Sonntag, 25. Juni 2017

Rezension // Dori Mellina - Dolce Vita für Fortgeschrittene von SINA

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btb

Laura ist Italienerin, lebt aber in Deutschland zusammen mit ihrem Lebensgefährten Martin und der gemeinsamen Tochter Sara. Mit ihren Freundinnen gründet sie eine Agentur für italienische Klischees. Die Agentur läuft sehr gut an. Gleichzeitig geht es jedoch mit ihrer Beziehung zu Martin den Bach runter. Laura zieht die Notbremse und zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus. Als sie dann jedoch auf den gutaussehenden Alex trifft, weiß sie so gar nicht mehr, was sie eigentlich will. Laura merkt immer mehr, dass die Unterschiede zwischen Italien und Deutschland größer sind, als sie dachte und weiß, dass sie sich entscheiden muss, um selbst endlich richtig glücklich sein zu können.

Wir alle haben unsere Vorstellungen, was das Leben in Italien anbetrifft. Alle essen den ganzen Tag Spaghetti, die Frauen stehen am Herd und kümmern sich um die Kinder, die Männer sind bei der Mafia und es gilt "Dolce Vita" das Leben lang.

© Sina Frambach

In ihrem aktuellen Buch "Dolce Vita für Fortgeschrittene" zeigt die Autorin aber das genaue Gegenteil. Sie lässt uns teil haben an der Lebensweise der Italiener und schon bald merken wir: die haben die selben Sorgen wie wir Deutsche auch. 

Die Protagonistin Laura ist freiwillig nach Deutschland gekommen, um dort an der Universität zu studieren und ihren Weg zu gehen. Der verlief nicht so, wie gedacht. Aber sie kann zufrieden sein mit ihrem Job in der Pharmaindustrie, ihrem Kind Sara und dem dazugehörigen Vater Martin. Wäre da nicht die Unzufriedenheit in ihrem Leben. Die Beziehung zu Martin scheint eingefahren. Immer mehr stört sie an ihm und so macht sie das für sie Sinnvollste: sie trennt sich von ihm. Doch so einfach, wie sie es sich vorgestellt hat, ist es dann auch nicht.
Dass sie nebenbei auch noch eine Agentur zu leiten hat, macht alles nicht leichter. Nur gut, dass ihre Freundinnen sie so gut es geht unterstützen.

© Sina Frambach

Wer dieses Buch liest, wird mit Klischees förmlich überschüttet. Gleichzeitig wird aber auch richtig gestellt, dass es gar nicht so ist, wie man denkt. Und das Italiener auch Klischees über Deutsche verbreiten. Alles in allem eine heitere Richtigstellung von beiderlei Nationen. 

Laura ist sehr sympathisch, sehr chaotisch, sehr italienisch und vor allem eines: sehr unglücklich. Ihr Freund Martin kritisiert sie ständig. Und so fühlt sie sich missverstanden und macht sich natürlich Gedanken, ob sie sich von Martin trennen soll. Da taucht der gutaussehende Italiener Alex auf und verdreht Laura gehörig den Kopf. 

Laura und ihre Freundinnen gründen zusammen eine Agentur namens "Frag mich nach Sonnenschein". Diese Agentur vermittelt "italienische Klischees". Ihr erster Auftrag führt sie zu einem italienischen Restaurant, dass sie "aufmöbeln", in dem sie typische italienische Klischees einbringen. Vespas, italienische Snacks, gutaussehende Italiener, die vor dem Restaurant stehen und Dolce Vita versprühen.

Die Autorin hat einen sehr lockeren Schreibstil und so ist man förmlich mitten in der Geschichte drin und erlebt mit Laura das Auf und Ab ihrer Gefühle. 

© Sina Frambach

Sehr gut gefallen hat mir die Tochter von Laura und Martin, die vierjährige Sara. Sie ist - wie ihre Mutter - nicht auf den Mund gefallen und lässt viele Knaller raus. Ein sehr pfiffiges Mädchen, das viel italienisches Temperament hat. Aber auch deutsche Züge zeigt.

Erwähnen muss man, dass 2012 eine Kurzgeschichte erschien mit dem Namen "Frag mich nach Sonnenschein". Hier wird in gekürzter Form die Geschichte von Laura erzählt. Mit "Dolce Vita für Fortgeschrittene" hat die Autorin nun die Story vergrößert und etwas umgeändert, so dass eine neue, aber ebenso lockere Erzählung entstanden ist. Es freut mich, dass gerade die kleine Sara eine etwas größere Rolle bekommen hat. 

Fazit:
Mit viel Charme, Witz und jeder Menge Aperol Spritz ergibt sich eine lockere Geschichte rund um Lauras Leben. Ich bin mir sehr sicher, dass viel von der Autorin in dem Buch verarbeitet ist. Von mir gibt es dafür 10 von 10 Punkten.

