Dienstag, 23. Mai 2017

Jennifer L. Armentrout - Morgen lieb ich Dich für immer von SINA


cbt

Mallorys Kindheit in einer grausamen Pflegefamilie führte dazu, dass Panikzustände ihr Leben beherrschen. Mit Therapien und ihren neuen liebevollen Pflegeeltern Carl und Rosa schafft sie es jedoch, sich ein neues Leben aufzubauen. Mit 17 Jahren wagt sie es nun, an der Highschool ihren Abschluss zu machen. Trotzdem hat sie immer noch Probleme mit anderen zur reden oder überhaupt Vertrauen zu fassen. Auch wenn es zu laut ist, muss sich Mallory zusammenreißen, damit ihre Angst sie nicht überwältigt. Als sie am ersten Tag in der neuen Schule auf Rider trifft, weiß sie nicht, ob dies gut oder schlecht für sie ist. Denn Rider war ebenfalls in dieser grausamen Pflegefamilie und hat eigentlich auch ein kaputtes Leben. Aber Rider war auch ihr Bezugspunkt in der schweren Zeit, ihr Beschützer und ihr Freund. Vier Jahre haben sie sich nicht gesehen, und nun scheint es so, als sei Rider derjenige, der alles besser verkraftet hat. Bis Mallory merkt, dass auch Rider ziemliche Probleme hat.

Ich dachte eigentlich, ich komme so langsam auf den Geschmack von Liebesromanen, merke aber auch nach Lesen dieser Geschichte, dass mir dieses "Liebesding" einfach zu schnulzig ist. Es gibt Ausnahmen, wenn die Liebe sich nicht zu arg in den Vordergrund drängt oder zu schmalzig ist. Dies war hier leider nicht der Fall. 
Und doch habe ich das Buch fertig gelesen, weil ich einfach wissen musste, wie sich Mallory und Rider aus ihrem Elend mit der schlimmen Kindheit befreien.

© Sina Frambach

Jennifer L. Armentrout ist ja bekannt, dass sie gut "Drama" schreiben kann. Und hier konnte sie sich so richtig austoben.

Mallory und Rider hatten keine schöne Kindheit. Die leiblichen Eltern tot oder ohne Interesse an ihnen, wachsen beide in einer Pflegefamilie auf. Sie erfahren keine Liebe, nur Schmerz und Hass. Dabei haben Rider und Mallory nur sich. Rider ist der Beschützertyp und steckt auch mal Schläge ein, die Mallory galten. Und Mallory ist eine kleine graue Maus, die sich gerne versteckt und keinen Mucks von sich gibt. Beide werden erst nach langer Zeit mit 13 Jahren aus der Familie geholt und kommen unterschiedlich unter.

Vier Jahre später hat sich einiges geändert und sie sehen sich durch Zufall auf der Highschool wieder. Beide haben aber auch immer noch ihr Päckchen zu tragen, obwohl ihr Leben sich grundlegend geändert hat.

Die Geschichte wird aus Mallorys Sicht geschildert. So bekommt man hautnah auch ihre Gefühle und Ängste mit. Und das ist teilweise schwer verkraftbar.

© Sina Frambach

Ich muss zugeben, dass mich beim Lesen dann nur noch gereizt hat, mitzubekommen, wie Mallory denn ihr Leben auf die Reihe kriegt, nachdem sie mit solch schweren Angstzuständen zu kämpfen hat. Die Liebesgeschichte habe ich dabei etwas ausgeblendet, obwohl ich sagen muss, dass bis zum Ende hin doch eine gewisse Neugier vorhanden war.

Mallorys Panikattacken werden durch simple Dinge ausgelöst. In erster Linie Lärm und viele Menschen. Auf einer Highschool ja nicht wegzudenken. In zweiter Linie, überhaupt zu sprechen und dann noch vor vielen Leuten.
Eine Therapie konnte ihr helfen, doch muss sie raus, sie muss praktisch verarbeiten, was sie theoretisch vom Therapeuten erzählt bekommen hat.

Also wechselt sie vom Privatlehrer an die öffentliche Highschool und trifft dort prompt auf ihre Vergangenheit in Form von Rider. 

Und dass dies nicht einfach wird, ist ja wohl vorprogrammiert. Doch nicht nur Mallory hat Probleme damit, auch Rider. Als sich die beiden dann auch noch verlieben, wird es richtig schwer. Denn Rider hat so einiges in den vier Jahren gemacht, dass Mallory sich gar nicht vorzustellen wagte. 

Hinzu kommt der sehr gefühlvolle Schreibstil der Autorin. Dadurch kann man sich wunderbar in Mallory hineinversetzen und auch teilweise ihre Panik spüren. 
Rider bekommt man nur aus ihrer Sicht vorgestellt. Er scheint der perfekte Junge, immer bemüht, es Mallory recht zu machen. Doch das machte ihn in meinen Augen zu perfekt, bis zu dem Zeitpunkt, als die Stimmung im Buch umschlägt und es zu einer Tat kommt, die ich unheimlich traurig fand. Was genau passiert, kann ich nicht schreiben. Ich kann nur sagen, dass sich ab diesem Zeitpunkt so einiges ändert.

Mallorys Entwicklung ist sehr interessant. Die Reaktionen in ihrem Umfeld aber auch. Gerade das Verständnis der Mitschüler fand ich ein bisschen unglaubwürdig, da Kinder bzw. Jugendliche doch sehr viel verletzender sein können. 

Ab der zweiten Hälfte des Buches hatte ich jedoch Probleme, dies wegzulegen, da die Dramatik einfach so sehr anstiegt, dass ich unbedingt wissen wollte, wie nun alles endet. 

