Sonntag, 23. April 2017

Anne Freytag - Den Mund voll ungesagter Dinge von SONJA


Quelle: Heyne fliegt


INHALT:
Sophie steckt mitten in den Abiturvorbereitungen als ihr Vater ihr verkündet, dass er zu seiner Freundin von Hamburg nach München ziehen wird und Sophie mit muss. Die Zweisamkeit von Sophie und ihrem Vater wird durch die neue Stiefmutter plus zwei kleine Söhne und plus Hund Carlos Knall auf Fall zerstört.

Eine neue Schule, neue Mitschüler und überhaupt hat Sophie das alles nicht gewollt. Mit dieser Einstellung kommt Sophie jedoch weder bei den Jungs noch bei dem Nachbarsmädchen Alex weiter.....ein Kuss nach einem Partyspiel wird alles ändern....

FAZIT:
Sophie steckt mitten in der Pubertät und irgendwie läuft alles anders, als gedacht: Sie kann sich nicht an eine Mutter wenden, denn die hat sie nie gewollt. Ihr bester Freund, ist derzeit in Paris und dann kommt der Umzug von Hamburg nach München und die Zweisamkeit von Vater und Tochter wird zu bunten Patchworkfamilie mit Hund.

Das alles führt bei Sophie auf anschauliche Weise zu einer Art Weltuntergangsstimmung. Obwohl die neue Stiefmutter eigentlich alles richtig macht, ihre kleinen neuen Brüder sie lieb haben und sogar der Hund Carlos sie in sein pelziges Herz geschlossen hat, kann Sophie sich nicht einleben.

Als die Nachbarstochter Alex aus dem Urlaub kommt, finden beide nach einigen Zwischenfällen zueinander; mehr als anfänglich gedacht und nun steht die Gefühlswelt richtig Kopf und das bisherige Chaos ist fast nebensächlich, so dass man mit Sophie dank des Schreibstils der Autorin richtig mitfühlen kann.

Das Buch ist aus der Sichtweise von Sophie geschrieben und lässt sich leicht und locker lesen. Ich konnte es nicht aus der Hand legen. Dank des Wochenende hatte ich es an 2 Tagen durch, denn ich musste unbedingt wissen, wie es für Sophie und Alex ausgeht.

Das Buch enthält innerhalb der Handlung eine Art Playlist und den ein oder anderen Song hab ich mir gleich angehört und gespeichert.

Anne Freytag schafft es in diesem Buch meisterlich das Gefühlschaos und die Bedenken von Sophie (und am Ende auch von Alex) darzustellen. Ein Jugendbuch, das unter die Haut geht und dem Leser zusätzlich ein Thema zum Nachdenken gibt. Toleranz bezüglich lesbischer Liebe oder generell Anderssein ist leider nicht jedem gegeben und können die Schulzeit und das spätere Leben durch Mobbing oder auch nur durch schiefe Blicke zur Hölle machen. Volle Punktzahl.

Verlag: Heyne fliegt
erschienen: 2017
Seiten: 400
ISBN: 978-3453271036


© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann
© Sonja Kochmann
© Sonja Kochmann

Mac P. Lorne - Der Herr der Bogenschützen von SINA

Droemer Knaur


John Holland, der spätere Duke of Exeter, muss sich seinen Titel jedoch bitterlich zurückerobern. Denn Thomas Fitzalan trennt ihn als 5jährigen von seiner Familie und John muss bei einer Pflegefamilie aufwachsen. John schwingt sich zum "Herrn der Bogenschützen" auf und macht sich als Kommandant der englischen Langbogenschützen im 100jährigen Krieg einen großen Namen. Doch John merkt, dass er sich nichts sehnlicher wünscht, als den Krieg endlich zu beenden. 
Zur gleichen Zeit macht sich Jeanne d'Arc auf, Frankreichs Armee zum Sieg zu führen. Ihr fanatisches Verhalten und ihr Sinn, alle für sich einzunehmen, führen dazu, dass sich die englische und französische Armee gegenüberstehen und ein erbitterter Kampf entbrennt.
John weiß, dass mit Jeanne alles steigt und fällt... und so greift er in das Schicksal ein.

Nach "Der Pirat" war ich begeistert von der lebendigen Schreibweise des Autors. Mich mit Francis Drake auf Raubzüge und Weltreise zu begeben, war ein wahrliches (Lese)Vergnügen. Die Vorankündigung eines neues Romans aus der Feder von Mac P. Lorne hat mich dann sehnsüchtig auf diesen warten lassen.

Diesmal begeben wir uns in die Zeit des 100jährigen Krieges. Wir lernen John Holland im Alter von 5 Jahren kennen, als sein Vater als Verschwörer entlarvt und seine Mutter mit einem anderen Mann verheiratet wird. John selbst kommt in eine Pflegefamilie, die ihm jedoch viel Liebe entgegenbringt und ihn in seinem Bestreben Bogenschütze zu werden, unterstützt. John hat dafür sehr viel Talent und schwingt sich dadurch bis zum Herrn der Bogenschützen auf, in dem er unter König Henry V. als Kommandant der Langbogenschützen seine Pflicht antritt. 