Verlag: btb
erschienen: 2017
Format: Taschenbuch
Printseiten: 320
ISBN: 978-3-442-74810-5



Rezension // Alan Dean Foster - Bannsänger-Zyklus: Die Stunde des Tors (2) von SINA

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Heyne

Jon-Tom, Mudge, Clodsahamp, Talea, Flor, Pog, Caz und der Drache Falameezar haben es bis nach Polastrindu geschafft und müssen nur noch den Rat davon überzeugen, dass die Bedrohung durch die Gepanzerten real ist und ein Angriff unmittelbar bevor steht. Doch zur Verteidigung werden noch weitere Verbündete gebraucht. Das Volk der Weber wäre bestens dafür geeignet, doch liegt deren Land hinter den Bergen, wo noch niemand zuvor je lebend wieder zurückgekommen ist.
Jon-Tom und seine Freunde möchten das Unmögliche schaffen und machen sich auf den Weg.

Der zweite Band des Bannsänger-Zyklus schließt unmittelbar an den ersten (Bannsänger) an. Und somit geht es auch genauso spannend weiter. 
Die Bedrohung steht nun unmittelbar bevor. Den Freunden bleibt nicht viel Zeit, um weitere Verbündete zu gewinnen. Doch machen sie sich auf den Weg und lernen so den Schiffseigener Brabbis kennen, einen Frosch, der ihnen auf der beschwerlichen Reise helfen soll. 


© Sina Frambach

Ein großes Abenteuer beginnt, ein Wettlauf gegen die Zeit. Und so wird es wieder richtig spannend und rasant. Auf ihrer Reise stoßen die Freunde auf unterschiedliche Wesen, die mehr oder weniger hilfreich sind.

Die Gruppe ist bunt zusammengewürfelt und dies ergibt eine ebenso große Artenvielfalt an Möglichkeiten. Der Autor nutzt geschickt die verschiedenen Talente der Geschöpfe aus und spinnt um diese eine Geschichte herum. 

Jon-Tom entwickelt sich weiter, auch wenn er mit seinen magischen Kräften nicht gerade Fortschritte macht. Doch merkt er, dass er sein Studentenleben nun endgültig hinter sich gelassen hat und auch über seine Zukunft nachdenken muss. Außerdem macht er sich einige Gedanken um die weiblichen Mitglieder der Gruppe. Die rothaarige Talea weckt in ihm einen Sehnsucht. Aber auch die schlagfertige Flor hat es ihm angetan. 
Und so muss er sich nicht nur Gedanken um den bevorstehenden Krieg machen, sondern auch um sein Liebesleben.


© Sina Frambach

Die Gruppe muss einiges an Geschick beweisen, um sich der abenteuerlichen Reise zu stellen. Es gibt verschiedene Probleme, die gelöst werden müssen. Jeder trägt etwas zum Gelingen bei und dies schweißt die Gruppe natürlich auch zusammen.

Der Autor fesselt mit seinem Stil wieder so sehr, dass man kaum vom Buch loslassen kann. Die Reihe hatte ich vor über zwanzig Jahren schon einmal gelesen und bin jetzt noch genauso begeistert von der Idee und der Umsetzung.

Fazit:
Kann die Gruppe es schaffen, die Bedrohung der Gepanzerten abzuwenden? Der Weg dorthin ist schwer. Von mir gibt es 10 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 1986
Format: Taschenbuch
Printseiten: 302
ISBN: 978-3-453-31274-0






Rezension // Markus Cremer - Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte (1) von SINA

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Art Skript Phantastik Verlag

Archibald Leach und seine Assistentin Sarah Goldberg werden in einen sehr persönlichen Fall hineingezogen. Archibalds Onkel Heisenberg wird von dem mysteriösen Marquis de Mortemarte unter eine Art Bann gestellt. Außerdem gelingt es ihm den horriblen Unschärfekompass des relativen Bösen von Archibald an sich zu bringen. Diesen benötigt er, um die Ätherkraft zu speichern. Außerdem verwandelt er unschuldige Menschen in Tiermischwesen, um damit alle anzugreifen.
Archibald und Sarah verfolgen den Marquis um die halbe Welt und treffen dabei auf die ungewöhnlichsten Leute. Voodoo, Magie und die Kraft des Äthers kreuzen ihren Weg. Und mehr als einmal muss Sarah feststellen, dass sie ihren alten Freund Archibald doch nicht so kennt, wie sie dachte. Und ihm doch viel näher ist, als sie meint.

Schon die Kurzgeschichten des Autors um Archibald Leach und seine Assistentin Sarah Goldberg in verschiedenen Anthologien haben mich sehr begeistern können. Gerade Sarah, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, hat eine sehr schlagfertige Art, die in manchen Situationen auch vonnöten ist.

Eigentlich sind Archibald und Sarah Freunde aus Kindheitstagen, siezen sich aber. Dies wohl aus gegenseitigem Respekt heraus. Trotzdem merkt man deutlich, wie vertraut die beiden sind, da sie sich ja schon von Kindesbeinen an kennen. 14 Jahre haben sie sich allerdings nicht gesehen und Sarah weiß auch nicht viel darüber, was Archibald in der Zeit getrieben hat. Nur bruchstückhaft bekommt sie heraus, was er in dieser Zeit erlebte, kann sich aber auch nicht wirklich einen Reim darauf machen. Und so lernt sie ihn quasi aufs Neue kennen.