Fazit:
Eine Geschichte, die unter die Haut geht. Die Liebesgeschichte war mir jedoch etwas "too much". Deswegen gibt es von mir 7 von 10 Punkten.

Verlag: cbt
erschienen: 2017
Printseiten: 544
Format: Paperback
ISBN: 978-3-570-31141-7

Doctor Who: Gefangene der Zeit (2) von SINA


Panini Comics

Über 50 Jahre Doctor Who - Zeit für ein außergewöhnliches Abenteuer: die ersten 11 Doctoren müssen sich vereinen. Ihre Begleiter verschwinden spurlos. Die Suche gestaltet sich schwierig, bis der Elfte Doctor auf das Versteck des Entführers stößt. 

Bei diesem Band handelt es sich um den zweiten Teil des groß angelegten Abenteuers, dass die ersten 11 Doctoren miteinander vereint. Vom Siebten bis zum Elften Doctor ist jedem ein eigenes Kapitel gewidmet, welches jeweils damit endet, dass die aktuelle Begleitung des Doctors spurlos verschwindet. Entführt von einer mysteriösen Gestalt. 
Nach und nach treten also die Doctoren und deren Begleitung auf. Angefangen bei dem Siebten Doctor und dessen Begleitung Ace.

© Sina Frambach

Im Abschlusskapitel (dem 12.) kommt es dann zum großen Showdown mit jeder Menge Action und natürlich der gewohnt sarkastischen Logik des Doctors, diesmal in 11 verschiedenen Variationen und geballt auf einem Haufen. 

© Sina Frambach


Von Doctor Who geht eine Faszination aus, der sich fast keiner entziehen kann. Diese Faszination ist aber auch sehr schwer zu beschreiben. Der ungewöhnliche Plot, die faszinierenden neuen Welten, die unterschiedlichen Charaktere und Figuren, seien sie nun Alien oder Mensch, ergeben eine perfekte Mischung, die sich durch alle Staffeln der Serie sowie der Comics und Geschichten zieht. 

Die einzelnen Kapitel sind spannende und typische Abenteuer, die der Doctor mit seinen jeweiligen Begleitern erlebt. Dabei hat mir vor allem Kapitel 9 und 10 sehr gut gefallen. 10 vor allem deshalb, weil die Inkarnation des Zehnten Doctors meine liebste ist. Ebenso die Begleiter, hier allen voran Rose Taylor, dicht gefolgt von Amy Ponds.

© Sina Frambach


In dem Comic ist all das vorhanden, was man sich von einer guten Geschichte wünscht. Spannung, Leid, Witz, Action, Neid und Hass sind gut verteilt, ergeben tolle Storys und erwecken die Sehnsucht, auch mal mit dem Doctor in der Tardis in fremde Welten zu reisen. 
Die Suche nach Hinweisen bezüglich des Entführers hat  mir auch sehr gut gefallen. Und der Sarkasmus kam natürlich auch nicht zu kurz.

Nach jedem Kapitel erwartet einem ein kleiner Beitrag eines "Angehörigen" von Doctor Who, also jemandem, der irgendwie an der Serie, den Comics oder den Geschichten beteiligt war oder ist. John Freeman (ehemaliger Redakteur des Doctor Who-Magazins), Scott Gray (Autor), Clayton Freeman (Umschlaggestalter) und Tony Lee (Autor) erzählen über ihre Erfahrungen. Außerdem erwartet einem am Ende ein Interview mit John Ridgway, dem Comic-Zeichner schlechthin. Hier gibt es auch interessante Einblicke in dessen Arbeit mit Doctor Who.

Die Texte im Comic sind von Scott & David Tipton. Die Zeichnungen sind in den Kapiteln jeweils von anderen angefertigt. Und so ergeben sich für jedes Kapitel andere Zeichenstile, wobei mir persönlich der Stil von Kapitel 8 nicht gefallen hat, da er mir zu "kindlich" wirkte.

© Sina Frambach


Ansonsten ist fast alles vorhanden. Ein harter, dunkler Stil, ein weicher, heller Stil. Mal farbenfroh, mal trist. Jeweils passend zu der Story.

Durch die Vielfalt der Mitwirkenden an dem zweiten Band ergibt sich ein spannendes und rasantes Abenteuer mit einem Wiedersehen aller Inkarnationen bis zum Elften Doctor.

Fazit: 
So macht Zeitreisen Spaß. Von mir gibt es 9 von 10 Punkten.

Verlag: Panini Comics
erschienen: 2017
Printseiten: 160
Format: Softcover
ISBN: 978-3-741600517

© Sina Frambach

Montag, 22. Mai 2017

Renée Ahdieh - Rache und Rosenblüte (2) von SINA

Bastei Lübbe

Shahrzad ist aus Raj geflüchtet und steht nun - nachdem sie ihren Vater halb tot in der Wüste gefunden hat - in einer Wüstenstadt unter einer Art Arrest. Sie wird beobachtet, kann sich jedoch frei bewegen. Dort halten sich auch ihre Schwester Irsa und ihre ehemalige Jugendliebe Tarik auf. Tarik ist es, der sie dazu überreden will, in ihre altes Leben zurückzukehren und ihn zum Mann zu nehmen. Doch Shahrzads Gedanken sind ständig bei dem Kalifen Chalid und dem Fluch, den es zu brechen gilt. 
Durch Zufall erhält sie Kenntnis darüber, wie Chalid zu helfen ist, doch dazu braucht sie seine Hilfe. Sie muss zu ihm, findet auch einen Weg und schmiedet mit ihm neue Pläne, ohne zu wissen, dass es in den eigenen Reihen einen Spion gibt, der nur auf die Gelegenheit wartet, das Shahrzad und Chalid sich einen Fehler erlauben.