© Sina Frambach

Der Autor hat einen sehr lebhaften Schreibstil und so fühlt man sich fast, als wäre man mitten in der Geschichte und würde neben John Holland stehen und alles hautnah mitbekommen. Dabei hat der Autor eine sehr interessante Weise gewählt, um seine Geschichte zu erzählen. Da es sich bei John Holland um eine historisch bekannte Persönlichkeit handelt, hat der Autor Szenen gewählt, in denen wir John persönlich näher kennenlernen. Zwischendurch gibt es immer wieder Absätze, die sich jedoch nur der Erzählung der historisch belegten geschichtlichen Fakten widmen. Wichtige historische Begebenheiten werden jedoch so anschaulich und interessant erzählt, dass nichts trocken wirkt und auch keinerlei Langeweile aufkommt. 

So wird die Geschichte lebendig und man lernt nebenbei auch noch viele Dinge, die man vorher so nicht wusste. 

Gerade wenn es um John Holland geht, der zwar oft in historischen Überlieferungen erwähnt wird, aber trotzdem irgendwie in der Geschichte untergeht. Diese Persönlichkeit faszinierte den Autor so sehr, dass er ihm einen Roman widmen wollte. Und so spann er eine Lebensgeschichte, die sich so tatsächlich ereignet haben könnte. Wichtige Momente, wie Johns Taten und Verdienste im Krieg oder das Treffen auf eine weitere historische Prominente namens Jeanne d'Art sind belegt, doch viele Lücken mussten geschlossen werden. Der Autor hat dies mit einer sehr lebhaften Fantasie getan und doch könnte es sich wirklich so zugetragen haben.

© Sina Frambach

Nachdem ich das Buch "Johanna von Orleans" von Pamela Marcantel gelesen habe, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass Jeanne d'Arc eine arme, verwirrte junge Frau war, die aufgrund einer damals nicht bekannten Krankheit (wahrscheinlich Wahnvorstellungen oder Schizophrenie) eine sehr berühmte Rolle einnahm, um so den Franzosen zum Sieg und vor allem dem nicht legitimen Charles zur Königswürde zu verhelfen. Ich hatte Mitleid mit ihr. Doch die Darstellung der Jeanne d'Arc von Mac P. Lorne ließ mich meine Meinung etwas ändern. Die Jungfrau von Orleans wirkt hart und verhärmt. Ihre Krankheit lässt sie zu Mitteln greifen, die sie zwar als Gottgegeben abtut, jedoch in der heutigen Zeit sektenhaft wirken. Ihre Art zu reden und andere für sich einzunehmen, haben vieles bewirken können.

Jeanne d'Arc nimmt jedoch nicht die Hauptrolle des Buches ein. In am Anfang seltenen Szenen wird ihre Kindheit geschildert, bis sie am Ende des Buches eine größere Rolle einnimmt. Besonders im Gedächtnis wird mir wohl die Szene bleiben, als Jeanne auf John trifft und sie ein längeres Gespräch führen. 

Ich muss aber zugeben, dass ich auch zu John Holland keine wirkliche Beziehung aufbauen konnte. Er blieb mir teilweise etwas zu distanziert und kühl. Erst am Ende bekommt man etwas Emotion von ihm zu spüren.

Und doch geht von allem eine gewisse Faszination aus. Der 100jährige Krieg war sinnlos und brutal. Es mussten zu viele Menschen sterben, die sich eigentlich ein ruhiges Leben verdient hatten. Doch so ist es mit jedem Krieg, der auf dieser Welt herrschte oder immer noch herrscht. 
Machtansprüche werden geregelt, an die Verträge wird sich nicht gehalten und so kommt es zu einer Schlacht, die tausende Opfer fordert. 

Der Autor schildert den Wahnsinn der damaligen Zeit in einer Art und Weise, die es einem fast unmöglich macht, das Buch wegzulegen und doch gibt es Szenen, da nimmt man sich freiwillig eine Auszeit von der Geschichte. Denn manche - ebenfalls historisch belegten - Persönlichkeiten legten eine Brutalität an den Tag, dass es einem sehr schlecht wird. 

Letztendlich ist die Geschichte die lebendige Darstellung eines John Holland, dem alles genommen wird und der sich nach und nach das zurückholt, was ihm zusteht. Ungerechtigkeiten bleiben nie ungesühnt. 

Fazit:
Ein Ausflug in die Zeit des 100jährigen Krieges mit all seinen Schrecken. Von mir gibt es 9 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur
Erscheinungstermin: 01.08.2017
Format: ebook
Printseiten: 704
ISBN: 978-3-426-52082-6

Freitag, 21. April 2017

Sebastian Fitzek und Stolli - Pupsi und Stinki von SONJA (und JUSTUS)


Quelle: Pattloch Geschenkbuch 


INHALT:
Der kleine Paul wird in seinem Kindergarten immer gemobbt, denn er muss leider immer pupsen. Bei einem Tagesausflug in den Wald freundet er sich mit dem Stinktier Stinki an. Der hat ganz andere Probleme, er kann nicht stinken. Beide freunden sich an und ....