© Sina Frambach

Gleich von Anfang an wird man auf eine wahre Achterbahnfahrt mitgenommen. Sarah und Archibald haben fast keine Verschnaufpause und müssen sich ständig mit den Einfällen des Marquis de Mortemarte herumärgern. Doch sie bleiben am Ball, steht doch eine große Bedrohung für die ganze Menschheit bevor.
Die unterschiedlichsten Personen helfen den beiden auf ihrer Suche nach dem Marquis. So landen Archibald und Sarah mal auf einem Piratenschiff, mal in einer Voodooshow, auf seltsamen Inseln oder im bestbewachtesten Gefängnis.

Bekannte und neue Figuren tauchen auf. Der Autor hat sehr interessante neue Figuren geschaffen, sich aber auch historisch belegter Persönlichkeiten bedient. Oder einfach mal Charaktere von anderen Autoren übernommen. Dies ergibt einen bunten Mix an den schillerndsten Figuren.

Mir persönlich habe die beiden Agentinnen Daphne und Carmille sehr gut gefallen. Mit meist ungewöhnlichen Mitteln und einer sehr sexy Ausstrahlung wurde ihnen jeder Wunsch erfüllt.
Aber auch Sarah konnte mich voll und ganz überzeugen. Sie ist nicht zimperlich, hat tolle Ideen und mit ihrem Wissen über Mechanik holt sie sich so manchen Pluspunkt.
Der Autor hat die weiblichen Figuren als sehr gleichberechtigt dargestellt, auch wenn es immer wieder Männer gibt, die mit Blicken deutlich zeigen, dass sie dies nicht so sehen. Und doch ist es gerade Sarah, die dann mit schlagfertigen Argumenten jedem den Wind aus den Segeln nimmt und sich so auch den nötigen Respekt schaffen kann.


© Sina Frambach

Der Autor hat einen sehr fesselnden Schreibstil und so fliegt man förmlich durch die knapp 600 Seiten und denkt sich am Ende: "Wie? Schon fertig?".

Aber es wird schon auf den nächsten Teil verwiesen und so darf man sich auf ein weiteres Abenteuer mit dem sehr sympathischen Gespann Archibald Leach und Sarah Goldberg freuen.

Sehr erwähnenswert ist wieder das tolle Cover. Darauf sind - in verschiedenen Brauntönen gehalten - Archibald und Sarah zu sehen, umringt von den Mischwesen, die der Marquis erschaffen hat. Hier wurde viel Liebe in die Details gesteckt, was sich in der Geschichte auch widerspiegelt.

Da es sich um das Genre Steampunk handelt, finden sich natürlich auch diverse Dinge wieder. Die Waffen (z. B. Spektralrepertierrevolver, Plasmaflinte), die mysteriösen Gegenstände (z. B. Meister Heisenbergs horribler Unschärfekompass des relativen Bösen), dampfbetriebene Kutschen, Zeppeline - alles wird perfekt in Szene gesetzt.
So macht es einfach Spaß, sich in der vom Autoren geschaffenen Welt zu bewegen und Abenteuer zu bestehen.


© Sina Frambach

Als kleiner Running-Gag gibt es ein Vorwort von Katharina Fiona Bode, die mit ihrer erschaffenen Figur Erasmus Emmerich einen ebenso verschrobenen Detektiv kreiert hat. Erasmus und Archibald können sich nicht leiden, sind aber jeweils angetan von den Assistentinnen. So erwähnt Katharina Fiona Bode Archibald auch in ihrem Roman (Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé). Dort gibt es ebenfalls ein Vorwort, geschrieben von Markus Cremer aus Sicht von Archibald Leach und Sarah Goldberg.

Eigentlich könnte ich noch stundenlang schwärmen. Ich möchte dieses Buch einfach jedem ans Herz legen, der Steampunk, Detektivgeschichten und Fantasy mag. Die Mischung ist in meinen Augen einfach genial.

Fazit:
Eine abenteuerliche Verfolgungsjagd um die halbe Welt mit einem außergewöhnlichen Team. Von mir gibt es dafür 10 von 10 Punkten

Verlag: Art Skript Phantastik Verlag
erschienen: 2017
Format: Klappenbroschur
Printseiten: 600
ISBN: 978-3-945045-09-1

Samstag, 17. Juni 2017

Rezension // Alan Dean Foster - Bannsänger-Zyklus. Bannsänger (1) von SINA

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Heyne

Jon-Tom ist eigentlich Student der Rechtswissenschaft, mag Partys, spielt Gitarre und liebt sein junges Leben. Bei dem Genuss eines Joints wird er jedoch aus seiner heilen Welt gerissen und muss sich plötzlich mit dem sprechenden Otter Mudge und dem merkwürdigen Clodsahamp, einer hexenden Schildkröte abfinden. Er wurde in eine Parallelwelt gerissen, aus der er jedoch vorerst keine Chance hat, wieder zurückversetzt zu werden. Als Clodsahamp dann auch noch von einer Bedrohung spricht, die sich gegen die Bewohner richtet, entschließt sich Jon-Tom, der fremden Welt zu helfen und seine Bedürfnisse hinten anzustellen.
Zusammen mit Mudge, Clodsahamp, der rothaarigen Schönheit Talea und dem eigensinnigen Gehilfen des Hexers namens Pog, einem Fledermäuserich, macht sich Jon-Tom zur Rettung auf. Dabei findet er heraus, dass er eine Begabung hat. Wenn er auf der gitarrenähnlichen Duar spielt, fliegen violette Funken: er ist ein Bannsänger.

