
Printseiten: 256
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-1505563603