FAZIT:
Ich war auf "den Kinderfitzek" gespannt und habe ihn sogleich mit meinem Sohn getestet. Allein die Vorstellung von Paul mit den kleinen grünen Stinkewölkchen sorgten für ordentliches Nase kräuseln beim jungen Testleser.


© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann

Pupsen an sich ist zwar wohl cool, aber nicht wenn es unkontrolliert, wie beim armen Paul, passiert. Wenn dann noch die anderen Kinder gemein zu diesem sind, ist das "ordentlich doof" (Zitat Testleser). Mein Sohn fand das gemein und anhand des Buches zeigt sich doch schon das Gerechtigkeitsempfinden der jungen Leser.


© Sonja Kochmann

Eine interessante Variante kleinen Kindern Hänseln bzw. Mobbing aufzuzeigen. Seite für Seite erfahren wir von Paul, genannt Pupsi, und Stinki, dem Stinktier. Um die Aufmerksamkeit der kleinen Leser zu testen, wurden hier mehrfach Aufzählungen eingebaut die immer eine "Quatschvariante" enthielten. Dies fand mein Sohn die ersten Male noch witzig, dann kam das vernichtende Urteil: so ein Quatsch.

Paul bekommt natürlich eine Art Happy End und ich vergebe 8 von 10 Punkten für dieses Buch, da die Themen und auch die Handhabung geeignet sind, um mit Kindern beim und nach dem Lesen bestimmtes Verhalten anzusprechen. Es zeigt sich auch das manches relativ ist und man immer den Blickwinkel mal ändern sollte....


Verlag: Pattloch Geschenkbuch
erschienen: 2017
Seiten: 56
ISBN: 978-3629142375


© Sonja Kochmann

Jamie Shaw - Rock my Heart von SONJA


Quelle: Blanvalet



INHALT:
Rowan und ihre Freundin Dee wollen bei einem Konzert der Band "The Last Ones to Know" Spaß haben und richtig abfeiern. Für Rowan endet der Spaß, als sie ihren Freund Brady mit einer fremden Frau sieht.
Völlig aufgelöst flieht sie aus dem Club und wird ausgerechnet vom Sänger der Band, Adam, mit einem atemberaubenden Kuss getröstet. Ein Kuss, der alles ändert.

FAZIT:
Anfänglich war ich mir nicht sicher, ob die Welt noch eine Reihe braucht, die von Rockstars handelt. Immerhin gibt es ja doch so einige. Doch diese hier ist ein bisschen anders, denn diese Jungs stehen am Anfang ihrer Karriere und sind noch junge Hüpfer - auch wenn einige schon sehr erfahren sind - . 

Rowan ist süße 18 und auf den ersten Blick die typische graue Maus, wie sie in den New Adult Büchern vorkommt. Doch Vorsicht: Rowan hat sich dies selbst ausgesucht, da sie von manchen Dingen einfach nichts hält. Sie hat Pfeffer im Hintern und heizt dem Bad Boy Adam ordentlich ein. ER ist derjenige, den die Konfrontation mit Rowan voranbringt.

Die Konstellation von Rowan und Adam hat mich ein bisschen an Anna Todds Tessa und Hardin erinnert, wobei mir Rowan von Anfang an sympatischer war und sich nicht so sehr in die Opferrolle drängen ließ.

Die Dialoge der beiden und auch der übrigen Bandmitglieder, Dee und Rowans schwuler Freund sind witzig und bringen Tempo in die Handlung. Die 384 Seiten vergehen wie im Fluge und am Ende freut mach sich auf die Folgebände, in denen natürlich die übrigen Bandmitglieder und Dee ihren Platz bekommen. Volle Punktzahl für diese Leseüberraschung, obwohl ich in letzter Zeit New Adult eigentlich eher gemieden habe, da mir diese häufig zu kindisch waren.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2017
Seiten: 384
ISBN: 978-3734102684


© Sonja Kochmann
© Sonja Kochmann


Bibliografie: Jamie Shaw

The Last Ones To Know:

01) Rock my Heart
02) Rock my Body
03) Rock my Soul
04) Rock my Dreams


Quelle: Blanvalet
Quelle: Blanvalet
Quelle: Blanvalet

Quelle: Blanvalet


Simona Ahrnstedt - Alles oder nichts von SONJA


Quelle: Lyx


INHALT:
Ambra ist Journalistin. Ihr Weg führt sie in das abgelegene Kiruna. Ein Ort an den sie aufgrund ihrer Vergangenheit niemals wieder zurückkehren wollte. Dort trifft sie auf Tom, der hier seine psychischen Verletzungen auskurieren will. Die Dunkelheit des Ortes und ihrer beiden Seelen sorgt für eine unwiderstehliche Anziehungskraft.

FAZIT:
Die ersten beiden Teile von Simona Ahrnstedt "Die Erbin" und "Ein einziges Geheimnis" habe ich bereits gelesen und fand die Teile aufgrund des schwedischen Jetset toll. Dies fehlte hier leider.