Vor mehr als zwei Jahrzehnten habe ich den Bannsänger-Zyklus schon gelesen und regelrecht verschlungen, weil die von Alan Dean Foster geschaffene Welt einfach witzig, farbenfroh und abwechslungsreich ist. Die Idee, einen jungen Jura-Studenten, der Rockmusik liebt, in eine andere Welt zu versetzen und ihn dort Abenteuer bestehen zu lassen, hat mich mitgerissen. Dazu kommt noch ein fesselnder Schreibstil, der zeitweise jedoch von sehr politischen Dialogen unterbrochen wird. Für mich persönlich nicht gerade sehr interessant, doch für den Verlauf der Geschichte von Nöten.

© Sina Frambach

Die Bücher stehen schon ewig in meinem Bücherregal und wurden auch damals oft gelesen (wie man auf obigem Bild vielleicht auch sieht). Als ich nun danach recherchierte, war ich  natürlich sehr überrascht, dass es noch einen 7. und 8. Teil der Reihe gibt und so war der Entschluss schnell gefasst, diese Reihe zu meinem Re-read des Jahres zu machen. Dass es noch weitere Teile gibt, hatte ich vor Jahren irgendwie nicht mitbekommen, was aber auch durch die eingeschränkte Nutzung des Internets und etlicher anderer lesenswerter Bücher wohl bei mir untergegangen ist.

Ein bisschen Sorge machte ich mir schon, als ich das erste Buch anfing zu lesen. Würde es mich genauso faszinieren wie damals? Doch meine Sorge war total unbegründet. Innerhalb kürzester Zeit war ich sofort wieder in der Geschichte gefangen. Der mitreißende Schreibstil des Autors hat mir Jon-Tom, den sprechenden Otter Mudge, den merkwürdigen Hexer Clodsahamp, die heißblütige Schönheit Talea und auch all die anderen Figuren wieder so nah gebracht, wie früher.

© Sina Frambach

Alan Dean Foster hat eine faszinierende Parallelwelt erschaffen. Sie ist vergleichbar mit unserer Erde, nur dass es sprechende Tiere gibt. Meist nur mit Fell oder Federn. Reptilien werden eher als Nutztiere oder als Essen angesehen. 

Gleich am Anfang lernt man den vorwitzigen Otter Mudge kennen und lieben. Er ist ein Halunke, klaut gerne mal, versucht andere übers Ohr zu hauen und Weibchen egal welcher Rasse schaut er gerne mal hinterher und flirtet auf Teufel komm raus. Aber er hat ein weiches Herz und er und Jon-Tom schließen schnell Freundschaft. 
Der Schildkröterich Clodsahamp ist schon ein wenig senil und kann sich manchmal auch nicht an Zaubersprüche erinnern. Das Wirken von Magie kostet ihn Kraft und so ist er - wenn er es auch nicht öffentlich zeigt - froh über seinen Gehilfen Pog, der zwar ziemlich frech ist, wenn es aber Schlag auf Schlag kommt, sofort zur Stelle ist und hilft.

© Sina Frambach

Die rothaarige Talea stößt wenig später auf die Gruppe und bleibt eigentlich nur bei Jon-Tom und Mudge, weil die halbe Diebesgilde hinter ihr her ist.  Jon-Tom fühlt sich zu Talea hingezogen, die ihm jedoch ein ums andere Mal eine Abfuhr erteilt.

Im Laufe der Geschichte stoßen noch weitere Gefährten zur Gruppe. So die toughe Flor, die ebenfalls aus Jon-Toms Welt stammt, der gebildete Hase Caz sowie der diskussionsfreudige Drache Falameezar.

Zusammen macht sich die ungleiche Gruppe auf den Weg nach Polastrindu, um dort den Rat zu überzeugen, dass die Gefahr eines Angriffs durch die Gepanzerten, einer Insektenarmee, unmittelbar bevorsteht und man sich mobilisieren muss, um einen Gegenangriff zu starten.

Jon-Tom nimmt es meiner Meinung nach fast etwas zu gut auf, als er sich in der neuen Welt zurechtfinden muss. Heimweh hat er fast keins, nimmt alles als gegeben hin und stellt meiner Meinung nach zu wenig Fragen. Aber teilweise muss ich auch gestehen, dass er fast keine Chance hat, Antworten auf seine Fragen zu erhalten. Talea und Mudge nehmen Jon-Tom als Freund als gegeben hin, Clodsahamp redet meist in mysteriösen Rätseln und mit Caz und Falameezar kann sich Jon-Tom nur in gepflegte Unterhaltungen ergehen.

