Donnerstag, 15. September 2016

Interview // Ella Simon (Sabrina Qunaj) - Ein Gefühl wie warmer Sommerregen von SONJA

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Quelle: Goldmann


Vor einiger Zeit habe ich das Buch "Ein Gefühl wie warmer Sommerregen" gelesen und war begeistert. (Die Rezension findet Ihr HIER.)


© Foto Puntigam


Ich wollte mehr über die Autorin erfahren und fand heraus, dass hinter dem Namen Ella Simon Sabrina Qunaj steckt. Über den Verlag ergab sich die Gelegenheit nachzufragen:
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Quelle: Goldmann
Sie haben bislang unter ihrem richtigen Namen Sabrina Qunaj historische Romane veröffentlicht. Woher kam die Idee für dieses Buch und das Pseudonym?
Ich lese sehr gerne Liebesromane und spielte schon länger mit dem Gedanken, einen zu schreiben. Es war eine glückliche Fügung, dass meine Lektorin und ich zur selben Zeit den Einfall hatten, dass ich dieses Genre versuchen könnte. Die Idee zu Alis‘ Geschichte kam mir dann bei den Vorbereitungen zu meiner Recherchereise nach Wales für die historischen Romane. Ich stolperte über ein Video des Tenby Lifeboats und war sofort fasziniert. In Wales, inmitten dieser wunderbaren Landschaft, nahm die Idee dann weiter Form an.
Die Entscheidung für ein offenes Pseudonym fiel sehr schnell, da die Bücher unter meinem richtigen Namen alle etwas Mystisches haben – die Fantasy für Jugendliche und Erwachsene und das Mittelalter bei den historischen Romanen. Als Ella Simon bewege ich mich ausschließlich in der Gegenwart und ohne phantastische Elemente. Das Pseudonym entstand dann in mehreren Brainstorming-Runden mit Verlag und Agentur.

Wer hat Ihnen bei den Fakten zur Tiermedizin oder zur Royal National Lifeboat Institution geholfen?
Bei der Tiermedizin hatte ich das Glück, dass meine Stiefschwester und meine Freundin beide Tierärztinnen sind. Um Informationen über die RNLI zu bekommen, habe ich sehr viel gelesen, unzählige Einsatzvideos angesehen und die Station in Tenby auch mehrmals besucht. Besonders hilfreich war der Mechaniker der Station, der mich herumgeführt und all meine Fragen beantwortet hat. So durfte ich sogar auf dem Sitz des Bootsführers Platz nehmen und ganz in Alis‘ Schuhe schlüpfen.

Woher kommt das Interesse an Wales, wo sie doch selbst aus der Steiermark kommen?
Schon als Kind hegte ich eine Faszination für britische Mythologie und das keltische Volk. Mich interessierten Geschichten über Merlin, Arthur, Tristan und Isolde usw. immer mehr als heimische Märchen. Beim Lesen von historischen Romanen über Großbritannien fiel mir dann oft auf, dass Wales so gut wie nie eine Rolle spielt, was mich persönlich aber am meisten interessiert hätte. Also beschloss ich, selbst diese Lücke zu füllen. Ich tauchte tiefer ein in die Geschichte dieses Landes und je länger ich mich damit beschäftigte, umso mehr fühlte ich mich dort zu Hause.

Sie sagen von sich selbst, dass Sie ein Bücherwurm sind. Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller? Was ist Ihr Lieblingsbuch?
Das ändert sich eigentlich ständig, es gibt so viele großartige Autoren und Bücher. Rebecca Gablé und Bernard Cornwell zählen aber definitiv zu meinen Lieblingen bei den historischen Romanen und Susan Elizabeth Phillips bei den Liebesromanen.

Was lesen Sie gerade?
„Gegen den Wind“ von Sean Thomas Russell, der vierte Band einer Reihe, ein historischer Seekriegs-Roman, ein wenig wie „Hornblower“.

An dem Buch kann man die Liebe zu Pferden deutlich erkennen. Seit wann reiten Sie und haben Sie noch andere Hobbies?
Mit dem Reiten begonnen habe ich mit neun, mit achtzehn kaufte ich mir mit meinen ersten eigenen Gehältern nach dem Schulabschluss ein eigenes Pferd. Mittlerweile ist auch meine siebenjährige Tochter eine begeisterte Reiterin. Ansonsten habe ich neben meiner Familie kaum Hobbys. Ich mag es, die Familie zu bekochen und Spiele mit ihnen zu spielen, Ausflüge zu unternehmen oder einfach nur zusammengekuschelt auf der Couch ein Buch zu lesen.