Nach dem für mich grandiosen ersten Teil "Zorn und Morgenröte" war ich gespannt auf den zweiten und damit letzten Teil der Dilogie rund um Shahrzad und Chalid. Doch konnte mich die Geschichte nicht mehr so faszinieren, was wohl daran liegt, dass sich 3/4 des Buches nur damit beschäftigen, wie Shahrzad und Chalid sich nach einander verzehren und Shahrzad nach einer Möglichkeit sucht, den Fluch zu brechen. 
Es wird viel geredet und philosophiert, abgesehen von den Streitereien mit Tarik und nächtlichen Ausflügen, die aber wiederum dazu führen, dass viel geredet wird.

Ich habe lange für die erste Hälfte des Buches gebraucht und zwischendurch auch immer wieder andere Bücher gelesen, weil ich einfach nicht richtig in die Geschichte hineinkam. Dies lag aber keinesfalls am Schreibstil der Autorin, sondern daran, dass eben einfach nichts passierte. 

Die zweite Hälfte hatte es dann dafür so richtig in sich. Nachdem zwar wieder viel gerätselt wurde, wie denn der Fluch zu brechen sei, kam nun endlich Fahrt auf. Es tat sich etwas, es wurde gehandelt. 

Shahrzad und Chalid müssen sich einigen Prüfungen unterziehen, nicht in wörtlichem Sinne. Sie müssen sich entscheiden, ob sie für eine gemeinsame Zukunft kämpfen wollen und dafür aber auch einiges aufgeben müssen. Hier ist es vor allem Shahrzad, die viel Überzeugungskraft anstreben muss, denn Chalid ist wahrlich kein einfacher Mann.

Wäre der Schreibstil der Autorin nicht gewesen, dann hätte ich sicherlich aufgegeben. Durch ihre flüssige Art war ich gerade im letzten Teil sehr gebannt. 

Die fantastischen Elemente waren diesmal viel ausgeprägter, als im ersten Teil. Diese Szenen erinnerten dann wieder an die Geschichten aus 1001 Nacht. 

Meine zwei Lieblingsfiguren Despina und Jalal hatten leider nicht so große Auftritte wie erhofft, wobei Despina schon für eine große Überraschung sorgt. Sowohl zu Anfang, als auch am Ende. Trotzdem hatte ich mir mit den beiden mehr Zeit gewünscht. Meine Hoffnung liegt nun auf dem Wunsch, dass die Autorin den beiden vielleicht ein eigenes Buch widmet. Eine Kurzgeschichte gab es für die beiden ja schon (siehe: Motte und Licht). Ich denke, dass die Geschichte von Despina und Jalal noch nicht fertig erzählt ist.

Letztendlich war ich nicht so begeistert, wie bei Band 1. Erst die zweite Hälfte konnte mich fesseln, obwohl auch hier Längen vorhanden waren.

Fazit:
Ein nicht so gelungener Dilogie-Abschluss mit einigen Längen. Von mir gibt es 6 von 10 Punkten.

Verlag: Bastei Lübbe One
erschienen: 2017
Printseiten: 432
Format: ebook
ISBN: 978-3-8466-0040-5

Mittwoch, 17. Mai 2017

Angelika Diem - Drei Tropfen Dunkelheit von SINA

Machandel Verlag

Caitlynn konnte zwar ihren ersten Fall als Vollstreckerin lösen, muss sich jedoch weiter beweisen. Zu ihrer Verwunderung wird sie zusammen mit Vollstrecker Belard zu einem Fall ins Schloss Maesinar geschickt. In der dort ansässigen Schule wurde eine Lehrerin brutal erschlagen im Garten gefunden. Kaum ist Caitlynn angekommen, muss sie auch schon den ersten Rückschlag einstecken. Vollstrecker Belard behandelt sie eher wie eine Assistentin, denn als eine Gleichberechtigte. Dabei ist sie auf ein Empfehlungsschreiben Belards angewiesen, damit sie endlich alleine arbeiten darf. Sie weiß noch nicht einmal genau, warum sich Belard ihr gegenüber so unfreundlich verhält, doch merkt sie, dass die Gründe dafür tief liegen. Und so recherchiert sie im Hintergrund und kommt dabei gut gehüteten Geheimnissen auf die Spur, die nicht nur mit dem Mord an der Lehrerin zu tun haben.

Bei der Frage der Autorin, ob ich einen weiteren Teil mit der Vollstreckerin Caitlynn lesen würde, musste ich nicht lange überlegen, um mit "Ja" zu antworten. Denn der erste Teil "Der Baeldin-Mord" hat mir schon sehr gut gefallen. Auch die Kurzgeschichten in "Das grüne Tuch" haben mir Caitlynn näher gebracht.
Und so stellte ich mich wieder auf einen interessanten und spannenden Fantasy-Krimi ein.

© Sina Frambach

© Sina Frambach

Diesmal muss Caitlynn einen besonders verzwickten Fall lösen. Die Lehrerin Szarah wurde brutal erschlagen und es liegt nun an Caitlynn und dem Vollstrecker Belard, den Mord aufzuklären.
Mit ihrer behutsamen Art tastet sich Caitlynn Stück für Stück an die Auflösung heran, doch immer wieder werden ihr Steine in den Weg gelegt, auch von Personen, die eigentlich ebenfalls ein Interesse daran hegen sollten, dass der Fall schnellstens geklärt wird.