© Sina Frambach

Und so bleibt ihm nur Flor, die aber alles als großes Abenteuer ansieht und ihre Hoffnung, wieder in die eigene Welt zurückzukommen, aufgegeben hat, weil sie eh eher die Räubertochter als die Studentin ist.

Die Magie, die Jon-Tom wirken kann, ist unausgereift. Er steht am Anfang, muss sich mit seiner Duar, einem gitarrenähnlichen Instrument, auseinandersetzen. Wenn er spielt und dazu singt, kann er zum Beispiel Gegenstände herbeizaubern. Allerdings nichts mechanisches. So versucht er einmal ein Auto als Fortbewegungsmittel zu erschaffen, dies wird jedoch umgewandelt in eine Kutsche, gezogen von Echsen.
Dazu muss ihm jedoch der passende Song einfallen. So singt er mal Beatles oder andere bekannte Sänger und Gruppen. Hier muss man jedoch bedenken, dass das Buch im amerikanischen 1983 erschienen ist, also aktuelle Sänger sucht man hier vergeblich. Im Gegenteil, meist werden sogar welche genannt, die ich nicht kenne.

Das Ende ist abrupt, man sollte den zweiten Band griffbereit haben, da die Geschichte nahtlos dort weitergeht.

Fazit:
Die Story ist abgedreht, witzig und vor allem eins: sehr unterhaltsam. Ich bin genauso begeistert, wie beim ersten Mal lesen und freue mich, dass noch weitere Bände vor mir liegen und noch zwei völlig unbekannte auf mich zukommen. Von mir gibt es für den ersten Teil 10 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne (leider nicht mehr neu erhältlich)
erschienen: 1992
Format: Taschenbuch
Printseiten: 382
ISBN: 978-3-453-31273-2

Donnerstag, 15. Juni 2017

Rezension // George R. R. Martin - Wild Cards. Die erste Generation: Der Schwarm (2) von SINA


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Randomhouse
Als das Wild Cards-Virus in den 40er Jahren die Welt veränderte, wurden 90 % der Opfer getötet. 9 % mutierten zu den sog. Jokern, verachtet vom Rest der Welt. Die restlichen 1 % wurden zu Assen, geliebt und gefürchtet. Ihre Fähigkeiten sind ohnegleichen.
Doch plötzlich müssen alle zusammenarbeiten, denn eine außerirdische Bedrohung ist auf dem Weg zur Erde, um alles zu vernichten. Die Schwarmmutter will die Herrschaft übernehmen - und keine Macht konnte sie je aufhalten.

Die Wild Cards-Reihe ist dem Superhelden- und Alterntivweltgeschichten-Genre zuzuordnen. Dies sind Geschichten, die in einer Welt spielen, "...in der der Lauf der Weltgeschichte irgendwann (am sog. Divergenzpunkt) von dem uns Bekannten abgewichen ist..." (Quelle: wikipedia). 
George R.R. Martin, der zusammen mit anderen Autoren aus New Mexico die Serie Wild Cards ins Leben gerufen hat, ist auch der Herausgeber. 
Der sog. "Mosaikroman" zeichnet sich dadurch aus, das verschiedene Charaktere eine zusammenhängende Handlung abdecken, erzählt in einzelnen Kurzgeschichten von verschiedenen Autoren (Quelle: wikipedia).

Hier befinden wir uns in den 40er Jahren, ein Virus verändert die Menschheit. Viele werden getötet, einige werden zu Jokern (Mutationen) und einige Wenige werden zu sog. Assen, die ihre Fähigkeiten meist für Gutes einsetzen.

In "Der Schwarm" wird nun von der ersten Generation erzählt, von den Menschen, die unmittelbar von dem Virus betroffen sind. 
Eine Bedrohung aus dem All macht den Bewohnern der Erde zu schaffen. Die Schwarmmutter lässt ihre "Kinder" frei, um die Erde einzunehmen. Die Asse machen sich auf zur Bekämpfung, doch auch die Joker müssen ihren Teil dazu beitragen.
Und so schließen sich die verhassten Joker mit den Assen und den Normalsterblichen zusammen.
Doch nicht jeder arbeitet so, wie von ihm erwartet wird. Und dann sind da noch die ägyptischen Freimaurer, die ein Wörtchen mitreden wollen.

© Sina Frambach
Immer wenn ich ein neues Buch der Wild Cards-Reihe anfange, habe ich Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Es wirkt immer alles so wirr und unkoordiniert, was aber auch daran liegt, dass an dem Werk ja mehrere Autoren mitwirken. Und so lernt man viele neue Charaktere kennen bzw. man bekommt suggeriert, dass man sie schon kennen würde. Bis man richtig versteht, um was es eigentlich geht, ist meist schon das erste Drittel rum.