Wer oder was hat Sie generell zum Schreiben gebracht?
Die Antwort ist ziemlich unromantisch: Pure Langeweile! Nach der Geburt meiner Tochter wusste ich nicht viel mit mir anzufangen. Ich war es gewohnt, 40 Stunden die Woche im Büro zu sitzen und meine Tochter war ein außergewöhnlich ruhiges Baby, das sehr viel schlief und nie weinte. Bei den stundenlangen Spazierfahrten mit dem Kinderwagen hing ich wie immer Fantasiegeschichten nach und da ich plötzlich so viel Zeit hatte, begann ich, sie zu Hause aufzuschreiben. Bald waren tausend Seiten fertig und mein Debütroman „Elfenmagie“ erwachte zum Leben.

Wie schreiben Sie an einem ganz normalen Tag mit Heim, Mann und Kindern?
Immer dann, wenn ich Zeit finde, ich habe keinen festen Plan. Das ist das Schöne an meinem Beruf, ich kann mich ganz nach der Familie richten. Oft schreibe ich vormittags, wenn die Kinder im Kindergarten bzw. in der Schule sind oder abends, wenn sie schlafen. Manchmal unternimmt mein Mann nachmittags etwas mit den beiden und ich habe auch Zeit.

Wie stehen Sie zum Ebook?
Ich gestehe, ich lese fast ausschließlich E-Books. Meinen ersten E-Book-Reader gönnte ich mir zur Geburt meines zweiten Kindes. Das Lesen fällt mit einem Baby auf dem Arm sehr viel leichter, wenn man nicht umblättern oder schweres Gewicht tragen muss. Ich bin aber nach wie vor Print-Fan und nicht selten kaufe ich mir Bücher, die mich als E-Book begeistern, auch noch als Print fürs Regal.

Wie stehen Sie zu Buchreihen? Sind Sie davon begeistert, oder mögen Sie lieber Einzelbücher? Sind diese einfacher zu schreiben?
Als Leser wie auch als Autor bevorzuge ich Reihen, in denen jeder Band abgeschlossen ist, ich bin kein Fan von Cliffhangern. Wenn ich einen Band beenden kann, ohne die Fortsetzung lesen zu müssen, bin ich ein absoluter Reihenfan. Besonders, wenn ich ein Buch entdecke, das mich begeistert, kann ich nicht genug davon haben. Ob Reihen oder Einzelbände einfacher zu schreiben sind, kann ich nicht sagen. Ich plane keine Reihe als Ganzes, sondern arbeite mich von Band zu Band weiter und jeder hat eine eigene Geschichte. Das ist also, als würde ich Einzelbände schreiben, nur ist das Universum dasselbe. Ich stelle es mir aber schwierig vor, über mehrere Bände hinweg zu planen.

Wollen Sie zukünftig auch unter Ella Simon weiter Bücher schreiben?
Im Moment schreibe ich gerade meinen zweiten Ella Simon Roman – eine Fortsetzung des ersten Bandes, aber gleichzeitig auch eine eigenständige Geschichte, die ohne Vorwissen des ersten gelesen werden kann.

(Kleiner Einschub: Juhu!)


© Sonja Kochmann


Wollten Sie schon immer Autor/in werden?
Überhaupt nicht, der Gedanke kam mir eigentlich nie bis zu meinen Schreibversuchen nach der Geburt meiner Tochter. Ich versuchte mich als Teenager zwar an ein paar Fanfictions, aber ich stellte nichts fertig und nahm es auch nicht ernst.

Welche/n Autor/in würden Sie gerne mal treffen? Welche Frage würden Sie stellen?
Das wäre Rebecca Gablé. Ich würde mich gerne mit ihr über das britische Mittelalter und ihre Recherchemethoden austauschen.

© Foto Puntigam


Vielen lieben Dank an die Autorin und den Verlag für diese Ein- und Ausblicke. Bei der Fortsetzung bin ich auf jeden Fall dabei.

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