Sollte man die Reihe um die Vollstreckerin noch nicht kennen, rate ich jedoch dringend an, den ersten Teil "Der Baeldin-Mord" zu lesen, da im zweiten Teil doch sehr viel Bezug auf diesen genommen wird bzw. vorausgesetzt wird, dass man Caitlynn und deren besonderen Fähigkeiten vor allem im Bereich der Handhabung ihrer Gabe kennt. Vorkenntnisse sind also nötig, um der Handlung zu folgen. Doch kann ich sagen, dass es sich lohnt, mit der Reihe von vorne zu beginnen und sich natürlich auch die Kurzgeschichten anzusehen.

Der sehr flüssige Schreibstil der Autorin macht es einem leicht, sich ganz der Geschichte zu widmen und mit Caitlynn mitzurätseln. Die Szenen sind logisch und teilweise so aufgebaut, dass man mit seinen Vermutungen so richtig falsch liegt und auch ganz schön in die Irre geführt wird. 

© Sina Frambach
Der Fantasyanteil ist sehr hoch, werden Kämpfe (meist) nicht körperlich, sondern mit dem "Willen" ausgeführt. Dabei spielt das Charisma eine hohe Rolle. Je größer der Anteil, umso geschickter kann man den Gegenüber erspüren.
So erkennt man auf interessante Weise, welche Möglichkeiten sich ergeben. Man kann jemand seinen Willen aufzwingen und ihn dann veranlassen, Dinge zu tun, die er gar nicht tun möchte. Man kann herausfinden, ob jemand die Wahrheit spricht oder glaubt, die Wahrheit zu sprechen. Man kann aber auch heilen oder seine Gabe in Spiegel und Steine fließen lassen.

Caitlynn hat mir diesmal viel besser gefallen, da sie endlich Gefühle zeigt und mit ihrem scharfen Verstand und vor allem ihrem Mut so manche Probleme lösen kann. Sie geht ihren eigenen Weg, versucht aber dennoch es allen Recht zu machen und so ergeben sich für sie natürlich auch neue Möglichkeiten, die sie geschickt nutzt und ausspielt.
Vollstrecker Belard hat mir auch sehr gut gefallen. Er ist zwar keine sympathische Person, aber durch sein herrisches und herablassendes Verhalten hat er Caitlynns Augen öffnen können und ihr dadurch auch Spielraum gegeben, ihre Logik geschickt einzusetzen. So ergeben die beiden eigentlich ein tolles Gespann.

Das Ende hat mich sehr überrascht, weil ich mit dem "Mörder" so gar nicht gerechnet habe. Ich tappte in einer völlig falschen Richtung und muss mich letztendlich auch fragen, warum ich eine bestimmte Person verdächtigt habe, obwohl doch gar nichts für bzw. gegen sie spricht. 

Doch diese "Irreführung" ist gut gemeistert, da es zeigt, dass die Autorin ebenfalls mit scharfem Verstand und einer gelungenen Plotplanung eben dafür sorgt, dass man in die falsche Richtung geleitet wird.

Fazit:
Ein spannender zweiter Teil, der mich noch mehr überzeugen konnte, als sein Vorgänger. Deswegen gibt es von mir 9 von 10 Punkten.

Verlag: Machandel Verlag
erschienen: 2017
Printseiten: 292

Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-95959-049-5

Rebecca Gablé - Otto der Große: Die fremde Königin (2) von SINA

Bastei Lübbe

Der Panzerreiter Gaidemar wird dazu auserkoren, die sich in Gefangenschaft befindende Königin von Italien zu befreien. Dank eines Tipps von Gaidemar gräbt sich Adelheid zusammen mit ihrer Tochter Emma und ihrer Zofe Anne aus dem Gefängnis. Auf dem Weg nach Deutschland an den Hofe König Ottos lernen sich alle näher kennen und Gaidemar verliebt sich in Adelheid. Doch diese ist von König Otto so angetan, dass sie verspricht, diesen zu heiraten. Eigentlich gut, dass Gaidemar vom König vom Hofe verbannt wird. Und so schließt er sich des Königs Sohn Luidolf an. Doch bald merkt er, dass Intrigen, Kriege und Streitigkeiten dazu führen, dass das Leben von Otto und Adelheid in Gefahr ist. Gaidemar entscheidet sich für eine Seite und versucht so, nicht nur das Leben des Königspaars, sondern auch sein eigenes auf die Reihe zu bringen.

© Sina Frambach

Wir befinden uns im Jahre 941 am deutschen Königshof unter der Regentschaft König Ottos. Das Reich steht jedoch unter ständiger Bedrohung von außen. Die Ungarn sind im Moment das größte Problem. Ebenso die Gefangenschaft der Königin von Italien.
Und genau dort fängt die Geschichte an. Wir lernen die sympathische Adelheid kennen, die sich zusammen mit ihrer Tochter Emma, ihrer Zofe Anna und einem Geistlichen in Gefangenschaft befindet. Auf einen Tipp von Gaidemar hin, fängt sie in ihrer Zelle an zu graben und merkt, dass sich der Boden leicht abtragen lässt. Endlich aus dem Gefängnis draußen,  beginnt die schwere Flucht nach Deutschland an den Hofe König Ottos.

Und dort sind sich Adelheid und Otto sehr schnell einig, zu heiraten. Sehr zum Missfallen Gaidemars. Er hat nämlich Gefühle für Adelheid entwickelt, weiß er aber auch genau, dass diese nicht erwidert werden und auch eine Beziehung zu einer Königin nicht möglich ist.