Wer sich auf das Wild Cards-Universums einlässt, erlebt eine Komplexität ohnegleichen. Unendliche Möglichkeiten ergeben sich, die von den Autoren geschickt ausgenutzt werden. Die Fähigkeiten der Asse sind perfekt auf die Bedrohung abgestimmt. 
Sei es Telekinese, Übertragung des Bewusstseins durch Sex, Fliegen, Teleportation, Bilden von Hologrammen, Gedankenbeeinflussung, Verwandlung in verschiedene Dinosaurier etc. Alles scheint ausgereift und stimmig, bringt aber noch mehr Verwirrung rein.

Wenn man bedenkt, dass an dem Projekt so einige Autoren beteiligt sind, könnte man meinen, dass am Ende totaler Quatsch rauskommt und doch ist dem nicht so.
Selbst vom Schreibstil her ist es fast nicht möglich - zumindest mir - Unterschiede festzustellen.

Und trotzdem war ich letztendlich nicht so zufrieden wie bei den anderen Bänden. Es hat das gewisse Etwas gefehlt. Zwar steht die Bedrohung durch Außerirdische im Vordergrund. Und doch nimmt diese keinen großen Raum ein. Die Bekämpfung wirkt unspektakulär. Es geht hauptsächlich um Joker und deren Machenschaften. Kaum ein Ass kommt zur Sprache oder es werden ihnen größere Szenen gewidmet.
Neben der Hauptstory geht es um viele kleine Machenschaften, die zwar immer wieder zum eigentlichen Thema führen, aber doch den Anschein erwecken, wichtiger zu sein.

Der Faszination tut dies fast keinen Abbruch, obwohl ich ca. in der Hälfte des Buches einen Durchhänger hatte und erst mal etwas anderes lesen musste.

Die Autoren haben sich etwas mit anderen Dingen verzettelt und Nebencharaktere eine größere Rolle zugewiesen, obwohl dies in meinen Augen nicht notwendig war.

Wild Cards ist so ein Ding für sich. Entweder man liebt es oder man mag es nicht. Ich persönlich bin jedoch froh, diese Reihe für mich entdeckt zu haben. 

Erwähnen möchte ich, dass mitten in der Reihe die Covergestaltung geändert wurde. Leider passen nun Band 1 und Band 2 optisch nicht mehr zueinander. 

© Sina Frambach

Fazit:
Ich bleibe der Reihe treu, auch wenn "Der Schwarm" für mich nur 6 von 10 Punkten erreicht.

Verlag: Penhaligon
erschienen: 2017
Printseiten: 576
Format: Paperback

ISBN: 978-3-7645-3171-3

Sonntag, 11. Juni 2017

Lesung // Poppy J. Anderson - Taste of Love: Küsse zum Nachtisch von SONJA



© Sonja Kochmann

Ein wunderschöner sonniger Tag in Hannover und damit auch wieder ein sehr warmer Tag in der Hugendubel Filiale in Hannover.


© Sonja Kochmann
Welche Lesung es gab? Poppy J. Anderson mit ihrem zweiten Buch aus der Taste of Love Reihe "Küsse zum Nachtisch". Ich hatte bereits auf einigen Messen und auch auf zwei Love Letter Conventions die Gelegenheit mit der Autorin zu klönen und freute mich sehr auf diese Lesung.


© Sonja Kochmann

Die Begrüßung und auch der Einstieg erfolgte lockerer als so manch andere Lesung und man hatte das Gefühl, zusammen mit der Autorin in einem Wohnzimmer zu sitzen und sich Passagen daraus vorlesen zu lassen und hier und da zu klönen. (Man beachte bitte die von Hand ausgeschnittenen Herzen...)

So erfuhren wir, dass der Autorin zwar der Running Gag bezüglich Chihuahuas aka Teppichratten zwar leid, aber nicht weh taten, da sie als stolze Besitzerin von vier "richtigen Hunden" diesen Scherz einfach machen musste.







Videos - © Sonja Kochmann

Die anfänglich etwas zurückhaltene Claire war in einer vorgelesene Textpassage bezüglich der gemeinsamen Löffelbenutzung bei leidenschaftlicher Verkostung von Creme Brulee etwas pikiert. Schnell klärte Poppy uns auf, dass sie während der Entstehung dieses Textes den Film "Contagion" gesehen hatte: ein Film über Verbreitung von Seuchen. Auch der Hinweis über Brookes Ärgernisse mit Handwerkern hatten ihren Part im Leben der Autorin. Was man nicht alles für die eigenen Romane nutzen kann....

Leidenschaftlich gern gekocht hat Poppy übrigens immer schon. Sie war auch bereits in drei (! - Respekt) Kochsendungen im Fernsehen zu sehen: "Unter Volldampf" auf VOX und "Küchenschlacht" und "Topfgeldjäger" auf dem ZDF. Zur Vorbereitung der Taste Of Love Reihe wurde allerdings nocheinmal ein Tag in der Restaurantküche eingeschoben.


© Sonja Kochmann

Die Anfänge zum Schreiben wurden schon früh gemacht, während sich manche Freundinnen zu Weihnachten Buffalos wünschten, gab es für die 12jährige Poppy eine Schreibmaschine.

Wusstet Ihr, dass das Foto für das erste Cover eines selbst veröffentlichten Buches mit Unterwäsche auf einem Busch im Garten der Eltern geschossen wurde?