Obwohl Tom durch die Vorbände bekannt ist, können die ersten 2/3 des Buches nicht den Flair der ersten Bücher erreichen. Denn Kiruna ist dunkel und trist. Vermutlich wollte Autorin aufgrund der seelischen Wunden der beiden Protagonisten genau das erreichen, doch ich fand die Handlung dadurch sehr langatmig und zu sehr auf Gedanken- und Gefühlswelt konzentriert.

Neben Tom und Ambra gibt es noch eine weitere Paarung (Matthias und Jill), die vielleicht von der Autorin nochmals aufgegriffen wird, die dialogtechnisch ordentlich die Fetzen fliegen lassen.

Erst im letzten Drittel wird durch die Rückkehr nach Stockholm und einigen anderen Entwicklungen die Handlung spannender. Auch tauchen die Figuren aus den ersten Bänden am Rande auf, so dass ich empfehle, diese in der richtigen Reihenfolge zu lesen, obwohl dies nicht unbedingt zwingend ist.

In den Vorbänden erfuhren wir neben der Handlung viel über die Finanzwelt und Ärzte ohne Grenzen. Nun nimmt sich die Autorin Journalismus, Pflegefamilien, Sicherheitsfirmen, Internettrolle und Popstardasein vor. Themen, die dafür sorgen, dass das letzte Drittel den etwas lahmen Anfang ausgleicht: 8 von 10 Punkten. (Beim Lesen den Tee und die Kuscheldecke nicht vergessen, in Kiruna liegt viel Schnee und es ist bitterkalt.)

Verlag: Lyx
erschienen: 2017
Seiten: 704
ISBN: 978-3802599477



© Sonja Kochmann


Simona Ahrnstedt - Ein einziges Geheimnis von SONJA


Quelle: Lyx


INHALT:
Alexander de la Grip, jüngster Spross der Dynastie, Partylöwe und Frauenheld und für die Frauenwelt ein reines Sexobjekt triff auf die toughe und bodenständige Ärztin Isabel Sorensen. Sie arbeitet für Ärzte ohne Grenzen und eine Stiftung namens Medpax, die in massiven Geldsorgen steckt.

Alexander ist gewillt, für ein Date mit Isabel Geld zu stiften. Doch es ist ein Spiel mit dem feurigen Rotschopf, denn die Anziehungskraft der Ärztin lässt sich nicht leugnen...

FAZIT:
Das Buch setzt bei den Geschehnissen aus dem ersten Band "Die Erbin" an. Um die Familie de la Grip und die angesprochenen Querelen zu verstehen, empfehle ich die Reihenfolge unbedingt einzuhalten.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt locker und spritzig. Hier möchte ich besonders die Dialoge der Protagonisten hervorheben. Doch nicht nur Alexander und Isabel haben hier ordentlich Pfeffer im Hintern auch die Nebenfiguren Leila und Eugen bieten den ein oder anderen Spruch, der einen zum Schmunzeln bringt.

Ein weiteres Pärchen ergibt sich aus der Historie aus dem ersten Band und so darf man sich auf Peter und Gina freuen.

Durch Isabels berufliche Tätigkeit und Ginas Flucht aus Afrika bietet dieses Buch aber auch ordentlich Stoff zum Nachdenken: den Flüchtlingspolitik, Integration, Rassenhass, Standesdünkel und medizinische Versorgung in dritte Welt Ländern sind hier neben den romantischen und erotischen Szenen sehr wichtig und geben dem Buch einen nachdenklich stimmenden Tenor, den ich bislang in keinem erotischen Liebesroman vorgefunden habe.

Das Buch hat auch im Gegensatz zu seinem Vorgängerband einen richtig dramatischen Höhepunkt, der einen Ausblick auf den nächsten Protagonisten in dem Buch "Alles oder nichts" bereit hält. Volle Punktzahl für dieses besondere schwedische Schmankerl.

Verlag: Lyx
erschienen: 2016
Seiten: 672
ISBN: 978-3802599460


© Sonja Kochmann


Simona Ahrnstedt - Die Erbin von SONJA


Quelle: Lyx


INHALT:
Natalia de la Grip gehört zur Oberschicht Schwedens. Ihre Familie hat adelige Wurzeln und führt das Finanzimperium Investum. Um in dieser Finanzwelt Fuß zu fassen, versucht Natalia, sich selbst einen Namen zu machen. Denn der Vorstand des Familienunternehmens sieht nicht gern Frauen dort. Als eines Tages David Hammar, Schwedens umstrittenster Risikokapitalgeber um ein Mittagessen bittet, nimmt Natalia an. Nichtsahnend welche Folgen das für ihr Leben haben könnte.

FAZIT:
Interessanter Weise schmorte dieses Buch schon lange bei mir im Regal, da ich den Fehler begangen habe, es als Taschenbuch zu kaufen, weil ich das Cover so schön fand. Fehler? Ja, inzwischen lese ich fast nur noch ebooks und Taschenbücher werden vernachlässigt. 