© Sina Frambach


Diese Infos bekommen wir gleich auf den ersten Seiten vermittelt und dann ist man auch schon mitten in der Geschichte drin. Es geht Schlag auf Schlag. Auf 763 Seiten erleben wir dann den (Leidens)Weg den Gaidemar, Adelheid, Otto und all die anderen Charaktere durchleben müssen. 

Die Autorin schafft es mal wieder, auf unvergleichliche Weise die Geschichte so lebendig wirken zu lassen, als wäre man mittendrin. Alles ist genauso geschehen, wie sie es erzählt (auch wenn es nicht so war, da sich natürlich künstlerischer Freiheit bedient wurde). Trotzdem fühlt es sich einfach richtig an.

Viele historisch belegte Personen fließen in die Erzählung mit ein. Doch sind es gerade die Erfundenen, die alles noch besser, noch spannender und noch interessanter machen. Fast könnte man meinen, sämtliche Dialoge hätten sich auch tatsächlich so zugetragen, sämtliche Schlachten hätten bis ins kleinste Detail so stattgefunden, sämtliche Personen hätten genau so reagiert, wie die Autorin es uns aufzeigt.

© Sina Frambach

Genau dies liebe ich an historischen Romanen und an Rebecca Gablé. Denn sie ist eine der wenigen Autoren, die es schafft, dies alles zu vereinen. Manchmal stelle ich mir vor, dass der Geschichtsunterricht bei ihr einfach nur grandios sein muss, wenn sie denn welchen geben würde.

Die Protagonisten wirken durchweg sympathisch, allen voran Gaidemar, der zwar kein großer Redner ist, aber durch sein Handeln viele Pluspunkte verdient. Manchmal kommt sein hitziges Gemüt zum Vorschein und dann kann es sein, dass er Fehler macht. Dies macht ihn jedoch nur noch menschlicher, obwohl er zwar mundfaul ist, aber dennoch von seinen Emotionen geleitet wird. 
Aber auch die anderen Figuren schließt man ins Herz und fühlt vor allem mit ihnen.

Da man alle eine lange Zeit begleitet, fragt man sich manchmal schon, warum denn jetzt gerade von manchen so gehandelt wird. Man kennt sie ja alle bzw. meint sie zu kennen. Aber die Autorin hat in ihrer Recherche herausgefunden, dass die historisch belegten Personen wirklich so gehandelt haben. Dies musste dann natürlich in den Roman auch so einfließen und macht doch alles noch ein Stück spannender. 

Interessant fand ich mal wieder, dass das Thema Politik viel Raum eingenommen hat. Hier nehme ich mal die Heirat aus politischen Gründen heraus. Viele Hochzeiten wurden geschlossen, damit ein gewisser Machtanspruch geregelt war. So z. B. bei Otto und Adelheid. Durch die Hochzeit der beiden ist auch gleichzeitig für Otto Italien interessant geworden, da Adelheid ja Königin von Italien war. Damit vergrößerte sich aber auch die Problematik, denn das Reich ist dadurch größer und unübersichtlicher. Aber es bieten sich auch jede Menge neue Möglichkeiten, wie Handel, Heer und Land.

Dass dann aus einer politisch geschlossenen Ehe auch Liebe wird, ist dabei recht selten. Bei Adelheid und Otto hat es jedoch funktioniert, was sich dann auch dadurch zeigt, dass Otto auf Anregungen Adelheids gehört hat und auch manche Vorschläge umsetzte. Letztendlich hat er sie sogar als Mitregentin eingesetzt, was natürlich auch eine hohe Ehre ist.

Fazit:
Ein spannender Roman aus der Zeit König Ottos I. und seiner Ehefrau, Königin Adelheid. Von mir gibt es dafür 10 von 10 Punkten.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2017
Format: Hardcover
Printseiten: 763
ISBN: 978-3-431-03977-1

Dienstag, 16. Mai 2017

C. J. Daugherty - Secret Fire: Die Entfesselten (2) von SINA

Oetinger

Taylor und Sacha lernen auf dem St. Wilfreds College, was es mit dem Fluch auf sich hat, der auf Sasha lastet. Während Taylor ihre Kräfte trainiert, wühlt sich Sacha durch endlose Aufzeichnungen in der Bibliothek. Und sein 18. Geburtstag rückt immer näher, ohne dass sie herausfinden, wie man den Fluch brechen kann. Bis sie auf ein Buch stoßen, welches endlich Hoffnung aufzeigt. Zusammen mit Alistair und Louisa brechen sie auf nach Carcassonne, dem Ort, wo angeblich alles begann - und treffen auf einen Gegner, der nicht besiegt werden kann.

Es ist meistens so: Vom ersten Teil total geflasht, vom zweiten total enttäuscht.
Dies trifft auch in vollem Maße auf "Die Entfesselten" zu. War es am Anfang noch spannend mit der Suche Sachas und dem Training Taylor und sich ein Gegner zeigt, der mit dem Ende von allem droht, plätschert es ab da nur noch so hin. Ein Streifzug durch Frankreich, etliche unnütz verstrichene Stunden des Wartens, nur durchbrochen von Gedankengängen und dem Planen weiterer Pläne. Bis es am Ende zum Showdown kommt, der jedoch auch nicht das hält, was man sich erhofft.