Momentan liegt die Doktorarbeit über die deutsch-israelische Sicherheitspolitik, für die sie sogar in Israel war, aufgrund der vielen Schreibprojekte auf Eis. Aber ihr Doktorvater weiß inzwischen von ihrem Pseudonym und unterstützt sie.

Ein Buch entsteht im Schreibprozess in circa drei Monaten, wobei Recherche und die anderen nötigen Arbeiten natürlich länger dauern. Die Ideenfindung zieht sich und so werden Geistesblitze der Schwester per Whats App diktiert oder auf Kassenzetteln in der Handtasche versenkt. Bei Schreibblockade oder anderen Ablenkungen helfen ein Spaziergang mit ihren vier Hunden und ein super Brownierezept (Ich versuche es noch herauszufinden.).


© Sonja Kochmann

Es war ein toller Abend, der mit einem Gläschen alkoholfreien Sektes abgerundet wurde. Danke an alle.
© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann

Rezension // Poppy J. Anderson - Taste of Love: Küsse zum Nachtisch von SONJA


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Quelle: Bastei Lübbe



INHALT:
Nick ist ein Rebell in der Küche und glaubt sich bereits im Himmel der Sterneköche, als die Gastrokritik der Journalistin Claire ihn auf den Boden der Tatsachen zurückholt. In seinem Ehrgeiz und seinem männlichen Stolz gepackt, schlägt er ihr eine kulinarische Wette vor: 6 Wochen wird er für sie kochen, um eine neue Kritik zu erhalten....mit dem Hintergedanken auch ihr Herz zu erobern...wie das wohl endet.

FAZIT:
Nick fiel bereits im ersten Band "Geheimzutat Liebe" Als Souschef im Knights durch seine flotten Sprüche auf. Durch Andrews Weggang ist er jetzt Küchenchef und merkt, das Verantwortung zu tragen durch aus seine Vor- und Nachteile haben kann. Die von der Autorin eingebaute Hürde ist meisterlich und sorgt für ordentlich Zündstoff zwischen den beiden Protagonisten.

Claire, eine Engländerin in Boston, versucht sich von ihren versnobten Eltern und einem Exverlobten zu befreien, die gefühlskalt handeln. Sie selbst lebt und liebt mit allen Sinnen. Essen ist ihre Leidenschaft und daher genießt und beurteilt sie dieses mit wortgewaltigen Schilderungen ("Orgasmus auf der Zunge"). Da kann auch einmal dem frechen Nick die Spucke wegbleiben, der seine Mitarbeiterin oder seinen Kumpel gern mit Sprüchen zu Brazilian Waxing oder Küchenpornos schockt. (Wie die Autorin da wohl recherchiert hat  ;)  )

Beide bieten sich interessante Wortduelle und schnell merkt man, hier haben sich zwei gefunden. Doch diese merken das anfänglich nicht so schnell wie ihre Umwelt: Claires Kollegin und Nicks Kollegen, seine Grandma und seine Schwester. (Kleiner Hinweis: Hier gibt es schon Vorbereitungen für die Protagonistin auf den dritten Band "Zart verführt".) 

Besonders hervorheben möchte ich auch diesmal wieder die familiäre Runde am Esstisch: diesmal Nicks Grandma. Eine Ruhepol, der dem hektischen Nick und auch der einsamen Claire ein echtes Zuhause bietet. Diese Tische kommen übrigens auch in anderen Reihen der Autorin vor und finde ich immer sehr gelungen.

Andrew und Brooke bekommen einen kleinen Part in Nicks und Claires Geschichte und es ist immer wieder schön einen Blick auf bereits verkuppelte Pärchen zu erhaschen.

Neben den brillanten Schilderungen der Gerichte, die einen in die Küche treiben, gibt es diesmal kleine Spitzen gegen Chihuahuas, die ein echter Running Gag im ersten Drittel des Buches sind. Volle Punktzahl für dieses kalorienreiche literarische Schmankerl.





Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2017
Seiten: 384
ISBN: 978-3404174690


© Sonja Kochmann

Rezension // Jamie Shaw - Rock My Soul von SONJA


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Quelle: Blanvalet

INHALT:
Kit schwärmt seit Teenie-Tagen für Shawn. Doch leider ist der Gitarrist der Band "The Last Ones to Know" Spezialist für One Night Stands und will von ihr nach einer Party nichts mehr wissen.
Kits Herz ist gebrochen, doch die Liebe zur Gitarre lässt sie üben und auf ihren Moment hoffen. Als sie erfährt, dass "The Last Ones to Know" einen neuen Gitarristen benötigen, wittert sie ihre Chance. Doch ist diese musikalische Chance gut für ihr Herz?

FAZIT:
Kit hatte ihren ersten Auftritt bereits im zweiten Band (Rock my Body) der Reihe um die Band "The Last Ones to Know". Denn dort verpasste sie Dee einige schlagfertige Antworten, so dass ich bereits zu diesem Zeitpunkt wusste, dieses Mädel hat Pfeffer im Hintern. Ich empfehle aufgrund der Entwicklung der Band doch die Reihenfolge beim Lesen einzuhalten, obwohl jeder Band einzeln gelesen werden kann.