Und dieses Buch hätte von mir nicht vernachlässigt werden dürfen. Simona Ahrnstedt bietet mit diesem Buch ordentlich Abwechselung. Die Handlung spielt erfrischenderweise in Schweden und die Orte und auch die Namen der Protagonisten entführen beim Lesen mal in andere Gefilde als die typischen amerikanischen oder englischen Schilderungen. (Ein Hej kann auch mal ganz schön sein.)

Ich hatte bei der Love Letter Convention 2016 das Glück die Autorin bei einem meet and greet zu treffen und war von ihrer Art begeistert. Sie erzählte davon, dass es in Schweden kaum Autoren gibt, die erotische Bücher schreiben und es auch häufig das Vokabular für abwechslungsreichen Szenen gar nicht gibt. Durch die Übersetzung ins Deutsche konnte ich diesbezüglich keine negativen Feststellungen machen. Aber der Schreibstil ist offen und locker und trotz der 608 Seiten vergeht die Handlung wie im Fluge. Gefühle sind bei der Autorin groß geschrieben und werden bei der Schilderung der Hauptprotagonisten Natalia und David und auch Asa und Michel schön in der Handlung umgesetzt.

Man erfährt nebenbei, dass der Börsenkurs durchaus aufregend sein kann, was die Autorin selbst übrigens nie für möglich hielt. Das Buch hat wie eine Seifenoper eine Menge zu bieten Hass, Rache, Liebe, Freundschaft, Dünkel, Geld und Adelstitel, daher gehe ich hier nicht weiter auf die Motive der einzelnen Personen ein, um die Spannung nicht kaputt zu machen.

Eine Menge Nebencharaktere wurden eingeführt, von denen ich mir mehr in den Bänden "Ein einziges Geheimnis" und "Alles oder nichts" erhoffe. 

Volle Punktzahl!

Verlag: Lyx
erschienen: 2015
Seiten: 608
ISBN: 978-3802599453


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann

Bibliografie: Simona Ahrnstedt


Only One Night: 

1) Die Erbin
2) Ein einziges Geheimnis
3) Alles oder nichts


Quelle: Lyx


Quelle: Lyx

Quelle: Lyx

Ein ungezähmtes Mädchen


Quelle: Rowohlt



Quelle: Lyx

Edward Ashton - Hagerstown von SONJA


Quelle: HarperCollins


INHALT:
Ein Video von Hagerstown im Internet zeigt Leichen. Doch dieses Video verschwindet aus dem Internet. Genauso wie alle Bewohner von Hagerstown. Jeder der Nachforschungen anstellt, wird zur Zielscheibe. Ein scheinbarer Krieg zwischen "Unveränderten" und gentechnischen Modifizierten bricht aus.

FAZIT:
Als ich den Klappentext gelesen und die Einordnung "Thriller" gesehen habe, dachte ich gleich: super, klingt spannend und ist etwas für mich. 
Doch was ich nicht wusste, die Bezeichnung "Thriller" ist falsch. Meines Erachtens handelt es sich um eine Dystopie mit einer Menge Science Fiction! Und dies ist eigentlich so gar nicht mein Genre.

Die ersten Seiten habe ich gar nicht verstanden, in welches Zukunftsszenario ich da geraten bin. Kapitelweise wurden andere Protagonisten vorgestellt, deren Zusammenhang erst nach und nach offenbart wurde. Die gentechnischen Modifikationen und auch der technische Fortschrift waren mir teilweise zu viel und auch zu langweilig.

Warum ich das Buch dennoch ausgelesen habe? Das Buch hat in dieser komplizierten Handlung ordentlich Gesellschaftskritik versteckt: wie weit darf der technische und medizinische Fortschritt gehen, kann Technik ein Eigenleben entwickeln, wie weit darf der Staat eingreifen?

Hinzu kam, dass die Protagonisten sich ständig witzige und dynamische Wortgefechte geliefert haben, so dass ich teilweise doch schmunzeln musste.

Alles interessante Aspekte, so dass ich doch wissen wollte, wie es ausgeht. Ich vergebe 5 von 10 Punkten. Ich empfehle das Buch aber dennoch all denen, die Dystopien mit hohem SciFi Anteil gefallen.

Verlag: HarperCollins
erschienen: 2017
Seiten: 352
ISBN: 978-3959670821


© Sonja Kochmann

Donnerstag, 20. April 2017

Jack Cheng - Hallo Leben, hörst Du mich? von SINA

cbt

Alex ist 11 Jahre alt und interessiert sich für das Weltall, die Sterne und Außerirdische. Er will unbedingt am SHAFT teilnehmen, einem Raketenfestival. Dort will er mit seiner selbstgebauten Rakete seinen goldenen iPod ins Weltall schießen, und hofft, dass ihn Außerirdische finden und seine Aufnahmen anhören.
Zusammen mit seinem Hund Carl Sagan fährt er mit dem Zug zum Festival, natürlich nicht ohne vorher für seine Mutter Essen vorzukochen und ihr zu sagen, dass er sie lieb hat.
Auf dem Weg zum Festival lernt er Zed kennen, der ein Schweigegelübde abgelegt hat. Zed ist ebenfalls raketenbegeistert und will am SHAFT teilnehmen. 
Beim Start der selbstgebauten Rakete geht diese jedoch kaputt und Alex ist am Boden zerstört. Eine Mail eines Ahnenforschungsinstituts heitert ihn jedoch wider etwas auf, denn diese behaupten, sein totgeglaubter Vater wohne in Las Vegas. Also macht sich Alex zusammen mit Zed und dem ebenfalls kennengelernten Steve auf, um Alex Vater zu finden. Und plötzlich dreht sich das Leben aller um 180 Grad.