Es wird unheimlich viel spekuliert, gerätselt und drumherum geredet. Ich hatte zeitweise das Gefühl, dass alle zwischendrin sogar mal irgendwie vergessen haben, wie dringend die Angelegenheit eigentlich ist. Man kauft gemütlich in einer Bäckerei ein, verbringt die Nacht unter dem Sternenhimmel... aber dass der 18. Geburtstag von Sacha immer näher rückt und damit auch sein Tod, scheint in den Hintergrund zu geraten. Die Zeit drängt sehr und doch wird sie mit Nichtstun verschwendet.

So kam ich nicht richtig in die Stimmung rein, die im ersten Teil "Die Entflammten" so vorherrschte. Nach der Hälfte des Buches war für mich die Luft raus. Die rasante Spannung aus Band eins hätte in den zweiten mit hineingezogen werden müssen.

Auch kam es mir vor, als würden die Protagonisten lieber jeder für sich arbeiten, als gemeinsam zu einer Lösung zu kommen. So musste eine eigentlich völlig unbekannte und  - in meinen Augen - auch unwichtige Person den Stein ins Rollen bringen. Dies nahm dann noch mehr den Wind aus den Segeln, weil nicht die Protagonisten dazu fähig waren, sich die richtigen Gedanken zu machen.

Dabei ist es noch nicht mal der Schreibstil der Autorin, der einem ins Stocken geraten lässt. Dieser ist gewohnt flüssig und lässt einem auch voran kommen. Doch dann gibt es wieder aussaglose Szenen und man ist versucht, das Buch zur Seite zu legen. Wüsste man nicht, dass die Autorin es besser kann, würde man dies auch sicherlich tun. Und doch wollte ich nicht aufgeben, gerade weil die Idee, die hinter dem Ganzen steckt, doch unheimlich spannend und interessant ist.

Erst gegen Ende kommt dann wieder Spannung ins Spiel. Doch so schnell wie es kommt, ist es auch schon wieder vorbei. Hätte ich mir am Anfang weniger Seiten gewünscht, so waren es mir am Ende dann doch zu wenig. Der Showdown hätte etwas mehr ausgebaut werden können. Das Potenzial ist wirklich da, doch fehlte einfach das gewisse Etwas. 

Mehr Action, weniger Grübeleien - so hätte sich alles in der Waage gehalten. Der böse Part war irgendwie nicht vorherrschend, obwohl er ständig präsent war. Und doch wirkte es so, als wäre alles gar nicht so schlimm. 

Den Protagonisten fehlte es an Tiefe. Ihr Handeln konnte ich teilweise nicht nachvollziehen. Dazu kam, dass vieles einfach zu lösen war. Ein bisschen mehr "Verzwicktes" wäre schön gewesen. 
Auch die Liebesgeschichte zwischen Taylor und Sacha war "nicht so prickelnd". Sollte man doch denken, frisch Verliebte kleben die ganze Zeit aneinander, so war es hier genau das Gegenteil. Es war sogar etwas zu kühl, zu rational zwischen den beiden. 

Fazit:
Ein enttäuschender zweiter Teil. Von mir gibt es leider nur 5 von 10 Punkten

Verlag: Oetinger
erschienen: 2017
Printseiten: 448
Format: ebook
ISBN: 978-3-86274-918-8

Montag, 15. Mai 2017

Katharina Herzog - Immer wieder im Sommer von SONJA


Quelle: Rowohlt


INHALT:
Anna ist Single-Mom und freut sich auf die Osterferien. Denn dann sind ihre beiden Töchter bei ihrem Vater und ihrem Exmann Max und sie kann nach Amrum fahren. Denn dort wohnt nun Jan. Ihre große Liebe aus einem unvergesslichen Sommer, der mehr als 10 Jahre zurück liegt. Doch alles kommt anders und so sitzt sie in einem klapprigen VW Bus, beladen mit ihren Töchtern, Max, ihrer kauzigen Mutter und dem Tramper Milan.

FAZIT:
Die Leseprobe hat mich sehr überzeugt. Der Schreibstil der Autorin lässt sich leicht und locker lesen und erinnert mich ein bisschen an Kerstin Gier. Denn Anna bleibt nichts erspart und dennoch kommen hier und da ein paar lustige bzw. zynische Kommentare.

Das Buch berührt, denn es ist keine einfache Sommergeschichte. Für Anna ereignet sich immer wieder im Sommer etwas, das ihr Leben ändert.

Anna ist nach ihrer Scheidung unzufrieden, denn ihre Träume von Familie und dem Beruf als Schneiderin bzw. Modedesignerin haben sich nicht erfüllt. Sie hat sich mit ihrer Mutter zerstritten und erst der Hilferuf aufgrund der Diagnose Demenz lässt die beiden wieder zusammenrücken. Man erfährt auf erschreckende Art und Weise vom Krankheitsbild und das Eltern oft Beweggründe haben, die man erst im Erwachsenenalter nachvollziehen kann. Auch Träume, verpasste Chancen, Pubertät und die Realität im harten Alltag schaffen es einfühlsam in die Handlung.

Ich selbst habe den direkten Vergleich. Denn die herrische und demente Frieda, erinnert mich sehr an meinen Vater, der bereits vor einigen Jahren die Diagnose bekam. Einiges wurde ausgesprochen, einiges ist für immer verloren.

