Mittwoch, 3. Mai 2017

Rezension // Kai Meyer - Die Krone der Sterne (1) von SINA

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Fischer Tor

Iniza wird von der Gottkaiserin dazu auserwählt, ihr zu dienen. Doch auf dem Weg zu ihr, kann Iniza fliehen, um gleich darauf von dem Kopfgeldjäger Kranit entführt zu werden. Mit Kranit, ihrem Geliebten Glanis und der Alleshändlerin Shara kann Iniza jedoch Verbündete gewinnen, um sich gegen die Gottkaiserin, deren Hexenorden und auch ihren Onkel Hadrath zu stellen. Ein kosmischer Kampf beginnt, als Iniza hinter Geheimnisse kommt, die größer sind, als sich selbst die Gottkaiserin vorstellen kann.

Kai Meyer ist einer der wenigen deutschen Autoren, die mich mit Geschichten so sehr in den Bann ziehen können, dass ich nur mit Mühe am normalen Alltag teilnehmen kann. Gerade "Die Seiten der Welt" oder die Wellenläufer-Trilogie waren für mich willkommene Ausflüge in Welten, die zum Träumen einladen. Das ist Fantasy in seiner schönsten Form.

Mich nun in die Science-fiction-Ebene zu begeben und damit für mich neues Kai-Meyer-Terrain zu erkunden, war eine Probe, die mich letztendlich nicht so sehr begeistern konnte. Auch wenn ich bei der Lesung auf der Leipziger Buchmesse 2017 an den Lippen des Autors geklebt habe, weil der Auszug, der vorgetragen wurde, sehr spannend war, konnte mich das Gesamtbild dann nicht so überzeugen.

Die ersten 100 Seiten waren wirklich spannend, ich konnte der Geschichte folgen und auch die Charaktere waren mir gleich sympathisch. Allen voran der kauzige Kranit und die skeptische Shara. Doch je mehr ich las, umso verwirrter war ich.
Das von Kai Meyer erfundene galaktische Reich von Tiamande war mir zu komplex. Weltraumkathedralen, Hypersprungringe, Planeten, Namen, Religionen, Reiche, Könige und ihre Nachkommen. Mir fehlte eindeutig der Überblick. 

Hier hätte eindeutig etwas "Weniger" mehr gebracht und ich hätte den Überblick behalten können. Vor allem die erfundene Religion der STILLE hat mir Rätsel aufgegeben. Es werden zwar immer wieder Brocken in den Raum geworfen, um was es sich handelt, aber am Ende war ich auch nicht schlauer, was genau es damit auf sich hat.

Aber trotz der Komplexität konnte ich dem roten Faden, der sich durch die Geschichte zog, dann doch folgen, auch wenn das Gesamtergebnis nicht das war, was ich erwartet hatte. 

Gerade die Protagonistin Iniza war mir sehr unsympathisch. Ihr fehlte die nötige Tiefe, genauso wie ihrem Geliebten Glanis, der in meinen Augen eigentlich keine große Rolle spielte. Da waren Kranit und Shara schon interessantere Figuren, die sich auch aus dem Alltagstrott sehr hervorgehoben haben. Gerade Shara, die mit ihrem losen Mundwerk so manche bösen Blicke auf sich zieht, hatte ich sofort ins Herz geschlossen. 

Die Actionszenen häufen sich am Ende, so dass die Geschichte ab dort Fahrt aufnimmt. Explodierende Raumschiffe, eine Verfolgungsjagd und die Entführung Inizas zu Anfang bieten eine willkommene Abwechslung in der ansonst eher ruhigen Geschichte, die sich langsam aufbaut, um am Ende mit Überraschungen aufzuwarten. Doch nehmen diese Szenen in meinen Augen keinen großen Platz in der Geschichte ein, da sie kurz abgehandelt werden und der Blick eher auf die Probleme Inizas und ihrer Freunde gerichtet ist. 

Der angekündigte Comic zu dem Buch reizt mich aber trotzdem oder vielleicht gerade deswegen. Ich denke mir, dass eine Comicumsetzung besser zu der Geschichte gepasst hätte, als eine im Romanform.

Meine ganze Hoffnung lege ich in die Folgebände, die ich sicherlich lese werde, weil ich gerade wegen der Überraschungen am Ende des ersten Teiles neugierig geworden bin. Denn auch wenn ich nicht Iniza oder Glanis die Treue halten will, so sind es Kranit und Shara, die mich reizen und deren Weg ich gerne weiterverfolgen möchte.

Der Schreibstil des Autors ist jedoch gewohnt flüssig und wunderbar zu lesen und so kann ich sagen, dass mich die 464 Seiten nicht gerade aufgehalten haben, sondern auch in schnellem Tempo gelesen waren.

Fazit:
Ein Weltraumabenteuer mit viel Potenzial. Ich hoffe, in den nächsten Bänden einen Steigerung zu finden. Von mir gibt es aber für den ersten Teil leider nur 5 von 10 Punkten.

Verlag: Fischer Tor
erschienen: 2017
Printseiten: 464
Format: ebook
ISBN: 978-3-10-403726-4

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