Dienstag, 18. April 2017

Rezension // Jim Butcher - Harry Dresden: Sturmnacht (1) von SINA

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Feder & Schwert

Harry Dresden, von Beruf Magier und Privatermittler, ist froh, wenn er durch Aufträge ein paar Kröten verdienen kann. Doch nun ist es so, dass er schon mit der Miete im Rückstand ist und kaum weiß, wie er sich etwas zu essen kaufen kann. Dass eine gewisse Monica nun bei ihm anfrägt, er solle  doch bitte herausfinden, wo ihr Mann sich aufhalte, kommt ihm gerade gelegen. Kurze Zeit später kommt auch noch die Polizei auf ihn zu, in einem Mordfall mitzuhelfen. Dresden, der in beiden Fällen Ungewöhnliches wittert, fängt mit seinen Recherchen an und fördert alsbald eine Spur zu Tage, die ihm das Leben kosten kann.

Es gibt Buch-Reihen, da ist es Liebe auf das erste gelesene Wort... bzw. den ersten gelesenen Abschnitt. So erging es mir zumindest, als ich den Anfang dieser Geschichte gelesen habe. Der Wortwitz, der Sarkasmus, der teilweise schwarze Humor, das Setting, die Protagonisten, die Story, die ungewöhnliche Herangehensweise.... alles zusammen hat mich einfach umgehauen und mich das Buch in Rekordzeit lesen lassen.

Harry Dresden, ein recht abgewrackter Privatermittler, der mit ungewöhnlichen Methoden an die Fälle herangeht, war mir sofort sympathisch. Mit seiner knurrigen Art macht er sich zwar mehr Feinde als Freunde. Doch lernt man ihn näher kennen, muss man ihn einfach mögen.

Am Anfang lernen wir Harry von seiner "liebenswürdigsten Art" kennen. Je näher man aber in sein Privatleben Einblick erhält, umso mehr kann man auch verstehen, warum er so ist, wie er ist.
Dass er nebenbei auch noch Magier ist, ist natürlich von Vorteil. Gerade wenn es darum geht, Fälle zu lösen.

Der Autor hat eine interessante Figur geschaffen. Sehr facettenreich und sympathisch, wären da nicht immer die Ausflüge ins Melancholische. Dresden bemitleidet sich gerne selbst, versucht aber nur teilweise etwas gegen sein "altes Leben" zu machen. Der ewige Kampf ums Geld, damit er nicht sein Büro verliert bzw. täglich etwas zu Essen hat. Doch seine Berufung ist eben mal: Detektiv zu sein.

Der magische Part nimmt am Anfang gar nicht so großen Spielraum ein. Erst im Laufe des Buches zeigt uns der Autor, was sein Protagonist so drauf hat. Dass Dresden dabei immer wieder der Rat (der Magier) im Nacken sitzt und mehr als ein Auge auf ihn hat, ist natürlich nicht gerade sehr hilfreich.

Die Auftraggeberin Monica, die sich an Dresden wendet, damit er das Verschwinden ihres Mannes aufklärt, bringt eine neue Wendung in die Geschichte. Denn plötzlich scheint es, als wolle alle Welt etwas von Dresden. Gleichzeitig arbeitet er an dem Fall, denn die Polizei ihm aufgehalst hat. Zwei Tote, denen förmlich das Herz aus der Brust gerissen wurde, geben allen Rätseln auf.

Dresdens Ermittlungen sind ungewöhnlich, führen auch an ungewöhnliche Orte und zu ungewöhnlichen Personen (magische wie nicht-magische). Und dies führt dazu, dass die Geschichte einfach ungewöhnlich gut ist. 

Der Schreibstil des Autors ist fesselnd. Man fliegt durch die Geschichte, fiebert mit und fängt auch an zu rätseln. Zwischendrin wird es wirr, dies passt jedoch zum Stil und zur Story. 

Die verschiedenen Handlungsstränge ergeben zu Anfang keinen zusammenhängenden Sinn, vertieft man sich jedoch weiter in die Geschichte, ergibt alles einen Sinn. Gerade am Ende gibt es einen Aha-Effekt und mit einem riesigen Knall kommt der finale Showdown. 

Durch die düstere Atmosphäre kommt man auch in die richtige Stimmung und ist für mich ein gelungener Einstieg in die Serie rund um den Ermittler Harry Dresden. 

Fazit:
Spannend, düster und genial. Von mir gibt es für den ersten Teil 10 von 10 Punkten

Verlag: Feder und Schwert
erschienen: 2006
Printseiten: 320
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-86762-111-3

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