So stimmt das Buch durch seine beschrittenen Wege melancholisch, traurig, zuversichtlich und hat ein versöhnliches Ende parat. Es war für mich nicht leicht zu lesen, aber die Schilderung von meinem geliebten Meer und dem Strand, geben dem Buch die geeignete Atmosphäre und auch die Rückkehr in den Alltag nach München, schafft Katharina Herzog alias Katrin Koppold gekonnt, so dass ich 9 von 10 Punkten vergebe.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2017
Seiten: 384
ISBN: 978-3499291111

© Sonja Kochmann

Felicity H. McCoy - Die Bücherei am Ende der Welt von SONJA


Quelle: Rowohlt


INHALT:
Hanna ist nach einer unschönen Scheidung aus London in ein kleines verschlafenes Örtchen am Rande von Irland heimgekehrt. Sie ist gezwungen, bei ihrer mürrischen verwitweten Mutter zu wohnen und träumt von einem eigenen Cottage am Rande der Klippen. Doch das vor Jahren geerbte Cottage ist mehr als baufällig.

Sie selbst tuckert mit dem örtlichen Büchereibus durch die entlegenen Ortschaften und versucht, den Argwohn der Einwohner nicht auf sich zu ziehen. Denn als "Heimgekehrte" wird man mehr als schief angeschaut, als dann...

FAZIT:
Allein von der Beschreibung hatte ich mich in das baufällige Cottage, die kleinen Schlagloch übersäten Feldwege und die grünen Wiesen Irlands verliebt. Die Autorin schafft dies auch sehr bildlich darzustellen, doch leider wollte die richtige Verbindung zum Buch nicht aufkommen.

Warum? Sämtliche Protagonisten sind mit ihrem Leben unzufrieden. Seite um Seite wird gejammert und ich merkte beim Lesen, wie meine Stimmung sank. Keiner tat etwas dagegen und so plätschert das Leben in diesem kleinen Dörfchen dahin.

Erst im letzten Viertel überschlugen sich die Ereignisse und Hanna bekam endlich den nötigen Tatendrang, so dass ich trotz der anfänglich zähen Handlung froh bin, es nicht abgebrochen zu haben.

Die Idee, die Bevölkerung wieder miteinander zu vernetzen und sich gegenseitig zu helfen, ist nicht neu. Aber durch die Hilfe einer alten Nonne und diversen schrulligen Iren bekam das ganze eine harmonische Note.

Ein Buch von enttäuschten Träumen, Resignation, Mut und Tatendrang und den schweren Entschluss etwas zu ändern. Ich vergebe 6 von 10 Punkten und möchte auf eine Tasse Tee in Hannas Cottage eingeladen werden.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2017
Seiten: 448
ISBN: 978-3499272486


© Sonja Kochmann

Jamie Shaw - Rock my Body von SONJA


Quelle: Blanvalet


INHALT:
Dee Dawson ist eine emanzipierte junge Frau und so nimmt sie sich nicht zurück, wenn es darum geht, Spaß und besonders Sex zu haben. Als sie auf Joel von der Band "The Last Ones to Know" trifft, findet sie ihr Gegenstück. Er selbst ist auch kein Kostverächter und Groupies sind nicht vor ihm sicher und so dauert es nicht lange und zwischen den beiden fliegen die Funken und die Fetzen.

FAZIT:
Dies ist bereits der zweite Band nach "Rock my Heart" um die Band "The Last Ones to Know". Im ersten Band erfuhren wir vom Sänger Adam und Rowan, die tatkräftige Hilfe von Dee bekam.

Nun ist Dee an der Reihe und ich muss leider sagen, dass dieser Band nicht mit dem ersten Band mithalten konnte, weil mir Dee (und auch Joel) durch ihre egoistische und selbstzerstörerische Art etwas zu unrealistisch waren. In einem derart jungen Alter diese Einstellung zu haben, kam mir dann etwas zu übertrieben rüber. Dees Sprüche und auch die Entwicklung der anderen Bandmitglieder sind aber dennoch die Lesezeit wert.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir weiterhin und es bahnt sich natürlich noch einiges für die verbliebenen Single-Bandmitglieder an. Ich empfehle daher die Reihenfolge einzuhalten und sich weiterhin im Backstagefeeling auf eine neue Session mit "The Last Ones to Know" zu freuen. Ich vergebe solide 8 von 10 Punkte.

Verlag: Blanvalet
erscheinen: 2017
Seiten: 384
ISBN: 978-3734103551

© Sonja Kochmann

Mittwoch, 10. Mai 2017

M.G. Leonard - Die Käfer-Saga: Käferqueen (2) von SINA


Chicken House

Darkus, Bertolt und Virginia sind froh, dass sie Darkus´ Vater aus den Klauen der grausamen Lucretia Cutter befreien konnten. Doch Darkus Vater ist wenig davon begeistert, dass sein Sohn nun weiß, was bei Lucretia abläuft und dass er und Darkus` Mutter da irgendwie mit drin hängen, wenn auch unfreiwillig. Als er dann noch von den Käfern erfährt, die sich im Keller des Nachbarhauses befinden, verbietet er Darkus den Umgang mit diesen.
Unterdessen macht sich Lucretia nach Amerika auf, um dort an der Filmpreisverleihung teilzunehmen. Sie hat für die nominierten Schauspielerinnen Kleider entworfen, verfolgt jedoch einen perfiden Plan. 
Als Darkus davon erfährt, will er natürlich sofort eingreifen und setzt alles daran, um zu verhindern, dass Lucretia ihre Pläne weiterverfolgen kann. Doch dafür würde er auch den Zorn seines Vaters auf sich ziehen. Doch aus diesem wird Darkus nicht schlau und weiß plötzlich nicht mehr, auf wessen Seite er überhaupt steht.

Nach dem tollen ersten Teil der Käfer-Saga, liegt nun der zweite Band "Käferqueen" vor und vorab kann ich sagen, dass es mit dem rasanten Abenteuer genau so weitergeht, wie ich es auch erwartet habe.