Das Ungewöhnliche an dem Buch ist nicht die Erzählweise aus Sicht eines 11jährigen Kindes, der eigentlich viel älter wirkt, sondern die einzelnen Kapitel. Diese sind nämlich nicht wie "normale" Kapitel aufgebaut, sondern geben die Aufnahmen wieder, die Alex auf seinem iPod macht. D. h. man liest, was Alex und die anderen Charaktere erzählen oder miteinander besprechen. In eckigen Klammern kommen dann auch mal Geräusche dazu, wie [Hundegebell] oder [Geräusch quietschender Reifen].

© Sina Frambach

Am Anfang fand ich dies sehr gewöhnungsbedürftig, doch kann nach kurzer Zeit fand ich es  sogar sehr einfach zu lesen. 

Alex ist für seine 11 Jahre schon ziemlich verantwortungsbewusst, was wohl auch daran liegt, dass er einen großen Helferdrang besitzt. Und dies muss er auch, denn seine Mutter wirkt sehr teilnahmslos und scheint sich auch nicht um Alex kümmern zu können. So macht Alex eigentlich alles alleine. Er sorgt dafür, dass er in die Schule geht, ordentlich angezogen ist oder immer etwas zum Essen im Haus ist. Er putzt, kocht, hat einen kleinen Job an der Tankstelle und immer wieder Zeit, an seiner Rakete zu bauen, um diese dann am SHAFT-Festival steigen zu lassen. 

Auf seinem iPod nimmt er Passagen auf, die er zusammen mit der Rakete ins Weltall schicken möchte, damit Außerirdische ihn finden und wissen, wie es denn auf der Erde eigentlich so ist.

Die Aufnahmen sind teilweise sehr emotional und mehr als einmal musste ich schwer schlucken. Da sie auch noch von einem Kind gesprochen werden bzw. der Schreibstil eher kindlich wirkt, ist es doppelt so schwer, über manche Dinge hinwegzusehen.
Wir lernen nämlich die Welt aus Alex Sicht kennen. Er versteht nichts von dem Erwachsenen, manche Dinge kann er auch noch nicht verstehen, aber er versucht immer wieder, sich in die Gedankenwelt eines Erwachsenen hineinzuversetzen. So denkt man auch manchmal: Mensch, Alex, das brauchst Du doch gar nicht zu verstehen. Und doch weiß er teilweise ganz genau, was denn so vor sich geht.

Alex musste ein Stück weit erwachsen werden, weil seine Mutter eben so ist, wie sie ist. Und so übernimmt Alex ihre Aufgaben. Dies führt dazu, dass er sehr selbstständig ist und sich eben keine Gedanken darum macht, dass er jetzt mit 11 Jahren alleine mit dem Zug durchs Land reist, um dann auf einem Raketenfestival zu übernachten. 

© Sina Frambach

Er hat zwar einen Bruder namens Ronnie, doch dieser wohnt in Los Angeles und hat aufgrund seines Berufes nur spärlich Zeit für seine Familie. So kommt es, dass Alex mit ihm telefoniert, Ronnie jedoch nicht richtig zuhört und so irrtümlicherweise die Erlaubnis dafür erteilt, dass sich Alex auf den Weg macht.

Alex Blick auf die Welt ist eine Mischung aus kindlicher Energie und den wissenschaftlichen Fakten, die er aus Büchern kennt. Und so ergeben sich Schlussfolgerungen, die einem manchmal den Mund offen stehen lassen. 

Alex ist eben ein ungewöhnlicher Junge, der auch die Gabe hat, an ungewöhnliche Leute zu geraten. 

Die Geschichte lebt von den kindlichen Momenten Alex', den Begegnungen mit netten und chaotischen Menschen, den seltsamen Verknüpfungen und vor allem dem zwischenmenschlichen Zusammenspiel.

Gepaart mit dem flüssigen Schreibstil des Autors ist man völlig gefesselt von der Story und verliebt sich immer mehr - in Alex, in Zed, in Steve und eben in alles, was passiert.

Es ist tiefgründig, melancholisch, spassig und lebensfroh zugleich.
Und genau diese Mischung macht die Geschichte zu etwas Einzigartigem und damit zu meinem April-Highlight im Jahr 2017.

Fragt man sich zu Anfang, wie es denn sein kann, dass eine Mutter sich nicht um ihr Kind kümmert oder zumindest ein anderer Erwachsener  ein Auge auf Alex hat, kommt erst im Laufe der Geschichte heraus, was eigentlich wirklich los ist.

Nach und nach rückt die Wahrheit ins Licht und mit jeder gelesenen Seite will man Alex mehr an sich drücken und ihm helfen.
Man kann wirklich froh sein, dass er Leute trifft, die es gut mit ihm meinen.