Kits Vorgeschichte erfährt der Leser durch einige Rückblenden, so dass dieser Band nicht gleich an die Geschehnisse des letzten Bandes anknüpft.

Sie ist keine typische Frau, die im Kleidchen mit süßem Make Up durch die Gegend stolziert. Sie bevorzugt Kampfstiefel, dunklen Lidschatten und Jeans. Abgehärtet durch vier Brüder, ist sie gewohnt, sich ihren Weg zu erkämpfen.

Der einzige Verbündete scheint ihr Zwillingsbruder Kale zu sein, denn diese beiden haben zwei Geheimnisse zu verbergen, die der Leser gleich am Anfang mit ihnen teilen darf: Kit, den One Night Stand mit Shawn und Kale seine Homosexualität.

Die bereits bekannten Nebenprotagonisten Leti, Rowan und Dee freunden sich mit Kit an und alle bekommen einen Platz, um auf ihr und auch Kales Leben einzuwirken. Die Dialoge am Esstisch von Kits Eltern sind besonders witzig und man kann sich gut vorstellen, dass vier Brüder Fluch und Segen zugleich sind. Kale hat übrigens, wie man bereits am Anfang ahnt, einen Gegenpart in diesem Band gefunden. Dennoch würden mich die anderen drei Larson-Brüder als separate Reihe interessieren.

Shawn hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Doch er kann mit der gemeinsamen Vergangenheit genauso wenig umgehen, wie Kit und so machen beide einen Fehler nach dem anderen, die tatsächlich seine 448 Seiten brauchen, um behoben zu werden. Eine leichtere Lösung wäre mir persönlich nicht eingefallen, aber manchmal hatte ich das Gefühl, dass der Weg dahin sehr sehr lang war. Dennoch ein überzeugender New Adult Roman mit Leidenschaft für die Gitarre und auch füreinander:  Kit und Shawn bilden das perfekte dritte Paar: 8 von 10 Punkten. Wie es mit Mike weitergeht, wird sich wohl im letzten Band zeigen...

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2017
Seiten: 448
ISBN: 978-3734103568


© Sonja Kochmann


Dienstag, 6. Juni 2017

Rezension // Sarina Bowen - True North: Wo auch immer du bist von SONJA


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Quelle: Lyx


INHALT:
Die Köchin Audrey wird von ihrem Arbeitgeber in die Pampa nach Vermont geschickt. Wenn sie ihren Job behalten will, muss sie die Biobauern davon überzeugen, ihre Waren an ihre Firma zu verkaufen.

Durch ein Missgeschick landet ihr Wagen in einem Graben und wer eilt zur Hilfe? Griffin Shipley, der Bauer der Cidre herstellt und ihre Liebelei aus dem College ist. Schnell fliegen Fetzen und Funken, denn die Interessen sind nicht immer die gleichen oder etwa doch?

FAZIT:
Die Protagonisten Audrey und Griffin haben mir von Anfang an gut gefallen und ich war aufgrund des flüssigen Schreibstils und den spritzigen und wortgewandten Dialogen schnell drin in der Handlung.

Audrey versucht sich als Köchin in einem von Männern dominierten Job zu behaupten und muss sich gegen eine dominante und finanzstarke Mutter durchsetzen. Um auf eigenen Beinen zu stehen, muss sie auf vieles verzichten und ordentlich Ellbogen einsetzen.

Griffin wollte eigentlich Footballer werden, aber der Tod des Vater beendete seine Sportlerträume. Sein Pflichtgefühl lässt ihn auf Vieles verzichten und was ihm eigentlich fehlt, merkt er erst, als Audrey seinen Gaumen und auch sein Herz erobert.

Wer derzeit eine Diät durchmacht, wird es schwer haben, denn Audreys Kreationen erobern nicht nur Griffin, seine Familie und seine Farmarbeiter sondern auch den Leser.....

Gut haben mir auch die Nebenfiguren gefallen, die wohl um Teil auch ihren Platz in den Folgebänden erhalten werden. Es wird neben der Handlung, den Dialogen und auch den erotischen Szenen nicht langweilig und die 384 Seiten vergehen wie im Fluge. Die Autorin schafft es mit kleinen Formulierungen den Leser zum Schmunzeln zu bringen, denn hier fließt auch schon mal Griffins Blut Richtung Süden....volle Punktzahl und ich gönn mir ein Glas Cidre.

Den englischen Titel "Bittersweet" - passend zum Cidre - hätte ich hier übrigens eindrucksvoller gefunden. "Wo auch immer du bist" und die Folgebände "Schon immer nur wir" und "Du bist alles für immer" sind ohne Spickzettel schwierig zu merken und so werde ich in der Buchhandlung dann wohl "True North 2 und 3" suchen und hoffen, dass ich sie finde.

Verlag: Lyx
erschienen: 2017
Seiten: 384
ISBN: 978-3736305601


© Sonja Kochmann