© Sina Frambach
Diesmal fällt das Cover noch mehr auf, denn es grinst einem Lucretia Cutter entgegen, die Frau, die den bösen Part in der Geschichte übernimmt. Hier wieder ein großes Lob an Chicken House, die es einfach schaffen, wunderschöne Cover zu entwerfen, die auch genau zu den Geschichten passen, die einem innerhalb des Buches erwarten.

In der ersten Hälfte des Buches erwartet uns eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. Ich verspreche Euch, es werden Tränen fließen. Hier hat mich vor allem Virginia überrascht, die ja eigentlich eher diejenige ist, die ausspricht, was sie denkt und damit gerne in Fettnäpfchen tritt. Aber Virginia hat auch eine rührselige Seite und diese hat dazu geführt, dass ich Taschentücher gebraucht und Virginia noch mehr ins Herz geschlossen habe.
Ihre vorwitzige Art hilft bei manchen Problemen weiter. Den eher besorgten Part übernimmt Bertolt, der mit seiner korrekten Art dazu beiträgt, dass man auch ein zweites Mal über seine Handlungen nachdenkt und damit vielleicht auch mal nicht gleich ins Unglück rennt. 

© Sina Frambach

Der zweite Teil wirkt im Gegensatz zum ersten brutaler, da Lucretia Cutter einen Weg verfolgt, der sehr grausam ist. Sie schreckt vor nichts zurück, um auch ja das zu erreichen, was sie sich vorgenommen hat. Alle Mittel sind ihr recht und sie greift auch nach allem, was sich ihr bietet. 
Ihre Tochter Novak wird von ihr ebenso einbezogen, wenn auch gegen ihren Willen. 

Darkus, Virginia und Bertolt haben jede Menge zu tun, lernen kuriose Personen kennen und müssen immer wieder umdenken, bekommen aber auch Hilfe, so z. B. von Darkus Onkel Max, der gegen Ende des Buches eine immer größere Rolle einnimmt.

An den richtigen Stellen wird Spannung erzeugt, Witz und Charme sind ebenfalls vorhanden sowie das hoch auf die Freundschaft und die Familie (nicht nur unter Menschen).

© Sina Frambach

Der Lernfaktor kommt diesmal etwas zu kurz. Man lernt nicht so viel über Käfer, wie im ersten Teil. 
Und doch lernt man die Käfer lieben und teilweise kann sich sogar vorstellen, dass Käfer teilweise wirklich so reagieren, als wären sie menschlich.

Der Schreibstil ist wieder sehr flüssig, man fliegt förmlich durch die Geschichte und es kommt keine Langeweile auf. 

Das Ende bleibt offen und weist definitiv auf einen dritten Teil hin. Ich bin gespannt, wie es mit Darkus, Virginia, Bertolt und ihren Käfern weitergeht.

Fazit:
Die Käferqueen will die Welt beherrschen. Von mir gibt es dafür 9 von 10 Punkten.

Verlag: Chicken House
erschienen: 2017
Printseiten: 352
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-551-52093-7

© Sina Frambach

© Sina Frambach



Montag, 8. Mai 2017

Anne Barns - Apfelkuchen am Meer von SONJA


Quelle: Mira Taschenbuch
 
INHALT:
Merle studiert BWL in München, obwohl sie doch lieber Konditorin mit eigener Bäckerei geworden wäre. Denn das Backen liegt ihrer Familie im Blut. Jahr für Jahr wird ein ganz besonderer Apfelkuchen als Andenken gebacken. Dieses Rezept ist geheim. Um so erstaunter ist Merle, als ihr eine Freundin von genau diesem Kuchen berichtet. Gegessen und gebacken auf Juist. Kurzentschlossen nimmt Merle einen Ferienjob auf Juist an und findet mehr als das geheime Familienrezept....

FAZIT:
Das Buch hatte mich bereits auf den ersten Seiten für sich gewonnen. Eigentlich wollte ich nur noch mal kurz vor dem Schlafen gehen hineinlesen und es wurden dann doch noch ein paar Stunden.

Der Schreibstil ist locker und man fliegt von Seite zu Seite. Die Dialoge zwischen Merle, ihren schlagfertigen Freundinnen und den Insulanern sind einfach köstlich. Köstlich wie die Backwerke. Wer gerade auf Diät ist, wird bei Merles Backkünsten allerdings schwer in Versuchung geführt.

Merle war mir mit ihrer lockeren Art und ihren Wünschen und Träumen sofort sympathisch. Auch ihre Familie und ihre Freundinnen in München empfand ich als besonders liebenswert. 
Der Wunsch dem eigentlich geheimen Rezept nachzugehen und ihre Wurzeln auf Juist zu suchen, bieten Merle die Gelegenheit sich an der Nordsee den Kopf frei pusten zu lassen. 

Ich liebe die Nordsee und ich war auch schon selbst auf Juist. Am liebsten hätte ich mit meine Koffer gepackt. Da Insulaner ein besonderes Völkchen sind, muss Merle mit "Inselfunk" und so manchen Eigenarten klar kommen. Dass sie bei den Ermittlungen ihrem Single Dasein an den Kragen geht und einigen Leuten auf die Füße tritt, ist zu vernachlässigen, denn am Ende......ist alles wunderschön und ich möchte einen Strandkorb mit einem Stück Apfelkuchen: volle Punktzahl für diese Sommer-Sonne-Nordsee-Leseüberraschung!

Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2017
Seiten: 352
ISBN: 978-3956497100


© Sonja Kochmann