Es gibt wenige Bücher, die mit einer eigentlich traurigen Story so dermaßen Frohsinn und Lebensmut verbreiten können. Dieses Buch gehört definitiv dazu.

Fazit:
Eine faszinierende Geschichte rund ums Leben. Von mir gibt es dafür 10 von 10 Punkten.

Verlag: cbt
erschienen: 2017
Format: Hardcover
Printseiten: 384
ISBN: 978-3-570-16456-3

Dienstag, 18. April 2017

Jim Butcher - Harry Dresden: Sturmnacht (1) von SINA

Feder & Schwert

Harry Dresden, von Beruf Magier und Privatermittler, ist froh, wenn er durch Aufträge ein paar Kröten verdienen kann. Doch nun ist es so, dass er schon mit der Miete im Rückstand ist und kaum weiß, wie er sich etwas zu essen kaufen kann. Dass eine gewisse Monica nun bei ihm anfrägt, er solle  doch bitte herausfinden, wo ihr Mann sich aufhalte, kommt ihm gerade gelegen. Kurze Zeit später kommt auch noch die Polizei auf ihn zu, in einem Mordfall mitzuhelfen. Dresden, der in beiden Fällen Ungewöhnliches wittert, fängt mit seinen Recherchen an und fördert alsbald eine Spur zu Tage, die ihm das Leben kosten kann.

Es gibt Buch-Reihen, da ist es Liebe auf das erste gelesene Wort... bzw. den ersten gelesenen Abschnitt. So erging es mir zumindest, als ich den Anfang dieser Geschichte gelesen habe. Der Wortwitz, der Sarkasmus, der teilweise schwarze Humor, das Setting, die Protagonisten, die Story, die ungewöhnliche Herangehensweise.... alles zusammen hat mich einfach umgehauen und mich das Buch in Rekordzeit lesen lassen.

Harry Dresden, ein recht abgewrackter Privatermittler, der mit ungewöhnlichen Methoden an die Fälle herangeht, war mir sofort sympathisch. Mit seiner knurrigen Art macht er sich zwar mehr Feinde als Freunde. Doch lernt man ihn näher kennen, muss man ihn einfach mögen.

Am Anfang lernen wir Harry von seiner "liebenswürdigsten Art" kennen. Je näher man aber in sein Privatleben Einblick erhält, umso mehr kann man auch verstehen, warum er so ist, wie er ist.
Dass er nebenbei auch noch Magier ist, ist natürlich von Vorteil. Gerade wenn es darum geht, Fälle zu lösen.

Der Autor hat eine interessante Figur geschaffen. Sehr facettenreich und sympathisch, wären da nicht immer die Ausflüge ins Melancholische. Dresden bemitleidet sich gerne selbst, versucht aber nur teilweise etwas gegen sein "altes Leben" zu machen. Der ewige Kampf ums Geld, damit er nicht sein Büro verliert bzw. täglich etwas zu Essen hat. Doch seine Berufung ist eben mal: Detektiv zu sein.

Der magische Part nimmt am Anfang gar nicht so großen Spielraum ein. Erst im Laufe des Buches zeigt uns der Autor, was sein Protagonist so drauf hat. Dass Dresden dabei immer wieder der Rat (der Magier) im Nacken sitzt und mehr als ein Auge auf ihn hat, ist natürlich nicht gerade sehr hilfreich.

Die Auftraggeberin Monica, die sich an Dresden wendet, damit er das Verschwinden ihres Mannes aufklärt, bringt eine neue Wendung in die Geschichte. Denn plötzlich scheint es, als wolle alle Welt etwas von Dresden. Gleichzeitig arbeitet er an dem Fall, denn die Polizei ihm aufgehalst hat. Zwei Tote, denen förmlich das Herz aus der Brust gerissen wurde, geben allen Rätseln auf.

Dresdens Ermittlungen sind ungewöhnlich, führen auch an ungewöhnliche Orte und zu ungewöhnlichen Personen (magische wie nicht-magische). Und dies führt dazu, dass die Geschichte einfach ungewöhnlich gut ist. 

Der Schreibstil des Autors ist fesselnd. Man fliegt durch die Geschichte, fiebert mit und fängt auch an zu rätseln. Zwischendrin wird es wirr, dies passt jedoch zum Stil und zur Story. 

Die verschiedenen Handlungsstränge ergeben zu Anfang keinen zusammenhängenden Sinn, vertieft man sich jedoch weiter in die Geschichte, ergibt alles einen Sinn. Gerade am Ende gibt es einen Aha-Effekt und mit einem riesigen Knall kommt der finale Showdown. 

Durch die düstere Atmosphäre kommt man auch in die richtige Stimmung und ist für mich ein gelungener Einstieg in die Serie rund um den Ermittler Harry Dresden. 

