Donnerstag, 21. Januar 2016

Interview mit Kathryn Taylor von SONJA



Nach dem ich begeisterter Fan der Colours of Love Reihe bin und Band 1 und 2 der Daringham Hall Reihe verschlungen habe, durfte ich auf der Frankfurter Buchmesse 2015 Kathryn Taylor kennen lernen. Im Nachgang ergab sich ein interessanter Einblick, den ich Euch hier präsentieren möchte:


© Sonja Kochmann



Wer oder was hat Sie zum Schreiben gebracht? Wollten Sie schon immer Autor/in werden?

Wirklich dazu gebracht hat mich niemand. Bei uns liegt das Schreiben und die Liebe dazu ein bisschen in der Familie, und ich habe schon als Kind Schulhefte mit kleinen Erzählungen gefüllt. Später waren es dann Gedichte und längere Geschichten, und ich wusste auch schon recht früh, dass mein Beruf etwas mit Schreiben zu tun haben sollte. Deshalb habe ich zuerst als Redakteurin bei verschiedenen Zeitungen und beim Fernsehen gearbeitet und später als freie Lektorin und Übersetzerin. Dann erst hat sich das mit den Büchern ergeben, und das mache ich jetzt natürlich am liebsten.

© Sonja Kochmann


Woher kamen die Ideen für die Colours of Love und die Daringham Reihe? Welche Reihe ist Ihre Lieblingsreihe?

Die Frage, wie man auf die Idee zu einer Geschichte gekommen ist, wird einem als Autor sehr oft gestellt – und sie bleibt extrem schwer zu beantworten. Eigentlich besteht ein Buch nämlich nicht aus nur einer Idee, sondern aus Hunderten, und oft sind es auch eher Entscheidungen. Ich entscheide, was für eine Geschichte ich schreiben will, und suche dann nach den Ideen, um sie mit Leben zu füllen. Bei einigen Handlungssträngen weiß ich noch, wie ich auf die Idee dazu gekommen bin, bei anderen hat sich das einfach ergeben oder ist mir erst nach langem Nachdenken eingefallen. So pauschal lässt sich das deshalb nicht sagen. Eine Lieblingsreihe habe ich nicht, ich liebe alle meine Bücher und habe sie sehr gerne geschrieben. Da könnte ich mich gar nicht entscheiden. 

Sie haben nun mehrere erfolgreiche Reihen geschrieben. Wie stehen Sie zu Buchreihen? Sind Sie davon begeistert, oder mögen Sie lieber Einzelbücher?

Ich mag beides. Bei Buchreihen kehrt man immer wieder zu den schon vertrauten Figuren zurück und lernt sie besser kennen, kann oft mehr in die Tiefe gehen. Aber ich mag auch in sich abgeschlossene Geschichten sehr.

Die Nebenfiguren Peter und Tilly sind durch die Dialoge super gelungen. Wäre ein „lustiger Frauenroman“ wie z.B. von Kerstin Gier auch ein mögliches Schreibprojekt? (Wollen Sie zukünftig auch in verschiedenen Genres Bücher schreiben?)

Ich liebe Kerstins Bücher, sie ist eine meiner Lieblingsautorinnen und ihr Humor ist absolut einzigartig. So lustig schreiben könnte ich nicht, da bin ich ziemlich sicher. Mir liegen eher die romantischen und leidenschaftlichen Liebesgeschichten, und im Moment habe ich noch keine Pläne in eine andere Richtung. Aber ich will nicht ausschließen, dass ich irgendwann auch noch mal was Neues versuche. 


© Sonja Kochmann

Wie lange dauerte das Schreiben pro Buch in etwa?

Das ist ganz unterschiedlich und liegt auch an der Geschichte und daran, wie viel Ruhe ich habe. Aber meistens brauche ich für den Rohtext so zwischen drei und sechs Monate.  

Wie lange dauerte es, bis Sie einen Verlag für Ihr Buch gefunden haben?

Gar nicht lange. Mein Verlag suchte damals nach genau so einem Stoff wie die „Colours“, deshalb konnte ich schon nach einem halben Jahr mein erstes Buch in den Händen halten. Was mir als sehr ungeduldigem Menschen natürlich sehr recht war. J  


© Sonja Kochmann


Wie schreiben Sie? Wie verläuft ein Arbeitstag bei Ihnen?

Viele Leute glauben komischerweise immer, dass Schriftsteller gerne in Cafés schreiben. Oder an anderen sehr spannenden Orten. Leider ist es in der Realität häufig sehr viel unromantischer. Schreiben ist harte Arbeit und braucht viel Geduld, und sie findet meistens am Schreibtisch statt. Jedenfalls bei mir. Die Zeiten dafür sind sehr unterschiedlich. In der Regel setze ich mich vormittags, wenn die Kinder in der Schule sind, für ein paar Stunden hin, und nachmittags auch noch mal, wenn ich die Ruhe dafür habe. Am liebsten schreibe ich aber abends und auch nachts, wenn alles ruhig ist im Haus. Da bin ich oft am kreativsten. Man könnte also sagen, dass ich eigentlich immer schreibe, wenn ich Gelegenheit habe. Es sei denn, ich beantworte gerade Interviewfragen oder bin auf Messen oder beim Verlag oder muss Dinge erledigen, die der Alltag eben so von einem verlangt ;-) Als Autor hat man nie wirklich frei, es kann immer passieren, dass mir in einem sehr unpassenden Moment etwas einfällt, deshalb habe ich immer ein Notizbuch dabei, und so richtig los lässt einen die Geschichte, an der man gerade sitzt, eigentlich nie. Meine Familie kennt das schon, dass ich dann manchmal nur körperlich anwesend bin und in Gedanken ganz weit weg, und sie nehmen auch oft Rücksicht, wenn ich gerade kurz vor der Manuskriptabgabe stehe und kaum ansprechbar bin. Genauso gut kann es aber auch passieren, dass mir zwei oder drei Tage hintereinander gar nicht recht etwas einfällt, dann erledige ich andere Dinge, bis es wieder läuft. Es braucht oft Zeit, bis die Geschichte sich in meinem Kopf so entwickelt hat, dass es wirklich passt, das kann man nicht erzwingen. Es ist jedenfalls nie so, dass ich mich hinsetze und entscheide: so, heute schreibst du soundsoviele Seiten. Das lässt sich nicht vorhersehen, wie gut es läuft, und von zwei Zeilen bis zwanzig Seiten pro Tag ist alles drin. : -)  


© Sonja Kochmann


Was für ein Gefühl ist es auf der Messe sein eigenes Gesicht im Großformat zu sehen?

Ein gutes Gefühl. :-) Es erinnert mich daran, wie viel Glück ich hatte, dass meine Bücher von Anfang an so gut angekommen sind bei meinen Lesern da draußen, und ich hoffe, dass das auch noch lange so bleibt.

Welche/n Autor/in würden Sie gerne mal treffen? Welche Frage würden Sie stellen?

Mein Großvater war auch Schriftsteller, aber er starb, als ich noch relativ jung war. Damals war mir nicht klar, dass ich einmal das Gleiche machen würde wie er, und ich denke oft, wie gerne ich die Gelegenheit gehabt hätte, mit ihm über das Schreiben zu sprechen. Es ist sehr schade, dass das nicht mehr geht.

Haben Sie neben dem Schreiben noch Hobbys?

Ich lese natürlich viel, ich liebe es, ins Kino zu gehen, und ich treffe mich sehr gerne mit Freunden.  

Was lesen Sie gerade?

Im Moment gerade den letzten Teil der „Silber“-Trilogie von Kerstin Gier.

Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller?

Ich liebe die Bücher von Kerstin Gier, Eva Völler und Sabine Zett. Alle drei schreiben großartige Geschichten, die ich immer wieder sehr gerne lese.


© Sonja Kochmann


Was ist Ihr Lieblingsbuch?

Da könnte ich mich gar nicht für eins entscheiden. Es gibt so viele tolle Bücher, und auch nur einen Bruchteil davon hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen.

Wie stehen Sie zum Ebook?

Ich liebe echte Bücher, die ich anfassen und ins Regal stellen kann, aber ich finde, dass Ebooks durchaus ihren Reiz und ihre Vorteile haben. Auf Reisen zum Beispiel möchte ich auf meinen E-Reader nicht mehr verzichten. Allerdings muss ich manche Bücher auch physisch besitzen, da reicht eine elektronische Ausgabe nicht. Letztlich hat beides seine Berechtigung, finde ich, und ich habe weder ein Problem mit dem einen, noch mit dem anderen.


© Sonja Kochmann

Vielen Dank für diesen Einblick und ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Bücher auch wenn ich gerade das neuste Buch Daringham Hall - Die Rückkehr beendet habe.


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