Fazit:
Spannend, düster und genial. Von mir gibt es für den ersten Teil 10 von 10 Punkten

Verlag: Feder und Schwert
erschienen: 2006
Printseiten: 320
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-86762-111-3

Donnerstag, 13. April 2017

Markus Heitz - Des Teufels Gebetbuch von SINA

Droemer Knaur

Tadeus Boch möchte seine Vergangenheit gerne verdrängen. Zu viel Alkohol, zu viele Drogen und zu viel Glücksspiel haben erhebliche Lücken bei ihm hinterlassen. Als Angestellter in einem Spielkasino bekämpft er jedoch erfolgreich seine Sucht. Bis er auf den jungen Russen Lasarow und eine antike Spielkarte trifft. Die Karte übt eine enorme Anziehungskraft auf ihn aus und so nimmt er das Angebot von Lasarow, als dessen Bodyguard aufzutreten, dankbar an. Doch was ihn bei einem illegalen Treffen für Glücksspiele erwartet, trifft ihn hart. Das Spiel "Superieur", das nach alten antiken Regeln gespielt wird, fordert den Tod. Durch Zufall gerät Boch an die Karte von Lasarow. Und kann sich deren Einfluss nicht mehr entziehen. Boch und die junge Asiatin Poe, die ihren Verlobten an das Spiel Superieur verloren hat, machen sich auf die Suche nach weiteren Karten und stoßen dabei auf geheimnisvolle Machenschaften, die bis ins 18. Jahrhundert zurückgehen.

© Sina Frambach

Wo Markus Heitz drauf steht, kann man sich sicher sein, dass einem eine ausgeklügelte und mysteriöse Geschichte erwartet. Und so ist es auch wieder bei "Des Teufels Gebetbuch". Die rasante und sehr interessante Geschichte, die sich vorwiegend um die Protagonisten Tadeus Boch und Hyun Poe dreht, strotzt vor historischen Fakten, interessanten Ideen, actionreichen Szenen und einer Mischung aus guter Unterhaltung und dem Drang, doch mal das Kartenspiel "Superieur" auszugraben. Aber bitte nach neuen Regeln. 

Die Protagonisten waren mir von Anfang sehr sympathisch. Vor allem Tadeus, der ein herzensguter Mensch ist, jedoch den äußeren Einflüssen nicht widerstehen kann und sich so in Gefahren manövriert, die ihn das Leben kosten können. Seine früheren Süchte nach Alkohol, Drogen und Glücksspiel haben ihn akute Lebenszeit gekostet, denn erkannt sich teilweise an bestimmte Abschnitte seines Lebens gar nicht mehr richtig erinnern. Als dann die gefährliche Karte Pik Neun in sein Leben tritt, droht er wieder abzurutschen. Er verfällt ihrem teuflischen Einfluss und lässt sich zu Dingen hinreißen, die er sich in seinen kühnsten Träumen nicht hat vorstellen können.

© Sina Frambach

Als er die Asiatin Poe kennenlernt, die Rache für ihren toten Verlobten üben will, sieht er in ihr auch aufgrund ihrer Gabe, die Karten und deren Einfluss zu fühlen, die Chance, noch an andere Karten zu gelangen.

Die Suche, die damit verbundenen Personen und Orte und die gefährlichen Situationen werden immer wieder durch Szenen unterbrochen, die sich im 18. Jahrhundert abspielen. Hier lernen wir Sebastian Kirchner kennen, der als Kartenmacher bei der Fa. Breitkopf angestellt ist. Er trifft auf den mysteriösen Dietrich, der ihm das Angebot macht, Vorlagen für ein Kartendeck zu liefern, die dem Inhaber der Firma sehr viel Geld bringen werden. Einzige Bedingung ist jedoch, dass das erste gedruckte Kartendeck Dietrich vorbehalten ist. Sebastian geht darauf ein und sieht sich und seine Familie schon als sehr wohlhabend, ohne zu wissen, dass teuflische Absichten hinter Dietrichs Plänen stehen.

Diese Zwischensequenzen führen nach und nach dazu, wie und warum das Kartendeck seine teuflischen Kräfte entwickelt.

Gepaart mit dem spannenden Schreibstil ergibt sich ein rasanter Action-Myterie-Mix, der dazu führt, dass man nur schwer die Finger von dem Buch lassen kann. 

© Sina Frambach

Will man sich dann noch in das ungewöhnliche Thema "Spielkarten" vertiefen, gibt der Autor am Ende des Buches noch eine interessante Zusammenfassung seiner Recherche-Arbeit zum Besten. 

Ich hatte zusammen mit meiner Bloggerkollegin an der Leipziger Buchmesse 2017 das Glück, mit Markus Heitz ein Gespräch zu führen. Den Interviewbericht könnt Ihr HIER nachlesen. Solltet ihr mal die Möglichkeit haben, mit dem Autor zu sprechen, nutzt diese. Er ist unheimlich locker, sympathisch und um keine Antwort verlegen.

Fazit:
Des Teufels Gebetbuch zieht einem in einen Strudel aus bösen Gedanken. Von mir gibt es die volle Punktzahl und das Versprechen, mich noch weiteren Büchern des Autors zu widmen.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2017
Printseiten: 672
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-426-65419-4

© Sina Frambach


Und einen Song gibt es auch zu dem Buch: